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      <titleStmt>
        <title>Artikel „Kraft“</title>
        <author ref="https://viaf.org/viaf/61594915/">
          <persName>
            <surname>Sanders</surname>
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          <email>edition-sanders@bbaw.de</email>
          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
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          <orgName role="hostingInstitution" xml:lang="de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW)</orgName>
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             <country>Germany</country>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „Kraft“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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        <lbl>I.</lbl>
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          <orth expand="Kraft" orig="Kráft">Kráft</orth>
          <pc>,</pc>
          <gramGrp><pos norm="noun">f.;</pos><gen norm="feminine"/> Kräfte; -:</gramGrp>
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        <sense n="1)">1) allgemeine Bez. Deſſen, woraus eine Wirkung hervorgeht; der Urgrund einer ſich äußernden Wirkung: Weil von Wirkung gar wohl auf eine K., die ſie hervorbringt, geſchloſſen werden kann. <bibl><author>Kant</author>  <title>SW.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 649;</biblScope> <title>Die Quelle der Veränderung nennt man eine K. und iſt bei ihr eine Bemühung, Etwas zu thun anzutreffen, folglich unterſcheidet ſie ſich von dem</title></bibl> Vermögen [ſ. d.], ſo nur eine Möglichkeit Etwas zu thun. <bibl><author>ChrWolf</author>  <title>Gedank.</title></bibl> <bibl><biblScope>§ 115; 745 ff.;</biblScope> <title>Eiſen und Nickel haben das</title></bibl> Vermögen [die Fähigkeit], magnetiſch zu werden; durch Magnetiſieren erhalten ſie magnetiſche K., das Vermögen geht in Wirkſamkeit über, die ſich z. B. in Anziehung des Eiſens äußert. Ubrigens kann auch die K. eine ruhende ſein, die nur in einzelnen Fällen, unter Bedingungen hervortritt oder hervortreten kann, was durch abhängiges „zu“ angedeutet wird, wodurch oft zugleich das Maß der K. als ausreichend für das Erforderliche angedeutet wird, während die Verbind. mit Ew., z. B. auch mit Partic. Präſ. oder mit abhäng. Genit. als in Wirkſamkeit ſeiend bez. wird, vgl. z. B.: Der Magnet hat eine anziehende K. oder die K. der Anziehung für das Eiſen, allgm., er zieht es an; Er hat die K., Eiſen anzuziehen, unter Bedingungen, z. B. wenn es in ſeine Nähe kommt ꝛc., er kann es anziehn; Dieſer Magnet hat die K., das Zehnfache ſeines Gewichts zu tragen, er beſitzt dieſen Grad der magnetiſchen K., er kann ein ſo großes Gewicht, wenn es an ihn gehängt wird, tragen; Durch die K. der Anziehung ſind die Planeten mit der Sonne verbunden, die K. iſt in der That wirkſam, die Sonne kann nicht nur unter Bedingungen die Planeten anziehn, ſondern zieht ſie wirklich an; Wenn man ſiehet, das Licht leuchtet, ſo eignet man ihm eine leuchtende K. zu ꝛc. <bibl><author>ChrWolf</author>  <title>Ged. §</title></bibl> <bibl><biblScope>746;</biblScope> <title>Der Tod hat eine reinigende K. [er wirkt reinigend und vermag ſo], | in ſeinem unvergänglichen Palaſte | zu echter Tugend reinem Diamant | das Sterbliche zu läutern.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>514b;</biblScope> <title>Die magnetiſche, die elektriſche K.; Meine Schultern fühlten K., den Harniſch zu tragen.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>9, 13;</biblScope> <title>Hab ich die K., dich anzuziehn beſeſſen, | ſo hatt’ ich dich zu halten, keine K.</title></bibl> <bibl><biblScope>11, 28;</biblScope> <title>Dieſer Ring beſaß die K.,| vor Gott u. Menſchen angenehm zu machen.</title></bibl> <bibl><author>L.</author>  <title>Nath.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 7;</biblScope> <title>Was der König ſprach und that, | war ohne K., mich wieder einzuwiegen.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>12, 229;</biblScope> <title>Nicht die K. zum Widerſtande, zum Widerſpruch haben ꝛc. Bei Perſ. oft im Ggſtz. zum Willen (wie „können“ dem „wollen“ gegenüberſteht), z. B.: Mit dem beſten Willen leiſten wir ſo Wenig. .. Wäre mir, zu meinen reinen Wünſchen, | auch volle K. [das Gewünſchte ins Werk zu ſetzen ꝛc.] gegeben!</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>13, 247 ꝛc.</biblScope></bibl> — Nach dem Voraufgehenden verſteht es ſich, daß wir in Bezug auf eine Wirkung von der K. eines Ggſtds. nur ſprechen, wenn wir den Grund dieſer Wirkung in ihm annehmen, alſo z. B.: Der Magnet hat die K., Eiſen anzuziehn, aber nicht: Er hat die K. [ſt. Eigenſch.], ſich nach Norden zu richten, ſondern vielmehr: Die Erde hat die K., ihn nach Norden zu richten ꝛc. Und ſo wird denn auch die K., als das Innerliche und von innen heraus Wirkende ſinnverwdten Wörtern (ſ. d.) gegenüber geſtellt: Mit Waffen die Gewalt, die Stärke mit dem Arm <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>gerüſtet und die</title></bibl> Macht mit einem Dienerſchwarm. <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>Doch wäre nicht hinzugetreten auch die K., | wär’ ihr geſammtes Werk geblieben ſtümperhaft.</title></bibl> <bibl><author>Rückert</author>  <title>W.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 30 ꝛc.</biblScope></bibl> — Oft ſteht K. auch, nam. dichter., für Zſſtzg., wo dann der Zuſammenhang die beſondre Art der K. beſtimmt, z. B.: Ein Schädel ſtiert, ein morſch Gebein| mich an aus Höhlen ohne Stern und [Seh-] K. <bibl><author>Cbamiſſo</author> <biblScope>6, 280;</biblScope> <title>Einen Kern, mit [Keim-] K. gefüllt.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>56b ꝛc.</biblScope></bibl> — Daran reihn ſich die folgenden Anwendungen:</sense>
        <sense n="2)">2) K. m. abhäng. Genit. oder beſitzanzeig. Fw. umſchreibend zur Bez. von etwas in ſeiner K. Wirkſamem, z. B. ſachl.: Die K. des Bogens ſpannen. <bibl><author>Chamiſo</author> <biblScope>5, 63;</biblScope> <title>Reich uns des Erzes K. [das ſtarke Erz, Schwert].</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>10, 279;</biblScope> <title>Gieb.. des Haſſes K., die</title></bibl> Macht der Liebe, gieb meine Jugend mir zurück! <bibl><biblScope>11, 10;</biblScope> <title>Haß und Liebe, in der Intenſität, wie ſie in der Jugend wirkſam ſind ꝛc., ferner von einer Perſ.: Zu ihm hinaufgeſandt hab’ ich alsbald | des raſchen Boten jugendliche K.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>508b =</biblScope> <title>den Boten; Erblickt’ ich die hohe K. des [den ſtarken] Herakles.</title></bibl> <bibl><author>V.</author>  <title>Od.</title></bibl> <bibl><biblScope>11, 601.</biblScope> <title>Daran ſchließt ſich: Er aß und trank und ging</title></bibl> durch K. derſelben Speiſe [durch die ihm K. verleihende] vierzig Tage. <bibl><biblScope>1</biblScope></bibl> <bibl><author>Kön.</author> <biblScope>19, 8;</biblScope> <title>Ich dürfte nicht Etwas reden, wo Dasſelbige nicht Chriſtus durch mich wirkte, die Heiden zum Gehorſam zu bringen, durch Wort und Werk, durch K. [mittels] der Zeichen und Wunder und durch K. des Geiſtes Gottes.</title></bibl> <bibl><author>Röm.</author> <biblScope>15, 19;</biblScope> <title>Der wird mächtig ſein, doch nicht durch eigne K. [durch ſich ſelbſt].</title></bibl> <bibl><author>Dan.</author> <biblScope>8, 24;</biblScope> <title>„Das Schwert iſt nicht zu ſchwer noch leicht, | zu ſchwach iſt euer Arm, ich mein’; | doch morgen ſoll geholfen ſein.“ Nein heut’, bei aller Ritterſchaft! | Durch meine, nicht durch</title></bibl> Feuers- K. <bibl><author>Uhland</author> <biblScope>382;</biblScope> <title>Erhob durch K. der Zimmerbeile | ein ſtolzer Bau ſich.</title></bibl> <bibl><author>Lichtwer</author> <biblScope>155 ꝛc.</biblScope> <title>Ähnlich (vralt.): Aus K. [zuſolge] der Dekreten.</title></bibl> <bibl><author>Fiſchart</author>  <title>B.</title></bibl> <bibl><biblScope>49b; 50a;</biblScope> <title>Daß Gott .. aus Gnaden ihm die Sünd vergebe, nicht um .. ihrer Genugthuung willen, ſondern aus K. der Genugthuung und Bezahlung Chriſti.</title></bibl> <bibl><biblScope>102a ꝛc.;</biblScope> <title>jetzt häufiger: Laut und in K. ſeines erſten Eides.</title></bibl> <bibl><author>Fichte</author> <biblScope>6, 201;</biblScope> <title>Was er uns nur in K. Ihrer Sendung und Salbung mittheilen kann.</title></bibl> <bibl><author>G.</author>  <title>Zelter</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 377;</biblScope> <title>Daß Dieſer .. in K. allein des Rings das Haupt, der Fürſt | des Hauſes werde.</title></bibl> <bibl><author>L.</author>  <title>Nath.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 7;</biblScope> <title>Verkündigen wir hiemit und in K. dieſes unſers öffentlichen Mandats und Ausſchreibens ein gemein frei chriſtlich Koncilium.</title></bibl> <bibl><author>Luther</author> <biblScope>330a;</biblScope> <title>Da er nicht in K. eines verliehenen Amtes regiert.</title></bibl> <bibl><author>Raumer</author>  <title>Päd.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 1, 18;</biblScope> <title>Der Dichter nach ihrem Sinn und Herzen und das nicht etwa in K. eines außerordentlichen Scharfſinns.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>13, 179;</biblScope> <title>Hatte ſich, in K. der Millionen, die er . . gewann, ein prächtiges Haus gebaut.</title></bibl> <bibl><biblScope>35, 22 ꝛc.</biblScope> <title>Oft bleibt „in“ fort, ſo daß K. ganz zur Präpoſ. wird, vgl. Dank</title></bibl> <bibl><biblScope>2c,</biblScope> <title>Trotz ꝛc. und</title></bibl> <bibl><author>Sanders</author>  <title>Orth.</title></bibl> <bibl><biblScope>101.:</biblScope> <title>K. der Laute, die ich rühmlich ſchlug, | k. der Zweige, die mein Haupt umwinden, | darf ich dir ein hohes Wort verkünden.</title></bibl> <bibl><author>B.</author> <biblScope>84a;</biblScope> <title>Reiß mich aus den Ängſten | k. deiner Angſt und Pein.</title></bibl> <bibl><author>PGer-</author>  <title>hard</title></bibl> <bibl><author>(Wackernagel</author> <biblScope>2, 475);</biblScope></bibl> <bibl><author>Gervinus</author>  <title>Lit.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 163;</biblScope> <title>Die Freiheit des Gemüths, k. welcher allein die wahre Rührung möglich wird.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>32, 285;</biblScope></bibl> <bibl><author>Rückert</author>  <title>W.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 201;</biblScope> <title>K. Ihres königlichen Arms zu meiner | Genugthuung den Thäter mir zu ſtellen.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>286a;</biblScope></bibl> <bibl><author>Thümmel</author> <biblScope>1, 18; 2, 176; 4, 118;</biblScope> <title>Schon dreimal, k. des Königthums, | hat laut mein Glas geklopfet.</title></bibl> <bibl><author>V.</author> <biblScope>4, 8;</biblScope> <title>Stand .. k. eines Manuſkripts .. in großem Ruf.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>15, 251;</biblScope> <title>Der Apfel iſt, k. ſeiner Aufſchrift, mein.</title></bibl> <bibl><biblScope>10, 42; 20, 28; 22, 3; 161; 31, 416; 487; 505 ꝛc.</biblScope> <title>Vgl. die ſeltnere Anwendung des ſvwdt. „Macht“ als Präpoſ.: Ehe es der Herr Papa, Macht ſeines Amts, gethan.</title></bibl> <bibl><author>Körner</author> <biblScope>229a.</biblScope> <title>u. ſ. vermöge.</title></bibl> — 3) K. <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>Wirkſamkeit und Das, wovon die Wirkſamkeit eines Ggſtds. beſ. abhängt, z. B.: Däs Geſetz trat erſt mit dem</title></bibl> <bibl><biblScope>1.</biblScope> <title>Januar in K., hat früher keine K., keine rückwirkende K.; Dieſe Auslegung gewinnt um ſo mehr K., als ꝛc.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>31, 103;</biblScope> <title>Alle Kundige . . | beſtätigten mir eures Anſpruchs K. [Berechtigung].</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>410bꝛc.;</biblScope> <title>Das Hw. „Trotz“ gewinnt, hat in dieſer Verbindung die K. [Bedeutung] einer Präpoſition; Der .. grüne Schnabel | gab jeder Silbe Ton und K. [Nachdruck].</title></bibl> <bibl><author>Günther</author> <biblScope>166;</biblScope> <title>Daß die reichsadligen Anmaßungen nicht den Kern und die K. Deutſchlands bilden.</title></bibl> <bibl><author>Laube</author>  <title>DW.</title></bibl> <bibl><biblScope>5, 190 ꝛc.;</biblScope> <title>Eine Rede hat K., iſt eindringlich; Eine Suppe hat K., iſt nahrhaft ꝛc., oft in der Reimverbind.</title></bibl> Saft und K., z. B.: Hier iſt keine K. und kein Saft <bibl><author>(Gervinus</author>  <title>Lit.</title></bibl> <bibl><biblScope>5, 400),</biblScope> <title>weder K. noch Saft drin.</title></bibl> <bibl><author>W.</author>  <title>Merck</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 146;</biblScope> <title>Ein dgl. lediger Brief ohne Saft und K.</title></bibl> <bibl><author>Rabener</author> <biblScope>3, 66;</biblScope> <title>Chriſtus gebe ſolchem ſeinem Wort Saft und K. in eure Herzen.</title></bibl> <bibl><author>Luther</author> <biblScope>6, 1b;</biblScope> <title>Den Troſt, Saft und K., ſo die Wort haben, nicht fühlen.</title></bibl> <bibl><biblScope>203b ꝛc.</biblScope></bibl> — 4) nam. bibl. K., eine Perſ., als krafterfüllt, K. verleihend ꝛc.: Ruben, mein erſter Sohn, du biſt meine K. und meine erſte Macht. <bibl><biblScope>1.</biblScope></bibl> <bibl><author>Moſ.</author> <biblScope>49, 3;</biblScope> <title>Herr, du biſt meine</title></bibl> Stärke und K. <bibl><author>Jer.</author> <biblScope>16, 19;</biblScope> <title>Der iſt die K. Gottes.</title></bibl> <bibl><author>Ap.</author> <biblScope>8, 10;</biblScope> <title>Er heißt Wunderbar, Rath, K., Held ꝛc.</title></bibl> <bibl><author>Jeſ.</author> <biblScope>9, 6;</biblScope> <title>Du, [Gott] .. K. der Kräfte!</title></bibl> <bibl><author>H.</author> <biblScope>16, 96.</biblScope></bibl> — 5) gw. in Mz. in Bezug auf die verſch. Wirkungen, die wir an Körper und Geiſt wahrnehmen (vgl. <bibl><author>ChrWolf</author>  <title>Ged. § 746): Die Kräfte des Körpers, des Geiſtes, der Seele; Es iſt alſo nur ein Bettelſtolz der ſ. g. obern Kräfte der Seele, daß ſie ſich ihrer Schweſtern, die ſie verächtlich die niedern nennen, als unechter Geſchwiſter oder dienender Mägde ſchämen.</title></bibl> <bibl><author>H.</author> <biblScope>13, 10,</biblScope> <title>ſ. Seelen-K. Aus</title></bibl> <bibl><author>(Sir.</author> <biblScope>43, 43),</biblScope> <title>mit</title></bibl> <bibl><biblScope>(6, 27),</biblScope> <title>von</title></bibl> <bibl><biblScope>(7, 31)</biblScope> <title>allen (ſeinen) Kräften Etwas thun, vgl.: Aus</title></bibl> Leibeskräf- ten ſchrein ꝛc.; Soviel er nach Kräften, nach Maßgabe ſeiner Kräfte kann; Von Kräften kommen; bei Kräften bleiben, ugw.: Wenn er bei der K. bleiben ſoll. <bibl><author>Gotthelf</author>  <title>U.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 141,</biblScope> <title>dagegen gew. kollectiv: Alle ſeine K. (oder Kräfte), ſeine ganze K. zuſammen nehmen; Mit ganzer, mit voller K. ſich einem Unternehmen zuwenden ꝛc., vgl. von einem Schiff: Mit voller Segel K. das Weite ſuchen.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>503a.</biblScope> <title>Nam. aber prägn.: K., vielvermögende Körperſtärke: K. haben; K. in den Armen, Muskeln, Arm-, Muskel-K. haben; Der Bär hat große K. in den Tatzen ꝛc.</title></bibl> — 6) Mechan.: K., Alles, was Bewegung hervorzubringen, zu ändern oder zu hindern ſtrebt: Lebendige K., mit wirklicher Bewegung verbundene; todte K., die Bewegung hervorzubringen ſtrebt, aber wegen gegenwirkender Hinderniſſe nicht hervorbringt; Einfache K., zuſammengeſetzte Kräfte; Der Satz vom Parallelogramm (ſ. d.) der Kräfte; Beſchleunigende, verlangſamende, — veränderliche, unveränderliche Kräfte; Statik oder Lehre vom Gleichgewicht der Kräfte; Gleiche, aber entgegengeſetzt wirkende Kräfte; Die K. der Trägheit, der Anziehung; Dieſe großen Lokomotiven arbeiten auch mit einer verhältnismäßig größern K. <bibl><author>Kohl</author>  <title>E.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 88;</biblScope> <title>Wenn der Stern .. | aus ſeinem Gleiſe tritt .., | fort reißt er dich in ſeines Schwunges K. | ſammt ſeinem Ring und allen Monden.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>384b;</biblScope> <title>Daß es bei militäriſchen Unternehmungen mehr auf die K. ankomme, welche bewege, als auf die Maſſe, welche zu bewegen ſei.</title></bibl> <bibl><biblScope>865b ꝛc.</biblScope></bibl></sense>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">Ahd., mhd. <bibl><biblScope>kraft.</biblScope> <title>Abſtammung unſicher. Vralt. Bed.: Solche K. oder Ingeweid.</title></bibl> <bibl><author>Ryff</author>  <title>Th.</title></bibl> <bibl><biblScope>42.</biblScope> <title>Vralt., mund- artl. Mz.:</title></bibl> Kräften, z. B. <bibl><author>Friſch;</author></bibl> <bibl><author>Haller</author> <biblScope>57; 159;</biblScope></bibl> <bibl><author>Opitz</author> <biblScope>2, 224; 258;</biblScope></bibl> <bibl><author>Zwingli</author> <biblScope>2, 23</biblScope> <title>und ohne Uml.: Die Daumkraften.</title></bibl> <bibl><author>Bobrick</author> <biblScope>335 ꝛc.</biblScope> <title>Als Bſtw., wo der Begriff der Mz. vorliegt, z. B.: Das telluriſche</title></bibl> Kräfte- Maß. <bibl><author>Burmeiſter</author>  <title>gB.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 243 ꝛc.</biblScope></bibl></p>
        </note>
        <p type="compositions">
          <p type="introduction">Zſſtzg. unerſchöpfl., inſofern jeder Wirkung eine K. entſpricht, ferner z. B. nach dem Sitz der K. ꝛc., leicht zu verſtehn und zu mehren nach den folgenden, vgl. auch die von Macht, Vermögen ꝛc. und die bezügl. Bſtw.: Áb-: Ohnmacht: Dieſe .. Träumer bedachten ihre eigene A. nicht. Arndt Ber. 192; Aus Erſchrecken gleichſam in A. gefallen. Schaidenreißer 78a; In Abkräften niederſinken. 96b ꝛc. —</p>
          <entry type="sub"><comp>Āhnen-:</comp> von den Ahnen ſtammende, alte Kraft. Platen2, 251. — Āhnungs- [5]: Ahnungsvermögen. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Áll-:</comp> vgl. Allmacht. pfeffelPr. 2, 167, 208. — Anſchauungs- [5]: W, 4, 136. Ánziehungs-, Attraktiōns-[6]. — Árm-[5]. — Begêhrungs- [5]: Sch. 705b. — Beſínnungs- [5]: 495b; 979a. — Bíld- [5]: Die ſchöne B. ward in eurem Buſen wach. 23b. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Blénd-:</comp> Was die Seele .. in dieſe Trauerhöhle | mit Blend- und Schmeichelkräften [mit blendenden und ſchmeichelnden Kräften] bannt. G. 11, 65. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Blítz-:</comp> Kraft des Blitzes, — Elektricität: Mit Hilfe der B. die alte und neue Welt in gedankenſchnelle Verbindung zu bringen. Volger EE. 306, ſ. Strahles-K. — Centrāl- [6]: ſich auf ein Centrum beziehend, und zwar unterſch. man: die Centripetal-K., die nach dem Centrum hinſtrebende (die Zieh-K.) und: die Centrifugal-K., die vom Centrum wegſtrebende, die Flieh-K., Schwung-K., ſ. Strebe-, Wurf-K. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Chríſten-:</comp> Biedermuth und Ch. Schubart 1, 25. — Dámpf- [6]: Die D. der Lokomotive, Menſch genannt. Gutzkow R. 8, 25. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Dāūungs-:</comp> Kraft der Verdauung. V. Sh. 1, 359. — Dāūm-:(Schiff) Winde, vgl. Kathrine. — Dénk- [5]: G. 24, 272; Dénkungs-K. Kl. Od. 2, 17. — Díchter-. Klinger 11, 49. Díchtungs- (G. 31, 18): [5] poetiſche Kraft, ſ. Erdichtungs- K. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Dóppel-:</comp> doppelte Kraft. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Eīchen-:</comp> inſofern die Eiche als der Baum der Kraft gilt ꝛc.: Von hoher E. umlaubt. G. 12, 135. — Eīnbildungs- [5]: Phantaſie: Nichts fürchterlicher als E. ohne Geſchmack. 3, 160; 14, 72; 157; E. iſt das Vermögen, einen Ggſtd. auch ohne deſſen Gegenwart in der Anſchauung vorzuſtellen. Kant 2, 141 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Erdíchtungs-:</comp> ſchöpferiſche Phantaſie. L. 7, 142, auch Dicht-K., vgl. Dichter- und Einbildungs-K. — Erkénntnis- [5]: G. 31, 18 ꝛc. — Expanſiōns-, Erpanſīv- [6]: Ausdehnungs-K., z. B.: E. der Dämpfe ꝛc. — Fáſſungs- [5]: Das überſteigt meine F.; Dazu iſt des Geiſtes Kraft erblindet | und der Feder Schnell-K. erlahmt, | der Vorſtellung F. ertaubet | und der Dichtung Schöpfungs- K. verſtummet. Rückert Mak. 1, 213. — Fāūſt- [5]. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Fêder-:</comp> Elaſticität (ſ. Feder 9 u. Schnell-K.): Zerſtreuungen gaben ihr allein die F. zu häuslichen Tugenden. G. 19, 356; Die F. der ſchwellenden Matratzen. W. 12, 102. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Fēūer-:</comp> z. B. [2] und: Vielleicht haben unterirdiſche Feuerkräfte .. vorgearbeitet. Kohl A. 2, 123. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Frēīheits-:</comp> z. B. die Kraft nach freiem Willen zu handeln. Kl. Od. 2, 17. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Gêb-:</comp> Je nachdem ſie Geb-Luſt auf einem Antlitz ſchaute | oder G. einer Hand zutraute. Rückert Mak. 1, 56. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Gêgen-:</comp> einer andern Kraft entgegenwirkend: Die Wurzel-K. im Menſchen treibt zum Eilen .. Die G. im Menſchen treibt zum Weilen. Hebbel; Thümmel 3, 42ꝛc. — Gēīſtes-[5]: ſeltner: In Geiſt- u. Körper-K. G. 12, 116. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Geſámmt-:</comp> vereinigte Kraft: Mit G. ſollte eine Wirkſamkeit beginnen, die ꝛc. Gervinus Lit. 5, 27. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Geſétzes-:</comp> Der Rathſchluß . ., der nun G. behalten ſoll. Chamiſſo 4, 78. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Gewált-:</comp> gewaltige Kraft, Gewalt: Über ſie gab er G. | ſeinen froſtgeſpitzten Stürmen. G. 4, 71. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Glánz-:</comp> Dieſe G. des Marmors. 31, 16. — Glāūbens-. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Grúnd-:</comp> Die Grundkräfte der Seele. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Hálb-:</comp> halbe Kraft. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Háltungs-:</comp> Sie mit jener kühlen H., die ſeiner Natur eignet, zu beſchwichtigen. Kühne Char. 1, 65. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Hāūpt-:</comp> im Ggſtz. zu Nebenkräften. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Hêêres-:</comp> Heeresmacht, vergl. Streit-K.: Führet | den Afterkönig .. mit H. in unſre Grenzen ein. Sch. 670a. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Hēīl-:</comp> Daß man den farbigen Edelſteinen Heilkräfte zuſchrieb. G. 37, 250; Hölderlin H. 1, 77 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Hélden-:</comp> W. 11, 208. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Hímmels-:</comp> Wie Himmelskräfte auf und nieder ſteigen! G. 11, 21; Furchtbar wird die H., | wenn ſie der Feſſel ſich entrafft. Sch. 78b. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Hōch-:</comp> hohe, erhebende Kraft. Jahn M. 249 ꝛc. — Jūgend- (W. 11, 215), Jünglings- (Sch. 305b.). —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Kēīm-:</comp> Die K. des Samens. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Knáll-:</comp> Äoliſcher Dünſte K. G. 12, 137. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Koercitīv-:</comp> [6]: Weil der Stahl urſprünglich der magnetiſchen Einwirkung widerſteht, ſo ſchließt man, daß in ihm eine Kraft vorhanden ſei, welche der Trennung der magnetiſchen Fluida entgegenwirkt. Man nennt dieſe Kraft K. ꝛc. Pouillet 1, 333. — Kōhäſions- [6]: die Kraft, wodurch die einzelnen Theile eines Körpers zuſammenhängen. Sch. 1154a ꝛc. — Körper- [5]. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Lêbens-:</comp> die das Leben bewirkt. Kant SW. 1, 649; Den Edelſten denn ſoll dieſer Bogen entreißen | Seel’ und L. V. Od. 21, 171 ꝛc. — Lēībes- [5]: Half ziehen, was er nach Leibeskräften vermochte. Hebel 3, 403 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Lēūcht-:</comp> Die L. der Wachslichte iſt größer, als die der Talglichte ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Līēbes-:</comp> Lohenſtein Roſ. 104 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Lȫwen-:</comp> ungemein große Kraft, vgl. Rieſen-K. ꝛc. Wackernagel 2, 1253 Z. 20 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Mä́nner-:</comp> männliche Kraft; Kraft, wie ſie den Männern eignet und ziemt: Des Geiſtes beſte Hälfte | M. hab’ ich dem künftgen Herrſcher aufgehoben. Sch. 254a; Seine Künſte waren keine andern | als ſeine M. und meine [weibliche] Schwachheit. 408b ꝛc. Ähnlich: Was du bei voller Mann-K. verfehlteſt, wirſt du an der Krücke [als Greis] nicht mehr einholen. 314b., und noch öfter: Iſt weiſe, tapfer, wohlgezüchtet. . . Worin die Weisheit, Manns-K. und Zucht beſtehe. W. 24, 99, ſchwzr. auch = Johanniskraut, Hypericum perforatum; Mannes-K. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Mínne-:</comp> Kraft der Minne, Liebes-K. W. 11, 143. — Molekulār- [6]: Dieſe Kräfte, welche auf dieſe Weiſe fortwährend zw. den benachbarten Molekülen der Körper thätig ſind, nennt man Molekularkräfte. Am zweckmäßigſten würde man ſie konſtitutive Kräfte der Körper nennen können. Pouillet 1, 4. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Mūſen-:</comp> von den Muſen verliehene, z. B. Dichter-K. G. 6, 90. — Múskel- [5]. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Natūr-:</comp> die in der Natur wirkt und waltet: Tiefe, unbekannte, feſtgegründete, konſequente Naturkräfte. G. 39, 83. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Nêben-:</comp> ſ. d. Ggſtz. Haupt-K. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Nérven-:</comp> V. Sh. 2, 488 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Normāl-:</comp> die als Norm, als Maßſtab dient. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Öhn-:</comp> (vralt.) Ohnmacht, Ab-K. Ryf Th. 294 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Pfêrde-:</comp> die Kraft eines Pferdes, nam. [6] als Maßſtab für die Kraft von Dampfmaſchinen, wobei „ziemlich allgm. angenommen wird, daß eine Pf. hinreicht, ein Gewicht von 33000 Pfund Avoir dupois (=31995 Pfund kölniſch) in einer Minute einen Fuß hoch zu heben.“ Karmarſch 2, 844. Eine Kraft von dieſer Wirkung heißt „Dampfferd“. (ebd.) —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Produktiōns-:</comp> Zeugungs-, Schöpfungs-K., die Kraft, Etwas zu producieren: In urfriſcher P. Danzel 255. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Pygmǟen-:</comp> winzige Kraft, Ggſtz. Rieſen- K. Chamiſſo 4, 156. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Rícht-:</comp> Kraft, die Etwas richtet, ſeine Richtung beſtimmt: R. einer Magnetnadel. Humboldt K. 1, 187. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Rīēſen-:</comp> ungemein große Kraft: Das Wagnis gab mir Rieſenkräfte. Gutzkow R. 9, 303; Sie zu erkämpfen hab’ ich R. Sch. 251b; 446a ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Schlāg-:</comp> Schnell-, Spann-K. ꝛc.: [Schlegell mochte ſtaunen über die entſchloſſene Sch. der Franzöſin, die ſich mit aller Wärme ihres Blutes, mit aller Schärfe ihres Verſtandes an der politiſchen Geſtaltung ihres Volkes betheiligt fühlte. Kühne (Monatbl. 1, 364a). —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Schlúmmer-:</comp> einſchläfernde: Ein zauberiſcher Duft, | von Schlummerkräften ſchwer. W. 10, 20. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Schmēīchel-:</comp> ſ. Blend-K. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Schnéll-:</comp> Kraft, wodurch Etwas, nam. etwas Nieder- oder Zuſammengedrücktes emporſchnellt, Feder-K., Elaſticität, eig. und übrtr.: Solange die Sch. unſrer Organe dauert. Forſter Br. 1, 425; Die Sch., | die dich aufwärts treibt. G. 12, 208; 21, 93; Immermann M. 1, 181; Koſegarten Po. 1, 65; Lewald W. 1, 174; JvMüller 1, 16; Rückert Mak. 1, 212; Thümmel 4, 192; Tieck N. Kr. 4, 409; W. 18, 14 ꝛc. Ugw. ſt. Kraft der Schnelligkeit: Den Läufer .., welcher an Sch. | weit die erfindſamen Männer beſiegt. Wiedaſch Od. 13, 260. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Schöpfungs-:</comp> ſchöpferiſche oder Produktions-K.: Wie vor jedem großen Gedanken der Schöpfung wird in der Seele rege, was auch Sch. in ihr iſt. G. 31, 22; Rückert Mak. 1, 213; ähnlich: Schöpfer-K. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Schréckens-:</comp> ſchreckliche, Schrecken erregende Kraft: Eine frühe Blutſchuld, oft gebeichtet,| ſie kehrt zurück mit neuer Sch. Sch. 443a. — Schwêr- [6]: Die Sch. kettet die Welten zu glänzenden Kränzen zuſammen. Zſchokke 1, 222. Übrtr.: Das Publikum hat eine natürliche Sch., die Kunſt herabzuziehn, aber auch die Kunſt die Eigenſchaft, ihre Schwung-K. dem Publikum mitzutheilen. Gervinus Lit. 5, 550 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Schwíng-:</comp> die Kraft Etwas oder ſich (empor) zu ſchwingen: Ihn traf des Jägers Pfeil und ſchnitt | der rechten Schwinge Senn-K. ab . .. Ach! | die Sch. weggeſchnitten! G. 2, 60; Die Wärme und die Sch. meiner Seele. Pfeffel Pr. 2, 75 ꝛc. Häufiger: Wie andere Anſtrengungen den Leib ermüden, ſo verleiht ihm dieſe [des Schrittſchuhlaufens] eine immer neue Schwung-K. G. 22, 91 ꝛc., ſ. Schwer-K. — Sēēlen- [5]: Wo wir Seelenkräfte von ſeltener intenſiver Stärke in einer göttlichen Harmonie vereint erblicken. Forſter A. 1, 124; Dann geht die S. dir auf, | wie ſpricht ein Geiſt zum andern Geiſt. G. 11, 20; Schöne Wiſſenſchaften ſind die, welche die ſ. g. untern Seelenkräfte, das ſinnliche Erkenntnis, den Witz, die Einbildungskraft, die ſinnlichen Triebe, den Genuß, die Leidenſchaften und Neigungen ausbilden ſollen. H. 9, 333. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Sēh-:</comp> Machte er ganz kleine Augen um ſeine S. zu verſtärken. Börne 2, 430; Wein’ deine S. aus. Koſegarten Rh. 1, 129; Gutzkow R. 2, 360. — Sēhnen-, Sénn(en)- [5]: ſ. Schwing-K. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Sīēgs-:</comp> ſiegverleihende Kraft: Wird ja der Gott, wem er will, verleihen die S. V. Od. 21, 280; Il. 1, 509. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Sómmer-:</comp> (Landwirthſch.) Das vor Winter zubereitete Land nennet man Winter-K. . . .; welches im Frühjahr zubereitet worden, S. Reichart Gart. 3, 5; 1, 126 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Spánn-:</comp> Dieſe drückende Kraft des Dampfes iſt es, welche man die Sp.-, Expanſiv-K. od. Elaſticität deſſelben zu nennen pflegt. Karmarſch 1, 447; Seine .. Geſtalt beſaß die volle Sp. der Jugend. Lewald W. 1, 30; Sein Muth wurde nicht niedergeſchlagen, die Sp. ſeines Geiſtes nicht gelähmt. Monatbl. 1, 264b. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Spring-:</comp> Kraft des Springens ꝛc., Schnell-K.: Durch den expanſiven Geiſt und die Sp. der weißen Race. 311a. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Spǖr-:</comp> das Vermögen, Etwas aufzuſpüren, Sagacität: Meine Sp. ging auf dieſer Fährte. G. 20, 80; 22, 251; Es ſchnaubt der Doggen Sp. durch die Wälder. Sch. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Strāhles-:</comp> Blitz-K., Elektricität: Der Schlangenſiſch, mit St. getränket [der elektriſche Aal]. WHumboldt 1, 368. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Strêbe-:</comp> Kraft des Strebens: Läſſt die St. ſich dämpfen? B.; bei Campe auch = Centralkraft, und zwar: Ab- und An-St., Centrifugal- und Centripetal-K. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Strēīt-:</comp> Heeres-K.: Bei der Geringfügigk. unſerer Streitkräfte. Pz 2, 8. Seltner von Einem: ſeine Kraft im Streit. B. 237 v. 217. — Tangentiāl- [6]: Centrifugal-K., inſofern ſie, wenn die Centripetal-K. aufhörte, den kreiſenden Körper in der Tangente oder Berührungslinie ſeiner Bahn fortbewegen würde. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Tāūmel-:</comp> Taumel wirkende Kraft: Des Qualmes T. V. Ov. 2, 235. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Thāt-:</comp> eine That wirkende Kraft, Energie. G. 22, 229 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Trēīb-:</comp> treibende Kraft, auch nam. zunächſt von Pflanzen, z. B. von einem Baum: Bis in die Krone ſeiner Trieb-K. Gutzkow R. 6, 28 und übrtr.: Naturproceſſe durchzumachen, die in der Trieb-K. aller ſolcher Völker liegen. 1, 226. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Über-:</comp> übermäßige, überſprudelnde Kraft: Sonſt rühmteſt du ja deine Ü. | in Fauſt und Speer. B. 155b; Die leidenſchaftliche Gluth und Ü. der Sprache. Devrient 1, 210; Gervinus Lit. 5, 78; Gutzkow Zaubr. 4, 354; Meißner FvH. 1, 126; Stahr Jahr. 1, 381; Tieck Makb. 1, 2 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Überzēūgungs-:</comp> Überzeugung wirkende Kraft: Anziehungs- und Ü., die Leſſing’s Schriften inwohnt. Danzel 35. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Un-:</comp> (veraltend) Ohnmacht (ſ. Ab-, Ohn-K.) das Unwirkſam-Sein: Das Verbot müßte zu Unkräften kommen. Fiſchart B. 49b; Machen Chriſtum . . ganz von Unkräften, unnütz und zu nichten 102b; Kein Fürſt in ſeiner Unmacht .. Durch Menſchen U. Luther 5, 2a ꝛc.; Dieſes Bewuſſtſein der U. iſt ſchon der halbeTod. Heine Lut. 1, 282; Schubarth G. 2, 247 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Unterſchēīdungs-:</comp> die Kraft, das Vermögen zu unterſcheiden, Urtheils-K. Heinſe A. 1, 309. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Ūr-:</comp> urſprüngliche Kraft: In ſeiner von allem Angelernten befreiten und gereinigten U. Hartmann BB. 27; Eine einzige höchſte Urſache aller Dinge, eine U. der Natur, das Weſen aller Weſen. Sch. 1016a; Ein unerſättlicher Hunger nach Erkenntnis der erſten Urkräfte der Natur. Stilling 2, 114; Des Keims U. entfaltend. V. 3, 5; W. 17, 9 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Urtheils-:</comp> die Kraft oder das Vermögen, zu urtheilen, Unterſcheidungs-K.: In der Familie der oberen Erkenntnisvermögen giebt es doch noch ein Mittelglied zw. dem Verſtande und der Vernunft, dieſes iſt die U. Kant Kr. d. Urtheilskr. XXI. ꝛc., dafür: Beurtheilungs-K. FNicolai Möſ. 6. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Vóll-:</comp> volle, ungeſchwächte Kraft: Der Geiſt ſchafft aus der V. der ſelbſtherrſchenden Phantaſie willkürliche Gebilde. Auerbach SchV. 25; Ab. 170; Muſäus Ph. 4, 17; Pfeffel Po. 3, 53; In der V. blühender Geſundheit. Stahr Jahr. 1, 233. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Wêſens-:</comp> Die einzelnen Richtungen göttlicher W. in ihrer reicheren Entfaltung im Mannigfaltigen waren an die mit einzelnen Ehrenämtern geſchmückte Götter übertragen. Stuhr Rel. 229. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Wíllens-:</comp> vgl. das ſeltnere Woll-K. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Wíndes-:</comp> Mache dir, dich ſtark zu zeigen, | Strom und W. zu eigen!| Wider beide, gähnt dein Grab. Chamiſſo 3, 300. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Wínter-:</comp> ſ. Sommer-K. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Wírkens-:</comp> Daß ich erkenne, was die Welt | im Innerſten zuſammenhält, | ſchau alle W. und Samen. G. 11, 19. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Wóll-:</comp> Kraft des Wollens, Willens-K.: Die ſtoiſche W. IP. 36, 55. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Wúnder-:</comp> wunderbare, Wunder wirkende Kraft: Der Kräuter W. Haller 39; Der echte Ring | beſitzt die W. beliebt zu machen. L. Nath. 3, 7; L. 8, 272 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Wúrf-:</comp> Central-K. Humboldt K. 1, 104. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Wúrzel-:</comp> die Kraft, wodurch Etwas Wurzel ſchlägt ꝛc., ſ. Gegen-K. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Zāūber-:</comp> zauberhafte, Zauber wirkende Kraft: Durch die Z. der Beredtſamk. ſeine Zuhörer täuſchen. Engel 4, 3; Die Z. der Dichtung. G. 13, 151; Das iſt die Z. des Witzes, daß | dem Irrthum er den Schein der Wahrheit leiht. Weſ Dian. 1, 13 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Zēūgungs-:</comp> Produktions-K. ꝛc.: Daß die poet’ſche Z. mir ganz erloſch. Prutz Woch. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Zīēh-:</comp> Anziehungs-K.: Z. natürlicher Eiſenmagnete. Humboldt K. 1, 186; Das, was unerreichbar ſcheint, hat eine geheimnisvolle Z. Kl. Schr. 1, 134.</entry>
        </p>
      </entry>
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</TEI>
