<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<?xml-model href="http://www.tei-c.org/release/xml/tei/custom/schema/relaxng/tei_all.rng" type="application/xml" schematypens="http://relaxng.org/ns/structure/1.0"?>
<?xml-model href="http://www.tei-c.org/release/xml/tei/custom/schema/relaxng/tei_all.rng" type="application/xml" schematypens="http://purl.oclc.org/dsdl/schematron"?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">  <teiHeader>
    <fileDesc>
      <titleStmt>
        <title>Artikel „kostbar“</title>
        <author ref="https://viaf.org/viaf/61594915/">
          <persName>
            <surname>Sanders</surname>
            <forename>Daniel</forename>
          </persName>
        </author>
        <editor>
          <persName>
            <surname>Göttel</surname>
            <forename>Sebastian</forename>
          </persName>
        </editor>
        <editor>
          <persName>
            <surname>Wiegand</surname>
            <forename>Frank</forename>
          </persName>
        </editor>
      </titleStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>
          <email>edition-sanders@bbaw.de</email>
          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
          <orgName role="hostingInstitution" xml:lang="en">Berlin-Brandenburg Academy of Sciences and Humanities (BBAW)</orgName>
          <orgName role="hostingInstitution" xml:lang="de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW)</orgName>
          <address>
             <addrLine>Jägerstr. 22/23, 10117 Berlin</addrLine>
             <country>Germany</country>
          </address>
        </publisher>
        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
        <availability>
          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/">
            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
          </licence>
        </availability>
      </publicationStmt>
      <sourceDesc>
        <bibl>Daniel Sanders: „kostbar“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
  </teiHeader>

  <facsimile>
    <surface ulx="13" uly="3207" lrx="1010" lry="4010">
      <graphic url="DE-20__Sanders_Band-1__1009__1001__1"/>
    </surface>
    <surface ulx="19" uly="285" lrx="1011" lry="1932">
      <graphic url="DE-20__Sanders_Band-1__1009__1001__2"/>
    </surface>
  </facsimile>
  <text>
    <body>
      <entry type="main" xml:lang="de">
        <form type="lemma">
          <orth expand="kostbar" orig="Kóſtbar">Kóſtbar</orth>
          <pc>,</pc>
          <gramGrp><pos norm="adjective">a.:</pos></gramGrp>
        </form>
        <sense n="1)">1) viel Geld koſtend, verſch. koſtſpielig: mit vielen einzelnen, in ihrem Geſammtbetrage — im Vergleich zu dem dadurch Beſchafften — zu großen Koſten verknüpft: Ich kann ſo k–e Exemplare nicht kaufen, weil mir meine Sammlung ſonſt bald zu koſtſpielig würde; K–e [oder koſtſpielige] Geſandtſchaften. <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>788a ꝛc.</biblScope> <title>In dieſem Sinn auch als Ggſtz. zu köſtlich (ſ. d. und 2): Hat ſich das Schauſpiel verbeſſert, iſt es ein Fünftheil mehr werth als ſonſt? Nein, nein, es iſt k–er, aber nicht köſtlicher geworden.</title></bibl> <bibl><author>Börne</author> <biblScope>5, 94.</biblScope></bibl> —</sense>
        <sense n="2)">2) (ſ. 1) ſinnvrwvt. köſtlich, — in hohem Werth ſtehend, nicht bloß an Geld (ſ. 1.), ſondern allgm. auch in Bezug auf innern Werth, alſo nicht bloß: K–e Edelſteine, Kleider, Waaren, Vaſen, Gemälde ꝛc., wo doch noch im Vergleich zu „köſtlich“, das ſich rein auf den innern Werth bezieht, immer noch mehr oder minder der Gedanke an den hohen Geldpreis, den das Genannte koſtet, durchſchimmert, — ſondernauch: Die Freundſchaft iſt das k–ſte [oder köſtlichſte] Geſchenk des geſellſchaftlichen Lebens. <bibl><author>Gellert;</author>  <title>Ich leugne nicht, daß ich an jede Arbeit dieſer Art immer Gedanken angeknüpft habe an Perſonen, an Zuſtände, an Freud’ und Leid. Und ſo ward mir das Angefangene</title></bibl> werth und das Vollendete, ich darf wohl ſagen, k. <bibl><author>G.</author> <biblScope>18, 228;</biblScope> <title>Erhöhen willſt du mich,</title></bibl> — zeigſt mir von ferne <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>bedeutend einen k–n Preis.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>420b ꝛc.</biblScope></bibl> — So auch namentl. im gewöhnlichen Leben <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>vortrefflich, ausgezeichnet, vgl. prächtig, prachtvoll: Etwas ſchmeckt, riecht k. oder köſtlich; Das iſt ein k–er Einfall, eine k–e Geſchichte; Dieſe k–en Sommertage oder</title></bibl> köſtlichen, wenn Sie wollen. <bibl><author>König</author>  <title>Kl.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 67.</biblScope></bibl> —</sense>
        <sense n="3)">3) (ſ. 2) in engrem Sinne: werthvoll dadurch, daß nicht viel davon vorhanden, daß es knapp, ſelten iſt, z. B.: Nein, rede nicht! Jetzt iſt nicht Zeit zu Worten! <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>Fort laſſ’ uns eilen, ſchnell! der Augenblick | iſt k.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>505a,</biblScope> <title>verſch. (ſ. 2): Jch habe mit ihm köſtliche oder k–e Augenblicke verlebt ꝛc.</title></bibl> — <sense n="a)">a) ſo namentl. auch: Sich k. machen, ſich durch Zurückhaltung einen Werth geben oder geben wollen, den man eig. nicht hat: Jetzt macht der arme Teufel ſich k. Er wird ſeine Kunſt nicht auskramen, bis er Geld klingen hört. <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>720a.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="b)">b) dann auch: ſich ſelbſt einen übergroßen Werth beilegend, z. B.: Man ſehe die große Dame! Sonſt wiſſen ſich Jungfern Jhrer Herkunft noch glücklich, wenn ſie Herrſchaften finden. Wo will denn Sie hinaus, meine K–e? <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>203b ꝛc.,</biblScope> <title>wie denn Einzelne</title></bibl> — ohne jedoch wegen der Zweideutigkeit damit durchzudringen — k. für preciös (ſ. d.) überhaupt als Verdeutſchung gebraucht, alſo <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>geziert ꝛc., z. B.: Ein k–es Frauenzimmer.</title></bibl> <bibl><author>Rabner</author>  <title>bei</title></bibl> <bibl><author>Adelung.</author></bibl> —</sense></sense>
        <sense n="4)">4) (vgl. 3b) Maler.: ſorgfältig oder auch ängſtlich genau in der Darſtellung der Lokalfarben. <bibl><author>Pierer,</author>  <title>vgl. frz.:</title></bibl> <bibl><biblScope>Ce tableau est d’un fini précieux.</biblScope></bibl></sense>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">Vralt. mit Uml.: <bibl><biblScope>Vitriolium romanum</biblScope> <title>iſt köſtbar.</title></bibl> <bibl><author>Büchſenmeiſterei</author> <biblScope>30 ꝛc.</biblScope></bibl></p>
        </note>
      </entry>
    </body>
  </text>
</TEI>
