<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<?xml-model href="http://www.tei-c.org/release/xml/tei/custom/schema/relaxng/tei_all.rng" type="application/xml" schematypens="http://relaxng.org/ns/structure/1.0"?>
<?xml-model href="http://www.tei-c.org/release/xml/tei/custom/schema/relaxng/tei_all.rng" type="application/xml" schematypens="http://purl.oclc.org/dsdl/schematron"?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">  <teiHeader>
    <fileDesc>
      <titleStmt>
        <title>Artikel „Körper“</title>
        <author ref="https://viaf.org/viaf/61594915/">
          <persName>
            <surname>Sanders</surname>
            <forename>Daniel</forename>
          </persName>
        </author>
        <editor>
          <persName>
            <surname>Göttel</surname>
            <forename>Sebastian</forename>
          </persName>
        </editor>
        <editor>
          <persName>
            <surname>Wiegand</surname>
            <forename>Frank</forename>
          </persName>
        </editor>
      </titleStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>
          <email>edition-sanders@bbaw.de</email>
          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
          <orgName role="hostingInstitution" xml:lang="en">Berlin-Brandenburg Academy of Sciences and Humanities (BBAW)</orgName>
          <orgName role="hostingInstitution" xml:lang="de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW)</orgName>
          <address>
             <addrLine>Jägerstr. 22/23, 10117 Berlin</addrLine>
             <country>Germany</country>
          </address>
        </publisher>
        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
        <availability>
          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/">
            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
          </licence>
        </availability>
      </publicationStmt>
      <sourceDesc>
        <bibl>Daniel Sanders: „Körper“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
  </teiHeader>

  <facsimile>
    <surface ulx="20" uly="1491" lrx="1007" lry="3990">
      <graphic url="DE-20__Sanders_Band-1__1006__0998__1"/>
    </surface>
    <surface ulx="14" uly="265" lrx="1018" lry="3941">
      <graphic url="DE-20__Sanders_Band-1__1006__0998__2"/>
    </surface>
  </facsimile>
  <text>
    <body>
      <entry type="main" xml:lang="de">
        <form type="lemma">
          <orth expand="Körper" orig="Körper">Körper</orth>
          <pc>,</pc>
          <gramGrp><pos norm="noun">m.,</pos><gen norm="masculine"/> –s; uv.; –chen, lein; -:</gramGrp>
        </form>
        <sense>1) der Leib (ſ. d.) von Menſchen und Thieren, oft im Ggſtz. zu Geiſt (ſ. d. 2c) und Seele ꝛc.: Die Scheidung zw. Geiſt und K., Seele und Leib. <bibl><author>G.</author> <biblScope>39, 187;</biblScope> <title>In krankem Verfall des K–s, in blühender Geſundheit des Geiſtes.</title></bibl> <bibl><biblScope>18, 74;</biblScope> <title>Schon dieſen ganzen Abend ſcheinen Sie nur dem K. nach gegenwärtig.</title></bibl> <bibl><biblScope>10, 3;</biblScope> <title>Seid Ihr nicht am kleinen Finger geſcheiter als er am ganzen K.?</title></bibl> <bibl><author>Hebel</author> <biblScope>3, 74;</biblScope> <title>Wenn auch getrennt die K. ſind, zu dringen | vermag der Geiſt zum Geiſt.</title></bibl> <bibl><author>Platen</author> <biblScope>2, 147 ꝛc.;</biblScope> <title>Die Nahrung der fleiſchfreſſenden Thiere iſt aus Blut entſtanden .. Sie wird in ihrem</title></bibl> Leibe wieder zu Blut und aus dieſem Blut erzeugen ſich alle Theile ihres K–s wieder. <bibl><author>Liebig</author>  <title>Th.</title></bibl> <bibl><biblScope>41 ꝛc.</biblScope> <title>Übertr. z. B.: K. und Stimme leiht die Schrift dem ſtummen Gedanken.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>76a,</biblScope> <title>vgl. verkörpern.</title></bibl> — 2) in engrem Sinn (ſ. 1) der Rumpf im Ggſtz. zum Kopf und zu den Extremitäten, vgl. <bibl><biblScope>6.</biblScope></bibl> — 3) in erweitertem Sinn (ſ. 1): alles im Raum Erſcheinende, alles einen Raum in beſt. Form und Begrenzung Erfüllende: Gegenſtände, die neben ein- ander oder deren Theile neben einander exiſtieren, heißen K. <bibl><author>L.</author> <biblScope>6, 467;</biblScope> <title>K. nennen wir einen allſeitig begrenzten materiell erfüllten Theil des an und für ſich unendlichen Weltraums.</title></bibl> <bibl><author>Pouillet</author> <biblScope>1, 2;</biblScope> <title>Organiſche, unorganiſche, feſte, flüſſige, luftförmige, dichte, poröſe, ſchwere, leichte K. ꝛc,; Der Mathematiker abſtrahiert bei den von ihm betrachteten K–n von ihrer materiellen Raumerfüllung und ſieht nur auf ihre Größe und Geſtalt, er ſpricht daher von deckenden K–n, die, in ein- ander gelegt, denſelben Raum einnehmen; Der K. iſt von Flächen begrenzt; Regelmäßige, unregelmäßige K.; Der Würfel iſt ein von ſechs Quadraten begrenzter K. ꝛc.; Das Sonnenſtäubchen iſt ein K., wie der ungeheure Sonnenball (ſ. Himmels-, Welt-K.); Jeder organiſche K. ſtrebt, fremde K. auszuſtoßen.</title></bibl> — 4) In dem menſchl. und thieriſchen K. werden einzelne beſt. Theile durch K. mit beigefügtem Bſtw. bez.: Das verlängerte Mark [des Hirns]. Die vordere Hälfte theilt ſich in vier Längsſtreifen, wovon die vorderen pyramidenförmige K., die zwei hinteren olivenförmige heißen, die zwei Leiſten der hinteren Hälfte ſtrangförmige. Die Pyramiden-K. ꝛc. <bibl><author>Oken</author> <biblScope>4, 50;</biblScope> <title>Die gelben K., im befruchteten weibl. Eierſtock ſich findend ꝛc., ſ. Glas-K.</title></bibl> — 5) im engern Sinn zu <bibl><biblScope>3:</biblScope> <title>ein K. von wirklicher fühlbarer Konſiſtenz, inſofern er ſich den Sinnen weſentlich bemerkbar macht ꝛc., vgl.: Die Luft iſt ein wägbarer K. (3),</title></bibl> — und: Statt einen K. zu halten, griff er in leere Luft. So z. B. K. prägn. <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>feſter K.: Waſſer iſt K. und Boden der Fluß [im Winter].</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>1, 314 ꝛc.;</biblScope> <title>ferner die Konſiſtenz eines flüſſigen K–s: Laſſe die Miſchung bei fleißigem Rühren langſam erkalten, damit ſie einen gleichen K. erhalte.</title></bibl> <bibl><author>Rumohr</author>  <title>K.</title></bibl> <bibl><biblScope>148 ꝛc.;</biblScope> <title>Die Deckkraft des Bleiweißes zu unterſuchen ... Beſonders erkennt man auf dieſem Wege, welche Sorte am meiſten K. hat, d. h. welche die dickſte ſalbenartige Konſiſtenz erlangt.</title></bibl> <bibl><author>Karmarſch</author> <biblScope>1, 290.</biblScope> <title>Ferner: Ein Wein hat K., wenn ſeine Kraft aufder Zunge fühlbar iſt, vgl. mager</title></bibl> <bibl><biblScope>2d</biblScope> <title>u. ä. m.</title></bibl> — 6) (ſ. 2) das Hauptſächliche eines Ggſtds, der Haupttheil, woran — wie an den Rumpf — ſich die übrigen von ihm getragnen anſchließen: Daß nicht einſchleiche fort und fort <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>Kopf, K. und Schwanz von fremdem Wort.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>3, 132 ꝛc.</biblScope> <title>Nam.</title></bibl> <sense n="a)">a) Anat.: der mittlere Haupttheil eines Knochens, Wirbels ꝛc., z. B. auch: Gebärmutter-, Harnblaſen-K. ꝛc. —</sense><sense n="b)">b) Kupferſtech. ꝛc.: bei einem ſchräg abgeſchliffnen viereckigen Grabſtichel die Dicke der Spitze. —</sense><sense n="c)">c) Sattl.: der mittlere ſtarke Theil eines Kummethorns ꝛc. — 7) K. (ſ. 1), das Weſen, der Inhalt im Ggſtz. der Einkleidung (als der Form) ꝛc.: Der K. von ihren Abhandlungen iſt ernſthaft und anſehnlich, die Einkleidung iſt luſtig und poſſierlich. <bibl><author>Rabner</author> <biblScope>2, 75 ꝛc.</biblScope></bibl> — 8) (ſ. 1) eine gegliederte, organiſierte Geſammtheit; ein aus geordnet in einander greifenden Gliedern beſtehendes Ganze, ſ. Körperſchaft: Leute .., die der Eigennutz zu einem K. verbindet. <bibl><author>Klinger</author>  <title>Teutſch.</title></bibl> <bibl><biblScope>63;</biblScope> <title>Der geſetzgebende K.; Der Staat iſt ein K., deſſen Haupt der Fürſt iſt ꝛc., ſo Staats-, Geſellſchafts-, Wahl-K. ꝛc.</title></bibl></sense></sense>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">Aus lat. <bibl><biblScope>corpus</biblScope> <title>(Genit. corporis), mhd.</title></bibl> <bibl><biblScope>kör— per</biblScope> <title>und</title></bibl> <bibl><biblScope>körpel,</biblScope> <title>z. B.</title></bibl> <bibl><author>Schaidenreißer</author> <biblScope>38b; 45a; 46a; 47b; 50b;</biblScope></bibl> <bibl><author>Stumpf</author> <biblScope>82b; 608a ꝛc.</biblScope> <title>S. Korps, Korpus ꝛc.</title></bibl></p>
        </note>
        <p type="compositions">
          <p type="introduction">Zſſtzg. vielfach, z. B. nach dem verſch. Stoff ꝛc., leicht zu mehren nach dem Obigen und dem Folgenden, z. B.: Eīgen-: Kryſtall bei Volger, z. B.: Von dem bloßen Stoff den aus dieſem erwachſenen E. zu unterſcheiden. EE. VII. —</p>
          <entry type="sub"><comp>Erd-:</comp> <sense n="1)">1) die Erdkugel (vgl. Himmels- K.): Im Innern des E–s. <bibl><author>Humboldt</author>  <title>K.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 249 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="2)">2) irdiſcher Körper (ſ. Erden-K.): Siehſt du nicht deinen ſterblichen E.? <bibl><author>H.</author></bibl> — <comp>Erden-:</comp> ein auf der Erde befindlicher, zu ihr gehöriger Körper, irdiſcher Körper. — Gēīſt- <bibl><biblScope>[1]:</biblScope> <title>der vom Geiſt durchdrungne und damit engverbundne Körper: Seine [des Pſychologen] .. Einſicht in die Funktionen des menſchlichen G–s und Körpergeiſtes.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>36, 365.</biblScope></bibl> — Geſámmt- <bibl><biblScope>[8]:</biblScope> <title>Den G. des Volks.</title></bibl> <bibl><author>Gervinus</author>  <title>Lit.</title></bibl> <bibl><biblScope>5, 338,</biblScope> <title>das geſammte Volk.</title></bibl> — Geſéllſchafts- <bibl><biblScope>[8]:</biblScope> <title>Korporation.</title></bibl> — <comp>Glās-:</comp> ein Körper aus Glas, namentl. <bibl><biblScope>[4]</biblScope> <title>die von der Netzhaut eingeſchloßne durchſichtige Kugel im Auge.</title></bibl> <bibl><author>Oken</author> <biblScope>4, 100 ꝛc.</biblScope></bibl> — <comp>Hímmels-:</comp> die Welt-K., inſofern ſie am Himmel erſcheinen: Die Sonne, die Planeten, der Mond, die Sterne ſind H. oder Welt-K.; Unſre Erde iſt ein Welt-K., aber (ſtreng genommen) kein H. ꝛc. — <comp>Lícht-:</comp> ein lichterfüllter, leuchtender Körper: Die Sonne, dieſer ungeheure L. — <comp>Míttel-:</comp></sense><sense n="1)">1) ein Körper, der die Mitte von Etwas bildet: Kopernikus zeigte, daß nicht die Erde der M. unſres Weltſyſtems iſt ꝛc., ſ. Ober- K. —</sense><sense n="2)">2) Steinſchn.: der Körper, der als Mittel beim Ausſchleifen dient, nam. Schmirgel: Um Schmirgel hier für die allgm. Bez. des M–s bei dem Ausſchleifen zu brauchen. <bibl><author>L.</author> <biblScope>8, 102.</biblScope></bibl> — <comp>Natūr-:</comp> ein in der Natur vorkommender Körper. <bibl><author>Burmeiſter</author>  <title>gB.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 312 ꝛc.</biblScope></bibl> — <comp>Ober-:</comp> nam. der obre Theil des menſchl. Körpers, im Ggſtz. zum Unter-K. — <comp>Pflánzen-:</comp> eine Pflanze, Körper aus dem Pflanzenreich, im Ggſtz. zum Thier-K. <bibl><author>Liebig</author>  <title>Th.</title></bibl> <bibl><biblScope>4.</biblScope></bibl> — Pyramīden- <bibl><biblScope>[4].</biblScope></bibl> — <comp>Sēē-:</comp> z. B. von der See ausgeworfne Körper. — Stāāts- <bibl><biblScope>[8]:</biblScope> <title>der Staat als organiſches Ganze aufgefaſſt: Machten ſie immer dem St. einiges Knurren im</title></bibl> Leibe. <bibl><author>Droyſen</author>  <title>A.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 135;</biblScope> <title>In einem ſo künſtlich organiſierten St., wie der deutſche iſt.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>926a ꝛc.</biblScope></bibl> — Thīēr- <bibl><biblScope>[1]:</biblScope> <title>ſ. Pflanzen-K.</title></bibl> <bibl><author>Liebig</author>  <title>Th.</title></bibl> <bibl><biblScope>41.</biblScope></bibl> — <comp>Tōdten-:</comp> todter Körper, Leiche: Selbſt im Heiligthum <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>der Götter ſieht man T. liegen.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>32b.</biblScope></bibl> — <comp>Trúppen-:</comp> eine Truppenabtheilung als organiſiertes Ganze, Truppenkorps. <bibl><author>Hackländer</author>  <title>SoldKr.</title></bibl> <bibl><biblScope>108.</biblScope></bibl> — <comp>Unter-:</comp> ſ. Ober-K. — Vólks- <bibl><biblScope>[8]:</biblScope> <title>eine organiſierte Genoſſenſchaft im Volk: Als Adel, d. i. als der gegenwärtig durch die Geburt beſtimmte V.</title></bibl> <bibl><author>Fichte</author> <biblScope>6, 243 ꝛc.,</biblScope> <title>auch das ganze Volk als organiſierte Geſammtheit, ſ. Geſammt-, Staats-K. ꝛc.</title></bibl> — <comp>Wāhl-:</comp> eine organiſierte Geſammtheit von Wählenden. — <comp>Wélt-:</comp> ein Körper, der eine ganze Welt iſt, z. B. die Sonne, die Sterne, die Erde ꝛc., ſ. Himmels-K.: Dem ehrlichen feſten Mann, der wie ein W. ſeine Bahn ohne andere Ab- irrungen geht als ſcheinbare. <bibl><author>IP.</author> <biblScope>2, 58; 31, 57 ꝛc.</biblScope></bibl> — <comp>Wírbel-:</comp> Körper, der ſich wirbelnd dreht. <bibl><author>Burmeiſter</author>  <title>gB.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 207</biblScope> <title>u. ä. m.</title></bibl></sense></entry>
        </p>
      </entry>
    </body>
  </text>
</TEI>
