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        <title>Artikel „Knochen“</title>
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            <surname>Sanders</surname>
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            <surname>Wiegand</surname>
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          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „Knochen“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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        <lbl>I.</lbl>
        <form type="lemma">
          <orth expand="Knochen" orig="Knóchen">Knóchen</orth>
          <pc>,</pc>
          <gramGrp><pos norm="noun">m.,</pos><gen norm="masculine"/> –s; uv.; Knöch-lein, -elchen; -:</gramGrp>
        </form>
        <sense>die harten im Innern des thieriſchen Körpers ſich findenden und in ihrer Geſammtheit das Skelett (Gerippe) oder Gerüſt desſelben bildenden, aus Knorpel und Knochenerde — welches zum größten Theil phosphorſaurer Kalk iſt — beſtehenden Theile, vgl. Bein <bibl><biblScope>1:</biblScope> <title>Alle Wirbel- oder Rückgratthiere haben K., doch nennt man die weniger harten, mehr knorpligen K. der Fiſche gewöhnlich Gräten (ſ. d.); Stark von K. ſein, ſtarke K. haben; Einem die K. im Leibe entzwei ſchlagen; Seine K. ſchonen, träge bei körperlicher Arbeit ſein, Nichts ordentlich anfaſſen; Nichts als Haut (ſ. d. 1c) und K. ſein ꝛc.; Naß bis auf die K., ſcherzh. Ubertreibung ſt.: bis auf die Haut (ſ. d. 1q) ꝛc.; Die K. und Knöchelchen des Arms.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>19, 24;</biblScope> <title>Nicht ein Beinchen ließ er zurück, kein Knöchelchen übrig.</title></bibl> <bibl><biblScope>5, 210: 215;</biblScope> <title>Du nicht faul, läſſeſt alles Fleiſch aufkaufen .., daß .. kein K. mehr zu nagen iſt.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>107a ꝛc.;</biblScope> <title>Pulveriſierte K. zur Düngung, ſ. K.-Mehl ꝛc.; Einſt aus unſern K. | wird ein Rächer auferſtehn.</title></bibl> <bibl><author>Platen</author> <biblScope>6, 16,</biblScope> <title>in der gehobnen Rede gewöhnlicher: Gebeine.</title></bibl></sense>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">S. Knöchel <bibl><biblScope>2</biblScope> <title>und Anm.</title></bibl> — Ungw. Verkl. der Mz. Knöcherchen. <bibl><author>Bodenſtedt</author> <biblScope>2, 378,</biblScope> <title>vgl. knöchern</title></bibl> <bibl><biblScope>1.</biblScope></bibl></p>
        </note>
        <p type="compositions">
          <p type="introduction">Zſſtzg. unerſchöpflich, z. B. nach den verſch. Thieren: Affen-, Gänſe-, Hühner-, Hunde-, Kalbs-, Menſchen-, Pferde-, Tauben-K. ꝛc.; ferner nach den verſch. Körpertheilen, wozu ſie gehören, vgl. die von Bein, die aber mit Rückſicht auf die Bed. 2 von Bein in manchen Fällen nicht üblich ſind, z. B. gw. nur: Die Arm-, Hand-, Finger-, Fuß-, Zehen-K., dagegen z. B.: Backen-, Bruſt-, Naſen-Bein oder -Knochen, Jenes mehr in der Sprache der Anat., Dies in der des gw. Lebens, während bei den nach der Geſtalt und ſonſtigen Merkmalen bez. ſowohl in der Anat. als im gw. Leben die Zſſtzg. mit „Bein“ die üblichern ſind, z. B. Apfel-, Kahn-, Kanonen-, Keil-, Pflugſchar-, Schien-B. ꝛc., Ungw.: Von Schien-K. junger Hirſche. V. Ant. 1, 320, und ſo bez. Flügelbein die flügelförmigen Fortſätze des Kopfkeilbeins, während es ganz gw. in einer Beſchreibung des Ausbeinens (Scheibler Kochb. 6) heißt: Man löſt dann vorſichtig die Haut von dem Rücken-K. ab. .. Dann löſt man die Flügel-K. aus ihren Wirbeln, durchſchneidet den Steiß- K. ꝛc. Wir haben hiernach nur noch wenige Zſſtzg. zu erwähnen: Āās-: wie „Aas, Luder“ ꝛc., Schimpfw., nam. für ein gemeines Weibsſtück, — nach Wurm auch burſchik.: eine Tabackspfeife mit Horngeſtell (?). —</p>
          <entry type="sub"><comp>Hāūpt-:</comp> ſ. Zwiſchen-K. G. 29, 192 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Márk-:</comp> Mark enthaltend: Mit in den Kauf gegeben, wie der ſchöne M., den der Fleiſcher, wenn er mit ſeinen Kunden zufrieden iſt, ihnen unentgeltlich in den Korb ſchiebt. Heine Rom. 306. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Rȫhr(en)-:</comp> röhrenförmiger Knochen, auch „Röhrbein“. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Spríng-:</comp> nach Campe = Schiffbein, ſ. Ferſenbein. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Tōdten-:</comp> Todtenbein. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Wírbel-:</comp> Wirbelbein. G. 36, 241. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Zwíſchen-:</comp> der zwiſchen Haupt-K. eingeſchoben iſt: Dem Menſchen wie den Thieren iſt ein Z. in der obern Kinnlade zuzuſchreiben ꝛc. G. 36, 224 ff. — u. ä. m.</entry>
        </p>
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