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      <titleStmt>
        <title>Artikel „Kleid“</title>
        <author ref="https://viaf.org/viaf/61594915/">
          <persName>
            <surname>Sanders</surname>
            <forename>Daniel</forename>
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        </author>
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            <surname>Göttel</surname>
            <forename>Sebastian</forename>
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            <surname>Wiegand</surname>
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          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
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          <orgName role="hostingInstitution" xml:lang="de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW)</orgName>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „Kleid“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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        <form type="lemma">
          <orth expand="Kleid" orig="Klēīd">Klēīd</orth>
          <pc>,</pc>
          <gramGrp><pos norm="noun">n.,</pos><gen norm="neuter"/> –(e)s; –er; –chen, lein, Mz.:</gramGrp>
        </form>
        <sense>–erchen, erlein; -, –er-:</sense>
        <sense n="1)">1) Gewand, die äußerlich ſichtbare, dauernd zum Anzug gehörige — alſo nicht etwa bloß, wie ein „Mantel“ ꝛc. zeitweilig umgenommene — Bedeckung des Rumpfs bis auf die Füße. Solche iſt aus einem Stück bei uns nam. für das weibl. Geſchlecht üblich, bei männl. beſteht ſie gw. aus mehrern Kleidungsſtücken (Rock oder Jacke, Weſte und Hoſe). Daher gilt die Ez. meiſt nur vom weibl. Geſchlecht, während die genannten Kleidungſtücke des männl. meiſt durch die Mz. K–er bezeichnet werden. Doch findet ſich auch hier die Ez., nam. in Bezug auf oriental. Tracht (ſo oft in der Bibel) oder von dem lang herabwallenden Rock überh. und im engern Sinn heißt nam. auch wohl der Frack K. <bibl><author>(Düringer</author> <biblScope>618),</biblScope> <title>während im weitern Sinne K–er auch alle zum vollſtändigen Anzug gehörigen Ggſtde oder Kleidungsſtücke umfaſſt: Johannes hatte ein K. von Kamelshaaren.</title></bibl> <bibl><author>Matth.</author> <biblScope>3, 4;</biblScope></bibl> <bibl><author>Mark.</author> <biblScope>10, 50 ꝛc.;</biblScope> <title>[Der Derwiſch] .. ſteckt es in ſein gefaltet K.</title></bibl> <bibl><author>Chamiſſo</author> <biblScope>3, 314;</biblScope> <title>Der Doktor im langen K–e, der uns vom Katheder herab belehrt.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>39, 112 ꝛc.;</biblScope> <title>Die Dame will ein K. [Zeug zum K.] kaufen, ausnehmen; Der Schneider macht das K., macht K–er für Herren und Damen; Mit alten K–ern handeln; Ein K. an-, ausziehn; Sich in oder mit den K–ern aufs Bett werfen; Er iſt die ganze Zeit nicht aus den K–ern gekommen; Beim Feuerruf eilte ſie in Unterrock und Hemde, ohne K. auf die Straße; Die Dame nahm den Mantel ab und ich bemerkte nun ihr prächtiges K.; Deßwegen wirft der weiſe Bildhauer die</title></bibl> Bekleidung weg und zeigt uns bloß nackende Figuren. .. K–er ſind ihm etwas Zufälliges. . . Ebenſo wie der griechiſche Bildhauer die unnütze und hinderliche Laſt der Gewänder hinwegwirft. <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>1126;</biblScope></bibl> <bibl><author>Jeſ.</author> <biblScope>63, 2;</biblScope> <title>Sprchw.: Das K. macht den Mann, ſein Werth wird oft nach der äußern Erſcheinung abgemeſſen; Einen neuen Lappen auf ein altes K. flicken.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>39, 377;</biblScope></bibl> <bibl><author>Matth.</author> <biblScope>9, 16;</biblScope> <title>Einem zu K–e</title></bibl> <bibl><author>(Hausbl.</author></bibl> — <bibl><biblScope>58</biblScope></bibl> — <bibl><biblScope>2, 450 ꝛc.),</biblScope> <title>ans K.</title></bibl> <bibl><author>(Laube</author>  <title>DW.</title></bibl> <bibl><biblScope>5, 116 ꝛc.)</biblScope> <title>wollen, ihm zu Leibe rücken wollen, vgl.: Nieder-K.; Zu Kittel, an den Kragen gehn; Einem Etwas am Zeug flicken ꝛc.</title></bibl> — Vielfach bildl. und übertr.: Er hat mich angezogen mit K–ern des Heils und mit dem Rock der Gerechtigkeit gekleidet. <bibl><author>Jeſ.</author> <biblScope>61, 10;</biblScope></bibl> <bibl><author>Hiob</author> <biblScope>29, 14;</biblScope> <title>Licht iſt dein [Gottes] K., das du anhaſt.</title></bibl> <bibl><author>Pſ.</author> <biblScope>104, 2;</biblScope> <title>Mit der Tiefe deckteſt du das Erdreich, wie mit einem K–e.</title></bibl> <bibl><biblScope>6;</biblScope> <title>Wer bindet die Waſſer in ein K.?</title></bibl> <bibl><author>Spr.</author> <biblScope>30, 4;</biblScope> <title>Weil ſie ſich in das K. der Einfalt, Frömmigkeit, Demuth . . einhüllten [den Schein der Einfalt ꝛc. annahmen].</title></bibl> <bibl><author>H.</author>  <title>Ph.</title></bibl> <bibl><biblScope>13, 230 ꝛc.</biblScope> <title>In Bezug auf Thiere:</title></bibl> <bibl><author>Hiob</author> <biblScope>41, 4;</biblScope> <title>Dem Pfauen ſich zu brüſten | hat er [Gott] geſtickt das K.</title></bibl> <bibl><author>Rückert</author>  <title>Erb.</title></bibl> <bibl><biblScope>2. 82</biblScope> <title>u. o. (z. B. in Fabeln), ſ. Alters-, Hochzeits-K.; ferner in Bezug auf Pflanzen und die Pflanzendecke der Erde ꝛc. (ſ. Blumen-K.): Die abdorrenden K–er der Bäume.</title></bibl> <bibl><author>Gutzkow</author> <biblScope>3, 73;</biblScope> <title>[Des Lenzes] Veilchen ſticken | der Erde junges K. [vgl. Teppich ꝛc.].</title></bibl> <bibl><author>Platen</author> <biblScope>1, 192 ꝛc.</biblScope> <title>Ferner übertr. aufs geiſtige Gebiet, z. B. von Worten, als Einkleidung der Gedanken ꝛc., von Dem, worin etwas äußerlich zur Erſcheinung kommt: Ihm [Homer] ſtatt ſeines altväteriſchen, aber anſtändigen und ehrwürdigen</title></bibl> Gewandes ein K. nach franzöſiſchem Schnitte anlegen. <bibl><author>B.</author> <biblScope>136a;</biblScope> <title>Wie Gellert ſeine Fabeln abzukürzen ſuchte und Gleim ſchon von vorn her- ein in einem knappern K–e auftrat.</title></bibl> <bibl><author>Danzel</author> <biblScope>414;</biblScope> <title>Worte ſind die K–er der Gedanken, Beiwörter der Beſatz, Worte der eigentliche</title></bibl> Anzug. <bibl><author>Hippel</author>  <title>Leb.</title></bibl> <bibl><biblScope>167 ꝛc.;</biblScope> <title>Weglegt er der Täuſchung Mantel | und der Sinne geſticktes K.</title></bibl> <bibl><author>Platen</author> <biblScope>2, 166 ꝛc.</biblScope></bibl> — Ferner beſ. Anwendungen (ſ. 1), z. B.:</sense>
        <sense n="2)">2) die Hülſe des Getreides. <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> <bibl><author>Kön.</author> <biblScope>4, 42.</biblScope></bibl> — Auch die den Samen oder die Blumen des Farnkrauts bedeckende dünne Haut, <bibl><biblScope>Indusium.</biblScope></bibl> — 3) die den Fötus umhüllende Haut, ſ. Schaf-, Glückshaut ꝛc. — 4) Schiff.: z. B. <sense n="a)">a) K. eines Segels, die einzelnen Streifen Segeltuchs, woraus es zuſammengeſetzt iſt. —</sense><sense n="b)">b) K., Bekleidung eines Taus, Alles, womit ein Tau umwickelt iſt, um das Durchſcheuern zu verhindern. —</sense><sense n="c)">c) K. der Pumpe, eine Wuhling oder Bekleidung von Tauen um die Pumpenröhren, ihr Berſten zu verhindern. —</sense><sense n="d)">d) K. einer Laterne, das ſie umgebende Gitterwerk und noch häufiger die (bei Tage) über dieſes gezogene Tuchkappe.</sense></sense>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">Mhd. <bibl><biblScope>kleit,</biblScope> <title>unſichrer Abſtammung. Ob vielleicht zunächſt das „angelegte“ Kleid, mhd.</title></bibl> <bibl><biblScope>anelege,</biblScope> <title>etwa zſgzgn aus</title></bibl> <bibl><biblScope>gelegede</biblScope> <title>wie „Getreide“ aus</title></bibl> <bibl><biblScope>getregede</biblScope> <title>?</title></bibl></p>
        </note>
        <p type="compositions">
          <p type="introduction">Zſſtzg. unerſchöpfl., z. B. nach dem Stoff: Atlas-, Barége-, Damaſt-, Kambrik-, Kattun-, Purpur-, Sammt-, Seiden-, Taft-, Tuch-, Tüll-, Wollen-K. ꝛc., oder nach der Zeit, wofür die Tracht beſtimmt iſt, z. B.: Alltags-, Sonntags-, Feſt(tags)-, Werkel(tags)-, Feier-K.; Frühlings-, Herbſt-, Sommer-, Winter-, Morgen- oder Früh- (G. 15, 85), Nacht-K. ꝛc., ferner nach dem damit Bekleideten, zumal bei Perſ., inſofern die Tracht den Stand ꝛc. bezeichnet; nach der Gelegenheit, wobei es angezogen wird und nach mannigfachen andern Umſtänden, z. B. (vgl. die von Rock ꝛc.) leicht zu mehren und zu verſtehen nach den folgenden: Álters-: von Thieren ꝛc., die ihr Kleid, ihre Hülle mit dem Alter ändern: Der letztere Vogel iſt im Jugend- und A–e auf dem Gotthard gefangen worden. Tſchudi Th. 101 ꝛc. —</p>
          <entry type="sub"><comp>Āūßen-:</comp> das“ außen ſichtbare: Die A–er werden gemeiniglich von beſſerm Zeuge gemacht als das Futter. Olearius Baumg. 68a. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Bāde-:</comp> Luther 5, 280a. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Báll-:</comp> In flatternden B–ern. Gutzkow R. 4, 335. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Bāūer-:</comp> G. 21, 286 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Bēīn-:</comp> Hoſe (ſ. d.) und wie Dies oft in der Mz.: Ein Paar B–er = ein B.; Seine B–er waren weite Pumphoſen. Klinger F. 39; G. 16, 232 ꝛc., vgl. Nieder-, Unter-K. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Bérg-:</comp> Bergmanns-K., ſ. Gruben-K.: Laſſen ihn[en] B–er anſchneiden und rüſten ſich wie Schieferhäuer. Mattheſius Luth. 207aꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Blūmen-:</comp> Schon ruft der Lenz die Sonne, | bald weben ſie ein B. Chamiſſo 6, 244; Matthiſſon 13; Schmidt- Phiſeldeck 6 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Brāten-:</comp> Kleid, das man an Feſttagen — wo es gw. einen Braten giebt — trägt: Hat der rückſichtsloſe, muthwillige Genius, der das B. nicht tragen mag, die bequeme Jacke des Harlekin angezogen. Müllner 5, 184 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Brāūt-:</comp> Hochzeits-K. (ſ. d. u. Braut, Anm. 2): Die Mädchen hatten ihr .. | das weiße B. probend angelegt. Kinkel 460; übertr.: Nun da die Mauſe vorbei, wie ſtrahlen die Vögel im B.!; Da die Erd’ ihr B. machet [im Lenz]. L. 5, 182; Die Sterne webten und ſtickten ihr B. IP. 22, 244; 23, 127 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Brúſt-:</comp> Wams, Mieder. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Bügel-:</comp> Reif-K. oder -Rock, durch darin befindliche Bügel oder Reifen weit vom Leibe abſtehend. Klencke Parn. 2, 12. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Bürger-:</comp> Sei es im B. | ſei’s im blitzenden Waffenſchmuck. Kinkel 96; Opitz 2, 264 ꝛc. — Chōr-. — Dāmen-. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Dāūnen-:</comp> Flaumen-K. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Dêgen-:</comp> Gala-K. für Kavaliere. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Dócken-:</comp> Puppen-K. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Ehren-:</comp> Feier-K. Opitz 1, 18; übertr.: Feile Dirne! Schande deines Vaters! ewiger ſchändender Flecken in dem E., das er eben in dieſem Augenblicke angezogen hat. G. 10, 205; Man ſchneidet mit dem großen Meſſer | dem Nächſten in ſein E. Günther 940, ſ. Ehre abſchneiden. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Fálten-:</comp> fal- 117 tiges, bauſchiges. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Fêder-:</comp> aus Federn beſtehend: Der Vögel F.; Papageno im F. ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Flāūm(en)-:</comp> Die Küchlein im warmen F. ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Flūgel-:</comp> ein leichtes mit Flügeln verſehnes, Einen emporhebendes Gewand, z. B. der Engel ꝛc.: Leichte Wolken heben mich [die ſterbende Jungfrau] | der ſchwere Panzer wird zum F–e. Sch. 486b; In leichteſten F–ern. IP. 36, 89 ꝛc.; nam. ein früher für Kinder in den erſten Lebensjahren, zumal für Mädchen übliche Tracht mit zwei vom Rücken herabhängenden flügelähnlichen Streifen: Schon im F–e frein. Günther 439; Hagedorn 3, 132; Möſer Ph. 1, 28; Zachariä 1, 97 ꝛc., vgl.: Im fliegenden Kleide. Mahlmann 49 ꝛc. — Frāūen-. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Frīēdens-:</comp> z. B. im Ggſtz. der kriegeriſchen Rüſtung: lIhr] zwangt mir ſtatt der weichen F–er | die alten Glieder in unglimpflich Erz. Schlegel Sh. 6, 153. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Gála-:</comp> Kleid für Galatage bei Hof. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Gáſt-:</comp> das man bei Gaſtgeboten anlegt ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Grūben-:</comp> Berg-K. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Hāūs-:</comp> wie man es im Hauſe trägt. V. Hor. 2, 112. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Hérren-:</comp> wie es Herren (ſowohl im Ggſtz. der Knechte als der Damen) tragen. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Hérrſcher-:</comp> Den Schneemantel ..| Das iſt des Winters H. Chamiſſo 6, 244. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Hóchzeits-:</comp> Braut-K. (ſ. d.), nam. auch von Thieren das Kleid, das ſie nach der Mauſe bekommen: Beſonders im H–e von großer Schönheit zeigt ſich das Finkenmännchen ꝛc. Tſchudi Th. 89; Man bemerkt nam. bei der Bachforelle ein eigenthümliches lebhafteres H., wie bei den Vögeln. 165 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Hōf-:</comp> wie es bei Hof getragen wird. G. 31, 221 ꝛc. — Jāgd-, Jǟger-. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Jūgend-:</comp> Voll goldner Ähren, | die ſchlank gewallt im grünen J. Grün Gd. 208, ſ. Alter- u. Flügel-K. — Kābel- [4b]. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Kánten-:</comp> Spitzen-K., mit Kantenbeſatz. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Kêhr-:</comp> Schlepp-K. — Kínder-. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Klāge-:</comp> ſ. Trauer-K., z. B. Schweinichen 1, 61 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Kónigs-:</comp> Laß mir deine K–er hie | und die Krone nur nimm mit von hinnen. Rückert M. 1, 240. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Krīēgs-:</comp> (ſ. Ggſtz. Friedens-K.) Montur, Rüſtung ꝛc. V. Th. 14, 65. — Latérnen- [4d]. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Lēīd-:</comp> ſ. Trauer-K., z. B. 2. Sam. 14, 2; Ayrer 419a ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Lúmpen-:</comp> lumpiges Kleid ꝛc.: Sein L. ſtrotzt nicht von Flittergold. Lichtwer 78. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Mánns-:</comp> gewöhnl. im Gegenſatz zu Frauen-K.; ſelten z. B. im Gegenſatz des Ornats ein Kleid gewöhnlicher Männer oder Laien: Ein Kapuciner in M–ern! Pfeffel P. 2, 13. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Mántel-:</comp> mantelartiges Kleid: Die ſpaniſchen M–er. G. 20, 220. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Másken-:</comp> das man L auf Maskeraden umnimmt, eigentlich und übertragen. G. 30, 20. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Matrōſen-:</comp> Kleid eines Matroſen und ein derartiges für Knaben, z. B.: Noch im M–e [in den Knabenjahren]. Sch. 245b. — Mönchs-. — Nárren-. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Nêbel-:</comp> umhüllender Nebel: Der ſanfte Dichter ſiehet | dich [Unſchuld] im N–e ziehn. G. 1, 44; Schon ſtand im N. die Eiche, | ein aufgethürmter Rieſe da. 55 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Nīēder-:</comp> Unter-K., z. B. = Bein-K. 2. Moſ. 28, 42; 39, 28; Heſ. 44, 18; H. Cid 68 ꝛc., vgl. „Niederwad“. 3. Moſ. 6, 10; 16, 4, aber auch ein unterm Ober-K. getragnes, von dieſem bedecktes Kleid: Ihr möchtet uns gar zu gerne | an Hemd und N. Freiligrath Garb. 87, vgl.: Zu Kleide wollen ꝛc., — in beiden Bed. der Ggſtz. Ober-K. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Öber-:</comp> ſ. den Ggſtz. Nieder-, Unter-K. und vgl. Über-K. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Pílger-:</comp> G. 4, 289. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Prácht-:</comp> prächtiges. — Prīēſter-. — Púmpen- [4c]. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Rēīf-:</comp> Bügel-K. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Rēīſe-:</comp> wie man’s auf der Reiſe trägt. — Rēīt-. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Rítter-:</comp> Sie erſchienen nicht in Ritter-, ſondern in Hauskleidern. H. Ph. 13, 271 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Schāfs-:</comp> nam. ſprchw.: Wolf in Sch–ern. Matth. 7, 15; Forſter Br. 1, 286 ꝛc. — Schánz- [4]: die Be- oder Umkleidung der Regelingen (ſ. d.), theils von Tuch, theils von Holz. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Schlépp-:</comp> mit einer Schleppe (ſ. d.). —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Schnǖr-:</comp> zum Zuſchnüren. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Schúppen-:</comp> Der Fiſche Sch. ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Schwānen-:</comp> ein weißes; z. B. = Segel. Chamiſſo 6, 278. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Spítzen-:</comp> Kanten-K. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Stāāts-:</comp> zum höchſten Staat, — Gala-K. ꝛc. — Stérbe-, Tōdten-: wie es den Todten angezogen wird. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Trāūer-:</comp> wie es Trauernde, Leidtragende gw. tragen, mundartl. Klage-, Leid-K. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Tréſſen-:</comp> mit Treſſen beſetzt. G. 21, 42. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Trȫdel-:</comp> wie es aus dem Trödelkram kommt: Ein alberner Geck, der den Bauer unter dem T. eines Städters verbergen will. Pfeffel Pr. 1, 20. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Ǖber-:</comp> ein über andre Kleidungsſtücke gezognes Kleid. Einige unterſcheiden dabei Ü. und Ober-K. ſo, daß man ohne dies nicht vollſtändig angezogen iſt, jenes aber über den vollſtändigen Anzug genommen wird als Schutz gegen die Kälte, zur Schonung des Anzugs ꝛc. (ebenſo Uber- und Oberrock), z. B.: Wir putzen den Putz an :. ziehen ein Ü. über das U. JP. 1, 131, doch wird der Unterſch. nicht durchgängig beobachtet, z. B.: Ein Weſtchen von Ermiſin und ein U. von demſelben. G. 28, 181; Der Prinz.. | reicht ihr [der aus dem Grabe entſtiegenen „halb Nackenden“] ſtracks ſein eignes Ü. W. 11, 89 ꝛc. Ausgedehnt auch auf die Hülle und Decke von Pflanzen und Thieren, z. B. von der Roſe: Dein Purpur .. | im grünen Ü–e. G. 1, 152; In Darſtellung des mannigfaltigſten thieriſchen Ü–es, der Borſten, der Haare, der Federn ꝛc. 22, 221. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Unter-:</comp> Nieder-K.: <sense n="1)">1) das von einem obern Gewande bedeckte Kleid: Auch hatte die Mutter .. unter dem blauen Mantel ein röthliches zart gefärbtes Ü. <bibl><author>G.</author> <biblScope>18, 4;</biblScope></bibl> <bibl><author>Lenau</author>  <title>Sav.</title></bibl> <bibl><biblScope>252;</biblScope> <title>Dieſe durchrippten U–er.</title></bibl> <bibl><author>König</author>  <title>Mar.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 72 =</biblScope> <title>Unterkleidung.</title></bibl> <bibl><biblScope>39,</biblScope> <title>Krinoline.</title></bibl> — 2) Bein-K.: Officiers .., der eine rothe Uniform und weiße U–er anhatte. <bibl><author>G.</author> <biblScope>17, 62;</biblScope></bibl> <bibl><author>Holtei</author>  <title>Jahrh.</title></bibl> <bibl><biblScope>89 ꝛc.</biblScope></bibl> — <comp>Úr-:</comp> dem urſprünglichen Naturzuſtand entſprechend: Die U–er von fleiſchfarbigem Trikot. <bibl><author>Heine</author>  <title>Reiſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 178.</biblScope></bibl> — <comp>Ver-:</comp> (ugw.) Verkleidung: Mancher ... trotz ihrem ſchüchternen V–e <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>die Brüder Medici erkannt.</title></bibl> <bibl><author>Lenau</author>  <title>Sav.</title></bibl> <bibl><biblScope>127.</biblScope></bibl></sense></entry>
        </p>
      </entry>
    </body>
  </text>
</TEI>
