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        <title>Artikel „Jacke“</title>
        <author ref="https://viaf.org/viaf/61594915/">
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            <surname>Sanders</surname>
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            <surname>Göttel</surname>
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            <surname>Wiegand</surname>
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          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „Jacke“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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        <form type="lemma">
          <orth expand="Jacke" orig="Jácke">Jácke</orth>
          <pc>,</pc>
          <gramGrp><pos norm="noun">f.;</pos><gen norm="feminine"/> –n; Jäckchen, –lein; –n-, Jack-:</gramGrp>
        </form>
        <sense>ein den Oberleib, gewöhnlich bis zur Taille, bedeckendes Kleidungsſtück, ohne oder doch nur mit kurzem Schoß (ſ. Schoß-J.), für Männer, Frauen und Kinder, verſchieden nach Zeit und Ort einerſeits, andrerſeits nach dem Stande ꝛc. des Tragenden, ſ. Zſſtzg.: Feſtlich prangte der Greis in geſtreifter kalmankener J. <bibl><author>V.</author> <biblScope>2, 146;</biblScope> <title>So ſchmutzig wie er da in ſeiner J. ſteht.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>12, 18;</biblScope> <title>Kettenhunde, die einen armen Teufel anbellen, der in kurzer J. vor- übergeht (ſ. Kurz-J.).</title></bibl> <bibl><author>Börne</author> <biblScope>2, 489;</biblScope> <title>Das graue Jäckchen und die beſcheidene Miene, mit denen du [Clavigo] nach Madrid kamſt.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>9, 290;</biblScope> <title>Ein Knabe, der eine Friſierſchürze umgegürtet und ein weißes Jäckchen anhatte.</title></bibl> <bibl><biblScope>16, 102;</biblScope> <title>Seine J. . . das</title></bibl> Kittelchen. <bibl><biblScope>19, 15;</biblScope> <title>[Narren], an Schellenkapp’ und J. [ſ. Narren-J.] ſich nicht ähnlich.</title></bibl> <bibl><biblScope>8, 296;</biblScope> <title>So wollte ich [ein Officier] doch, daß ich dieſe J. los wäre.</title></bibl> <bibl><biblScope>23, 130;</biblScope> <title>Nahmen mich bei der J. [vgl. beim Kragen] und zogen mich mit.</title></bibl> <bibl><biblScope>29, 46;</biblScope> <title>Der friſche, militäriſche Geiſt, welcher in Keinem zu erſticken iſt, der einmal die bunte J. getragen [dem Soldatenſtande angehört] hat.</title></bibl> <bibl><author>Kinkel</author>  <title>E.</title></bibl> <bibl><biblScope>435;</biblScope> <title>Bunte J., auch</title></bibl> <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>Narren-J.: Das bunte Jäckchen und den Namen abgeſchafft, aber den Narren behalten.</title></bibl> <bibl><author>L.</author> <biblScope>7, 80.</biblScope></bibl> — Zuw. wird, nam. in Zſſtzg. (ſ. Bunt-J.) die Perſ. durch das Kleidungsſtück bez., vgl. die Umdeutung: Arme J–n ſtatt <bibl><biblScope>Armagnacs,</biblScope> <title>Name der franz. Truppen, die nach der Schlacht bei St. Jakob (1443) plündernd und mordbrennend in Deutſchland umherzogen.</title></bibl> — In der Volksſpr.: Einem die J. voll ſchlagen, voll lügen, ihn gehörig durchprügeln, belügen ꝛc.; Sich die J. voll ſchlagen ꝛc., den Bauch mit Eſſen gehörig füllen; Einem Etwas in die J. werfen, ihm ein Geſchenk geben; Einem einen Schuft ꝛc. in die Jacke werfen, ihn Schuft ſchimpfen ꝛc.; Na, das iſt ſchon ’ne alte J. [Geſchichte]. <bibl><author>Wilkomm</author>  <title>Sag.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 281;</biblScope> <title>Das iſt eine alte J., wenn’s geflickt iſt ꝛc.</title></bibl> — Zuw. auch von einer ähnlichen Bekleidung bei Thieren, ſ. Affen-J. und jacken, Jackenhunde: Wenn die Jacken recht dichte gemacht ſind, ſo bewahren ſelbige die Hunde vor den Schlägen der Schweine ſehr. <bibl><author>Döbel</author> <biblScope>2, 78.</biblScope></bibl></sense>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">Vgl. franz. <bibl><biblScope>jaque, jaquette,</biblScope> <title>mhd.</title></bibl> <bibl><biblScope>schacke, schecke,</biblScope> <title>urſpr. ein Waffenkleid; Panzer, ſ.</title></bibl> <bibl><author>Schm.</author> <biblScope>3, 318 ff.</biblScope></bibl> — S. <bibl><author>Frommann</author> <biblScope>2, 77; 422; 4, 130; 394, u.</biblScope></bibl> Janken, Janker bei <bibl><author>Schm.</author>  <title>u.</title></bibl> <bibl><author>Stalder;</author>  <title>ſ. ferner Jobbe, Jope, Wams, Leibchen, Kamiſol, Mieder, Schaube ꝛc.</title></bibl></p>
        </note>
        <p type="compositions">
          <p type="introduction">Zſſtzg. vielfach, theils nach dem Stoff, theils nach Denen, die derartige Kleidungsſtücke — zumal von einem beſondern Schnitt ꝛc. — zu tragen pflegen ꝛc. Jnſofern die Zſſtzg. eine männl. Perſon nach ihrer Tracht bez., gilt auch Jack als m. (ſ. Bunt-J.), ungewöhnl. aber iſt dieſer Gebrauch des m. ſonſt, ſ. Nacht-J. — Leicht zu mehren nach den folgenden, vgl. die von Rock, Kleid ꝛc.: Affen-: wie ſie den Affen angezogen zu werden pflegt, perächtlich wie Harlekins-J. ꝛc. —</p>
          <entry type="sub"><comp>Ärmel-:</comp> mit Ärmeln. Benedir 6, 10. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Ármſünder-:</comp> Zweifarbige A. Arndt Ber. Xl. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Bāūer-:</comp> „Das iſt die Uniform der Freiheit.“ Da iſt mir meine weite B. doch lieber. G. 10122. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Búnt-:</comp> m. (ſ. o.), ein mit bunter Jacke Bekleideter, nam. Harlekin ꝛc.: Ich bin kein Buntjack im Gehirn. V. Sh. 2, 291. — Ahnl.: Der Grün-, Roth-J. ꝛc., vgl. die Zſſtzg. von Rock. — Frāūen-. — Hánswurſt-, Harlekīns-: Kohl A. 1, 216 ꝛc. — Húnde-. — Huſāren-. — Jágd-, Jǟger-. — Kínder-. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Kúrz-:</comp> vgl. Buntjack, Bez. der Armen, des gemeinen Volks: Lieb- äugelte herablaſſend mit den K–n. Heine Lut. 2, 224; 43 ꝛc. — Mǟdchen-. — Matrōſen-. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Nácht-:</comp> die man des Nachts im Bett und als Negligée trägt; ungewöhnl. m.: Im blaugeſtreiften Nachtjack. G. Keſtner 64. — Nárren-. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Ober-:</comp> die über den andern Kleidern getragen wird, Über-J., im Ggſtz. zur Unter- oder Nacht-J. ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Pélz-:</comp> mit Pelz gefüttert. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Póſſen-:</comp> Narren-J. G. 22, 58. — Rēīſe-. — Rēīt-. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Rúnd-:</comp> Rothe Rundjäckchen mit ganz kleinen Schößchen. Grube Geogr. 3, 297. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Schōß-:</comp> mit Schößen: Eine offne hochrothe Sch. über die grüne oder blaue Weſte. Devrient 1, 197; ALewald 1, 25 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Schúb(be)-:</comp> m. (vgl. Buntjack), verächtl. Bez. ſchäbiger, erbärmlicher, armſeliger Wichte, vgl. Schuft und Schub: Dem Schubjacken. Goltz 2, 425; Ihr Schubjacken, aber ich werd’ Euren Oberſten ſchon — — Immermann M. 4, 13; So’n Schubjack. HvKleiſt Kr. 12; Der Schubiack! L. 12; 530; Ein ſchmutziger, grobwollſtrümpfiger Schubbejack. V. Sh. 3, 198a; Scherr Gr. 1, 155 ꝛc. Dazu: Schubjackiger Wuſt. V. Ar. 1, 233. In den holſtein. Marſchgegenden auch ein Pfahl, woran ſich das Vieh reibt (oder ſchuppt), woraus ſich auch die Bezeichnung für den Menſchen erklärt, — nach Adelung jedoch zunächſt der durch Schuppen mit der Jacke ſich als vom Ungeziefer geplagt bekundende Bettler ꝛc. Die niederd. Mz. auch: Schubjacks, vgl. auch: Schubbert. Frommann 4, 129 ꝛc. — Soldāten-. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Stāāts-:</comp> zum Staat oder Putz getragen. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Stáll-:</comp> wie ſie im Stall getragen wird. Hackländer SGſch. 3, 12. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Thêêr-:</comp> Matroſen-J. und — Matroſe: Dir konnte der Schwarze Nichts anhaben, du warſt innen und außen eine Th. Höfer Leb. 65. — Tūch-. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Túrn-:</comp> aus Leinwand, wie ſie die Turner tragen. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Úber-:</comp> Ober-J.: In ſeiner wollenen geſtrickten Ü. Gutzkow R. 8, 173. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Zwáng(s)-:</comp> mit ſehr langen Armeln, die, nachdem die Arme gekreuzt ſind, aufdem Rücken zuſammengebunden werden, ſo daß dann der ſie Anhabende die Hände nicht rühren kann, oft bei tobſüchtigen Geiſteskranken angewandt, dann auch übertr.: Einem die Z. anlegen ꝛc.</entry>
        </p>
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