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        <title>Artikel „impfen“</title>
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            <surname>Sanders</surname>
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            <surname>Göttel</surname>
            <forename>Sebastian</forename>
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            <surname>Wiegand</surname>
            <forename>Frank</forename>
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          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „impfen“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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        <form type="lemma">
          <orth expand="impfen" orig="Impfen">Impfen</orth>
          <pc>,</pc>
          <gramGrp><pos norm="verb">tr.:</pos><subc norm="transitive"/></gramGrp>
        </form>
        <sense>1) Gärtn.: ein abgeſchnittnes Reis in die Rinde einer andern Pflanze einfügen, damit es, mit dieſer zuſammenwachſend, ihr ſeine Natur mittheile, vgl. okulieren (äugeln), pelzen, pfropfen, ſchwzr. zweigen ꝛc. Als Obj. erſcheint dabei ſowohl die Pflanze, die in die Rinde gefügt wird, als auch metonym die, worauf dieſe gepfropft wird, und oft bleibt auch jedes Obj. weg: Kirſchen auf wilde Stämme i., — die wilden Stämme i. und echt machen (veredeln); Ge- impft auf den Erdbeerbaum wird der Säugling der Wallnuß. <bibl><author>V.</author>  <title>Georg.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 69;</biblScope> <title>Ich impfe, kappe, raupe ſpät und früh.</title></bibl> <bibl><author>Ramler</author>  <title>F.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 473;</biblScope> <title>In den Spalt, in die Rinde, in den Kerb i. ꝛc.</title></bibl> — 2) (ſ. 1) übertr.: <sense n="a)">a) allgm., z. B. gw. mit Präpoſ.: Die Keime der Tugend, des Laſters, die Tugend, das Gift des Haſſes, den Haß in das Herz des Kindes i., pflanzen, einprägen, ein-i.; [Jean Paul] pfropfte dies fremdartige Reis auf ſeine ganze empfindſame Seele und auf das gepfropfte impfte er wieder ſeine Theorie. <bibl><author>Gervinus</author>  <title>Lit.</title></bibl> <bibl><biblScope>5, 228;</biblScope> <title>Dann kann er eine Fabrik auf die andre i.</title></bibl> <bibl><author>Möſer</author>  <title>Ph.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 127;</biblScope> <title>Tugend auf Stolz geimpfet, giebt zwar ſchöne Früchte, aber Andre genießen ſie nicht gern.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 72;</biblScope> <title>In dem [gw. „den“] .. die Keime aller Laſter ſo geimpft ſind.</title></bibl> <bibl><author>Tieck</author>  <title>Makb.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 3 ꝛc.,</biblScope> <title>ſeltner mit Dat.: Könnte Verſtand man [ein-] i. den Sterblichen.</title></bibl> <bibl><author>Jacobs</author></bibl> <bibl><author>(Koner</author> <biblScope>777);</biblScope> <title>Gräßlich, wie man die verkreuzte diplomatiſche Jntrigue dem einfachen Sinn des Volks [ein-] geimpft hat.</title></bibl> <bibl><author>Auerbach</author>  <title>Leb.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 248.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="b)">b) Arzn.: Einem Kind ꝛc. die Blattern, die Pocken i., ein-i., metonym: Das Kind i. <bibl><author>(G.</author> <biblScope>20, 39 ꝛc.),</biblScope> <title>den Krankheitsſtoff durch eine Hautwunde in den Körper desſelben einpflanzen und ſo die Kindesblattern erregen, zum Schutz gegen die bösartigen Blattern. Ahnlich auch in Bezug auf manche andre Krankheiten. Die Jmpfungen.</title></bibl></sense></sense>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">Aus gr. ἔμφντoν (das Eingepflanzte), mlat. <bibl><biblScope>empotus</biblScope> <title>(Pfropfreis), niederd. „poten“, ahd.</title></bibl> <bibl><biblScope>impitón, imphón,</biblScope> <title>mhd.</title></bibl> <bibl><biblScope>imp(t)eten ꝛc.</biblScope></bibl></p>
        </note>
        <p type="compositions">
          <p type="introduction">Zſſtzg. (vgl. die von Pfropfen), z.B.: Áb- [2b]: Einem Kinde die Pocken a. und ſie auf ein andres über-i. [impfend übertragen ꝛc.] —</p>
          <entry type="sub"><comp>An-:</comp> ein-i., doch ſo, daß das Geimpfte mehr auf der Oberfläche bleibt, nicht tief eindringt: Wenn ihm Franzoſen und Jtaliäner das Schnörkelweſen angeimpft [2a] haben, ſo werden die Alten Das ſchon abſchuppen, ehe ein Jahr vergangen. Voigts H. 113. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Āūf-:</comp> Dem Wildling ein edles Reis a. [1] ꝛc. — Eīn- [1 und 2]: impfend einpflanzeu, z. B.: Dem Kinde die Blattern, einem Baum ein Reis e.; Mir war jedoch durch dieſe hämiſchen Worte eine Art von ſittlicher Krankheit eingeimpft. G. 20, 80; Ein reichhaltiger Gedanke, er ſei nun aus uns ſelbſt entſprungen oder von Andern mitgetheilt und eingeimpft. 24, 72; Mich [die Brahmanin] nun haſt du ihrem [der Verbrecherin] Körper | eingeimpft auf ewige Tage. 1, 203 = einverleibt; Die großen Hinderniſſe, welche der Einimpfung der Blattern anfangs entgegenſtanden. 18, 339; Ihnen peinigende Zweifel .. e. Klinger F. 45; Jmpft gute Sprößlein ein. Opitz 1, 125; Dieſe unvermeidliche [ſittliche] Seuche durch Einimpfung unſchädlich zu machen. Sch. 753b; Tugend kann ſich unſerm alten Stamm ſo nicht e., daß wir nicht den Geſchmack von ihm behielten. Schlegel Haml. 3, 1; Wenn dieſe Familie ihren Stammbaum auch bis .. hinaufführte, ſie könnte ſehr zufrieden ſein, eine Perſon wie Fräulein von H. in denſelben eingeimpft zu ſehen. W. 19, 351 ꝛc. — Nāch-, Wīēder-: nam. [2b] ſchon Geimpfte nachträglich, — aufs Neue impfen: Manche verwerfen die Wiederimpfung [Revaccination]. — Ver- [2b]: Ich bitte aufs Neue um Lymphe, da ich die empfangne bereits verimpft [impfend verbraucht] habe u. ä. m.</entry>
        </p>
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