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        <title>Artikel „hungern“</title>
        <author ref="https://viaf.org/viaf/61594915/">
          <persName>
            <surname>Sanders</surname>
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            <surname>Göttel</surname>
            <forename>Sebastian</forename>
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            <surname>Wiegand</surname>
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          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „hungern“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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        <form type="lemma">
          <orth expand="hungern" orig="Húngern">Húngern</orth>
          <pc>:</pc>
          <gramGrp>1) <pos norm="verb">tr.:</pos><subc norm="transitive"/></gramGrp>
        </form>
        <sense>Einen h. (ſelten, mundartl.), in ihm das Gefühl des Hungers erregen, ſ. <bibl><author>Schm.</author>  <title>und z. B.: In</title></bibl> <bibl><biblScope>60</biblScope> <title>Tagen werden ſie feiſt, und ſonderlich, ſo man ſie drei Tag vorhin hüngeret, eh man ſie auf die Möſt [Maſt] legt.</title></bibl> <bibl><author>Eppendorf</author> <biblScope>85 ꝛc.</biblScope> <title>(vgl. dürſten und durſten ꝛc.). Auch paſſiv: Mein Falk iſt ſcharf gehungert und ganz leer.</title></bibl> <bibl><author>V.</author>  <title>Sh.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 411 ꝛc.,</biblScope> <title>ſ. aus-h. ꝛc.</title></bibl> — Dazu auch: 2) unperſ.: Es hungert mich, es, d. h. ein Unbekanntes, nur aus ſeinen Wirkungen zu Erkennendes, erregt in mir die Empfindung des Hungerns <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>ich habe Hunger, ſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>3</biblScope> <title>und</title></bibl> <bibl><author>Herrig</author> <biblScope>18, 107 ff.,</biblScope> <title>nam.</title></bibl> <bibl><biblScope>125</biblScope> <title>über den Wegfall des ,es“ im Ausſageſatz bei voranſtehendem perſönl. Accuſ. oder eines Adv., oder im Frageſatz und in abhängigen Sätzen: Mich hungert; Hungert dich?; Hungert deinem Feind, ſo ſpeiſe ihn.</title></bibl> <bibl><author>Bibel;</author>  <title>Da ihn hungerte. ebd.; Selig ſind, die da hungert und dürſtet nach der Gerechtigkeit. ebd.; Schon hungert ihn nach dem Vermögen Anderer, welches er als ſeine Beute anſieht.</title></bibl> <bibl><author>Rabner</author> <biblScope>4, 366;</biblScope> <title>Was brauchte wohl ein Menſch, den ſo ſehr nach Wundern hungert, mehr als dieſen Wahn?</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>18, 99;</biblScope> <title>Mich hungerte wie ſechshundert Wölfe.</title></bibl> <bibl><biblScope>27, 149 ꝛc.</biblScope></bibl> — 3) <bibl><biblScope>intr.</biblScope> <title>(haben): Hunger haben (ſ. 2): H. wie ein Wolf, wie ein Bär</title></bibl> <bibl><author>(vHorn</author>  <title>Schmj. 23); Wenn man ſatt iſt, ſoll man gleichwohl denken, daß man wieder h. kann.</title></bibl> <bibl><author>Bibel;</author>  <title>Er ließ dich h. ebd.; Jſt Freiheit das unerſetzliche Nahrungsmittel der Völker, welches Volk hat mehr daran gehungert [gedarbt] als das griechiſche?</title></bibl> <bibl><author>Börne</author> <biblScope>3, 152;</biblScope> <title>Innerlich hungert er löwengleich nach Menſchenfleiſch.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>30, 437;</biblScope> <title>Ich hungere ſchon lange nach einem Augenblick Umgang mit Euch.</title></bibl> <bibl><author>JvMüller</author> <biblScope>13, 151;</biblScope> <title>Herrſchſucht hungert</title></bibl> beim Raube derganzen Natur. <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>172b;</biblScope> <title>Es harren Viele daraufund ich hungere darnach.</title></bibl> <bibl><author>Zelter</author> <biblScope>1, 221ꝛc.</biblScope> <title>Auch im Infin. als ſächl. Hw.</title></bibl> <bibl><author>Phil.</author> <biblScope>4, 12,</biblScope> <title>im Partic. als Ew.: Abends findet er zu Hauſe | die Seinen h–der als geſtern.</title></bibl> <bibl><author>Rückert</author>  <title>Morg.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 104,</biblScope> <title>und: Die Hung-</title></bibl> rer. <bibl><author>Freiligrath</author>  <title>H.</title></bibl> <bibl><biblScope>111;</biblScope> <title>Lungerer und Hungerer.</title></bibl> <bibl><author>Muſäus</author>  <title>M.</title></bibl> <bibl><biblScope>5, 109;</biblScope></bibl> <bibl><author>Jahn</author>  <title>M.</title></bibl> <bibl><biblScope>3 ꝛc.</biblScope></bibl> — <sense n="a)">a) Gärb.: Die Leder haben in der Grube gehungert, nicht Lohe genug, nicht den gehörigen Satz bekommen. — 4) <bibl><biblScope>refl.,</biblScope> <title>mit Angabe der Wirkung: Ich verderbe mir den Magen und hungere mich wieder geſund.</title></bibl> <bibl><author>Forſter</author> <biblScope>1, 164;</biblScope> <title>Sich todt h. ꝛc.</title></bibl></sense></sense>
        <p type="compositions">
          <p type="introduction">Zſſtzg. z. B.: Áb-, tr. und rel.: durch Hunger abmagern ꝛc.: Hungre dich zum Schatten ab. Prutz Woch. 17; Die unbequeme Speckhaut a. [weg-h., durch Hungern fortbringen]. Zelter 3, 476, namentl. oft: Abgehungert, z. B. Dingelſtedt 65; Forſter R. 1, 32 ꝛc. = abgemagert, mager und ſo übertr.: Die abgehungerte [magre, dürftige] Phraſe. Zelter 6, 26. — Aūs- (aushüngern Fiſchart B. 8a; Ryff Th. 11 ꝛc.), tr., refl.: durch Hungern vollſtändige Leere und die Wirkungen. derſelben erregen, z. B.: Einen a.; Wer ſich den Magen überladen, muß ſich a. [durch Hungern kurieren]; Eine Stadt, Feſtung a., ſie belagernd durch Hunger zur Übergabe zwingen, und danach auch von einem Kartenſpiel, dem ſogenannten „A.“: Einen a., ihm alle ſeine Karten abnehmen, womit das Spiel beendet iſt (vgl. ſchwzr. Aushüngeln); Die hungrigen Seelen a. Jeſ. 32, 6, ihnen alle geiſtige Nahrung vorenthalten; Seine ausgehungerten Gedärme zu erquicken. G. 22, 335; Beide Armeen ziehen ſich in das ausgehungerte Heſſen. Sch. 993b; Den Hengſt .. ſoll man mäſten, die Stute .. a. [vor der Begattung]. V. Ge. 177. —</p>
          <entry type="sub"><comp>Be-:</comp> veralt. ſtatt aus-h., z. B.: Eine Stadt b. Franck Chr. 52b; Je mehr dem Geizigen trägt ſein Vermögen ein, | je mehr muß er beſcharrt und wohl behungert ſein. Rachel 8, 472. — Entgêgen-, intr.: hungernd ſich einem Gegenſtande entgegenſehnen ꝛc.: Während ihr .. der Unſterblichkeit entgegenhungert. Heine Lut. 1, 31. — Er-, tr., refl. u. intr. (ſein): durch die Wirkung des Hungers aufreiben und — aufgerieben werden: Daß es ein allmähliches E. giebt, welches in einem Zeitraum von zwanzig bis dreißig Jahren ſeine Reſultate liefert . .. Dies E. iſt es eben, was ... jedes folgende Geſchlecht gegen das frühere körperlich ſchwächer, geiſtig ſtumpfer und willenloſer macht. Jahrhund. 2, 399; Die Menſchen zu e. und vertilgen. Luther 5, 468a; 8, 170b; Ich bin erhungert alſo ſehr. Uhland V. 650; Schweinichen 2,51; Sich e. LSchefer Rom. 5, 164 ꝛc. Mit Uml. ſchwzr. Wackernagel 3, 1, 258 Z. 1 ꝛc., ſ. Ver-h. — Ver-, tr. und gewöhnl. intr. (ſein): er-h.: Zerlumpt, verhungert, hager und bleich. Chamiſſo 3, 225; Sie war nicht ..., | daß Nahrung ein ſie nehme, zu bewegen. | So ließ ſie ſich ver-h. 4, 73; Ob er faſtet oder über ſeine Autorſchaft verhungert. Muſäus Ph. 1, 136; Sie nicht zu feiſt ziehen, noch zu gar verhüngern, daß ſie zu mager werden. Ryff Th. 12.</entry>
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