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        <title>Artikel „Hose“</title>
        <author ref="https://viaf.org/viaf/61594915/">
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            <surname>Sanders</surname>
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            <surname>Göttel</surname>
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            <surname>Wiegand</surname>
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          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
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          <orgName role="hostingInstitution" xml:lang="de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW)</orgName>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „Hose“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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        <form type="lemma">
          <orth expand="Hose" orig="Hōſe">Hōſe</orth>
          <pc>,</pc>
          <gramGrp><pos norm="noun">f.;</pos><gen norm="feminine"/> –n; Höschen, lein; –n-:</gramGrp>
        </form>
        <sense>1) Beinkleid; das den Schenkel rund umſchließende Kleidungsſtück, nach ſeiner Form auch „Büchſe“ (ſ. d.) genannt, und meiſt in Mz., mit Bezug auf das zuſammengehörige und zu einem Ganzen verbundne Paar: H–n <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>ein Paar H–n, eine H.; Was für (ein Paar) H–n, was für eine H. hat er an? ꝛc. Man unterſch., je nachdem das Kleidungsſtück vom Gurt nur bis übers Knie oder bis an den Fuß herabreicht: Kurze und lange H–n. Veralt. oder nur noch mundartl. H. ſtatt Strumpf (ſ. d., und H–n-Band); Socke; ferner ſtatt Beinſchiene; Stiefel ꝛc.</title></bibl> — In manchen ſprchw. Redensarten, z. B.: Die Frau hat, trägt die H–n, hat die H–n an, führt das Regiment im Hauſe, vgl. Hut <bibl><biblScope>2a;</biblScope> <title>Pantoffel; Er hat ſich die H–n nehmen laſſen; Er müſſe einmal zeigen, daß er auch Jemand ſei und zwar eigentlich der Mann, der die H–n anhabe.</title></bibl> <bibl><author>Gotthelf</author></bibl> <bibl><author>U.</author> <biblScope>2, 55;</biblScope></bibl> <bibl><author>Günther</author> <biblScope>445 ꝛc.;</biblScope> <title>Alle Dummheiten, welche er von den erſten H–n an gemacht [von früheſter Kindheit].</title></bibl> <bibl><biblScope>311;</biblScope> <title>So munter, wie | er kaum in ſeinen erſten H–n | geweſen war.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>10, 297 ꝛc.;</biblScope> <title>Der kennt ihn wohl, hat ihn vielleicht in ſeinen eigenen H–n [er iſt’s ſelhſt].</title></bibl> <bibl><author>Gotthelf</author></bibl> <bibl><author>U.</author> <biblScope>2, 154 ꝛc.;</biblScope> <title>Der Stand der geflickten H–n [der Eheſtand].</title></bibl> <bibl><author>Günther</author> <biblScope>471 ꝛc.;</biblScope> <title>Was ſie in die H–n gethan [geſchiſſen].</title></bibl> <bibl><author>SFrank</author>  <title>LaſtF.</title></bibl> <bibl><biblScope>3a</biblScope> <title>U. v.; Mach nicht gleich die H–n voll, wenn deine Könige keifen.</title></bibl> <bibl><author>Prutz</author>  <title>Woch.</title></bibl> <bibl><biblScope>122,</biblScope> <title>vgl.: Daß ihre Eiſen-H–n nicht mit gelblicher Furcht wattiert worden.</title></bibl> <bibl><author>Heine</author>  <title>Reiſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 46;</biblScope> <title>Das Herz iſt ihm in die H–n gefallen, von einem Verzagten u. ä. m.</title></bibl> — In den Kreiſen der ſogen. feinen Welt wird das Wort vermieden (ſ. Bein-, Nieder-, Unterkleid, Unnennbar), doch gilt nur H., als das eigentl. Wort, in den folgenden Ubertr.: 2) von Thieren, die Keule, der Unterſchenkel, z. B. des Pferds; Die Wolle von der H. iſt nicht ſo fein als die von den [Schulter-] Blättern ꝛc., vgl. Einhoſen. — 3) beim Federvieh ꝛc. rauh befiederte Schenkel: Tauben, Hühner, die H–n haben, ge- oder behoſt ſind, ſ. Schlotter-H. und Latſche <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> — 4) Bienenz.: Blumenſtaubkügelchen an den Hinterbeinen, Bienenbrot: Wir [Bienen], die wir in den warmen Tagen <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>die Höschen in die Zellen tragen.</title></bibl> <bibl><author>Gellert</author> <biblScope>1, 258.</biblScope></bibl> — 5) Botan.: Die Kelchſchläuche enthalten .. zwei längliche und verkehrte Samen, herabhängend von der Spitze der geſpaltenen Randrippen, „Höschen“, <bibl><biblScope>Cremocarpium.</biblScope></bibl> <bibl><author>Oken</author> <biblScope>2, 77.</biblScope></bibl> — 6) Landwirthſch.: <sense n="a)">a) die obere noch verſchloßne Blattſcheide einiger Gras- (Getreide-) Arten, Hülſe, Schloßkiel: H–n der Gerſte. <bibl><author>Nemnich;</author>  <title>Wenn’s dem Weizen in die H–n regnet, wird er brandig.</title></bibl> <bibl><author>Schm.</author></bibl> —</sense><sense n="b)">b) die die Wurzeln des Flachſes röhrenförmig umgebenden Häutchen: Wenn der Flachs die Höschen fallen läſſt, ſo iſt er genug geröſtet. — 7) Weinb.: Unhölzer an den Schneidreben. <bibl><author>Nemnich.</author></bibl> — 8) ein gefährliches Meteor, wobei ſich eine Waſſer- oder Sandſäule ꝛc. in Form eines umgekehrten Kegels herabſenkt und wirbelnd fortbewegt, Trombe (ſ. d.), ſ. <bibl><author>Pouillet</author> <biblScope>2, 534 ꝛc.;</biblScope> <title>Der Sturm zieht ſeine H–n an, | die weißen Waſſer-H–n.</title></bibl> <bibl><author>Heine</author>  <title>Lied.</title></bibl> <bibl><biblScope>188;</biblScope> <title>Meer-, See-H.</title></bibl> — 9) an Pump- und Saugwerken der unten erweiterte Theil des Stiefels, zunächſt an der Ventilkammer. — 10) Orgelb.: der das Trompetenmundſtück und die Krücke in ſich ſchließende Fuß an dem Zuge der Menſchenſtimme. — 11) ein längliches Fäßchen, z. B. worin die Landleute die Butter („,Hoſenbutter“) drücken, um ſie zu Markt zu tragen, Butter-H.; ferner z.B. in den Salzw., und zwar wenn ſie an einem Stiel befeſtigt iſt und zum Ausſchöpfen dient, Schaufel-H., niederd. Ohſe, Ohſefaß. — 12) Schuhmach.: Höschen, ein dem Oberleder in der Form ähnliches, die Mitte der Sohle bedeckendes Stück Leder.</sense></sense>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">Ahd. <bibl><biblScope>hosa,</biblScope> <title>die Bekleidung des Fußes bis her- auf zum Knie, mhd.</title></bibl> <bibl><biblScope>hose,</biblScope> <title>ſchon im Sinn von</title></bibl> <bibl><biblScope>1,</biblScope> <title>urſprüngl. wohl wie „Büchſe“ der hohle umſchließende Raum.</title></bibl></p>
        </note>
        <p type="compositions">
          <p type="introduction">Zſſtzg. vielfach, nam. zu 1, was wir unbez. laſſen, z. B. nach dem Stoff: Buckskin-, Drilch-, Leder-, Leinen-, Manſcheſter-, Nanking-, Sammt-, Tuch-, Zwilch-H. ꝛc., ferner nach Denen, die ſie gewöhnl. ſo tragen, z. B. Bauern-, Matroſen-, Schiffer-, Schweizer-H. ꝛc., nach den wechſelnden Moden; nach der Zeit oder dem Zweck, wofür ſie beſtimmt ſind ꝛc.; beſ. aber auch zur Bez. einer Perſ., wobei auch wohl das männl. Geſchlecht eintritt, vgl. z. B.: Wenn du keine Bebe-H. biſt. Arndt 308 (ſ. Angſtbüchſe); Wann ein lauſiger Lotterhos den andern Lügen heißt. Gervinus Lit. 3, 378; Der Ohne-H. [Sanskülotte]. Campe; Fahrt wohl, ihr Franzoſen, zur Oſtſee hinab | und nehmt, Ohne-H–n, den Wallfiſch zum Grab. Arndt; Den zerlumpten Ohne-H–n. G. 25, 228; Ein paar dieſer Roth- H–n, eifrig mit Pinſel und Malſtock .. beſchäftigt. Stahr Jahr. 1, 145 ꝛc., vgl. Blau-, Grünrock ꝛc. undHöſeler. — Wir erwähnen beiſpielsweiſe nur noch: Ámts-: ſ. Amtstracht. Hebel 3, 243. —</p>
          <entry type="sub"><comp>Bēīn-:</comp> ſ. Geſäß-H. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Búmmel-:</comp> weit und ſchlotternd. Auerbach Leb. 1, 147. — Bútter- [11]. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Ēīſen-:</comp> Theil der Rüſtung. Heine Reiſ. 2, 46, ſ. [1]. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Geſǟß-:</comp> mund- artl., die das Geſäß bedeckende bis zum Gurt hinaufgehnde Hoſe, im Ggſtz.: Bein-, Knie-H. (ſ. d.) = Strumpf. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Knīē-:</comp> Hoſe, die bis zum Knie reicht, und zwar hochd., ſo weit hinunter; mundartl., ſo weit hinauf. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Láng-:</comp> lange Hoſe, Pantalon. Zſchokke 8, 17. — Mêêr- [8]. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Muskīten-:</comp> lange weite Matroſen-H., urſprünglich zum Schutz gegen die Moskitos eingeführt. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Nácht-:</comp> die man des Nachts im Bett anhat, Schlaf-, Unter-H. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Pāūſch-:</comp> weite, bauſchige Hoſe. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Plūder-:</comp> lange, ſehr weite, ſchlotternde Hoſe: Die Schiffer tragen über Tuch-H–n ſehr weite kurze P–n von Leinewand. Grube 3, 5; Heine Rom. 233; L. 3, 175, vergl. 5, 336 „Pomp-H–n.“ —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Púff-:</comp> mit Puffen beſetzt. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Púmp-:</comp> Pluder-H., Matroſen-H. G. Keſtn. 112; Klinger F. 39. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Rēīt-:</comp> für Reiter beſtimmt, gewöhnl. mit Leder beſetzt. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Sámm(e)t-:</comp> ſ. o., auch Bez. einer Hühnerſpielart, der „hamburgiſche Hahn“, deſſen Schenkel wie mit ſchwarzem Sammt bekleidet erſcheinen. — Schāūfel- [11]. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Schlāf-:</comp> Nacht-H. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Schlótter-:</comp> Pluder-H.: [Die Beinlin des Murmelthiers] ſind am Bauch dick von Haar, als habe es Sch–n an. Stumpf 609b. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Schótt-:</comp> im Osnabrückiſchen, Strümpfe ohne Füßlinge. Campe. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Schwēīzer-:</comp> ſ. o.; auch Name einer Pflanze, Mirabilis, Wunderblume; ferner mehrerer Schnecken, Murex lampas; Voluta capitellum; V. turbinellus ꝛc. — Sēē- [8]. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Sómmer-:</comp> leichte, dünne für den Sommer beſtimmte Hoſe, Ggſtz. Winter- H. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Spendīēr-:</comp> ſprchw.: Die Sp–n anhaben, z. B. Kurz Sonn. 111 ꝛc., in der Stimmung ſein, zu ſpendieren, zu ſchenken. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Stēīn-:</comp> eine Art Porcellanſchnecke, Cypraea tigris. — Strēīch-, Strēīf-: Beinkleid, das mit den Strümpfen zuſammenhängt und nicht „ausgezogen“, ſondern abgeſtreift wird. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Strúmpf-:</comp> Streif-H.; Trikot. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Tólpatſch-:</comp> lange Hoſe, wie ſie die ungar. Fußſoldaten (ſ. Tolpatſch) trugen. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Túrn-:</comp> wie ſie beim Turnen getragen wird. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Unter-:</comp> unter der eigentl. oder Ober-H. getragen. — Wáſſer- [8]. — Wínd- [8]: Holtei Lammf. 1, 298; auch [9] = Windkeſſel. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Wínter-:</comp> ſ. Sommer-H. u. ä. m.</entry>
        </p>
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