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        <title>Artikel „hindern“</title>
        <author ref="https://viaf.org/viaf/61594915/">
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            <surname>Sanders</surname>
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            <surname>Göttel</surname>
            <forename>Sebastian</forename>
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        <editor>
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            <surname>Wiegand</surname>
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          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
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          <orgName role="hostingInstitution" xml:lang="de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW)</orgName>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „hindern“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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        <form type="lemma">
          <orth expand="hindern" orig="Hindern">Hindern</orth>
          <pc>,</pc>
          <gramGrp><pos norm="verb">tr.:</pos><subc norm="transitive"/></gramGrp>
        </form>
        <sense>1) Einen, Etwas ſtörend zurückhalten, und zwar in Bezug auf etwas ſchon Begonnenes, ſo daß dies nicht recht vorrückt (ſ. be-h.), z. B.: Etwas hindert mich bei, in der Arbeit; Der loſe Zahn hindert mich beim Sprechen; Später erſchien Jemand, zu h. und zu wehren; das Unglück war geſchehn. <bibl><author>G.</author> <biblScope>20, 7;</biblScope> <title>Wer ... Den fördert, der dahinten bleibt, | ihn vorwärts treibt | und Den, der vorwärts geht, nicht hindert.</title></bibl> <bibl><author>Rückert</author>  <title>Erb.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 59;</biblScope> <title>Weil die Böſen doch zuletzt | durch jene Mittel ſelbſt das Gute fördern müſſen, | wodurch ſie ſich’s zu h. vorgeſetzt.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>11, 177 ꝛc.</biblScope> <title>oder in Bezug auf etwas erſt zu Beginnendes, ſo daß dies gar nicht vor ſich geht (ſ. ver-h.): Meine Krankheit hinderte mich am Schreiben, hinderte (verhinderte) mein Schreiben; Stets hinderte die frohe Widerkehr | der rauhe Süd und das empörte Meer.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>29b.</biblScope></bibl> — Zuneilen: Deß [daran] uns h. <bibl><author>Droyſen</author>  <title>Ar.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 52; 2, 53 ꝛc.</biblScope></bibl> — Jm letztern Fall auch mit Infin. und zu: Eine Krankheit hinderte (verhinderte) mich, zu ſchreiben; Jch wurde durch einen Beſuch gehindert (verhindert), geſtern zu dir zu kommen; Jch werde mich durch Nichts h. (ver-h.) laſſen, das Rechte zu thun ꝛc., zuweilen mit pleonaſtiſcher Verneinung: Die Wolluſt . .. täuſcht das Gemüth eine Zeitlang, als ob es in einem Gute ruhe, und hindert es damit, an kein [ſtatt ein] anderes zu denken. <bibl><author>H.</author>  <title>Gott</title></bibl> <bibl><biblScope>25.</biblScope></bibl> — Ferner auch mit einem durch „daß“ eingeleiteten Satze, namentl. wenn das Subj. desſelben nicht ſchon bei h. als Obj. in unmittelbarer Nähe ſteht, vgl.: Er hinderte mich, Dies zu thun; Er hinderte, daß Dies geſchah, — daß ich es that; Da iſt Waſſer; was hindert’s, daß ich mich taufen laſſe? <bibl><author>Ap.</author> <biblScope>8, 36,</biblScope> <title>und oft mit pleonaſt. Verneinung: Was hindert mich, rief er aus, daß ich</title></bibl> nicht eine der grünen Schnuren ergreife? ꝛc. <bibl><author>G.</author> <biblScope>20, 71;</biblScope> <title>Das Schloß zu ſtürmen und zugleich zu h., daß ſich von der Stadt aus nicht die Fliehenden dort hineinwerfen.</title></bibl> <bibl><author>Stahr</author>  <title>Rep.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 67;</biblScope> <title>Beſonders hinderte der lebhafte Lukas auf alle Weiſe, daß das Geſpräch nicht zu einer ſtillen Ruhe kam.</title></bibl> <bibl><author>Tieck</author> <biblScope>16, 160;</biblScope> <title>Was kann mich h., daß mein verlangender Geiſt .. nicht von Sphäre zu Sphäre irre?</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>2, 17 ꝛc.,</biblScope> <title>auch unperſönl., übertr.: Das hindert aber nicht [ſpricht nicht dagegen], daß die Jberer nicht früher Wanderungen gemacht haben könnten.</title></bibl> <bibl><author>WHumboldt</author> <biblScope>2, 121;</biblScope></bibl> <bibl><author>Möſer</author>  <title>Ph.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 257;</biblScope></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>13, 107 ꝛc.</biblScope></bibl> — Dazu: <sense n="a)">a) das Partic. Präſ. (adjekt.) <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>hinderlich, ſtörend, mit Dat. der Perſ. oder mit „für“: Nur daß wir nichts H–des, Fremdes hereinbringen.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>15, 9;</biblScope> <title>Die Nichtkenntnis des Griechiſchen war ihm (für ihn) bei dieſer Arbeit ſehr h–d, vgl.: hinderte ihn ꝛc.</title></bibl> —</sense><sense n="b)">b) das paſſ. Partic. mit „un“: Ungehindert durch äußere Beſchränkungen wie durch innere Hemmniſſe. <bibl><author>Stahr</author></bibl> <bibl><author>(Nat.</author></bibl> <bibl><author>Z.</author> <biblScope>9, 199);</biblScope> <title>Ungehindert arbeiten, reiſen ꝛc., mundartl. auch mit Genit.</title></bibl> <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>ungeachtet, trotz,</title></bibl> — ebenſo un- (oder ohn-) verhindert. —</sense><sense n="c)">c) Hinderung, ohne Mz.: das Hindern. <bibl><author>Danzel</author> <biblScope>312 ꝛc.,</biblScope></bibl> — mit Mz.: das Hindernde, Hindernis (ſ. d.). <bibl><author>G.</author> <biblScope>4, 19;</biblScope> <title>Die durch ein Meer von Hinderungen | Georg Auguſtens Glück errungen.</title></bibl> <bibl><author>Haller</author> <biblScope>194.</biblScope></bibl></sense></sense>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">Ahd. <bibl><biblScope>hintaran,</biblScope> <title>mhd.</title></bibl> <bibl><biblScope>hindern,</biblScope> <title>ſtatt der negat. Bed. des „Nicht-vorwärts-kommen-laſſens“ auch in der poſit. des „Zurücktreibens“, ſ. Hinter und vgl. hintertreiben.</title></bibl> — Veralt.: Mit ſoviel ſpitzfindigen Fragen bekümmert (ſ. d. u. vgl. franz. encombrer) und gehindert. <bibl><author>Fiſchart</author>  <title>B.</title></bibl> <bibl><biblScope>10a ꝛc.;</biblScope> <title>ähnl. noch: Den mit Vorurtheilen, Unwiſſenheit und Zweifelnverhinderten menſchlichen Verſtand.</title></bibl> <bibl><author>L.</author> <biblScope>3, 151 =</biblScope> <title>mit etwas das Vorrücken Hinderndem verſehn, vgl.: Uns das Vorrücken zu be-h. [durch in den Weg gelegte Hinderniſſe zu erſchweren].</title></bibl> <bibl><author>Hippel</author> <biblScope>4, 236.</biblScope></bibl></p>
        </note>
        <p type="compositions">
          <p type="introduction">Zſſtzg.: Be-: eine Perſ. (oder etwas perſönlich Gedachtes) bei, an Etwas hindern, ihr ein Hindernis darbieten: Ich war behindert, zu kommen; Der Dünen ſchwach begraſter Wall | behindert landwärts meine Blicke. Freiligrath 1, 29; Schnee, der das Vieh in der Ausübung ſeines Hauptgeſchäfts, der Äſung, behindert. Kohl A. 1, 222; Das naſſe Wetter, welches mich behindert, meine Blumenzwiebeln in Boden zu bringen. Merck’s Br. 1, 365 ꝛc., Ungewöhnl. ſtatt hindern, ver-h.: [So] behindert man ſowohl Jener [der Unterthanen] deſpotiſche Unterdrückung, als die landverderblichen Empörungen. Strube Nebenſt. 4, 83 (H. Ph. 13, 220) und — mit ſachl. Obj. und Dat. der Perſ. ſ. [Anm.]. — Unbehindert und unbeirrt ſeines Weges gehn. — Die Behinderungen. —</p>
          <entry type="sub"><comp>Ver-:</comp> Etwas, Einen an Etwas ver-h., machen, daß es nicht geſchehe oder zu Stande komme; Sie konnten nicht, zu ſterben, ſie ver-h. Chamiſſo 4, 73; So trieb es mich, wechſelsweiſe meine Geneſung zu befördern und zu ver-h. G. 21, 1; Die mathematiſch-philoſophiſchen Theorien aus dem Theile der Phyſik zu verbannen, in denen ſie Erkenntnis, anſtatt ſie zu fördern, nur ver-h. 3, 323; Wie willſt du’s ver-h., daß er’s erfährt? ꝛc. und ungemein oft mit pleonaſt. Verneinung z. B. Fichte 8, 136; Forſter R. 1, 46; Br. 2, 141; Ich verhinderte, daß die Truppen ſich dem Kaſtelle nicht zu nahe wagten. G. 28, 75; L. 11, 158; 180; Mendelsſohn 4, 1, 115; Dadurch verhinderte ich, daß ihnen dieſer Fenſterladen nicht ſogleich ins Geſicht fiel. Sch. 724b; 1082a; Tieck A. 1, 129; W. 7, 171; Zu ver-h., daß weder die Magiſtratsperſonen ihre Gewalt über die Schranken der Geſetze ausdehnen, noch der große Rath dem kleinen ſeine Beiſtimmung .. verſagen könne. 22, 268 [,,weder .. noch“ ſtatt ,,(entweder) .. oder“] ꝛc. — Veralt.: Daß man von ſolchem ſtarkem Getös auch des Gehörs verhindert würde. Ryff Sp. 110a. — Jm Allgemeinen darf die Sache bei ver-h. nicht wegbleiben, alſo wohl: Wer will ihn hindern? (nicht ver-h.), daher ungewöhnl., dichteriſch: Sein [des Rheins] verbreitetes Bett, ein all-v–der Graben. G. 5, 11, ein Alle abhaltender. — Verhinderer. Jahn M. 108; Die Zeit nahet ohne menſchliche Verhinderung und Beförderung mit gemeſſenen Schritten heran. Möſer Ph. 2, 103; Anfänglich fanden ſich viele Verhinderungen. G. 30, 190.</entry>
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