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        <title>Artikel „Herz“</title>
        <author ref="https://viaf.org/viaf/61594915/">
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            <surname>Sanders</surname>
            <forename>Daniel</forename>
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          <persName>
            <surname>Göttel</surname>
            <forename>Sebastian</forename>
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        </editor>
        <editor>
          <persName>
            <surname>Wiegand</surname>
            <forename>Frank</forename>
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          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „Herz“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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          <orth expand="Herz" orig="Hérz">Hérz</orth>
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          <gramGrp><pos norm="noun">n.,</pos><gen norm="neuter"/> –ens; –en; –chen, lein (–el); -, –ens-:</gramGrp>
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        <sense n="1)">1) eigentl.: das in der Bruſthöhle befindliche Haupt- organ des Blutumlaufs im thieriſchen Körper: Die Kammern, die Vorkammern des H–ens; So lange mir das H. im Leibe ſchlägt, ſo lang ich lebe; Das H. klopft, pocht, bei ſtärkerer Erregung; Einem den Dolch ins H. ſtoßen ꝛc. (ſ. <bibl><biblScope>3 ff.).</biblScope></bibl> — Ein Menſchen-, Kinder-, Tiger-, Löwen-H. ꝛc., vgl. <bibl><biblScope>3c.</biblScope></bibl> —</sense>
        <sense n="2)">2) Das H., auf deſſen Muskelthätigkeit (Ausdehnung und Zuſammenziehung) das Leben beruht, gilt danach als Sitz der Lebensgeiſter, ferner als Sitz des Gefühls, der Empfindungen, Affekte und mannigfaltigſten innern Regungen, inſonderheit der theilnehmenden Mitempfindung, des Muthes ꝛc., dann auch als Sitz des Willens und Entſchluſſes, namentl. bibliſch (z. B. <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> <bibl><author>Moſ.</author> <biblScope>31, 6; 36, 2; 5, 29, 4;</biblScope></bibl> <bibl><author>Hiob</author> <biblScope>12, 3;</biblScope></bibl> <bibl><author>Spr.</author> <biblScope>15, 14; 16, 23 ꝛc.)</biblScope> <title>auch als Sitz des Verſtands, während ſonſt als ſolcher der Kopf gilt und daher oft als Ggſtz. von H. erſcheint, ebenſo wie: Verſtand, Vernunft, Urtheil ꝛc. Ahnlich erſcheint auch Geiſt (ſ. d.</title></bibl> <bibl><biblScope>2e,</biblScope> <title>auch die Belege), Seele ꝛc. theils ſinnverwandt mit H., theils in ſchärferer Auffaſſung als Ggſtz., z. B.: Ich ſoll einem Gelehrten .. Sachen ſchreiben, die den Kopf bereichern können und immer wird .. meine Sprache Ausdruck des Gefühls und richtet ſich an Ihr H.</title></bibl> <bibl><author>Forſter</author>  <title>B.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 389;</biblScope> <title>Der Kopf wäre nicht hinreichend, Das zu faſſen, er würde zerſpringen oder ſich verwirren. Hierbei muß das H. das Beſte thun, wenn eine ſolche Überraſchung ertragen werden ſoll.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>15, 251;</biblScope> <title>Die Phantaſie, | die in den Streit ſich mengt, macht Schwärmer, | bei welchen bald der Kopf das H. und bald das H. | den Kopf muß ſpielen. Schlimmer Tauſch!</title></bibl> <bibl><author>L.</author>  <title>Nath.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 1;</biblScope> <title>Er machte durch ſein H. [Gefühl] gut, was ſein Kopf verſah.</title></bibl> <bibl><author>Seume</author>  <title>Sp.</title></bibl> <bibl><biblScope>177;</biblScope> <title>Daß mein H. [meine Liebe, Neigung] nur durch den Kopf gewonnen werden könne.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>2, 154; 7, 128 ꝛc.;</biblScope> <title>Das, was man gedacht, die Bilder die man geſehen, laſſen ſich in dem Verſtand und in der Einbildungskraft wieder hervorrufen, aber das H. iſt nicht ſo gefällig, es wiederholt uns nicht die ſchönen Gefühle.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>22, 215;</biblScope> <title>Stimme des Ganzen iſt deine Vernunft, dein H. biſt du ſelber ꝛc.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>91b;</biblScope> <title>Dein Urtheil kann ſich irren, nicht mein H.</title></bibl> <bibl><biblScope>358b ꝛc.;</biblScope> <title>Eine Art von trockener Moral; an einen geiſtreichen Vortrag ward nicht gedacht und die Lehre konnte weder der Seele noch dem H–en zuſagen.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>20, 46;</biblScope> <title>Doch war dieſer Ausdruck [des Auges] eigentlich nicht zärtlich, wie der, der aus dem H–en kommt und zugleich etwas Sehnſüchtiges und Verlangendes mit ſich führt; dieſer Ausdruck kam aus der Seele, er war voll und reich, er ſchien nur geben zu wollen, nicht des Empfangens zu bedürfen.</title></bibl> <bibl><biblScope>21, 16 ꝛc.</biblScope></bibl> — Ferner H. im Ggſtz. der Sinne und, wie das wahrhaft Gefühlte oft dem Ausgeſprochnen gegenüberſteht, im Ggſtz. zu Mund, Lippen, Zunge ꝛc., z. B.: Meinen Augen und H–en ganz fremd. <bibl><author>B.</author> <biblScope>499b;</biblScope> <title>Der äußre Sinn entſchlief, | das H. allein blieb wach.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>12, 231;</biblScope> <title>Der reizendſte Genuß | ſoll eure Sinne nur, nie euer H. erweichen.</title></bibl> <bibl><biblScope>295 ꝛc.;</biblScope> <title>Mein H. hörte nicht, was meine Zunge prahlte.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>107b;</biblScope> <title>Was das H. denkt, muß die Zunge ſagen.</title></bibl> <bibl><biblScope>634b ꝛc.,</biblScope> <title>vgl.: Weß das H. voll iſt, deß geht der Mund über ꝛc.</title></bibl> — Wir fügen noch eine prägnante Stelle von H. in Bezug auf Mitgefühl bei: Nenne man Das doch nicht H., wenn ein Menſch leicht in Thränen zerfließen kann .. Ich erkenne das H. nur bei den Menſchen an, die im Stande ſind, aus andern Menſchen heraus zu empfinden und in ihnen wie in ſich ſelbſt zu leben. <bibl><author>Gutzkow</author>  <title>R.</title></bibl> <bibl><biblScope>7, 347 ꝛc.</biblScope> <title>Vgl. ferner</title></bibl> <bibl><biblScope>3—9,</biblScope> <title>worin wir die hauptſächlichen Anwendungen und Übertragungen von H., der Überſichtlichkeit halber, nach grammat. Beziehungen ordnen.</title></bibl> —</sense>
        <sense n="3)">3) H. mit beigefügter näherer Beſtimmung durch Ew. (in weitrem Sinn, z. B. auch beſitzanz. Fw., Beſtimmungsw. in Zſſtzg. umfaſſend): <sense n="a)">a) Aufrichtiges, biedres, böſes, edles, ehernes [hartes], empfindendes, falſches, feiges, fröhliches, frommes, (zart)fühlendes, gottgefälliges, gottloſes, grades, grauſames, gutes, hartes,</sense></sense>
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