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        <title>Artikel „heirathen“</title>
        <author ref="https://viaf.org/viaf/61594915/">
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            <surname>Sanders</surname>
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            <surname>Göttel</surname>
            <forename>Sebastian</forename>
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            <surname>Wiegand</surname>
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          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
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          <orgName role="hostingInstitution" xml:lang="de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW)</orgName>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „heirathen“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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        <form type="lemma">
          <orth expand="heirathen" orig="Hēīrathen">Hēīrathen</orth>
          <pc>,</pc>
          <gramGrp><pos norm="verb">tr.</pos><subc norm="transitive"/> und <pos norm="verb">intr.</pos><subc norm="intransitive"/> (haben):</gramGrp>
        </form>
        <sense>eine Heirath ſchließen: Er heirathet meine Schweſter; Sie heirathet meinen Bruder; Die Beiden werden einander h.; Wann h. Sie?; Reich, gut, glücklich, unglücklich h., eine reiche, gute ꝛc. Heirath thun. Auch: Etwas durch eine Heirath erwerben, bekommen (er-h.): Ein bedeutendes Vermögen h.; Das Rauchen iſt ein Laſter, aber du haſt es einmal mit geheirathet. <bibl><author>Goltz</author> <biblScope>1, 208 ꝛc.,</biblScope> <title>ferner: Um eine reiche Perſon, nach Geld h., eine reiche Perſon zu h. ſuchen; Einfluß der Weiber, die, aus fremden Familien herüber h–d, oft den Charakter ganzer Stämme verändern.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>18, 217;</biblScope> <title>Daß er in eine achtbare Familie heirathete.</title></bibl> <bibl><author>Steffens</author>  <title>Malk.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 308;</biblScope> <title>Eine Thebanerin, die er vor geraumer Zeit nach Athen geheirathet.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>21, 221;</biblScope> <title>Sie erwartet einen Liebhaber oder, eigentlicher zu reden, einen</title></bibl> Heirather. <bibl><biblScope>27, 152 ꝛc.</biblScope> <title>Ver- alt.: Deß Haus, zu dem ſie jüngſt geheurath haben.</title></bibl> <bibl><author>Schaiden-</author>  <title>reißer</title></bibl> <bibl><biblScope>63a.</biblScope></bibl> — Mehr mundartl. auch ſtatt ver-h. (ſ. d.) <bibl><biblScope>refl.</biblScope> <title>und im Partic.: Bis wir geheirathet waren.</title></bibl> <bibl><author>Gotthelf</author>  <title>G.</title></bibl> <bibl><biblScope>221; 281;</biblScope> <title>Die Neugeheiratheten.</title></bibl> <bibl><author>Immermann</author>  <title>M.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 369;</biblScope> <title>War dein Prophet .. nicht geheirathet?</title></bibl> <bibl><author>Rückert</author>  <title>Mak.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 155;</biblScope> <title>Sich zu ver-h. oder vielmehr „ſich zu h.“, wie man in Schwaben ſagt.</title></bibl> <bibl><author>Hausblätter</author> <biblScope>(1857) 1, 371;</biblScope></bibl> <bibl><author>JvMüller</author> <biblScope>15, 452 ꝛc.,</biblScope> <title>auch ſo</title></bibl> <bibl><biblScope>tr.</biblScope> <title>übertr.: Das Kupfer wird zu großen Ehren kommen, denn man’s in viel Münzhütten zum Silber heurathen [fügen, um dies zu legieren] wird.</title></bibl> <bibl><author>Fiſchart</author></bibl> <bibl><author>(Wackernagel</author> <biblScope>3, 1, 468</biblScope> <title>Z. 16).</title></bibl></sense>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">In Gedichten zuw. <bibl><biblScope>–– ⏑,</biblScope> <title>z. B.: Willſt du mich h.? (Reim: Dukaten)</title></bibl> <bibl><author>Kretzſchmer</author>  <title>V.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 205;</biblScope></bibl> <bibl><author>Eichendorf</author>  <title>Phil.</title></bibl> <bibl><biblScope>64 ꝛc.</biblScope></bibl> — Daneben: Michel thut mich heuren. <bibl><author>Schubart</author> <biblScope>3, 46;</biblScope></bibl> Heuren wollt’ ich ſie. <bibl><author>HKleiſt</author>  <title>Kr.</title></bibl> <bibl><biblScope>68;</biblScope> <title>Sein wonniges Liebchen zu</title></bibl> heuern. <bibl><author>Beck</author>  <title>Arm.</title></bibl> <bibl><biblScope>47,</biblScope> <title>vgl.:</title></bibl> Verheire dich mit ihr. <bibl><biblScope>1.</biblScope></bibl> <bibl><author>Moſ.</author> <biblScope>38, 8</biblScope> <title>in der Ausg.</title></bibl> <bibl><biblScope>1523,</biblScope> <title>(ſpäter: Nimm ſie zur Ehe).</title></bibl> — In der Basler Bibel von <bibl><biblScope>1523</biblScope> <title>noch als ,,ausländig“ erklärt durch ,,mannen, ehelichen“.</title></bibl></p>
        </note>
        <p type="compositions">
          <p type="introduction">Zſſtzg. vgl. die von freien, z. B.: Áb-: Einem die Tochter a. ꝛc. —</p>
          <entry type="sub"><comp>An-:</comp> durch Heirath an Einen bringen, ſich anſchaffen, in den Beſitz kommen: Sich ein großes Vermögen a.; Angeheirathete [im Ggſtz. der Bluts-] Verwandte; Der angeheirathete Neffe von Herrn Pix zu werden. Freytag Soll 2, 376; Ich denke ihm eine der reichſten Erbinnen anzuheirathen. Gotter (Dyk Th. 8, 60); Das Ver- erben der Werkſtätten durch A. Riemer G. 2, 53; Ihr Mann, dem ſie angeheirathet worden. Waldau N. 3, 30, wobei der Begriff des Losſchlagens an Einen hervortritt, doch vgl.: Antrauen. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Aūs-:</comp> veralt., mundartl. ausſteuern und ver-h. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Be-:</comp> veralt., mundartl. ver-h. — Eīn-, tr. und meiſt refl.: Einen, ſich durch Heirath in eine Familie, Innung, Stelle ꝛc. bringen, vgl. hinein-h.: Die nachgeborenen Kinder ziehen, wenn ſie ſich nicht e. [in einen Hof ꝛc.], unweigerlich in die Fremde. Höfer V. 123; Das Wappen des Hauſes mit demjenigen der eingeheiratheten Frauen verbunden. Keller gH. 4, 341; Ein junger Gelehrter, der ſich jetzt nicht unter die Profeſſoren einheirathe, werde dort verfolgt. Pröhle J. 49 ꝛc. — Er-: durch Heirath erwerben: Sie hatte mit ihrem Manne noch eine ganze Sippſchaft .. erheirathet. Auerbach Dicht. 2, 8; Der ſich von ſeiner Mündel und ihrem Golde nicht trennen mag und daher beide e. will. Börne 5, 248; 1, 279; Da er zu ſeiner Erſparnis noch ein kleines Vermögen erheirathete. V. Br. 1, 5; L. 1, 413 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Hinēīn-:</comp> durch Heirath in Etwas hineinkommen oder bringen, vgl. Ein-h.: Das Haus Lenz und Söhne, in das ſich dieſer Mann als einfacher Kommis vor ſechs Jahren hineinheirathete. Gutzkow Lenz 11; Jede Gemeinde ſucht ſich zu hüten, daß nicht arme Leute in ſie h. Kinkel E. 413. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Míß-:</comp> eine Mißheirath (ſ. d.) thun (ſelten): Er hat mißgeheirathet. Campe. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Mít-:</comp> durch die Heirath mitbekommen, mit in den Kauf nehmen: „Er wird die Häßliche nehmen, weil er 20,000 Thaler mitheirathet“. D. h., er wird das Geld nehmen und die Häßliche m.; Er hatte ſie mit der Pfarre, wo ſie als Wittwe von ſeinem Vorgänger ſitzen geblieben war, mitgeheirathet. Gutzkow Bl. 1, 14. — Ver-, tr.: eine Perſon — und refl.: ſich — mit einer Perſon durch Heirath verbinden: Seinen Sohn, ſeine Tochter, ſein Mündel v., ugw. mit Auslaſſung des Obj. 1. Kor. 7, 38; Der Prediger darf ſie nicht mit einander ohne Zuſtimmung der Eltern v. [gewöhnlicher: trauen]; Seine Tochter mit einem reichen Mann v., wobei die Abhängigkeit der Ehe als eine wechſelſeitige erſcheint, — ſie an einen oder (mehr in gehobner Rede z. B. G. 19, 108; Zinkgräf 1, 261) ſie einem reichen Mann ꝛc. v., wobei dieſer mehr als der Herr erſcheint, in deſſen Abhängigkeit ſie kommt; Sich ver-h.; Sich wieder ver-h., ſ. Wieder-h.; Er hat ſich mit einer Bürgerlichen, — ſie hat ſich mit einem Adligen, — ſie haben ſich mit einander verheirathet; Sich an eine Perſon ver-h., ſo ein Haus voll Kinder. Weidner 302 ꝛc. und im Partic.: Er, ſie iſt ſchon verheirathet, iſt noch un- verheirathet; Die geborene Weber, nun verheirathete Schmidt ꝛc. Mundartl. ſo auch: heirathen, wobei aber im Hochd. der Begriff der wechſelſeitigen Verbindung zurücktritt, indem z. B.: Ein geheiratheter Mann nicht eigentl. einer iſt, der ſich mit einer Frau ehelich verbunden, der eine Frau genommen, ſondern vielmehr einer, den eine Frau genommen hat ꝛc. Mundartl. auch ſtatt verloben (ſ. Heirath, Anm.): Jſt das Meitſchi verheirathet? Gotthelf G. 126 ꝛc.; ferner: Einem Etwas ver-h., an-v., es ihm durch den Ehevertrag als Eigenthum zuſprechen. Schm., vgl.: Der arme Georg verheirathet ſich die Auszehrung an. Zſchokke 8, 55, bekommt ſie in Folge der Heirath, gleichſam als Mitgift u. ä. m. — Die Verheirathung, Wiederverheirathung. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Wég-:</comp> heirathend wegnehmen: Willſt mir das Mädel vor der Naſe w.? ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Wīēder-:</comp> eine neue Ehe eingehn: Der Wittwer, die geſchiedne Frau heirathete wieder. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Zuſámmen-:</comp> durch Heirath zuſammenbringen: Daß dieſer Reichthum zuletzt in wenige zuſammengeheirathete Familien kam. JvMüller 1, 69; Zuſammengeheirathete Kinder, die durch Heirath eines Wittwers mit einer Wittwe ꝛc. bezüglich aus deren frühern Ehen zuſammenkommen ꝛc.</entry>
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