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        <title>Artikel „Geheimnis“</title>
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            <surname>Sanders</surname>
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            <surname>Göttel</surname>
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        <editor>
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            <surname>Wiegand</surname>
            <forename>Frank</forename>
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          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „Geheimnis“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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          <gramGrp><pos norm="noun">n.,</pos><gen norm="neuter"/> –ſes; –ſe; -:</gramGrp>
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        <sense>das Geheimſein und etwas Geheimes (ſ. d. <bibl><biblScope>2</biblScope> <title>und vgl. Arkanum, Myſterium): Etwas iſt, bleibt ein G.; Ein G. aus, von Etwas machen; Ein G. vor Einem haben; Einem ſein G. entdecken, offenbaren; Ein G. bewahren, in ſeiner Bruſt verſchließen, mit ins Grab nehmen,</title></bibl> — ausplaudern, verrathen; In ein G. dringen; Den Schleier des G–es lüften; Hierunter ſteckt ein G.; G., bei den Hutmachern, die (geheim gehaltne) Beize; G–ſe bei den Grenzſteinen, geheim dabei vergrabne Ggſtde, daran eine etwaige Verrückung zu erkennen ꝛc.; Den Stoff ſieht Jedermann vor ſich, den Gehalt findet nur Der, der Etwas dazu zu thun hat und die Form iſt ein G. den Meiſten. <bibl><author>G.</author> <biblScope>3, 190;</biblScope> <title>Die G–ſe der Lebenspfade darf und kann man nicht offenbaren.</title></bibl> <bibl><biblScope>218;</biblScope> <title>Außerdem hat das G. ſehr große Vortheile; denn wenn man dem Menſchen gleich und immer ſagt, worauf Alles ankommt, ſo denkt er, es ſei Nichts dahinter. Gewiſſen G–ſen, und wenn ſie offenbar wären, muß man durch Verhüllen und Schweigen Achtung erweiſen.</title></bibl> <bibl><biblScope>18, 181;</biblScope> <title>G–ſe heißen eigentlich ſolche Lehren, die nicht publik werden ſollen; dann aber auch überhaupt dergl. Wahrheiten, wovon meine Vernunft nicht einſehen kann, wie ſie möglich ſind, die ſie aber doch aus anderweitigen Urſachen annehmen ſoll.</title></bibl> <bibl><author>Kant</author>  <title>ph. Rel.</title></bibl> <bibl><biblScope>203;</biblScope> <title>„Man hat lange genug aus</title></bibl> Heimlichkeiten das G. gemacht“. Wie verſtehſt du Das? „Das G. der Freimaurerei .. iſt Das, was der Freimaurer nicht über ſeine Lippen bringen kann, wenn es auch möglich wäre, daß er es wollte“. Aber Heimlichkeiten ſind Dinge, die ſich wohl ſagen laſſen ꝛc. <bibl><author>L.</author> <biblScope>10, 291 ff.;</biblScope> <title>In des Waldes G. [Dunkel, Verborgenheit] entflieht mir auf einmal die Landſchaft.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>75a;</biblScope> <title>In Jemandes G. [eingeweiht] ſein.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>10, 104 ꝛc.</biblScope></bibl></sense>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">Oberd. weibl. z. B. <bibl><author>Stumpf</author> <biblScope>343b.</biblScope> <title>In der Basler Bibel von</title></bibl> <bibl><biblScope>1523</biblScope> <title>noch als „ausländig“ erklärt durch „Heimlichkeit, Sakrament“.</title></bibl></p>
        </note>
        <p type="compositions">
          <entry type="sub">Zſſtzg. vielfach, z. B.: Amts-G., das man durch ſein Amt zu verſchweigen verbunden iſt. Gutzkow R. 9, 110; Sie erfahren .. mehr Kabinets- und Hof-G–ſe. 2, 121, die das Kabinet und den Hof betreffen; Religions- G.; Das Schul-G. ausgeplaudert. Heine Verm. 1, 47, vgl.: Aus der Schule plaudern ꝛc.; In der Mannigfaltigkeit und im periodiſchen Wechſel der Lebensgebilde erneuert ſich unabläſſig das Ur-G. aller Geſtaltung. Humboldt K. 1, 22; Welt-G. iſt die Schönheit. Platen 4, 19 [g.-voll die Welt durchwebend ꝛc.].</entry>
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