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        <title>Artikel „geheim“</title>
        <author ref="https://viaf.org/viaf/61594915/">
          <persName>
            <surname>Sanders</surname>
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            <surname>Göttel</surname>
            <forename>Sebastian</forename>
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        </editor>
        <editor>
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            <surname>Wiegand</surname>
            <forename>Frank</forename>
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          <email>edition-sanders@bbaw.de</email>
          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
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          <orgName role="hostingInstitution" xml:lang="de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW)</orgName>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „geheim“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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        <lbl>III.</lbl>
        <form type="lemma">
          <orth expand="geheim" orig="Ge~hēīm">Ge~hēīm</orth>
          <pc>,</pc>
          <gramGrp><pos norm="adjective">a.:</pos></gramGrp>
        </form>
        <sense n="1)">1) (mundartl., veralt.) wie heimelig, heimlich (ſ. d.) <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>zahm, traulich, traut, vertraut ꝛc., im Ggſtz. un-g.</title></bibl> <bibl><author>(Spate),</author>  <title>z. B.: Daß unter allen wilden Thieren nit einigs erfunden werde, das dem Menſchen g–er und anmuthiger werde. So ſie alſo</title></bibl> heimlich werden ꝛc. <bibl><author>Stumpf</author> <biblScope>610b;</biblScope> <title>Wie geheim [vertraut] dir ein Herr iſt, muſſt du doch demüthig bleiben.</title></bibl> <bibl><author>Keiſersberg,</author>  <title>ſ.</title></bibl> <bibl><author>Friſch.</author></bibl> — So noch: Große Herrenleute, <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>die mir g. ſind und gar wohl vertraut.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>519b;</biblScope> <title>So heimiſch war es mir, ſo heimlich und g. [traulich].</title></bibl> <bibl><author>Rückert</author>  <title>W.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 13 ꝛc.</biblScope></bibl> — Hierzu auch (vgl.</sense>
        <sense n="2)">2) der Titel: G–er (veralt.: heimlicher, ſ. d. 1a) Rath, zunächſt der vertraute Diener eines Fürſten, dem er die innern Angelegenheiten ſeines Hauſes anvertraut, dann auch von dem Kollegium, der engere Rath, der mit den wichtigſten („,geheimen“) Angelegenheiten betraut wird und, — ein Mitglied desſelben, jetzt häufig bloßer Titel. Das Ew. g. erleidet dabei die Verändrungen wie alle Ew., alſo: Ein g–er Rath; Der g–e Rath; Die g–en Räthe; G–e Räthe ꝛc., doch findet ſich auch unveränderlich: G–e Rath, oder mit eingeſchobnem „d“ Geheimde Rath, auch als ein Wort und ſo namentl. auch: Geheimrath: Mir den Geheimdenrathtitel gegeben. <bibl><author>G.</author>  <title>Stein</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 238;</biblScope> <title>Sein g–e Rath.</title></bibl> <bibl><author>König</author>  <title>Kl.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 308;</biblScope> <title>Daß ich ein königlich preußiſcher | G–e Rath bin.</title></bibl> <bibl><author>Prutz</author>  <title>W.</title></bibl> <bibl><biblScope>10; 101;</biblScope> <title>Er Geheimderath und ich nur Magiſter!</title></bibl> <bibl><author>L.</author> <biblScope>8, 209;</biblScope> <title>Des heil. Vaters geheimder Rath.</title></bibl> <bibl><author>JvMüller</author> <biblScope>24, 338;</biblScope> <title>Die Ephoren und Könige waren der Geheimde Rath, welcher in geheimen und großen Geſchäften allein entſchied.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 65.</biblScope></bibl> — 2) allgm.: Ggſtz. von offenbar und öffentlich: Das, wovon die Offentlichkeit, die Mitwiſſenſchaft der Menge, des großen Publikums, der Nicht-Eingeweihten ꝛc., ausgeſchloſſen iſt; vgl. Heimlich, womit es ſich vielfach berührt, das aber nach heutigem Gebrauch den Begriff des abſichtlichen Verborgenhaltens, ,des Verſteckten enthält: Was heimlich iſt, deſſen Exiſtenz ſogar ſoll immer verborgen ſein; wenn aber Etwas g. iſt, ſo kann Deſſen Beſtehn in vielen Fällen offenkundig ſein, nur daß von dem Inhalt die Öffentlichkeit, die Betheiligung Unberufener ausgeſchloſſen iſt; Er hat es mir heimlich anvertraut, ſo daß Niemand merken ſollte, daß er es mir anvertraut; Er hat es mir g. anvertraut, ſo daß ich es Niemand mittheilen ſoll; Nachdem der Stadtrath Dies in öffentlicher Sitzung berathen, nahm er in g–er eine Neuwahl vor; Die eleuſiniſchen Myſterien waren g.; Die Jeſuiten und Freimaurerbünde ſind g–e, nicht heimliche. <bibl><author>Gutzkow</author>  <title>R.</title></bibl> <bibl><biblScope>6, 329;</biblScope> <title>Heimliche Liebe, von der Keiner Etwas erfahren ſoll; Eine g–e Neigung, mit der man nicht hervortritt, die man im Innern hegt; Dieſe Worte haben noch einen g–en Sinn, der nur den Eingeweihten klar iſt; Etwas g. halten; G. thun [als ob man Etwas zu verbergen hätte]; Wird, wenn auch mehr als einen g–en Freund, doch nicht leicht einen erklärten Vertheidiger finden.</title></bibl> <bibl><author>Gentz</author> <biblScope>1, 43;</biblScope> <title>Die g–e Macht iſt groß.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>10, 231;</biblScope> <title>Einem heil’gen Bilde, | daran der Stadt unwandelbar Geſchick | durch ein g–es Götterwort gebannt iſt.</title></bibl> <bibl><biblScope>13, 88;</biblScope> <title>Daß ſie von g–em Leben | offenbaren Sinn erregt.</title></bibl> <bibl><biblScope>18, 311;</biblScope> <title>Sein Buch von der natürlichen Magie. Der Urſprung dieſer Art von halbg–er Wiſſenſchaft.</title></bibl> <bibl><biblScope>39, 112;</biblScope> <title>So g. er übrigens war, entdeckte ſich doch der Endzweck ſeines ungewöhnlichen Aufenthalts bei uns nach einiger Zeit.</title></bibl> <bibl><biblScope>17, 127;</biblScope> <title>Jhnen mein g–ſtes Gefühl nicht zurückzuhalten.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>190a;</biblScope> <title>Der auf g–em Weg ihn zu mir führe.</title></bibl> <bibl><biblScope>379b;</biblScope> <title>Das Ausbleiben des Soldes hatte ſie längſt ſchon zu einem g–en Murren gereizt, welches ſtündlich in eine offenbare Meuterei auszubrechen drohte.</title></bibl> <bibl><biblScope>865a;</biblScope> <title>Wahrſcheinlich hat er irgend einen g–en Beweggrund.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>22, 325 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense>
        <sense n="3)">3) an <bibl><biblScope>2</biblScope> <title>ſchließt ſich ſubſtant. in adverb. Verbindung mit „in“ nicht nur: Dieſen geprüften, im G–en und Offenbaren immer gleich zuverläſſigen Freund.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>18, 274 ꝛc.,</biblScope> <title>ſondern auch: Übt ſich in-g. an jedem Guten.</title></bibl> <bibl><biblScope>13, 140;</biblScope> <title>Zu eben der Zeit, wo er den Prinzen durch dieſe öffentlichen Beweiſe ſeiner Achtung verpflichtete, wuste er ihn in-g. deſto empfindlicher zu treffen.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>797a;</biblScope> <title>Der ſeine Unſchuld doch ganz in-g. bedauert.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>12, 13; 22, 269 ꝛc.;</biblScope> <title>ferner: Hie und da wäſſert er eine Wieſe ins-g.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>14, 273;</biblScope> <title>Sie erfährt, daß ihr Geliebter ins-g. mit einer Dirne lebe.</title></bibl> <bibl><author>Hölderlin</author>  <title>H.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 60;</biblScope> <title>Ihr .. ſollt | euch ins-g. dem würdigen Prälaten, | der ſo beliebt iſt, in den Buſen ſchleichen.</title></bibl> <bibl><author>Schlegel</author>  <title>Sh.</title></bibl> <bibl><biblScope>6, 37 ꝛc.,</biblScope> <title>auch: Die Sache wurde anfangs im größten G. gehalten.</title></bibl> <bibl><author>Guhrauer</author>  <title>L.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 270,</biblScope> <title>und als weibl. Hw.: In größter G. verhandelt.</title></bibl> <bibl><author>JvMüler</author> <biblScope>24, 27;</biblScope> <title>In größter G. .. nach Holland gereiſt.</title></bibl> <bibl><author>Stilling</author> <biblScope>3, 181 ꝛc.,</biblScope></bibl> — vgl. <bibl><author>Schm.</author> <biblScope>2, 195;</biblScope> <title>auch: Teufels-G. als Name einer Pflanze.</title></bibl> <bibl><author>Fiſchart</author>  <title>B.</title></bibl> <bibl><biblScope>III.</biblScope></bibl></sense>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">Als Ew. erſt nhd., wohl aber ſchon mhd. als weibl. Hw. <bibl><biblScope>diu geheime.</biblScope> <title>Zuweilen gedehnter Superl.: Sende die forſchenden Blicke | in mein geheim e ſtes Selbſt.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>26, 62.</biblScope></bibl></p>
        </note>
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