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      <titleStmt>
        <title>Artikel „heilen“</title>
        <author ref="https://viaf.org/viaf/61594915/">
          <persName>
            <surname>Sanders</surname>
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        </author>
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            <surname>Göttel</surname>
            <forename>Sebastian</forename>
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        <editor>
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            <surname>Wiegand</surname>
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          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
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          <orgName role="hostingInstitution" xml:lang="de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW)</orgName>
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             <country>Germany</country>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „heilen“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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        <form type="lemma">
          <orth expand="heilen" orig="Hēīlen">Hēīlen</orth>
          <pc>,</pc>
          <gramGrp>1) <pos norm="verb">intr.</pos><subc norm="intransitive"/> (ſein, haben):</gramGrp>
        </form>
        <sense>heil werden, von Wunden, äußern Schäden und Gliederverletzungen: Die Wunde, der Grind, der Ausſchlag, der Biß, der Beinbruch heilt leicht, ſchwer, heilt ſchon, iſt geheilt; Das Geſchwür am Finger, der Finger heilt von ſelbſt; Ich will den Arm Pharao <bibl><biblScope>..</biblScope> <title>zerbrechen und er ſoll nicht verbunden werden, daß er h. möge.</title></bibl> <bibl><author>Heſ.</author> <biblScope>30, 21;</biblScope> <title>Als mein Bruder Enrichetto daſelbſt von ſeinen Wunden heilte.</title></bibl> <bibl><author>JvMüller</author> <biblScope>24, 343 ꝛc.</biblScope></bibl> — Dagegen gw.: Das Fiebervergeht, wird vertrieben durch China ꝛc. und wie es daher auch heißt: Sein Fieber, ſein Wahnſinn, ſeine fixe Jdee (wie: ſeine Wunde) iſt geheilt und: Er iſt von ſeinem Fieber, von ſeiner fixen Jdee geheilt ꝛc., ſo hat man hier das Paſſiv (zu 2), nur durch die Verbindung mit dem Hilfszeitw. „ſein“ (ſ. d.) ſich dem Intranſ. nähernd, vgl.: In dieſer Irrenanſtalt ſind Viele geheilt worden ꝛc. Bei dem eigentl. Jntr. aber findet ſich auch mit einer Nüance das Hilfszeitw. „haben“, wenn nämlich nicht der Zuſtand des vollſtändig wieder Heil-ſeins, ſondern das allmähliche Eintreten dieſes Zuſtands bez. werden ſoll: Die Wunde hatte ſchon etwas geheilt, aber du haſt den Schorf wieder abgekratzt ꝛc. — 2) <bibl><biblScope>tr.:</biblScope> <title>heil machen und zwar:</title></bibl> <sense n="a)">a) ver- alt., allgm.: Zerbrochnesganz machen (ſ. Heil <bibl><biblScope>I 1</biblScope> <title>und vgl. Mühlenarzt): Heilete er den Altar .., der zerbrochen war.</title></bibl> <bibl><biblScope>1.</biblScope></bibl> <bibl><author>Kön.</author> <biblScope>18, 30,</biblScope> <title>ſo nur noch zuw. ſcherzh. als Übertr. von</title></bibl> <bibl><biblScope>b.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="b)">b) Jetzt gw. vom Bewirken der Geneſung und zwar nicht bloß (vgl.</sense></sense>
        <sense n="1)">1) in Bezug auf äußre Verletzungen, ſondern auch auf innre Krankheiten des Leibes und danach übertr. auch auf Geiſtiges (vgl. <bibl><biblScope>d</biblScope> <title>und kurieren), zuw. ohne Nennung des Obj.: Der Wundarzt heilt Wunden, Beinbrüche, zerbrochne Beine, Verwundete ꝛc.; Der Arzt heilt Krankheiten, einen Kranken, Einen von ſeiner Krankheit, vom Staar, auf eine Krankheit [die er bei dem Patienten vorausſetzt], auf ein Übel, das wir gar nicht haben.</title></bibl> <bibl><author>Gutzkow</author>  <title>Zaubr.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 367;</biblScope> <title>Die Arznei heilt den Kranken, die Krankheit ꝛc.; Das Pflaſter heilt ſehr gut; Jeſus heilete allerlei Seuche und Krankheit.</title></bibl> <bibl><author>Matth.</author> <biblScope>4, 23;</biblScope> <title>Er heilete ihre Kranken.</title></bibl> <bibl><biblScope>14, 14;</biblScope> <title>Daß er ſich h. ließe von den Schlägen.</title></bibl> <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> <bibl><author>Kön.</author> <biblScope>8, 29;</biblScope> <title>Der du die Erde beweget und zerriſſen haſt, heile ihre Brüche.</title></bibl> <bibl><author>Pſ.</author> <biblScope>60, 4;</biblScope> <title>Heile meine Seele.</title></bibl> <bibl><biblScope>41, 5;</biblScope> <title>Er heilet, die zerbrochenes Herzens ſind.</title></bibl> <bibl><biblScope>147, 3;</biblScope> <title>Bis der Grimm des Herrn über ſein Volk wuchs, daß kein H. mehr da war.</title></bibl> <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> <bibl><author>Chr.</author> <biblScope>36; 16;</biblScope> <title>Gift muß man bisweilen mit Gift h.</title></bibl> <bibl><author>Alexis</author>  <title>H.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 3, 208;</biblScope> <title>Die Übel der Menſchheit muß man h., unerbittlich.</title></bibl> <bibl><author>Börne</author> <biblScope>2, 36;</biblScope> <title>H. könnet die Wunden ihr nicht, die Amor geſchlagen, | aber Linderung kommt .. von euch [Muſen].</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>1, 247;</biblScope> <title>Zuletzt heilt ihn | allgegenwärtiger Balſam | all-h–der Natur.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 60;</biblScope> <title>Beſſer wär’s, wenn wir ihn h. könnten, lieber gleich | auf treuen Rath des Arztes eine Kur | verſuchten, dann mit dem Geheilten froh | den neuen Weg des friſchen Lebens gingen.</title></bibl> <bibl><biblScope>13, 104;</biblScope> <title>Wie den Bezauberten von Rauſch und Wahn | der Gottheit Nähe leicht und willig heilt.</title></bibl> <bibl><biblScope>127;</biblScope> <title>Wenn das Vertrauen heilt, ſo heil’ ich bald [ihn].</title></bibl> <bibl><biblScope>165;</biblScope> <title>Sprich es aus, | ein hohes Wort, das mich zu h. töne.</title></bibl> <bibl><biblScope>315;</biblScope> <title>Die Verſtimmung konnte nicht geheilt werden.</title></bibl> <bibl><biblScope>22, 211;</biblScope> <title>Ein großer Schmerz heilt [macht vergeſſen] einen kleinern.</title></bibl> <bibl><author>Tieck</author>  <title>Cymb.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 2;</biblScope> <title>Blickt ſie erröthend wieder hin | und heilt den erſten Stich</title></bibl> — ſogleich durch einen zweiten. <bibl><author>W.</author> <biblScope>11, 164;</biblScope> <title>Den Schmerz .. durch Mitgefühl zu h.</title></bibl> <bibl><biblScope>193;</biblScope> <title>Von dieſer Narrheit wenigſtens ſollteſt du geheilt ſein.</title></bibl> <bibl><biblScope>9, 5 ꝛc.</biblScope></bibl> — c) (ſ. b) ſo auch <bibl><biblScope>refl.:</biblScope> <title>Sich durch Diät h.; Wir können uns von dem Krebsſchaden der Vorurtheile vieler Jahrtauſende noch nicht h.</title></bibl> <bibl><author>Heinſe</author>  <title>A.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 41 ꝛc.,</biblScope> <title>auch (vgl. 1): Ein Schaden, ein Übel heilt ſich von ſelbſt, wird heil; Fehler der Jugend, die ſich unvermerkt von ſelbſt h.</title></bibl> <bibl><author>W.</author></bibl> — d) zu <bibl><biblScope>b:</biblScope> <title>Die Heilung, das</title></bibl> <bibl><author>L.</author> <biblScope>(5, 305)</biblScope> <title>nur in dem beſchränkten Sinne von</title></bibl> <bibl><biblScope>1</biblScope> <title>gelten laſſen wollte: „Heilung kann nur von äußerlichen Schäden geſagt werden“, während es heute (ſ. auch</title></bibl> <bibl><author>Adelung)</author>  <title>allgm. heißt (vgl. Heil-Kunde, -Kunſt, -Mittel ꝛc.): Die Heilung des Kranken, des Blinden, des Fieberkranken, des Geiſteskranken; Daß hier nur von Linderung, nicht von Heilung des Übels die Rede ſei.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>22, 95;</biblScope> <title>Soll ihm vielleicht | der edlen Glieder grauſame Verſtümmlung, | Verluſt, ſtatt Heilung angekündigt werden?</title></bibl> <bibl><biblScope>13, 315;</biblScope> <title>Ein Fieber, zu deſſen Heilung ſein Arzt eine Luftveränderung für nothwendig erachtete.</title></bibl> <bibl><author>Stahr</author>  <title>Rep.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 174;</biblScope> <title>Er will durch dies Mittel viele Heilungen Schwindſüchtiger bewirkt haben ꝛc.</title></bibl> — Ferner: Der Heiler, jetzt gw. nur mit einem Zuſatz z. B. des Kranken, des Übels ꝛc.; früher allgm. <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>Arzt; ferner</title></bibl> <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>Heiland.</title></bibl> — 3) (mundartl., veralt.) kaſtrieren, geilen (ſ. d. 2b), dazu: Der Heiler, ſowohl Einer, der Thiere kaſtriert. <bibl><author>Spate,</author>  <title>vgl. Schweinſchneider, Gelzer (ſ. Gelt</title></bibl> <bibl><biblScope>I,</biblScope> <title>Anm.), als auch: junges Pferd oder Rind, das verſchnitten worden und noch nicht oder noch nicht ſeitLangem wieder ganz geheilt iſt.</title></bibl> <bibl><author>Schm.;</author>  <title>Milchheiler, ein während des Abtränkens verſchnittnes Stierkalb.</title></bibl> <bibl><author>Stalder,</author>  <title>vgl. Heilbock ꝛc. und Ver-h. (2).</title></bibl></sense>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">Goth. <bibl><biblScope>hailjan ꝛc.</biblScope></bibl> — In Bed. <bibl><biblScope>3</biblScope> <title>nach</title></bibl> <bibl><author>Adelung</author>  <title>aus „Geilen“ (ſ. d. und vgl. Gelt, Anm.).</title></bibl></p>
        </note>
        <p type="compositions">
          <p type="introduction">Zſſtzg. z. B.: Áb- [1]: heil werden mit Rückſicht auf das Abfallen des ſich auf Wunden ꝛc. bildenden Schorfs: Der Grind, die Blattern haben oder ſind abgeheilt; Die Blattern jucken am meiſten beim A. ꝛc., ſelten tr. — An-, intr. (ſein): heilend anwachſen und tr.: ſo anwachſen machen, etwas Abgehauenes ꝛc., z. B.: einen Finger, die Naſe ꝛc. — Āūs-, intr. (ſein), refl. und tr.: vollſtändig heilen: Seine Wunde weiß er auszukühlen, | mit Zauberwort die tiefſten auszuheilen. G. 2, 14; 10, 262; Der Schaden wird ſich auch wieder a. laſſen. vHorn Schmj. 59; Von ſeiner bisherigen Lebensweiſe ſich innerlich auszubeſſern und auszuheilen. Mörike N. 343; Dieſen Krebsſchaden gründlich auszuheilen. Pz 2, 33; Auszuruhn, | die Luſt, den Gram der Erde auszuheilen. Rückert (Wackernagel 2, 1566); Als nun von ſeinen Wunden Graf Ulrich ausgeheilt. Uhland 420; Iſt eure Freundſchaft völlig ausgeheilt | und zugewachſen oder droht die Wunde, | bald wieder aufzubrechen? W. HB. 1, 77 ꝛc. — Die gänzliche Ausheilung aller Wunden, die ein beinahe 20jähriger Krieg dem Staate geſchlagen. W. 8, 245. —</p>
          <entry type="sub"><comp>Dúrch-:</comp> in allen ſeinen Theilen aus-h.: Juckt euch der Buckel wieder? Seid ihr ſchon durchgeheilt? G. 9, 198. — Eīn-, intr. (ſein): bei der Heilung einer Wunde mit einwachſen: Die Kugel iſt eingeheilt und tr.: e. laſſen. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Ver-:</comp> <sense n="1)">1) <bibl><biblScope>intr.</biblScope> <title>(ſein) und</title></bibl> <bibl><biblScope>refl.:</biblScope> <title>heil werden und</title></bibl> <bibl><biblScope>tr.:</biblScope> <title>heil machen,</title></bibl> — von Wunden ꝛc., zu-h., das als <bibl><biblScope>refl.</biblScope> <title>minder, als</title></bibl> <bibl><biblScope>tr.</biblScope> <title>mehr üblich iſt: Angeſchoſſene und wieder verheilte Elephantenzähne.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>27, 69;</biblScope> <title>Die Nerve, wo der alte Schmerz .. ſich verheilt hat. Stein</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 315;</biblScope> <title>Dem Bruch einer Rippe, der nach einigen Wochen verheilte.</title></bibl> <bibl><author>Roſenkranz</author></bibl> <bibl><author>(Prutz</author>  <title>DM.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 2, 14).</biblScope></bibl> —</sense><sense n="2)">2) <bibl><biblScope>[3]</biblScope> <title>wie ähnl. Ausdr. in der ältern Sprache auch mit Dat., indem als Obj. „die Hoden“ zu ergänzen iſt: Ein Rind, ſo ihme nicht verſchnitten, verheilet oder ausgeworfen wird, nennet man es einen Farren.</title></bibl> <bibl><author>Ryff</author>  <title>Th.</title></bibl> <bibl><biblScope>9;</biblScope> <title>Sp.</title></bibl> <bibl><biblScope>61;</biblScope> <title>[Eunuchen], welches Verſchnittene oder Verheilte geweſen.</title></bibl> <bibl><author>Garzoni</author> <biblScope>975;</biblScope> <title>Ein Verheiler, ein Beutelſchneider, ein Hodenarzt. ebd., ſ. Gelt</title></bibl> <bibl><biblScope>I,</biblScope> <title>Anm.</title></bibl> — <comp>Zū-:</comp> Verh. <bibl><biblScope>1</biblScope> <title>und</title></bibl> <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> <bibl><author>Spate.</author></bibl> — Zuſámmen-, <bibl><biblScope>intr.</biblScope> <title>(ſein): heilend zuſammenwachſen und</title></bibl> <bibl><biblScope>tr.:</biblScope> <title>Dies bewirken, auch übertr.: Z., was gezwieſpaltet war.</title></bibl> <bibl><author>Goltz</author> <biblScope>1, 236.</biblScope></bibl></sense></entry>
        </p>
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