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        <title>Artikel „Hauch“</title>
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            <surname>Sanders</surname>
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            <surname>Göttel</surname>
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        </editor>
        <editor>
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            <surname>Wiegand</surname>
            <forename>Frank</forename>
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          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
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          <orgName role="hostingInstitution" xml:lang="de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW)</orgName>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „Hauch“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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        <form type="lemma">
          <orth expand="Hauch" orig="Hāūch">Hāūch</orth>
          <pc>,</pc>
          <gramGrp><pos norm="noun">m.,</pos><gen norm="masculine"/> –(e)s; –e; -:</gramGrp>
        </form>
        <sense n="1)">1) die Ausſtoßung des Athems durch den geöffneten Mund, und der ſo ausgeſtoßne Athem, dann allgm.: der Athem (ſ. d.), auch übertr. z. B. auf das Wehn der Luft, des Windes, zumal das leiſe, ſanfte, doch auch ſtärkres u. rauhes, — auf das von Etwas Ausſtrömende u. ſich Verbreitende, z. B. den Duft von Blumen, ſo auch auf Geiſtiges ꝛc.: Der H. trübt den Spiegel; Bis zum letzten H.; In allen Wipfeln <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>ſpüreſt du | kaum einen H.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>1, 79;</biblScope> <title>O laß den reinen H. der Liebe dir | die Gluth des Buſens leiſe wehend kühlen.</title></bibl> <bibl><biblScope>13, 48;</biblScope> <title>Dringt doch der H. ſolcher Umgebungen durch alle Mauern.</title></bibl> <bibl><biblScope>39, 73;</biblScope> <title>Wo dich der Athem der Bäume wie ein H. Gottes anwehte.</title></bibl> <bibl><author>Immermann</author>  <title>M.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 141;</biblScope> <title>Dein eifriges Beſtreben | war: ſpät im eitlen H. der letzten Welt [im Munde der ſpäten Nachwelt, von ihr genannt] zu leben.</title></bibl> <bibl><author>Käſtner</author></bibl> <bibl><author>(L.</author> <biblScope>5, 55);</biblScope> <title>Ein jeder H. von ihm iſt Sturm.</title></bibl> <bibl><author>Rückert</author>  <title>Roſt.</title></bibl> <bibl><biblScope>80;</biblScope> <title>Flieht ſeines Lebens leichter H. dahin.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>24b;</biblScope> <title>Mit des Windes H. Mycenen zugeflogen.</title></bibl> <bibl><biblScope>28b;</biblScope> <title>Wie Zephyr’, deren H. das Veilchen küſſt.</title></bibl> <bibl><author>Tieck</author>  <title>Cymb.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 2;</biblScope> <title>Wie der grimme H. des Nordens fchüttelt | er unſre Knoſpen ab.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 4;</biblScope> <title>Zwanzig Blaſebälge .. athmeten alle feuererweckende H–e.</title></bibl> <bibl><author>Stolberg</author>  <title>Jl.</title></bibl> <bibl><biblScope>18, 472;</biblScope> <title>[Bis ſie] mit H. plötzlich die Lampe löſcht.</title></bibl> <bibl><author>V.</author> <biblScope>3, 4 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense>
        <sense n="2)">2) Sprachl.: der beim ſtärkern oder ſchwächern Hauchen hervorgebrachte Laut, namentl. der des h: Dann ſollten ſie [die Buchſtaben im Hebr.] einmal wieder einen leiſen H., dann einen mehr oder weniger harten Kehllaut andeuten. <bibl><author>G.</author> <biblScope>20, 151 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense>
        <sense n="3)">3) Bez. des Leichteſten, Unbedeutenden, ſchnell Hinſchwindenden, in dünner Schicht Etwas Bedeckenden (ſ. Farben-H. und vgl. Duft) ꝛc.: Dagegen will <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>ich keinen H. und keinen Pulsſchlag leugnen.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>13, 149,</biblScope> <title>nicht das Geringſte; Das Leben iſt ein Augenblick, | der Menſch ein H.</title></bibl> <bibl><author>Gotter</author> <biblScope>1, 235;</biblScope> <title>Ein H. biſt du, | abhängig aller Änderung der Luft.</title></bibl> <bibl><author>V.</author>  <title>Sh.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 190 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense>
        <sense n="4)">4) ſ. Hauk.</sense>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">Mhd. <bibl><biblScope>hüchen, kûchen,</biblScope> <title>vgl. ſchwzr.</title></bibl> <bibl><biblScope>chuchen,</biblScope> <title>hauchen (in der Basler Bibel von</title></bibl> <bibl><biblScope>1523</biblScope> <title>noch als „ausländig“ erklärt durch „blaſen, wehen“), Tonw., ſ. keuchen.</title></bibl> — Goth. <bibl><biblScope>kukjan,</biblScope> <title>küſſen, wozu vielleicht das erſt nhd. heucheln (ſ. d.) gehört, zunächſt in der Bed.: liebkoſend ſchmeicheln.</title></bibl></p>
        </note>
        <p type="compositions">
          <p type="introduction">Zſſtzg. unerſchöpflich mit Beſtimmungsw., z. B.: Bis die Sonne im Weichen den Nebel ſeinen Abend- H. über den See breiten ließ. G. 14, 188; Wenn der Alpen-H. [Gebirgswind] ihre Spitzen und Kronen rührte. Immermann M. 2, 137; Begeiſtrungs-H. Zw. Schweſtern 1, 24; Es durchrieſelt ihn kalt wie ein Eiſes-H. Bodenſtedt 1, 21; Farben-H. [3], | wann er verklärt ſinnigen Stoff [in Gemälden]. Platen 2, 178; Nun ſchwillt vom Frühlings-H–e Lebenskraft. G. 13, 275; Das umwehte ſie mit Geiſter-H–en. Gutzkow R. 9, 163; Der Verleumdung Gift-H.; Den Lebens-H. ihrer Hoffnungen noch einen Augenblick verlängern. G. 22, 97; Aller erquickende Lebens- H. H. Rel. 7, 250; Im Lenz-H. webt der Geiſt des Herrn. Matthiſſon 15; Sei geſegnet, Lippen-H.! Platen 2, 346; Sie laſſen ſich vom Nacht-H. wecken. Schwab 441; Naſen- H., nam. auch [2] das Ausſprechen der Gaumenlaute durch die Naſe; Was für ein fremder Peſt-H. goß | ſich in dein Ohr? Tieck Cymb. 3, 2; Sie [die Melodie] umfloß mein Ohr wie Säuſel-H. V. Sh. 2, 273; Mit der Kehl’ aufwirbelndem Ton-H. | widergehallt. Baggeſen 2, 314; Wechſel-H. und Kuß! | Liebesüberfluß! G. 1, 192; Die Haare naß vom Wellen-H. Freiligrath Pol. 2, 41; Mein Buſen fühlt ſich jugendlich erſchüttert | vom Zauber- H., der euren Zug umwittert. G. 11, 3; Von deinem Drohen, Ewiger, | vom Oden deines Zorn-H–s. Mendelsſohn Pſ. 18, 16 ꝛc., — ferner mit Vorſ., vgl. Zſſtzg. von Hauchen, z. B.: Án-: der Einen anwehende, ſich an Etwas anlegende Hauch: Von ſeinem Grabe her ſtärkt uns der A. ſeiner Kraft. G. 30, 49; Mit einem bläulichen A. [Anflug]. 27, 188; Ein A. von den allerkleinſten weißen Amethyſtkryſtallen. 40, 242; [Der Spiegel zeigt] einen feuchten A. Platen 4, 325; Eine Leiche .., deren A. fliehn auch die Geringen. Rückert Mak. 2, 175; Sandt’ eine Gottheit uns der Begeiſterung | heilvollen A.? V. 3, 4 ꝛc. — So: Weil dieſer Farben-A. ſo fein und leicht war. Stahr Nat. Zeit. 7, 371; In einem Feuer-A. zu Aſche verkohlte. Alexis H. 2, 2, 211; Leiſe ſtieg ihr .. Roſen-A. | in der Wangen zart durchſichtige Bläſſe. Geibel Jun. 317 ꝛc. —</p>
          <entry type="sub"><comp>Āūf-:</comp> aufſteigender Hauch: Heftiges Seufzen erſtickte den wolluſt-athmenden A. Baggeſen 1, 150; 2, 99 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Āūs-:</comp> ausſtrömender Hauch: Mit dem erſten A–e ſeiner wunderſamen Begeiſterung. Bouterweck Gſch. 1, 66; Den erquickenden aromatiſchen A. [der Nelke]. Engel 1, 339; Eines ſo ſubtilen materiellen Weſens, das gleichſam nur wie ein geiſtiger A. wirkt. G. 39, 184; EvKleiſt 2, 9; [Der Kolibri, der] auf Blumen ſchwebend, ſich nur von ihrem A–e nährt. Thümmel 5, 202; 6, 53; 7, 21 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Eīn-:</comp> der eingeblaſene, einſtrömende Hauch: Ob er ſich dieſen Ton auf einer Flöte denkt, wo er nach dem E. verſchwindet. Engel 8, 340; Sie [die Eigenliebe] flüſterte ihm ſo leiſe, daß er ihren E. vielleicht für die Stimme ſeines guten Genius hielt, den Gedanken zu. W. 6, 8; Welt-End’ und Anfang iſt ſein Wechſelauseinhauch. Rückert W. 2, 23. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Míß-:</comp> ſchlimmer, widriger, ſchädlicher Hauch: Ausgeraſt hat endlich der Oſt mit ruſſiſchem M. V. 3, 59; Die ſchädlichen M–e [Winde]. Ant. 1, 261; Br. 2, 245; Myth. 1, 262 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Über-:</comp> überfliegender Anhauch: Deren gelber Schein dem weißen Teint . .. einen orientaliſchen Ü. gab. Gutzkow R. 6, 32 u. ä. m.</entry>
        </p>
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