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      <titleStmt>
        <title>Artikel „haspeln“</title>
        <author ref="https://viaf.org/viaf/61594915/">
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            <surname>Sanders</surname>
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            <surname>Göttel</surname>
            <forename>Sebastian</forename>
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            <surname>Wiegand</surname>
            <forename>Frank</forename>
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          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
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          <orgName role="hostingInstitution" xml:lang="de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW)</orgName>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „haspeln“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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        <form type="lemma">
          <orth expand="haspeln" orig="Háſpeln">Háſpeln</orth>
          <pc>,</pc>
          <gramGrp><pos norm="verb">tr.</pos><subc norm="transitive"/> und — mit leicht ergänzbarem Objekt — <pos norm="verb">intr.</pos><subc norm="intransitive"/> (haben):</gramGrp>
        </form>
        <sense>auf einen Haſpel oder mit einem Haſpel aufwinden: Erz aus der Grube, Garn h.; Der Bindfaden von einem runden Haſpel ab auf einen viereckigen haſpelte. <bibl><author>Lichtenberg</author> <biblScope>5, 245;</biblScope> <title>Das Garn richtig gehaſpelt.</title></bibl> <bibl><author>Möſer</author>  <title>Osn.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 107;</biblScope> <title>Die Mutter erzählte, wenn ſie haſpelte. Ph.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 46;</biblScope> <title>Welche gehaſpeltes Garn von der Wind’ abſpulte.</title></bibl> <bibl><author>V.</author> <biblScope>2, 151 ꝛc.</biblScope> <title>Übertr., wobei man theils auf etwas Geſpinſtähnliches, theils auf das Schnelle und Haſtige, theils auf das Kreisförmige, theils auf das Einförmige der Bewegung und den ſchnurrenden Ton, theils auf das Mühſame und Anſtrengende (vgl. Winden) ꝛc. ſieht (ſ. Zſſtzg.), z. B.: Als er die ganze Wirrnis aus einander zu h. [vgl. den Ggſtz.: ver-h.] ſuchte.</title></bibl> <bibl><author>Auerbach</author>  <title>D.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 140;</biblScope> <title>Da haſpelten [ſtoben ꝛc.] ſie Alle auseinander.</title></bibl> <bibl><author>Bettine</author>  <title>Br.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 257;</biblScope> <title>Um die weiße Hand zu zeigen, | haſpelt er am Halſe [bewegt die Hand hin und her].</title></bibl> <bibl><author>Heine</author>  <title>Rom.</title></bibl> <bibl><biblScope>207;</biblScope> <title>Als er</title></bibl> <bibl><biblScope>..</biblScope> <title>uns ſo kümmerlich in dieſem Sturme h. [uns hin und her bewegen] ſah.</title></bibl> <bibl><author>Münchhauſen</author> <biblScope>85;</biblScope> <title>Wie die [ſtrickenden] Finger nur immer beim Thee und bei Muſik</title></bibl> zaſpeln und h. <bibl><author>Tieck</author>  <title>NovKr.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 120;</biblScope> <title>In der Meinungsfabrik als h–der, zwirnender, rühriger und ſtets thätiger Knecht. GſN.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, VII;</biblScope> <title>Flächſene Heldengedichte, | die haſpl’ ich ſchnellerweis [ſ. Schneller].</title></bibl> <bibl><author>Uhland</author> <biblScope>461;</biblScope> <title>Einem Handel,</title></bibl> <bibl><biblScope>..</biblScope> <title>wobei es immer ’was zu h. und zu ſpinnen ... giebt.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>12, 184;</biblScope> <title>Die Spinne ... fing an zu h. und zu weben.</title></bibl> <bibl><author>Zachariä</author>  <title>ꝛc.; Sich feſt h., ver-h., vgl. Los-h.</title></bibl></sense>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">S. Haſpen und vgl. Zaſpeln und damit Zappeln, Happeln. Nach <bibl><author>Schm.</author>  <title>heißt der Haſpel mundartl. auch</title></bibl> Haſtel „und dazu Ab-haſt(n)en, abhaſpeln, vgl. Haſt.</p>
        </note>
        <p type="compositions">
          <p type="introduction">Zſſtzg. (vgl. überall die von Haſpen) — in der Bed.: haſpelnd gehen, entweder refl. oder als intr. (ſein),z. B.: Áb-: Garn, Fäden von den Kokons a. ꝛc.; übertr.: Das friſchquillende Leben läſſt ſich nicht an .. Kategorieen auf- und wieder a. Auerbach SchV. 67; Vorgeſtern als „Lear“ aufgetreten, geſtern den „Dallner“ abgehaſpelt. MBeer Br. 13; Die Predigt haſpelt ſich ſo weiter ab. Börne 2, 136; Am Hofe ihres Bruders unbedeutende Tage abzuhaſpeln. G. 9, 179; Redensarten a. Immermann M. 1, 51 ꝛc.; Sich a., ſich haſpelnd abarbeiten, vgl.: ſich zer-h. —</p>
          <entry type="sub"><comp>Án-:</comp> Angehaſpelt kommen, haſtig, mit mühſam und ſtark bewegten Händen und Beinen. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Āūf-:</comp> Erz a., herauf-h., heraufwinden; Garn a., auf den Haſpel oder zu Ende winden, aufweifen, vgl.: Ich nannte es eine Weife, weil man damit [mit dem Roſenkranz] in einem andächtigen Haushalte den Faden des Gebets in richtige Gebinde aufzaſpelt. König Kl. 1, 210; Sich a., ſich aufrappeln, ſich emporwinden; Zu ſeinem Erſtaunen haſpelten ſich alsbald die ſieben Schlöſſer auf. Muſäus M. 5, 129 [ſprangen auf, öffneten ſich]. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Fórt-:</comp> weiter-h., z. B.: Der Görge haſpelt ſich im Traume weiter fort [geht — mit verbundnen Augen — tappend fort]. Lichtwer 138. — Hêr-, Hín- ꝛc.: Soll ich dir jedes Wort aus dem Hals heraushaſpeln. Wagner Kind. 28; Ein Gewebe in der Küpe herumhaſpeln ꝛc. Karmarſch 1, 160; 744; 2, 376; Indem er am Hals herumhaſpelte. Heine Lut. 2, 102; Als würden alle Eingeweide langſam aus dem Leibe hervorgehaſpelt. Vogt Oc. 2, 154; Ich konnte mich nicht hindurchhaſpeln [hindurcharbeiten, hindurchwinden], ſo ſehr ich mich ſtellenweis angezogen fand. HVoß JP. 101 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Lōs-:</comp> durch angeſtrengte Bewegung losmachen: Kann er darin gefangen ſich l. Alexis H. 1, 2, 52; 1, 1, 219. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Nāch-:</comp> haſpelnd hinterdrein kommen ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Ver-:</comp> haſpelnd verwirren, verheddern: Daß er ſich immer verhaſple, wenn er einen zuſammenhängenden Vortrag halten wollte. Auerbach D. 4, 102; Holtei Jahr. 1, 162; Du biſt verhaſplet und verwickelt mit zeitlichen Sorgen. Keiſersberg Poſt. 185; Die Lüge, in die er ſich eben v. wollte.Prutz Eng. 2, 175; 1, 193 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Vorǖber-:</comp> Da haſpelte auf langen Beinen ein großer Käfer vorüber. Kohl Südr. 1, 320. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Zer-:</comp> haſpelnd entzwei machen ꝛc., z. B.: Der Wetteifer des Franzoſen, das Deutſche zu radbrechen [ſ. d.], wie Jene ihr Franzöſiſch zerhaſpelten. König Jer.; Sich z., ſich haſpelnd zerarbeiten, vgl.: Sich ab-h. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Zurück-:</comp> Wenn er auf ein Fuhrwerk ſich nicht lud, | hat ſich der Kerl, krummbeinig, wie er iſt, | Glock zehn Uhr Nachts noch nicht zurückgehaſpelt. HKleiſt Kr. 91 u. ä. m.</entry>
        </p>
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