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        <title>Artikel „hart“</title>
        <author ref="https://viaf.org/viaf/61594915/">
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            <surname>Sanders</surname>
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            <surname>Göttel</surname>
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          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „hart“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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        <lbl>II.</lbl>
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          <orth expand="hart" orig="Hárt">Hárt</orth>
          <pc>,</pc>
          <gramGrp><pos norm="adjective">a.,</pos> härteſt:</gramGrp>
        </form>
        <sense n="1)">1) eigentl.: dem Eindringen eines andern Körpers widerſtehend. Dieſe Eigenſchaft kommt in gewiſſem Grade jedem, — abſolut keinem Körper zu. Man braucht daher h., im Ggſtz. von weich, von Dem, was einem eindringenden Körper einen bedeutenden — oder im Vergleich zu Gegenſtänden derſelben Art einen bedeutenderen Widerſtand als dieſe entgegenſetzt: Der Diamant, Stahl, Eiſen, Steine, Knochen ſind h–e Körper; der Diamant iſt von allen der härteſte (ſ. Härte); Ein Ei iſt h. gekocht oder h., im Vergleich zu einem weichgekochten oder weichen, ſo wenig es auch z. B. im Vergleich zu einem Stein h. heißen kann; Das Fleiſch iſt h., zäh, ſchwer zu kauen; Die Rinde des Brots iſt h., die Krume weich; Altes Brot iſt h.; Die Äpfel ſind noch h., nicht reif, ungenießbar; Die Wallnüſſe haben unter der weichen grünen Schale noch eine h–e braune; Eine h–e Nuß (ſ. d. und vgl.</sense>
        <sense n="2)">2) aufbeißen, aufknacken; Nicht auf weichen Daunen, ſondern auf der h–en Erde liegen (ſ. 2); Das weiche Wachs wird in der Kälte h. und ſpröde; H–e, ſchwielige Hände; H–e Haut; H–es oder Hart-Blei (ſ. d.), durch einen Zuſatz von Antimon härter als das reine Blei; H–es Eiſen, durch einen größern Gehalt an Kohle ſich dem Stahl nähernd; H–e [friſche] Schlacke; H–es Holz; Pockholz iſt faſt ſo h. wie Meſſing; Auf einen harten Klotz (ſ. d.) gehört ein h–er oder grober Keil, Sprchw., auch übertr., vgl. <bibl><biblScope>5b;</biblScope> <title>H–e Hirnhaut, die äußere,</title></bibl> <bibl><biblScope>dura mater;</biblScope> <title>Der h–e Gaumen, der eigentliche im Ggſtz. des weichen Gaumens, d. i. des Gaumenſegels; H–es Futter (ſ. d.), Körner, Ggſtz. rauhes Futter; H–es Getreide oder Korn, Hartkorn (ſ. d.), Ggſtz. Hafer (ſ. d.) ꝛc.</title></bibl> — S. im Folg. Anwendungen u. Ubertragungen von <bibl><biblScope>1.</biblScope></bibl> — 2) H. in Bezug auf die Einem erregte Empfindung: Etwas liegt Einem h. [unverdaulich, ſchwer, drückend] im Magen; Auf der Britſche liegt man h., den Druck gegen den Körper empfindend, indem ſie ſich nicht wie ein Federbett anſchmiegt; H–es Lager; Eine h–e Nuß, inſofern ſie dem Aufbeißenden große Schwierigkeit macht ꝛc., und ſo übertr.: Eine h–e [ſchwere] Aufgabe, Bedingung, Fordrung (ſ. 5d), Zumuthung; Ein h–es Muß; H–e Entbehrungen; Ein h–er Orden, der Einem ſolche auflegt, von der ſtrikten Obſervanz; Ein h–er Strauß, der Einem Viel zu ſchaffen macht; Einen h–en [bedrängten, unangenehmen] Stand haben; Eine h–e Lage, eine drückende, die man übel empfindet; Ein h–es Loos; Ein h–er [ſchwerer, empfindlicher] Schlag, Verluſt; H–e Strafe, Züchtigung, Buße, Pein; Einen h. ſtrafen; züchtigen; Etwas h. ahnden; Etwas h. büßen; Einen h. anfaſſen, derb, ſo daß er’sgehörig fühlt; Einem h. zuſetzen; H. in ihn dringen; Ihn h. ſchlagen, plagen, verklagen, beſchuldigen; Einen h. anfahren, anlaſſen; Einen h–en [ſchweren] Fall thun; Eine h–e Krankheit; H–e Arbeit, Dienſtbarkeit, Knechtſchaft; H–e Zeiten; Mit h–er Mühe, mit h–er [genauer, knapper, vgl. <bibl><biblScope>14]</biblScope> <title>Noth Etwas zwingen; H. hören, ſchwer, mit Anſtrengung, vgl. harthörig; Einen h–en Stuhlgang, h–en Leib (z. B.</title></bibl> <bibl><author>V.</author>  <title>Hor.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 157)</biblScope> <title>haben, vgl. hartleibig; Das wird h. halten; Etwas kommt Einem h. an, fällt Einem h. [ſchwer] ꝛc.; Das Volk noch härter geplagt.</title></bibl> <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> <bibl><author>Moſ.</author> <biblScope>5, 23;</biblScope> <title>Wer die Naſe h. ſchneuzet, zwingt Blut heraus.</title></bibl> <bibl><author>Spr.</author> <biblScope>30, 33;</biblScope> <title>Es iſt ein h–er Dienſt, wenn man trinken muß, anſtatt zu ſchlafen.</title></bibl> <bibl><author>Hebel</author> <biblScope>3, 320;</biblScope> <title>Da befiel mich von der h–en [anſtrengenden, ſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>4]</biblScope> <title>Reiſe eine Krankheit.</title></bibl> <bibl><author>Hölderlin</author>  <title>H.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 85;</biblScope> <title>Dieſes Wort verdroß ihn ſehr h.</title></bibl> <bibl><author>Luther</author> <biblScope>1, 128a;</biblScope> <title>Ein h–es Jahr, | wo im Land nicht Speiſe war.</title></bibl> <bibl><author>Rückert</author>  <title>Morg.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 206;</biblScope> <title>Ein fallender Hagel war genug, ihn dem härteſten Mangel auszuſetzen. H. alſo war das Loos des Ackermanns gegen das gemächliche ruhige Loos des Hirten.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>1010b;</biblScope> <title>Von der Gnade leben | hochſinnig eigenwilliger Vaſallen, | Das iſt das H–e für ein edles Herz.</title></bibl> <bibl><biblScope>456b;</biblScope> <title>Du thuſt einen h–en Angang.</title></bibl> <bibl><author>Stilling</author> <biblScope>3, 125;</biblScope> <title>Dies war ein h–er Knoten.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 122;</biblScope> <title>H. iſt die Noth, die mich antreibt.</title></bibl> <bibl><author>V.</author>  <title>Od.</title></bibl> <bibl><biblScope>10, 273;</biblScope> <title>Die Wahl, was hier zu thun, | iſt h. für eine Dejanire.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>12, 24 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense>
        <sense n="3)">3) (ſ. 2) in Bezug aufs Wetter — Ggſtz. milde — von (anhaltend) großer Kälte und von rauhem, ſtürmiſchem Wetter: Ein h–er Winter, Froſt; Schiff.: Ein h–er oder ſteifer Wind; Des Windes wegen, der ziemlich h. blies. <bibl><author>Forſter</author>  <title>R.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 141;</biblScope> <title>Es müßte ſo h. frieren, daß alle Menſchen auf einen Tag erfrören.</title></bibl> <bibl><author>Luther</author> <biblScope>5, 468b;</biblScope> <title>H–es Wetter ſei es geweſen auf der See.</title></bibl> <bibl><author>Mügge</author>  <title>Vogt</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 54 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense>
        <sense n="4)">4) (ſ. 2) Ein Pferd trabt h., hat einen h–en Trab, ſowohl in Bezug auf den dem Reiter beſchwerlichen, ihn angreifenden Gang, als auf die Ausdauer des Pferds in der Strapaze: Nachdem ein Roß h. geritten, ihm erſtlich ein wenig Heu fürwerfen. <bibl><author>Ryff</author>  <title>Th.</title></bibl> <bibl><biblScope>42; 49 ꝛc.,</biblScope> <title>ſ. Harttraber, und</title></bibl> Schiff.: Ein Schiff ſegelt härter [ſchneller] als ein andres, vgl. <bibl><biblScope>13.</biblScope></bibl> —</sense>
        <sense n="5)">5) den auf Etwas eindringenden Wirkungen Widerſtand entgegenſetzend, ſo daß es davon nicht ſehr angegriffen, nicht ſehr ergriffen wird, ſie nicht ſehr empfindet ꝛc.: <sense n="a)">a) vom Körper, Ggſtz. weichlich, verzärtelt, ſchwächlich ꝛc.: H. gewöhnt, erzogen ſein; Sich h. halten; Die ebräiſchen Weiber ſind h–e [kräftige] Weiber: ehe die Wehmutter zu ihnen kommt, haben ſie geboren. <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> <bibl><author>Moſ.</author> <biblScope>1, 19;</biblScope> <title>Wiewohl euch Gott bisher einen feſten, h–en Leib [dauerhaft, kräftig, geſund, verſch.</title></bibl> <bibl><biblScope>2]</biblScope> <title>gegeben.</title></bibl> <bibl><author>Luther</author> <biblScope>5, 12b;</biblScope> <title>Die ſpartaniſchen Wärterinnen wurden wegen der h–en Erziehung, die ſie den Kindern gaben, in ganz Griechenland berühmt.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>1021b ꝛc.,</biblScope> <title>vgl. Härten, Abhärten.</title></bibl> — b)den Einwirkungen auf Geiſt und Seele, auf Kopf und Herz (ſ. d) ſtark widerſtehnd, ihnen nicht ſehr zugänglich, davon wenig ergriffen und berührt, z. B.: Eine h–e Stirn (ſ. d.) haben, wenig Schamgefühl, aber auch: unbeugſam, unnachgiebig ſein, ſich durch Beweggründe und Rückſicht auf Andre nicht oder doch nur ſehr ſchwer von dem Gewollten abbringen laſſend und davon weichend, ähnlich: Einen harten Nacken (ſ. d. u. vgl. hartnäckig), Sinn, Kopf haben, welches letztre aber auch bezeichnet: einen dem Lernen ſchwer zugänglichen Kopf oder Verſtand haben, hartlernig (ſ. d.) ſein; Ein h–es Herz (vgl. d) haben ꝛc.; Es thut nicht gut, wenn zwei h–e [eigenſinnige, auf ihrem Sinn beſtehnde] Köpfe an ein- ander gerathen; ſo auch ſprchw.: Zwei h–e Steine mahlen ſelten kleine, oder: H. gegen H. thut niemals gut (ſ. c) ꝛc.; Sie haben h–e Köpfe (Stirnen) und verſtockte Herzen. <bibl><author>Heſ.</author> <biblScope>2, 4; 3, 7;</biblScope> <title>Alſo ward das Herz Pharao verſtockt . .. und der Herr ſprach ..: Das Herz Pharao iſt h.</title></bibl> <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> <bibl><author>Moſ.</author> <biblScope>7, 14;</biblScope> <title>Ich weiß, daß du h. biſt und dein Nacken iſt eine eiſerne Ader und deine Stirn iſt ehern.</title></bibl> <bibl><author>Jeſ.</author> <biblScope>48, 4;</biblScope> <title>Erweichten ihren h–en Sinn | und machten endlich Friede.</title></bibl> <bibl><author>B.</author> <biblScope>13a;</biblScope> <title>Auch ſcheint mein Bruder | ein h–er Kopf zu ſein.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>8, 17,</biblScope> <title>auf eignem Sinn beſtehend ꝛc.</title></bibl> — Ahnlich: Ein h–er [zäher] Zahler, von dem ſchwer Geld zu bekommen iſt. — c) (ſ. <bibl><biblScope>b</biblScope> <title>und vgl.</title></bibl></sense><sense n="a)">a) zuw. in lobendem Sinn: üblen Einwirkungen mit Feſtigkeit widerſtehnd: Weil ihr Gottlob ſo h. [Stand] gehalten und feſt geſtanden. <bibl><author>Luther</author> <biblScope>6, 11b;</biblScope> <title>Es will einen ſolchen Menſchen haben, der h. gegen h. ſei, daß er ſich Nichts abſchrecken noch übertäuben und keinen Undank noch Bosheit der Welt überwinden laſſe.</title></bibl> <bibl><biblScope>5, 355a,</biblScope> <title>vgl.</title></bibl> <bibl><author>Heſ.</author> <biblScope>3, 8 ff.</biblScope></bibl> — Ahnlich: Ein h–es Leben, gewöhnl. ein zähes. — Ferner: Ein h–er [feſter, tiefer] Schlaf. <bibl><author>Jeſ.</author> <biblScope>29, 10;</biblScope> <title>H. entſchlafen.</title></bibl> <bibl><author>Schaidenreißer</author> <biblScope>41a ꝛc.</biblScope></bibl> — Vgl. auch: H. [feſt, zäh] an Etwas halten. <bibl><author>Jer.</author> <biblScope>8, 5.</biblScope></bibl> — d) (ſ. b) namentl. unberührt von Mitgefühl oder Mitleid; ohne Rückſicht darauf, wie hart (ſ. 2) den Nächſten das Verfahren treffe und berühre, verfahrend: Ein h–es Herz haben (ſ. Hartherzig); H. gegen Jemand, gegen die Dürftigen <bibl><author>(Sir.</author> <biblScope>4, 1)</biblScope> <title>ſein; Wie kann man ſo h. [lieblos, ohne Milde] über einen Unglücklichen urtheilen!; Ich fürchtete mich vor dir, denn du biſt ein h–er Mann.</title></bibl> <bibl><author>Luk.</author> <biblScope>19, 21;</biblScope> <title>Ein h–er König ſoll über ſie herrſchen.</title></bibl> <bibl><author>Jeſ.</author> <biblScope>19, 4;</biblScope> <title>Mit heftigen und bittern Worten . . ſetzte er mir zu und ſagte manches h–e.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>18, 343;</biblScope> <title>Nach h. verſtändiger Menſchen Art, die, wenn ſie Jemand durch eigne Schuld unglücklich ſehen, kein Mitleid fühlen, ja vielmehr durch unzeitige Gerechtigkeit gedrungen, das Übel durch Vorwürfe vermehren.</title></bibl> <bibl><biblScope>22, 234;</biblScope> <title>Laß mich h. ſcheinen, damit ich milde ſein kann.</title></bibl> <bibl><author>Steffens</author>  <title>Malk.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 151;</biblScope> <title>Wilhelm ſtellte ſich h. gegen ihn, allein der Abſchied machte ihn nur deſto weicher.</title></bibl> <bibl><author>Stilling</author> <biblScope>2, 45 ꝛc.</biblScope></bibl> — Vgl. <bibl><biblScope>2,</biblScope> <title>inſofern h. ſowohl von Dem gilt, von welchem Etwas ausgeht, als von Dem, den es trifft, z. B.: H–e Strafen, Urtheile, Fordrungen; Einen h. anlaſſen, anreden; Nachdem der König ihm viel H–es geſagt.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>30, 177 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense></sense>
        <sense n="6)">6) H. näch dem Eindruck, den Etwas auf das Schönheitsgefühl, auf das feinere Empfindungsvermögen (äſthetiſch) macht, ſo nämlich, daß dies einen Anſtoß darin findet, nicht glatt und leicht darüber hinweg kann, z. B.: H–e [Ggſtz. fließende] Verſe, Reime; Wörter, in denen mehrere ſehr heterogene h–e Konſonanten [vgl. <bibl><biblScope>7]</biblScope> <title>zuſammenſtoßen, die weder leicht und angenehm auszuſprechen noch auch anzuhören ſind, . . . z. B. ſchöpfte, ſchröpfte, ächzte, krächzte ꝛc.</title></bibl> <bibl><author>B.</author> <biblScope>346b;</biblScope> <title>H. in der Verſe Geſtaltung.</title></bibl> <bibl><author>V.</author>  <title>Hor.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 43;</biblScope> <title>Die Auslaſſung des Hilfszeitworts hat hier etwas H–es [für das Sprachgefühl Anſtößiges]; Eine h–e Schreibart, der es an Leichtigkeit und Anmuth fehlt; Eine h–e Metapher, inſofern ſie ſich nicht leicht und ungezwungen ergiebt ꝛc.; Ein Gemälde iſt h., wenn die Umriſſe eckig, die Ubergänge ſchroff und nicht vermittelt ſind; Der Maler führt einen h–en Pinſel; Der Übergang aus einer Tonart in die andre iſt h., ſchroff, nicht gehörig vorbereitet und vermittelt; Ein Ton iſt h., entweder an und für ſich, rauh, nicht ſanft, anmuthig oder ohne angenehme Zuſammenſtimmung mit andern; Das H–e entſteht durch plötzlich abgebrochne Übergänge, durch öftere Unterbrechungen der graden, leichten, natürlichen Folge der Rede oder der Töne, der Vorſtellungen, der Formen, der Farben, der Lichter und Schatten; Wo mißlungen der Schnitt, wo h. und ſpröde der Guß iſt.</title></bibl> <bibl><author>V.</author>  <title>Hor.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 128 ꝛc.</biblScope></bibl> — So auch: Was die Franzoſen Tournüre nennen, iſt eine zur Anmuth gemilderte Anmaßung. Man ſieht daraus, daß die Deutſchen keine Tournüre haben können: ihre Anmaßung iſt h. [ſchroff hervortretend und verletzend, ſ. <bibl><biblScope>5d]</biblScope> <title>und herb, ihre Anmuth mild und demüthig.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>3, 176.</biblScope></bibl> —</sense>
        <sense n="7)">7) (ſ. 6) vergleichsweiſe, Gramm.: H–e Konſonanten: P, T, K, — im Ggſtz. zu den entſprechenden „weichen“: B, D, G. — Muſ.: H–e (Dur-)Tonleiter mit großer Terz, — im Ggſtz. zur „weichen“ (Moll-)Tonleiter mit kleiner Terz. So auch: H–er und weicher Dreiklang. — 8) (vgl. 6) H–es Waſſer, das viel erdige, kalkige Theile enthält, ſo namentl. Brunnenwaſſer, im Ggſtz. zum weichen, d. i. fließenden oder Regenwaſſer. — 9) (vgl. 6) Das Bier, der Wein iſt h., herbe, ſäuerlich. — 10) (vgl. 6) Arzn.: H–er Puls, ſich wie eine geſpannte Saite anfühlend, Ggſtz. weicher Puls. — 11) H–es Geld, in größern geprägten Stücken, im Ggſtz. zum Papiergeld und zur Münze, dem ſogenannten ,,kleinen Geld“: H–e Thaler ꝛc. — 12) H. (mund- artlich, veraltend, vgl. 13), laut, z. B.: Nun las er h. <bibl><author>Stilling</author> <biblScope>1, 95;</biblScope> <title>Henrich lachte h.</title></bibl> <bibl><biblScope>139; 3, 156;</biblScope> <title>Sich mit Gewalt halten, daß er nicht h. weinte und heulte.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 95.</biblScope></bibl> — 13) H., heftig, von großer Stärke, als Adv. ſehr, vgl. <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> — Außerdem (ſ. 4) nur noch vereinzelt und veralt., z. B.: Deß erſchrak Belſazar noch härter [heftiger, mehr]. <bibl><author>Dan.</author> <biblScope>5, 9;</biblScope> <title>Nimm dich doch meiner nit ſo h. an, ſondern allein mit ſanften Worten vermahn und bitt, ſie wöllen aufhören.</title></bibl> <bibl><author>Schaidenreißer</author> <biblScope>69a [16, 278];</biblScope> <title>Folgende Nacht werden Ihre Fürſtl. Gn. gar h. ſchwach.</title></bibl> <bibl><author>Schweinichen</author> <biblScope>3, 128 ꝛc.</biblScope></bibl> — 14) H. (adv.), unmittelbare Nähe bezeichnend, dicht (nach <bibl><author>Adelung</author>  <title>fälſchlich „ſeltner werdend“).</title></bibl> <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> <bibl><author>Moſ.</author> <biblScope>25, 27; 28, 28;</biblScope></bibl> <bibl><author>Jer.</author> <biblScope>6, 22;</biblScope> <title>Warum der .. Beiwagen dem Poſtwagen h. vorführe.</title></bibl> <bibl><author>Börne</author> <biblScope>2, 90;</biblScope> <title>H. hinter’s Rappen Hufen.</title></bibl> <bibl><author>B.</author> <biblScope>15a;</biblScope> <title>H. trat ſie zu ihm hin.</title></bibl> <bibl><biblScope>157a</biblScope> <title>(vgl.: „Trat dicht zu ihm hin“. 213b); Eine Bai h. unter dieſem Vorgebirg.</title></bibl> <bibl><author>Forſter</author>  <title>R.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 370;</biblScope> <title>H. am Pfad in einer Blende.</title></bibl> <bibl><author>Freiligrath</author> <biblScope>1, 7;</biblScope> <title>Der Abgrund liegt h. vor uns.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>9, 184;</biblScope> <title>Ich ſchlich mich h. am Stuhl vorbei.</title></bibl> <bibl><biblScope>11, 112; 31, 291;</biblScope> <title>Der Weg geht h. an der Planke des Thiergartens vorbei.</title></bibl> <bibl><author>L.</author>  <title>Gal.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 1;</biblScope> <title>Seine Thür h. vor der Naſe ſchließen.</title></bibl> <bibl><author>Müllner</author> <biblScope>6, 49; 5, 98;</biblScope> <title>Klomm h. hinter ihr empor.</title></bibl> <bibl><author>Rückert</author>  <title>Roſt.</title></bibl> <bibl><biblScope>32a;</biblScope> <title>Du biſt irgend an einem Galgen h. vorbeigeſtreift.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>709b;</biblScope> <title>H. an ihm.</title></bibl> <bibl><biblScope>149a;</biblScope> <title>Niſtet ſich h. an ihn. ebd.; Legt h. vor’s Schlüſſelloch | ſein lauſchend Ohr.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>11, 222 ꝛc.</biblScope></bibl> — Zuweilen auch zeitlich: Hart vor dem Eſſen ward ein Schluck bitterer Mageneſſenz genommen. <bibl><author>Engel</author> <biblScope>1, 361 ꝛc.</biblScope></bibl></sense>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">Goth. <bibl><biblScope>hardus,</biblScope> <title>vgl. harren.</title></bibl> — Vgl. gr. xαρτερóς, ſtark, ꝛαρτα, ſehr (ſ. <bibl><biblScope>13,</biblScope> <title>wie auch lat.</title></bibl> <bibl><biblScope>validus,</biblScope> <title>ſtark, und</title></bibl> <bibl><biblScope>valde,</biblScope> <title>ſehr) ꝛc.</title></bibl> — Mundartl., veralt. Steigrung ohne Uml., z.B.: Harter ſegeln ꝛc., wie umgekehrt im Poſit. Hert. <bibl><author>Schaidenreißer</author> <biblScope>11b ꝛc.</biblScope> <title>(ahd..</title></bibl> <bibl><biblScope>herti,</biblScope> <title>mhd. herte).</title></bibl></p>
        </note>
        <p type="compositions">
          <p type="introduction">Zſſtzg. nam. den Grad der Härte durch einen Vergleich ausdrückend, ſ. Härte 1, ferner z. B.: Bēīn-: hart wie Knochen: Ring von b–em Holz. Auerbach D. 1, 11; O ihr ſtein- und beinharte Gemüther! o ihr eiſenharte und eiskalte Herzen. SClara. —</p>
          <entry type="sub"><comp>Bérg-:</comp> B–e Schlacken [aus denen ſich nicht alles Metall herausbringen läſſt]. Grimm. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Blāū-:</comp> ſ. Glas-h. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Bóck-:</comp> ſehr hart. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Dēmant-:</comp> D–e Stärke eines Charakters. JP. 42, 112. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Eīſen-:</comp> Zerſchlag ſie wollenweich, | ſo bleibet doch der Sinn ſtahl-, ſtein- und eiſenhart. Rachel 1, 132 ꝛc. — Als Hw.: Der E., Name von Pflanzen, Verbena officinalis u. Aconitum napellus; Das E., in Steiermark eine Art eiſenſchüſſiger Goldſand, — wo die Endſilbe vielleicht anderm Stamm angehört. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Fêder-:</comp> hart wie eine Stahlfeder; bei Einigen = elaſtiſch. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Félſ(en)-:</comp> O f–es Herz, erweicht dich nicht das Flehen? Lichtwer 254; F–e Pein. Mühlpforth 2, 35 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Gélb-:</comp> ſ. Glas-h. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Glās-:</comp> hart wie Glas, namentl. vom Stahl, der, wenn er glühend plötzlich ſtark abgekühlt wird, hart und ſpröde wie Glas wird; G–e Feile; Für die meiſten Schneidewerkzeuge iſt der g–e Stahl zu ſpröde und wird deßhalb enthärtet (an- oder nachgelaſſen), d. h. vorübergehend erhitzt, wodurch er, je nach dem Grade der Erhitzung, an Härte und Spröde verliert. Man unterſcheidet daher nach der Anlauffarbe, die mit der ſteigenden Temperatur von Strohgelb, Dunkelgelb durch Purpurroth, Violett, Dunkelblau zuletzt in Grau übergeht, auch die Grade der Härte, Gelb-h. ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Hálb-:</comp> (Miner.) ſich nur wenig mit dem Meſſer ſchaben laſſend, aber keine Funken gebend. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Hólz-:</comp> Streckte ſich auf den h–en Sopha. Gutzkow R. 8, 8. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Hórn-:</comp> H–e Haut. Forſter R. 1, 211. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Mármor-:</comp> Dem m–en jungen Mann. W. 20, 304. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Rōth-:</comp> ſ. Glas-h.; (Forſtw.) roth-brüchig, -ſtreifig. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Stāhl-:</comp> St–e Kalkflanken der Hochgräte. Tſchudi Th. 469. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Stēīn-:</comp> St. . . und ohne Grütze iſt dein Kopf. Prutz W. 14. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Stóck-:</comp> Auch ſind wir nicht ſo gar ſtock- oder ſteinhart, daß wir unſer [Ge-]Fahr nicht bedenken. Luther 6, 379b. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Wáſſer-:</comp> (Töpfer.) vom Thon, ziemlich, doch nicht völlig getrocknet. — Wétter- [5a]: durch und gegen das Wetter gehärtet: Trotzige, w–e Naturen. Auerbach Tag. 108; Aus all den w–en Zügen. König Jer. 3, 356 ꝛc. — u. ä. m.</entry>
        </p>
      </entry>
    </body>
  </text>
</TEI>
