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      <titleStmt>
        <title>Artikel „Handlung“</title>
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            <surname>Sanders</surname>
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            <surname>Göttel</surname>
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            <surname>Wiegand</surname>
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          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
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          <orgName role="hostingInstitution" xml:lang="de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW)</orgName>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „Handlung“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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          <orth expand="Handlung" orig="Hándlung">Hándlung</orth>
          <pc>,</pc>
          <gramGrp><pos norm="noun">f.;</pos><gen norm="feminine"/> –en; –s-:</gramGrp>
        </form>
        <sense>von handeln (ſ. d.), namentl.:</sense>
        <sense n="1)">1) (von handeln 2g) das Handeltreiben u. danach auch die Anſtalt zum Betrieb des Geſchäfts, das Lokal mit aller Zubehör, und dann auch wie das ſinnverwandte „Geſchäft“ (ſ. d. und vgl. namentl. Handlungshaus) der Inhaber eines Geſchäfts als ſolcher, ſ. Handel <bibl><biblScope>5,</biblScope> <title>namentl. auch in Bezug auf die unzähligen Zſſtzg.: Die H. erlernen; Sich der H. widmen ꝛc.; Eine H. [ein Geſchäft] etablieren, begründen, kaufen; In einer H. Burſche, Lehrling, Diener, Kommis ſein; In einer H. Etwas kaufen; Er hat ſeine H. verkauft; Dieſe H–en konkurrieren (wetteifern) mit einander; Viele H–en haben ihre Zahlungen einſtellen müſſen ꝛc.</title></bibl> — Veraltend ſt. Handel (5), kollektiv, z. B.: Denk an die Städte, die Edeln, das Volk, an die H., den Feldbau, die Gewerbe! <bibl><author>G.</author> <biblScope>9, 183;</biblScope> <title>So lange Deutſchlands gegenwärtige Regierungsverfaſſung dauret, wird es nie zu der Größe in der H. gelangen, wozu es nach ſeinen Kräften gelangen könnte.</title></bibl> <bibl><author>Möſer</author>  <title>Ph.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 259;</biblScope> <title>Daß der hanſeatiſche Bund den Sund und die H. auf Dänemark ꝛc. behauptete.</title></bibl> <bibl><biblScope>261;</biblScope> <title>Dieſe güldenen Zeiten der deutſchen H.</title></bibl> <bibl><biblScope>262;</biblScope> <title>Das Handwerk zugleich mit der H. geſunken.</title></bibl> <bibl><biblScope>263 ꝛc.</biblScope> <title>und ganz veralt. in Mz.:- Mit ihren Bälgen werden große H–en getrieben.</title></bibl> <bibl><author>Brockes</author> <biblScope>9, 278,</biblScope> <title>vgl.: Einzelne H–en erfreuen ſich in Folge des</title></bibl> Schmuggelhandels eines bedeutenden Wohlſtandes, aber im Ganzen liegt der Handel ſehr darnieder ꝛc. — Zſſtzg. ſ. Handel <bibl><biblScope>5</biblScope> <title>und Händler</title></bibl> <bibl><biblScope>1,</biblScope> <title>wobei jedoch zu beachten iſt, daß nach dem Sprachgebrauch (ſ. o.) H. ein eigens eingerichtetes Lokal für die Waaren vorausſetzt: Die Indianer leben großentheils vom Pelzhandel, ſie ſind Pelzhändler, aber ſie haben keine Pelz-H–en, wie die Kürſchner in unſern Städten; Die Bauerfrau, die ihre Eier zum Verkauf nach der Stadt bringt, iſt eine Eierhändlerin, hat einen Eierhandel, aber keine Eier-H. Ebenſo ſind für: Pferde-, Vieh-, Sklaven-, Schmuggel-Handel ꝛc. die entſprechenden Zſſtzg. mit H. unüblich, dagegen gäng u. gebe: Buch-, Butter-, Material-, Mehl-, Tabacks-, Tuch-, Wein-H. und tauſend ähnliche, ferner z. B.: Groß-, Klein- oder Detail-, Ausſchnitt(s)-H. ꝛc., übertr.: Dieſes iſt die Groß-H. des Stücks [Dramas], die Ausſchnitt- H. wirft folgenden Gewinn ab.</title></bibl> <bibl><author>Börne</author> <biblScope>1, 227 ꝛc.;</biblScope> <title>Verlags-H.</title></bibl> <bibl><author>V.</author>  <title>Ant.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 238;</biblScope> <title>Haupt-H. (verſch. 3) im Ggſtz. der Neben- oder Unter-H–en, Kommanditen, ſ. Unterhandeln, Anm. ꝛc.</title></bibl> —</sense>
        <sense n="2)">2) von handeln (ſ. d. 2e) im weiteſten Sinne: die ſich thätig kundgebende Außerung einer Kraft, von einem mit Abſicht thätigen Weſen, u.: das durch ſolches Thun Bewirkte: Gute, böſe, freie, ſittliche H–en; Eine H. der Wohlthätigkeit, der Menſchenliebe; Seine H–en entſprechen ſeinen Reden nicht; Eine H. iſt immer gut und löblich, immer ein Schritt und nur das ekle Weilen iſt todt. <bibl><author>Chamiſſo</author> <biblScope>5. 36:</biblScope> <title>Zu ſo einer</title></bibl> Demuths-H. [demüthigenden H.] ſich entſchließen. <bibl><author>G.</author> <biblScope>29, 226;</biblScope> <title>H. | iſt der Welt allmächtiger Puls.</title></bibl> <bibl><author>Platen</author> <biblScope>2, 195;</biblScope> <title>Der angebornen Farbe der Entſchließung | wird des Gedankens Bläſſe angekränkelt | und Unternehmungen voll Mark und Nachdruck, | durch dieſe Rückſicht aus der Bahn gelenkt, | verlieren ſo der H. Namen.</title></bibl> <bibl><author>Schlegel</author>  <title>Haml.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 1;</biblScope> <title>Eine</title></bibl> Frevel-H. faſſt die andre <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>in enggeſchloßner Kette grauſend an.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>384a ꝛc.</biblScope></bibl> — Der Begriff der Abſicht und Selbſtbeſtimmung tritt zuw. etwas zurück: Wie ſchwer hielt es, dieſen guten Willen der Nation für ſeine politiſchen Entwürfe zu beſtimmen und in H. [Wirkſamkeit] zu ſetzen. <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>880a;</biblScope> <title>Weil er nur inſofern Dichter iſt, als er durch eine freie</title></bibl> Selbſt-H. [Selbſtthätigkeit] unſrer Einbildungskraft ſeinen Zweck erreicht. <bibl><biblScope>1241a ꝛc.</biblScope></bibl> — So will <bibl><author>Adelung</author>  <title>für die natürlich und von ſelbſt erfolgenden Funktionen des thieriſchen Körpers, wie die Verdauung, den Blutumlauf ꝛc. die Bez.: natürliche H–en einigermaßen gelten laſſen, obgleich, wie</title></bibl> <bibl><author>Campe</author>  <title>richtig bemerkt, ſie gewöhnlich und füglicher: Natürliche oder thieriſche Verrichtungen ꝛc. heißen, vgl. die Anwendung von H. im weiteſten Sinn für alles Geſchehende: Gegenſtände, die neben einander oder deren Theile neben einander exiſtieren, heißen Körper, .. Gegenſtände, die auf einander oder deren Theile auf einander folgen, heißen überhaupt H–en. Folglich ſind H–en der eigentliche Gegenſtand der Poeſie [wie Körper der Malerei].</title></bibl> <bibl><author>L.</author> <biblScope>6, 464.</biblScope> <title>Doch halte man dazu nähere Beſt. wie: Eine Reihe von Bewegungen, die auf einen Endzweck abzielen, heißt eine H.</title></bibl> <bibl><biblScope>11, 144;</biblScope> <title>Eine H. nenne ich eine Folge von Verändrungen, die zuſammen ein Ganzes ausmachen.</title></bibl> <bibl><biblScope>5, 370,</biblScope> <title>und dazu: Dem Sprachgebrauche nach heißt gemeiniglich Das eine H., was einem gewiſſen Vorſatze zu Folge unternommen wird ꝛc.</title></bibl> <bibl><biblScope>380 ꝛc.</biblScope></bibl> — (S. 3.) —</sense>
        <sense n="3)">3) Äſthet. (ſ. 2) eine in einer Dichtung dargeſtellte Reihe auseinander folgender Veränderungen, inſofern ſie aus der Thätigkeit handelnder, d. h. mit Abſicht wirkender Weſen hervorgehn: Daß in einem Gedichte nur dann und inſofern H. iſt, als wir darin eine Veränderung durch die Thätigkeit eines Weſens werden ſehen, das mit Abſichten wirkt. <bibl><author>Engel</author> <biblScope>4, 131;</biblScope> <title>Die H. in einem Drama, Epos, Roman iſt einfach, verwickelt, ſpannend, anziehend; Die H. rückt im dritten Akt kaum aus der Stelle, ſteht ſtille; Der Chor reinigt das tragiſche Gedicht, indem er die Reflexion von der H. abſondert.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>488b;</biblScope> <title>Ein Witzling ſagte von</title></bibl> <bibl><author>Gutzkow’s</author>  <title>Uriel Akoſta: Lauter Juden und keine H. [vgl.</title></bibl> <bibl><biblScope>1] ꝛc.</biblScope></bibl> — Zſſtzg. z. B.: Die gaukelnde Naīvetät einer Schäfer-H. [Schäferſpiel, Paſtorale ꝛc.]. <bibl><author>Kant</author>  <title>SchE.</title></bibl> <bibl><biblScope>40 ꝛc.,</biblScope> <title>beſonders aber:</title></bibl> Haupt- H. (verſch. 1), im Ggſtz. von Neben-H., Zwiſchen-H., Epiſode ꝛc. —</sense>
        <sense n="4)">4) Bühnenw.: Akt, Aufzug (ſ. Abhandeln 5), veralt. mit Rückſicht auf <bibl><biblScope>3.</biblScope></bibl> —</sense>
        <sense n="5)">5) Unterhandlung, Verhandlung, z. B.: Aus den Reichsabſchieden und andern teutſchen H–en. <bibl><author>Leibnitz</author> <biblScope>1, 457;</biblScope> <title>Zwiſchen den beiden Frauen daſelbſt H. zu pflegen, es iſt aber die H. mehrentheils ohne Frucht abgegangen.</title></bibl> <bibl><author>Schweinichen</author> <biblScope>3, 15 ꝛc.</biblScope> <title>Jetzt gewöhnl. nur in Zſſtzg. wie:</title></bibl> Friedens-H. ꝛc., vgl. Verhandeln (4). —</sense>
        <sense n="6)">6) veralt. ſtatt Streithandel, Fehde: Fing ſich die H. mit dem Markgrafen und Denen von Nürnberg an. <bibl><author>Berlichingen</author> <biblScope>48</biblScope> <title>(ſ. Handel 3).</title></bibl></sense>
        <p type="compositions">
          <entry type="sub">Zſſtzg. ſ. o. (nam. <sense n="1)">1) u. vgl. die Zſſtzg. von Handeln, je in den letzten Nummern. Beſ. zu erwähnen bleibt danach nur noch: Thāt- <bibl><biblScope>[2]:</biblScope> <title>im Ggſtz. einer innern Handlung, einer innern Seelenthätigkeit, eine zur äußern That gewordne, verwirklichte: Es iſt hier nicht von einem bloßen Vorſatz oder Wollen, ſondern von einer Th. des Beklagten die Rede ꝛc.</title></bibl> <bibl><author>Campe;</author>  <title>Vom eigentlichen Schaffen als einer Th., vom Entſtehen als „Anfang des Seins nach dem Nichtſein“ haben wir weder Begriff noch Erfahrung.</title></bibl> <bibl><author>Humboldt</author>  <title>K.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 87;</biblScope> <title>Die Phyſiognomie zeigt Nichts als Fähigkeit und Kraft zu wirken, die Th–en beſtimmen den Gebrauch derſelben.</title></bibl> <bibl><author>Muſäus</author>  <title>Ph.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 43; 56 ꝛc.,</biblScope> <title>ſo nam. auch: gewaltthätige Handlung: Wenn nicht zugleich ganz unerlaubte Th–en und Umſtände mitbeſcheinigt ſind.</title></bibl> <bibl><author>Mecklenb.</author></bibl> <bibl><author>Erbvergl.</author>  <title>§</title></bibl> <bibl><biblScope>328;</biblScope> <title>Haben Sie ihm nicht zugeſagt, keine Th–en mehr zu unternehmen, wie die bei Weinsberg?</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>9, 120,</biblScope> <title>vgl. ,,thätliche Handlung“.</title></bibl> <bibl><author>Berlichingen</author> <biblScope>263,</biblScope> <title>vgl. Thatſache, wofür Einige auch unpaſſend Th. gebrauchten.</title></bibl></sense></entry>
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