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        <title>Artikel „gut“</title>
        <author ref="https://viaf.org/viaf/61594915/">
          <persName>
            <surname>Sanders</surname>
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          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
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          <orgName role="hostingInstitution" xml:lang="de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW)</orgName>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „gut“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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          <orth expand="gut" orig="Gūt">Gūt</orth>
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          <gramGrp><pos norm="adjective">a.:</pos></gramGrp>
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        <sense>beſſer (ſ. d.), beſt (ſ. d.): die wünſchenswerthen Eigenſchaften im vollkommnen Maß habend, — wobei natürlich das Wünſchenswerthe nach Weſen und Beſtimmung des Gegenſtands und Anſicht des Sprechenden ſich verſch. modificiert, auch mancherlei Nebenbegriffe ſich einmiſchen: 1) vollkommen (abſolut): Niemand iſt g. denn der einige Gott. <bibl><author>Matth.</author> <biblScope>19, 17.</biblScope></bibl> — 2) tüchtig, gehörig; ſo wie es dem Ggſt., ſeiner Beſtimmung, den daran zu ſtellenden Anſprüchen gemäß ſein muß, vgl. das einen höhern Grad bezeichnende Vortrefflich ꝛc.: Cicero war ein g–er Redner, aber kein g–er (ein ſchlechter) Dichter; G–e Reden, Gedichte, Verſe, Reime, Bücher, Aufſätze ꝛc.; G–e Jäger, Schützen, Köche, Handwerker, Schüler, Tänzer, Sänger, Violinſpieler ꝛc.; G. ſchießen, kochen, arbeiten, tanzen, ſingen, geigen ꝛc.; Ein g–er Spürhund; Eine g–e Naſe, g–e Augen haben; Trotz ſeines Alters ſieht und hört er noch g.; Er kann nicht g. riechen; Einen g–en Geſchmack (ſ. d. und 6) haben; G–en Appetit haben; Wenn du g. ſchläfſt und g. iſſt (ſ. 6), ſo biſt du auch nicht krank; Das Schiff ſegelt g., iſt ein g–er Segler; Das Feuer im Ofen brennt g., der Ofen zieht g., hat einen g–en Zug; Das Zeug iſt ſehr g., aber der Schnitt des Kleids iſt nicht g. [taugt nicht]; G–e Waaren; G–er Wein, Taback; Ein g–es Glas (ſ. <bibl><biblScope>5</biblScope> <title>und Glas 2f) Wein und in ähnlicher Weiſe und Stellung: Eine g–e Pfeife Taback ꝛc.; auch ellipt.: Der Lindenwirth hat G–en [Wein, ſ. d.].</title></bibl> <bibl><author>Hebel</author> <biblScope>3, 319 ꝛc.;</biblScope> <title>Er ſpricht g. [fertig] Latein, ein g–es [muſterhaftes, reines] Latein; Dieſer Ausdruck iſt nicht g. deutſch, kein g–es Deutſch; G–es [echtes] Gold; In g–er [richtiger] klingender Münze; G. [echt, ganz] preußiſch geſinnt; Auf g. altteſtamentliche Weiſe einen Altar errichten.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>20, 47;</biblScope> <title>So ehrlich, g. knabenartig.</title></bibl> <bibl><author>Mörike</author>  <title>N.</title></bibl> <bibl><biblScope>64 ꝛc.</biblScope></bibl> — 3) (ſ. 2) tüchtig, gehörig in Bezug auf Maß und Intenſität: Einen g–en Zug, Schluck aus der Flaſche thun; Einen g–en Stiefel trinken; Eine g–e Tracht Prügel bekommen; Münchhauſen log g., aber du verſtehſt es noch beſſer; Er iſt ein g–er Lügner, ein g–er Taugenichts ꝛc.; Der Kaufmann wiegt g. (reichlich, Ggſtz.: knapp, vgl.: Schlecht gerechnet dreißig Thaler); G–es Geld, im Ggſtz. des geringern, leichten (ſchlechten); Ein g–er Groſchen <bibl><biblScope>(½</biblScope> <title>Thaler) im Ggſtz. zum Silbergroſchen</title></bibl> <bibl><biblScope>(¹₈₀</biblScope> <title>Thaler). Ferner</title></bibl> — ohne Steigrung — neben Maßbeſt., um das Reichliche zu bez., ſo daß man eher mehr als weniger annehmen darf: Ich muste g. eine Stunde oder eine g–e Stunde warten; Das ſind g. zwei oder zwei g–e Meilen; G. die Hälfte; Des Morgens g. um Achte. <bibl><author>G.</author> <biblScope>28, 168;</biblScope> <title>Nach einer g–en Stunde.</title></bibl> <bibl><author>Muſäus</author>  <title>M.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 28 ꝛc.;</biblScope> <title>Um ein G–es [Bedeutendes] näher gehen.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>18, 49;</biblScope> <title>Ein g. Stück, Theil ꝛc.; Du kannſt g. und gern zwei Thaler geben ꝛc.</title></bibl> — 4) taugend, nütz, fördernd, heilſam: Es iſt nicht g., daß der Menſch allein ſei; Dies Mittel iſt g. gegen (minder korrekt: für) Zahnſchmerzen; G–e Lehren geben; G–er Rath iſt theuer; Du haſt mir nicht g. gerathen; Den Armen G–es [Wohlthaten] thun; Die Tropfen werden dem Kranken g. thun (ſ. 2); Ich weiß beſſer, was dir g. iſt, als du ſelbſt; Muß ich denn wieder dieſen Schmerz als g. <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>und heilſam preiſen?</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>13, 162 ꝛc.;</biblScope> <title>Es gut mit Einem meinen, Deſſen Wohl und Intereſſe im Auge haben; Gegen Jemand g. geſinnt ſein; G. geſinnte Bürger, patriotiſche nach Jemandes Anſicht, nam. nach der der Machthaber ꝛc.</title></bibl> — Eine g–e [günſtige, vortheilhafte] Meinung von Etwas haben; G. auf Einen zu ſprechen ſein ꝛc.; G. zu Etwas, g. für Einen ſein, paſſend, brauchbar, genügend; Das Papier iſt g. zu Fidibus, zum Einpacken; Die Äpfel ſind g. zum Kochen, aber nicht als (zum) Nachtiſch; Der Fraß iſt g. für Schweine, nicht für Menſchen; Pervonte, ſei einmal zu Etwas g.! <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>lauf in den Wald ꝛc.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>12, 8 ꝛc.</biblScope></bibl> — 5) ſo wie man’s ſich wünſcht oder wünſchen kann, angenehm, erfreulich; Vergnügen, Wohlgefallen erregend ꝛc.: Es iſt hier g. wohnen, g. ſein ꝛc. (ſ. 10); Etwas ſchmeckt, riecht g., ſieht g. aus, hat einen g–en Geſchmack (ſ. 2), Geruch, ein g–es Ausſehn ꝛc.; „Wie geht’s dir?“ G.; Die Saat ſteht g.; Du ſtehſt dich g.; G–e Geſchäfte machen; In g–en Verhältniſſen leben; Es g. haben. <bibl><author>Pſ.</author> <biblScope>128, 2;</biblScope> <title>So ein Reiter hat es g., | weiß nicht, wie das Schleppen thut.</title></bibl> <bibl><author>Chamiſſo</author> <biblScope>3, 261 ꝛc.</biblScope> <title>(ſ. 10); In g–er Stimmung, bei g–er Laune, g–er Dinge, g–en (oder oft nach ältrer Deklin.: g–es) Muths ſein; G–er Hoffnung (ſ. o.); Ein g–es Gewiſſen (ſ. 11); In g–er Ruh; In g–em [glücklichem] Alter ſterben.</title></bibl> <bibl><author>Richter</author> <biblScope>8, 32;</biblScope> <title>G–e Nachricht, Botſchaft; Die g–e Gelegenheit benutzen; Das g–e Glück haben; Zur g–en [heil-, glückbringenden] Stunde ſei’s geſagt; Er iſt gekommen, recht zur g–en Stunde.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>13, 115 ꝛc.;</biblScope> <title>G–e Reiſe, Geſchäfte, Verrichtung wünſchen ꝛc. Daher als Grußformel (ſ. die Hw.): G–e Nacht; G–en Abend, Morgen, Tag; G–en Tag und g–en Weg (ſ. d.) ꝛc.</title></bibl> — G–e [wohlſchmeckende] Biſſen; Ein g–es Glas Wein (ſ. 2); G. eſſen und trinken; Einen g–en Tiſch führen; G. leben, in Genuß und Fülle; Sich g–e Tage machen ꝛc. — Zuw. auch nur wie „glücklich“ in Bezug auf Vermeidung von etwas Schlimmem: So g. aus einem ſo ſchlimmen Handel gekommen. <bibl><author>Klinger</author>  <title>F.</title></bibl> <bibl><biblScope>101.</biblScope></bibl> — 6) (ſ. 5) G. zur Bez. Deſſen, womit man zufrieden iſt (vgl. Topp ꝛc.), daher auch des Abgemachten, worüber überhaupt oder wenigſtens fürs Erſte Nichts weiter zu bemerken iſt, was man auf ſich beruhen läſſt ꝛc. So ſagt man z. B. zu einem Diener, der Etwas beſtellt hat und auf Beſcheid wartet: Es iſt g., um ihm zu ſagen, daß er keinen weitern Beſcheid bedarf; Etwas g. ſein laſſen, ſich zufrieden geben ꝛc. <bibl><author>G.</author> <biblScope>16, 143; 18, 169 ꝛc.;</biblScope></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>449a; 626b ꝛc.</biblScope> <title>So beim Erzählen, nam. in Märchen ꝛc., um von etwas damit Abgeſchloßnem zu etwas Andrem überzugehen: Nun, es war mir g.</title></bibl> <bibl><author>Stilling</author> <biblScope>1, 133;</biblScope></bibl> <bibl><author>Freiligrath</author>  <title>Garb.</title></bibl> <bibl><biblScope>104; 106;</biblScope> <title>Das war nun g., aber</title></bibl> — wie die alten Muhmen im Märchenton zu erzählen pflegen — auch nicht allzugut. <bibl><author>Kant</author>  <title>Buchm.</title></bibl> <bibl><biblScope>9;</biblScope> <title>Alſo g.</title></bibl> <bibl><author>Immermann</author>  <title>M.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 49;</biblScope> <title>Nun g.</title></bibl> <bibl><author>Prutz</author>  <title>Muſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 69;</biblScope> <title>Kurz (ſ. d.) und g.</title></bibl> <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>ohne Weitres: „So fiel mir ein, | euch kurz und g. das Meſſer an die Kehle | zu ſetzen“. Kurz und g.? und g.? Wo ſteckt | das G–e?</title></bibl> <bibl><author>L.</author>  <title>Nath.</title></bibl> <bibl><biblScope>5, 5.</biblScope></bibl> — Ferner: Und damit g. [abgemacht]. <bibl><author>Immermann</author>  <title>M.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 317;</biblScope></bibl> <bibl><author>Spindler</author>  <title>St.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 39 ꝛc.</biblScope></bibl> — Ferner <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>immerhin, es mag ſein, zugegeben ꝛc., mit nachfolgendem aber, doch ꝛc. (ſ. 10): Du willſt mir den Gefallen nicht thun? es iſt g., aber ich werde Dirs gedenken; Recht g., verſetzte Charlotte, recht wohl! Nur daß wir nichts Hinderndes, Fremdes hereinbringen.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>15, 9;</biblScope> <title>Schon g.! nur dauert es nicht lange.</title></bibl> <bibl><biblScope>11, 16;</biblScope> <title>Schon g.! nur muß man ſich nicht allzuängſtlich quälen.</title></bibl> <bibl><biblScope>80;</biblScope> <title>Alles wohl und g., aber Sie können hier noch ebenſo g. verloren ſein wie dort.</title></bibl> <bibl><author>Laube</author>  <title>DW.</title></bibl> <bibl><biblScope>5, 163;</biblScope> <title>G., doch welches ſind dieſe einzelnen Theile?</title></bibl> <bibl><author>L.</author> <biblScope>6, 420 ꝛc.</biblScope></bibl> — 7) (ſ. 5) anſtändig, fein, tadellos (vgl. Gentlemänniſch): Das iſt gegen den g–en Ton, die g–e Lebensart, Sitte, gegen die Sitte der g–en Geſellſchaft; Mit g–er Art, Manier; Von g–er Familie, von g–em Herkommen ſein; Er ſtammt zwar nicht aus vornehmem, aber doch aus g–em Hauſe; „Er iſt g–er Leute (ſ. verſch. 18) Kind“. <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>Wir auch nicht auf der Straße gefunden ſind.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>323b ꝛc.</biblScope></bibl> — 8) (ſ. 5) Sicherheit gewährend: Ich weiß es aus g–er Quelle; Ich hab’ es von g–er Hand. <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>627a;</biblScope> <title>Es liegt in g–er Hand. Gewiſſenhaft | wird es zu ſeiner Zeit zurückgegeben.</title></bibl> <bibl><biblScope>405b ꝛc.,</biblScope> <title>nam. kaufm.: Dies Handlungshaus iſt g. (zahlungsfähig, vgl. fein ꝛc.), iſt g. für dieſe Summe; G–e Schulden; Dies Papier iſt g. für</title></bibl> <bibl><biblScope>2000</biblScope> <title>Thaler, hat den Werth; Für einen Andern, für eine Summe g. ſein, g. ſagen (mundartl.: g. ſprechen.</title></bibl> <bibl><author>vHorn</author>  <title>Schmj.</title></bibl> <bibl><biblScope>11;</biblScope> <title>g. ſtehen.</title></bibl> <bibl><author>Hebel</author> <biblScope>3, 144),</biblScope> <title>bürgen; Das hat g–e Wege, deßhalb kann man ohne Sorge ſein, Das hat Nichts zu ſagen ꝛc.; vgl.: Damit hat es g–e Weile, man braucht ſich damit nicht zu übereilen ꝛc.; Glauben Sie nur nicht, ich wollte Sie mahnen, Das hat Zeit, Sie ſind mir g.</title></bibl> <bibl><author>Heine</author>  <title>Reiſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 294;</biblScope> <title>Ich ſage ihrer Jugend für alle Verführung g.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>204a;</biblScope> <title>Ich bin Euch g. | für Euren Zaum [verbürge Euch die Wiedererlangung].</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>11, 61; 15, 93 ꝛc.</biblScope></bibl> — 9) So g. wie oder alsbez. zunächſt Werthgleichheit: <bibl><biblScope>24</biblScope> <title>Groſchen ſind ſo g. wie ein Thaler ꝛc. und danach auch das Fehlen eines weſentlichen Unterſchiedes, eines zwiſchen dem Für und Wider entſcheidenden Grundes ꝛc.: Er kann es eben ſo g. thun wie laſſen; Er iſt heute gekommen, er hätte ebenſo g. geſtern kommen können; Das kann er ſo g. von dir, wie du von ihm erwarten ꝛc., nam. aber bez. es, daß Etwas freilich nicht iſt, aber doch ſo gelten darf, denſelben Werth hat, daß ſein Eintreten mit Sicherheit zu erwarten iſt (ſ. 8) ꝛc.: Drei Thaler, Das iſt ſo g. wie [faſt] gar Nichts; Der Proceß iſt ſo g. wie gewonnen, er iſt’s noch nicht förmlich, aber er wird es ſicher werden; Er hat mir’s ſo g. wie verſprochen, nicht förmlich; aber ſeine Worte haben den Werth eines Verſprechens; Somit iſt es ſo g. [ſo ſicher], als ob ich’s ſchon hätte; So g. als [faſt ganz] getrocknet.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>19, 184 ꝛc.</biblScope> <title>Mundartl. auch: So viel als.</title></bibl> <bibl><author>Gotthelf</author>  <title>U.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 252;</biblScope></bibl> <bibl><author>Hebel</author> <biblScope>3, 177; 175 ꝛc.</biblScope> <title>Zuw. auch: Ich will ihn wiederholen; | es iſt, ihr habt ihn ſchon.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>11, 65 ꝛc.</biblScope></bibl> — 10) (ſ. 5) leicht, mühelos, bequem, in Verbindung mit ſein und haben: Aus fremdem Leder iſt g. Riemen ſchneiden; Wer gern tanzt, Dem iſt g. geigen; Gelehrten iſt g. predigen; Hinterdrein iſt g. reden, hat man g. reden; Der Glückliche, der Behagliche hat g. reden. <bibl><author>G.</author> <biblScope>15, 144;</biblScope> <title>Sie haben g. ſchenken!</title></bibl> <bibl><biblScope>16, 278;</biblScope> <title>Wir haben g. und leicht vernünftig ſein.</title></bibl> <bibl><author>Tieck</author>  <title>GſN.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 36</biblScope> <title>u. v.;</title></bibl> — ausnahmsweiſe mit „zu“: Der Prieſter hat zu reden g. <bibl><author>Chamiſſo</author> <biblScope>4, 136.</biblScope> <title>Davon verſch. (nach dem franz.</title></bibl> <bibl><biblScope>avoir beau parler ꝛc.)</biblScope> <title>zur Bez. der Vergeblichkeit: Aber man hat g. reden, g. ſich und Anderen rathen [man mag immerhin reden ꝛc., es iſt umſonſt]; älter werden heißt ſelbſt: ein neues Geſchäft antreten.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>3, 204;</biblScope></bibl> <bibl><author>Höfer</author>  <title>V.</title></bibl> <bibl><biblScope>6;</biblScope></bibl> <bibl><author>OMüller</author>  <title>Med.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 325;</biblScope></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>487a;</biblScope> <title>Darum hat dein Sohn auch g. nachſchlagen können und ihn nirgend gefunden.</title></bibl> <bibl><author>Tieck</author>  <title>N.</title></bibl> <bibl><biblScope>5, 423;</biblScope> <title>Die Jungfer hat g. [mag immerhin] winken: | ihr werdet doch kein ſolcher Waghals ſein?</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>20, 61</biblScope> <title>und wiederum verſch. mit ,,zu“ beim Infin.: Auch Dies iſt ſehr glücklich. Dein Titan hatte g., Alles zu ſein, was du willſt.</title></bibl> <bibl><biblScope>8, 147 =</biblScope> <title>er hatte es g., es traf ſich für ihn g., daß er Alles war (ſ. 5) ꝛc. Vgl.: An ſolche Geheimniſſe ſei nicht g. rühren.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>19, 182 =</biblScope> <title>Das taugt, frommt Nichts (ſ. 4); Ihr ſeid g. nach dem Tod ſchicken</title></bibl> <bibl><author>(Grimm</author>  <title>M. 200) oder: zu ſchicken.</title></bibl> — 11) (ſ. 2) recht, nam. auch: den Fordrungen des Sittengeſetzes, der Religion gemäß, fromm, gottgefällig ꝛc., von Sachen und von Perſ., die das Rechte zu thun ſtreben: Ein g–es Werk thun; Einen g–en Wandel führen; G–e Sitten; G–e Thaten; Ein g–er Ruf, Namen [der Ruf eines g–en Mannes ꝛc.]; Ein g–es Gewiſſen (ſ. 5); Daß du thueſt, was g. und recht iſt vor den Augen des Herrn. <bibl><biblScope>5.</biblScope></bibl> <bibl><author>Moſ.</author> <biblScope>6, 18;</biblScope> <title>Die Böſes g. und G–es böſe heißen.</title></bibl> <bibl><author>Jeſ.</author> <biblScope>5, 20;</biblScope> <title>Eine falſche Wage iſt nicht g.</title></bibl> <bibl><author>Spr.</author> <biblScope>20, 23;</biblScope> <title>Den g–en und frommen Herzen.</title></bibl> <bibl><author>Pſ.</author> <biblScope>125, 4;</biblScope> <title>Sie haben | einen g–en Mann begraben.</title></bibl> <bibl><author>Claudius;</author>  <title>Das Kind will recht und g. ſein, keinesweges will es, ſowie ein junges Thier, bloß wohl ſein.</title></bibl> <bibl><author>Fichte</author> <biblScope>7, 419;</biblScope> <title>G–es thu rein aus des G–en Liebe.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>4, 65;</biblScope> <title>Ein g–er Menſch in ſeinem dunkeln Drange | iſt ſich des rechten Weges wohl bewuſſt.</title></bibl> <bibl><biblScope>11, 16 ꝛc.</biblScope></bibl> — 12) (ſ. 11) beſtrebt und geneigt, das WohlAndrer thätig zu fördern: Edel ſei der Menſch, <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>hilfreich und g.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>2, 65;</biblScope> <title>G. [wohlthätig] gegen die Armen ſein.</title></bibl> — 13) (ſ. 12) freundlich und wohlwollend, milde, ſanft ꝛc.: Für Geld und g–e Worte; Ein g–es Wort findet eine g–e Stelle; Einem g–e Worte geben, ihn freundlich bitten; Er lächelte mich an, <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>ſo g. ein Bär nur immer lächeln kann.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>12, 234;</biblScope> <title>G–e Miene zum ſchlimmen Spiel machen; Etwas mit einem g–en Auge anſehen.</title></bibl> <bibl><author>Tieck</author>  <title>A.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 81:</biblScope> <title>Seine Diener loben ihn als einen g–en Herrn; G. gegen ſeine Diener ſein; Sie iſt freundlich und g. mit mir geblieben.</title></bibl> <bibl><author>Gutzkow</author>  <title>R.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 71;</biblScope> <title>Die Menſchen ſind wirklich ſehr g. mit mir.</title></bibl> <bibl><author>FSchlegel</author>  <title>Luc.</title></bibl> <bibl><biblScope>238 ꝛc.</biblScope> <title>Auch zuw.: G. zu Einem ſein.</title></bibl> <bibl><author>Auerbach</author>  <title>Barf.</title></bibl> <bibl><biblScope>117;</biblScope></bibl> <bibl><author>Lewald</author>  <title>W.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 403;</biblScope></bibl> <bibl><author>Stahr</author>  <title>Par.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 360 ꝛc.</biblScope> <title>(ſ 14).</title></bibl> — Zuw. auch nur die Beziehungen nicht geſtörten Friedens zu einander bezeichnend: In g–em Einverſtändnis, Vernehmen mit einander leben; „Biſt du [ſtehſt du dich] g. mit ihr?“ Wir ſind einander freundlich und dienſtlich. <bibl><author>G.</author> <biblScope>9, 193;</biblScope> <title>G–e Nachbarſchaft halten; „Wer da?“ G. Freund ꝛc.</title></bibl> — Andrerſeits auch <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>gefällig: Sei ſo gut und nimm ihm Das mit ꝛc.</title></bibl> — 14) Einem g. ſein, wohlwollend gewogen, liebevoll, zugethan; Wieder g. werden, aufhören, böſe (ſ. d. <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>erzürnt) zu ſein; Er kann lange bitten, ehe ich wieder g. werde.</title></bibl> <bibl><author>Benedir</author> <biblScope>5, 141;</biblScope> <title>Möcht’ ich Euch doch wieder g. mit einander ſehen.</title></bibl> <bibl><author>Merck’s</author>  <title>B.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 85.</biblScope></bibl> — 15) G. wie lieb ꝛc.: Mein Schatz iſt lieb und g. <bibl><author>G.</author> <biblScope>1, 163,</biblScope> <title>nam. in der Anrede von Perſonen oder perſon. Ggſt.: Guter Mond, du gehſt ſo ſtille ꝛc.; G–er Freund ꝛc., als abgeſchliffne Anrede oder Anruf</title></bibl> <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>heda ꝛc., oft auch mit iron. Nebenſinn: Wiſſt ihr auch, g–er Mann, daß ꝛc. [zornig drohend].</title></bibl> <bibl><author>Hebel</author> <biblScope>3, 437; 451;</biblScope> <title>G–er Wirth, wir ſind ſo kahl nicht!</title></bibl> <bibl><author>L.</author> <biblScope>1, 522; 500;</biblScope> <title>Der g–e Mann irrt, wenn er glaubt, ich werde Das ſo von ihm hinnehmen ꝛc.</title></bibl> — 16) arglos, gutmüthig, gutherzig, — auch hier (ſ. 15) oft mit dem iron. Nbnſinn des Einfältigen, der ſich leicht täuſchen, — des Schwachen, der ſich Alles gefallen läſſt ꝛc.: In g–em Glauben; Eine g–e treue Seele; Eine g–e alte Haut; Ein g–er Narr, ein g–es Schaf, eine g–e Schlafmütze; Schlicht und blind-g. <bibl><author>IP.</author> <biblScope>23, 203 ꝛc.</biblScope></bibl> — 17) pleonaſtiſch, wie ſchön (ſ. d.), neben Zeitbeſtimmungen für etwas überraſchend Eintretendes: Eines g–en Tages verreiſte er und vergaß leider das Wiederkommen. <bibl><author>Prutz</author>  <title>Muſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 65;</biblScope> <title>Sich eine g–e Nacht .. einzuſchleichen.</title></bibl> <bibl><author>Arndt</author>  <title>E.</title></bibl> <bibl><biblScope>23;</biblScope> <title>Genug, einen g–en Nachmittag ging ich ꝛc.</title></bibl> <bibl><biblScope>66.</biblScope></bibl> — 18) Einzelne Verbindungen mit Hauptw.: Ihr g–er [voller] Ernſt. <bibl><author>L.</author> <biblScope>12, 342;</biblScope> <title>Der g–e Freitag, Montag; Etwas für die g–e Hand [ein Trinkgeld] geben.</title></bibl> <bibl><author>Heine</author>  <title>Reiſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 132;</biblScope> <title>Zu guter Letzt [zum Schluß].</title></bibl> <bibl><author>Tieck</author>  <title>N.</title></bibl> <bibl><biblScope>7, 13;</biblScope> <title>Der Hof zu den g–en Leuten [Spital, nach</title></bibl> <bibl><author>Friſch</author> <biblScope>81*</biblScope> <title>zunächſt für die gewöhnlichen Kranken im Ggſtz. zu denen mit den böſen Blattern].</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>20, 25,</biblScope> <title>ſ. Gutleuthaus; Der g–e Ort [der jüdiſche Begräbnisplatz].</title></bibl> <bibl><author>Kompert</author>  <title>Pfl.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 278;</biblScope> <title>Es iſt ſein g–er [freier] Wille ſo.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>9, 19,</biblScope> <title>vgl. Gutwillig; Ei, für die gute Zahl! [beim Nöthigen zum dritten Glas, nach dem Sprchw.: Aller g–en Dinge ſind drei].</title></bibl> <bibl><author>HvKlei</author>  <title>Kr.</title></bibl> <bibl><biblScope>111</biblScope> <title>u. ä. m., ſ. die Hw.</title></bibl> — 19) ſubſtant.: Der, die G–e (ſ. 11—16): Die Sonne ſcheint über G–e und Böſe ꝛc. — Dazu die Verkl. Gütchen, namentl. zur Bezeichnung kleiner den Menſchen freundlich geſinnter Geiſter: Die Gnomen .., den frommen Gütchen nah verwandt. <bibl><author>G.</author> <biblScope>12, 51.</biblScope></bibl> — Das G–e: Willſt du immer weiter ſchweifen? <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>Sieh, das G–e liegt ſo nah.</title></bibl> <bibl><author>G.;</author>  <title>Erzählte ſo viel Liebes und G–es von ihm.</title></bibl> <bibl><biblScope>9, 19;</biblScope> <title>Des G–en kann man nicht zu Viel thun, ſagte jene Frau und erſäufte ſich im Weihwaſſer (Sprchw.); Einem alles G–e wünſchen; Nichts G–es im Sinn haben; Was bringſt du G–es? [in Vorausſetzung einer guten, frohen Botſchaft]; Das arme Vieh hat ſich am Widerriß gedruckt wie nichts G–es [über alle Maßen, mit dem Gedanken an Hererei ꝛc.].</title></bibl> <bibl><author>Schlegel</author>  <title>Sh.</title></bibl> <bibl><biblScope>6, 41;</biblScope> <title>Ergeben Sie nur in G–em [friedlich, ohne Streit, ſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>13].</biblScope></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>335b;</biblScope> <title>Ich rath dir’s im G–en [freundſchaftlich] ꝛc., ſ. Güte</title></bibl> <bibl><biblScope>5.</biblScope></bibl> — 20) einzelne Verbindungen mit Zeitw. z. B.: Etwas g. heißen, billigen. — Das wieder g. zu machen, was er verdorben hat. <bibl><author>Forſter</author>  <title>B.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 249;</biblScope> <title>Sein Vergehen wieder g. zu machen.</title></bibl> <bibl><author>HvKleiſt</author>  <title>E.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 302</biblScope> <title>u. o.</title></bibl> <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>ausgleichen durch Erſatz ꝛc.; auch</title></bibl> <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>vergüten.</title></bibl> <bibl><author>L.</author> <biblScope>11, 178;</biblScope> <title>Alle die Sätze g. zu machen [erweiſen] ſuchen, deren Unerwiéſenheit man ſo höhniſch für Unerweislichkeit ausgiebt.</title></bibl> <bibl><biblScope>541;</biblScope> <title>Mein Wort mit meinem Leben g. zu machen [zu bewähren].</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>20, 127;</biblScope> <title>Das koſtet mich zu Viel, ich kann’s nicht g. machen [die Koſten decken] ꝛc.</title></bibl> — G. thun (ſ. 4), gedeihen, taugen, erwünſchte Wirkung thun, ſich nachgiebig, fügſam zeigen ꝛc.: Das geht nicht, Das thut auf die Länge nicht g. <bibl><author>Engel</author> <biblScope>12, 341;</biblScope> <title>Das Kupfer thut [gewöhnl.: macht ſich] im Ganzen ſehr g.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>26, 70;</biblScope> <title>Willſt du jetzt mit, welſche Hexe, und g. thun?</title></bibl> <bibl><author>Hebel</author> <biblScope>3, 161; 18;</biblScope> <title>Die Fragmente haben g. gethan, ſie wurmen Manchen.</title></bibl> <bibl><author>L.</author> <biblScope>13, 634;</biblScope> <title>Erſchlafften Magen thut | auch grobe Koſt mitunter g.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>18, 16;</biblScope> <title>Die Freiheit und die Herrſchaft thun nimmermehr g. beiſammen.</title></bibl> <bibl><author>Zinkgräf</author> <biblScope>1, 284 ꝛc.</biblScope></bibl> — Dazu: Der Thunicht(s)gut, Taugenichts; Sie ſind Schlemmer und Thunichtsgute. <bibl><author>Alexis</author>  <title>H.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 1, 273</biblScope></bibl> — u. ä. m., ſ. die mit g. verbundnen Zeitwörter, ſ. auch <bibl><biblScope>21.</biblScope></bibl> — 21) Verbindungen mit Präpoſ. z. B.: Das ſollſt du mir für g. [vgl. fürwahr] bezahlen ꝛc., in der ältern Sprache auch: Vergut, vorgut haben, annehmen <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>für lieb.</title></bibl> <bibl><author>Mattheſius</author>  <title>Prof.</title></bibl> <bibl><biblScope>54;</biblScope></bibl> <bibl><author>Schaidenreißer</author> <biblScope>61b; 64b;</biblScope></bibl> <bibl><author>Weidner</author> <biblScope>8 ꝛc.</biblScope></bibl> — Namentl. aber: Zu Gute <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>zum Vortheil, zu Gunſten, ſo daß man Nutzen davon hat ꝛc.: Ein Herr, dir zu G. geboren, gemartert, gekreuzigt, geſtorben und auferſtanden.</title></bibl> <bibl><author>Luther</author> <biblScope>6, 71a;</biblScope> <title>Etwas kommt Einem zu G–e (veralt.: zu G–em.</title></bibl> <bibl><author>Garzoni</author> <biblScope>572b);</biblScope> <title>Es Einem zu G–e kommen laſſen ꝛc.; ſeltner: Dem ich Viel zu G–e gethan [viel Wohlthaten erzeigt] hab, das er mir heut vergalt.</title></bibl> <bibl><author>Klinger</author>  <title>Th.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 213;</biblScope> <title>Bei Einem Etwas zu G–e haben, behalten, als Etwas, das man als Einem zukommend noch zu fordern hat, auch ohne „zu“: Ich will’s g. behalten für ein ander Mal.</title></bibl> <bibl><author>Auerbach</author>  <title>D.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 55;</biblScope> <title>Zwei Exemplare haben Sie von dieſem Stücke noch g.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author>  <title>G.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 265,</biblScope> <title>und ſo: Das Guthaben, die von Einem noch zu fordernde Schuldſumme ꝛc.: Einem Etwas g. oder zu G–e ſchreiben, als Guthaben in den Rechnungsbüchern verzeichnen: Herz und Geiſt des Leſers wird ihm Dies zu G–e ſchreiben.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>4, 254 ꝛc.;</biblScope> <title>Ich will es ſeiner Dummheit zu G–e halten, es auf Rechnung ſeiner Dummheit ſchreiben und es ihm darum nachſehn; Haltet mir mein Gewäſch zu G. [verzeiht es mir].</title></bibl> <bibl><author>Luther</author> <biblScope>5, 529a;</biblScope></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>634 ꝛc.;</biblScope> <title>Einem Etwas g. oder zu G–e thun, ihm Erſatz, Entſchädigung dafür geben: Ihre Thränen | thuſt ihr nicht g.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>8, 123 ꝛc.;</biblScope> <title>Einem, ſich Etwas zu G–e thun, gütlich thun, traktieren, ihm (ſich) ein gutes Leben (ſ. 5), etwas Angenehmes bereiten: Ich hatte ungefähr ſo viel Geld bei mir, um mir ſelbſt und einem Freunde Etwas zu G–e zu thun, aber eine Geſellſchaft .. zu gaſtieren, war ich keineswegs eingerichtet.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>20, 205;</biblScope></bibl> <bibl><author>Raupach</author>  <title>Jſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>136 ꝛc.</biblScope></bibl> — Sich auf (ſeltner: üb r. <bibl><author>G.</author> <biblScope>9, 29)</biblScope> <title>eine Sache Etwas zu G–e thun, ſich darauf Etwas einbilden, ſtolz ſein, eine gute (hohe) Meinung von ſich haben: Mit Allem, worauf man ſich Etwas zu G. | und womit man ſich gütlich that.</title></bibl> <bibl><author>Rückert</author>  <title>Mak.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 90;</biblScope> <title>Du ſammelſt Gut und weißt nicht, ob es dir iſt zu G. | und thuſt dir Etwas darauf zu G., | daß es Niemand kommt zu G.</title></bibl> <bibl><biblScope>166 ꝛc.</biblScope></bibl> — Ferner: Einem zu G. [zu Gunſten] handeln. <bibl><author>Carolina</author>  <title>§</title></bibl> <bibl><biblScope>115;</biblScope> <title>Einem im Billardſpiel</title></bibl> <bibl><biblScope>10</biblScope> <title>Points zu G. [voraus] geben ꝛc.</title></bibl> — Ferner: Etwas zu G–e machen, bringen, das Nutzbare darin, darausgewinnen, namentl. bergm. <bibl><author>G.</author> <biblScope>40, 214</biblScope> <title>u. o.</title></bibl></sense>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">Goth. <bibl><biblScope>gods,</biblScope> <title>ahd., mhd.</title></bibl> <bibl><biblScope>guod,</biblScope> <title>vgl, Gatten, Gattlich.</title></bibl> — Mundartl. Anwendungen ſ. <bibl><author>Schm.</author>  <title>ꝛc.</title></bibl> — Der regelmäßige Superlativ findet ſich mundartl.: Guteſter Herr Leutenant! [berliniſch]. <bibl><author>Holtei</author>  <title>Nobl.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 185,</biblScope> <title>und danach zuweilen auch in der Schriftſpr. in ſpöttelndem Ton, in der Anrede: Seien Sie ſtille, mein</title></bibl> guteſter Biedermann; <bibl><author>Scherr</author>  <title>Gr.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 143 ꝛc.</biblScope></bibl> — Ganz ungewöhnl. aber iſt der Kompar.: Güter. <bibl><author>Rahel</author> <biblScope>1, 467.</biblScope></bibl> — Für Bonbon (ſ. d.) hat man ſchwzr. ꝛc. die Verkl.: Das Guteli, und danach bei Puriſten z. B.: Eine Gutchen-Büchſe (Bonbonniere). <bibl><author>Börne</author> <biblScope>3, 117.</biblScope></bibl></p>
        </note>
        <p type="compositions">
          <entry type="sub">Zſſtzg. namentl. einen hohen Grad der Güte zu bezeichnen, z. B.: O mein Gott, all-g. und allgütig. Weckher- lin 115; Von Herzen ſo engel-g. Heine Reiſ. 2, 145; Eine erz-g–e Hausmutter. Heinſe A. 1, 145; Grund-g–es Weſen. Immermann M. 4, 265; Ein herz-g–er Mann. Pfeffel Po. 1, 123, gw. herzens-g.; Kern-g–e [auserleſene] Waare; Ein ſeelen-g–er Mann. Sch. 633b; Engel 12, 54; Ein ſeelens-g–er Herr. Gutzkow Otfr. 12; Voll-g. Claudius 5, 97; Wunder-g. ꝛc. — Auch mit Ew., um die Verbindung zweier Eigenſchaften zu bezeichnen: Groß-g–er Regent. Muſäus M. 2, 97; Der zarte Sinn für das Geziemende und Schön- G–e. W. 23, 66, nach dem gr. xaλoxἄνcóoς, wofür V. Gut-Schön hat ꝛc. — Ferner: Un-: am häufigſten in der Wendung: Etwas für ungut [übel]nehmen (mundartl. haben. Gotthelf U. 1, 324); Nichts für ungut! [Nimm’s nicht übel]. Gutzkow R. 5, 65; Hebel 3, 329 ꝛc.</entry>
        </p>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">Im Oberd. iſt der Gebrauch weniger beſchränkt: In U–em [feindlich] Etwas mit Einem zu thun haben. <bibl><author>Ber-</author>  <title>lichingen</title></bibl> <bibl><biblScope>114; 115;</biblScope> <title>Es ſollte mir mehr zu Gutem dann zu U–em [Nachtheil] kommen.</title></bibl> <bibl><biblScope>248;</biblScope> <title>Das iſt ungut [taugt Nichts].</title></bibl> <bibl><author>Gotthelf</author>  <title>U.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 20; 261; 365;</biblScope> <title>Es war lange etwas U–es [Unfriede] unter uns. G.</title></bibl> <bibl><biblScope>108;</biblScope> <title>Mehr mit U. als mit Willen.</title></bibl> <bibl><author>Schweinichen</author> <biblScope>1, 125</biblScope> <title>[mehr gezwungen als freiwillig]; In U–en vermerken [übel nehmen].</title></bibl> <bibl><author>Weidner</author> <biblScope>372 ꝛc.,</biblScope> <title>ſ. namentl.</title></bibl> <bibl><author>Auerbach</author>  <title>SchV.</title></bibl> <bibl><biblScope>143.</biblScope></bibl> — Hochd. gilt ſtatt: Ein u–er Gebrauch ꝛc. gw.: Ein nicht guter Gebrauch ꝛc.</p>
        </note>
      </entry>
    </body>
  </text>
</TEI>
