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        <title>Artikel „glücklich“</title>
        <author ref="https://viaf.org/viaf/61594915/">
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            <surname>Sanders</surname>
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            <surname>Göttel</surname>
            <forename>Sebastian</forename>
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            <surname>Wiegand</surname>
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          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „glücklich“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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        <form type="lemma">
          <orth expand="glücklich" orig="Glücklich">Glücklich</orth>
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          <gramGrp><pos norm="adjective">a.</pos></gramGrp>
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          <orth expand="Glücklichkeit" orig="~keit">(~keit</orth>
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          <gramGrp><pos norm="noun">f.):</pos><gen norm="feminine"/></gramGrp>
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        <sense>1) Glück d. h. Gelingen habend und zwar ſowohl von der Perſon, der Etwas durch die Gunſt des Geſchicks gelingt, als auch von Demjenigen, was ihr Etwas gelingen läſſt, was als Gabe des Glücks erſcheint und von dem Gelingenden ſelbſt: Ein g–er Spieler, der mit Glück ſpielt, gewinnt; Er hat heut ſeinen g–en Tag, der ihm Glück bringt, ihn gewinnen läſſt; Das war ein g–er Wurf, ein g–er Zufall für ihn; Dieſer Porträtmaler trifft ſehr g., hat eine g–e Gabe des Treffens; Ich habe ſehr g–e [gelungene] Porträts von ihm geſehn; Ein g–es Gedächtnis, Temperament, eine g–e Laune haben; Einem eine g–e Jagd, Fahrt, Reiſe wünſchen; G. von Statten gehn; G–er Weiſe [zum Glück]; [Das] vermag oft <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>ſolch ein g–er Hang, der unwiderſtehlich uns leitet.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>5, 7;</biblScope> <title>Das g–ſte Wort, es wird verhöhnt, | wenn der Hörer ein Schiefohr iſt.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 39;</biblScope> <title>Möge doch mein Sohn |</title></bibl> jagd-g. ſein! <bibl><biblScope>33, 46;</biblScope> <title>[Er] ließ mir ein paar g–e Würfel nach.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>319b ꝛc.</biblScope></bibl> — 2) Jm Glück, d. h. in dem frohen Zuſtand Deſſen ſich befindend, dem es nach Wunſch geht, beglückt; ſolche Stimmung erzeugend, beglückend; von ſolcher Stimmung zeugend: Ein g–er Mann; Dem G–en ſchlägt keine Stunde; G–e Ereigniſſe; Sein g–es Geſicht ſpricht deutlicher als Worte den Dank; Du haſt zwei Menſchen g. gemacht; Keiner iſt vor dem Tode g. zu preiſen; Ich war ſo g., Ihren Herrn Vater dort zu treffen (Höflichkeitsphraſe); So daß wir Alle vergnügt, ja man darf ſagen, g. waren. <bibl><author>G.</author> <biblScope>20, 216;</biblScope> <title>Tändelnden ihn,</title></bibl> blumen-g–en| Anakreon. <bibl><biblScope>2, 57;</biblScope> <title>Biſt du da, Elender? Erinnere dich der</title></bibl> voll-g–en Tage. <bibl><biblScope>9, 344;</biblScope> <title>In einer Welt, die des Frühlings bedarf um</title></bibl> welt-g. zu ſein. <bibl><author>Gutzkow</author>  <title>R.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 440;</biblScope> <title>Die lächelnde Gebärde | zeigt daß er g. ſei und immer ſel’ger werde.</title></bibl> <bibl><author>Lichtwer</author> <biblScope>176;</biblScope> <title>So g. nicht und doch glückſeliger [als Makbeth].</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>558b,</biblScope> <title>vgl.: Nicht ſo beglückt und doch weit g–er.</title></bibl> <bibl><author>Tieck</author>  <title>Makb.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 5;</biblScope> <title>G., weil wir nicht</title></bibl> über- g. ſind, <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>wir ſind der Knopf nicht auf Fortuna’s Mütze | noch die Sohlen ihrer Schuhe. Haml.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 2;</biblScope> <title>Nicht Jedermann auf Erden kann bleibend g. ſein, aber Jedermann kann ſich jene Seligkeit [der Tugend] bereiten.</title></bibl> <bibl><author>Zſchokke</author> <biblScope>1, 20 ꝛc.</biblScope></bibl></sense>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">Von den ſinnvwdten zu <bibl><biblScope>2</biblScope> <title>bez.</title></bibl> Glückſelig (ſ. nam. <bibl><author>Mendelsſohn</author> <biblScope>4, 1, 114)</biblScope> <title>Fülle und hohen Grad innern Glückes, deſſen höchſte Stufe</title></bibl> Selig (ſ. d.) ausdrückt; Beglückt aber (ſ. das letzte Beiſp. in „Unglück* ꝛc.) deutet auf eine von außen wirkende Urſache des Glücks und iſt natürlich nicht ſinnvwdt. mit G., inſofern dies dem Beglückend entſpricht. — Das Abſtraktum auf -keit iſt ſelten und gilt nam. für <bibl><biblScope>1:</biblScope> <title>Die</title></bibl> G–keit ſeines Gedächtniſſes, ſeiner Anlagen ꝛc., wo Glück nicht ſtehen könnte; Beherzigt ſeine G–keit. <bibl><author>Fleming</author> <biblScope>319 ꝛc.</biblScope></bibl></p>
        </note>
        <p type="compositions">
          <entry type="sub">Zſſtzg. außer den in 1 und 2 erwähnten und nach Analogie zu mehrenden, nam.: Un-: Ggſtz. von Glücklich in allen Bed.: Ein u–er Spieler; Seinen u–en Tag haben; Er hat dieu–e Sucht, Anekdoten zu erzählen; U–er Weiſe war der Kahn .. gefüllt. G. 15, 120; Ich bin zu einer u–en Stunde geboren. L. 11, 101; Sie gehören auch zu den glücklichen U–en, die nicht „von Familie“ ſind. Danken Sie Gott dafür. Lewald W. 1, 248; Un-g. iſt nicht, wer der Erde Glück verlor | und himmliſches dafür im Glauben ſich erkor. Rückert W. 4, 181; U–er! wo kommſt du her? Sch. 69a; Es müßte ein u–er Stern obwalten. V. Myth. 1, 300 ꝛc. — Machte ihn ſtein-u. Gotthelf U. 2, 136 [ſehr un-g.].</entry>
        </p>
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