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        <title>Artikel „gleiten“</title>
        <author ref="https://viaf.org/viaf/61594915/">
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            <surname>Sanders</surname>
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            <surname>Göttel</surname>
            <forename>Sebastian</forename>
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            <surname>Wiegand</surname>
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          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „gleiten“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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        <lbl>II.</lbl>
        <form type="lemma">
          <orth expand="gleiten" orig="Glēīten">Glēīten</orth>
          <pc>,</pc>
          <gramGrp><pos norm="verb">intr.</pos><subc norm="intransitive"/> (ſein, haben, Anm.), glitt, gleitete:</gramGrp>
        </form>
        <sense>geglitten, gegleitet: auf glatter, alſo der Fortbewegung keinen oder doch nur unmerklichen Widerſtand entgegenſetzender Fläche, oder ſo leicht wie auf ſolcher Fläche ſich fortbewegen, ſei es mit Abſicht oder unwillkürlich, ja ſelbſt gegen den Willen, in welchem Falle (ſ. nam. auch aus-g.) es alſo: einen Fehltritt thun, ausrutſchen, ſtraucheln ꝛc. (auch übertr.) bedeutet: <bibl><biblScope>5.</biblScope></bibl> <bibl><author>Moſ.</author> <biblScope>32, 35;</biblScope> <title>Stromab g–d.</title></bibl> <bibl><author>Chamiſſo</author> <biblScope>4, 119;</biblScope> <title>Ich ſprang, glitt und ſchurrte über Stock und Stein.</title></bibl> <bibl><author>Eichendorf</author>  <title>Lärm</title></bibl> <bibl><biblScope>60;</biblScope> <title>Uns lockt’ und zog ein ſtill Verlangen, | wir gleiteten zur vollern Bruſt.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>1, 39;</biblScope> <title>So gleitet’ er herrlich | bis zum goldnen Thron.</title></bibl> <bibl><biblScope>5, 100;</biblScope> <title>Selbſt der beſte Wille gleitete auf dem durchweichten Boden.</title></bibl> <bibl><biblScope>25, 77;</biblScope> <title>Faſt hätte er gewünſcht, ſie möchte ſtraucheln, g., daß er ſie ... auffangen könnte.</title></bibl> <bibl><biblScope>15, 64;</biblScope> <title>Ein Berg glitt [fiel] ihm vom Herzen.</title></bibl> <bibl><author>Gotthelf</author>  <title>G.</title></bibl> <bibl><biblScope>242;</biblScope> <title>Einen Blick, der forſchend über die Verſammlung glitt.</title></bibl> <bibl><author>Gutzkow</author>  <title>R.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 354;</biblScope> <title>Ihre liebevolle Seele gleitet mit Sehnen in die meinige.</title></bibl> <bibl><author>Möſer</author>  <title>Ph.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 105;</biblScope> <title>All meine Proben g. | von dieſem ſchlangenglatten Sonderling [ab].</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>262b;</biblScope> <title>Iſt vom Pferd herab dem Rudolf Harras in den Arm gegleitet.</title></bibl> <bibl><biblScope>546b;</biblScope> <title>Wie der Kahn auf der Kryſtallfläche gleitete.</title></bibl> <bibl><author>Schubart</author> <biblScope>2, 262;</biblScope> <title>Thränen gleiteten langſam über das Geſicht.</title></bibl> <bibl><author>FSchlegel</author>  <title>Flor.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 374;</biblScope> <title>Indem gleitete der ſanfte Strahl des .. Mondes über mein Bett.</title></bibl> <bibl><author>Thümmel</author> <biblScope>1, 194;</biblScope> <title>G. [glandern ꝛc.] zu gehn .. auf dem gefrornen Bach und der Gleitbahn.</title></bibl> <bibl><author>V.</author> <biblScope>1, 44 ꝛc.</biblScope></bibl></sense>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">Mhd. <bibl><biblScope>glîten,</biblScope> <title>ſtammperwandt Glatt (ſ. d. und vgl. Glitſchen, und veralt. z. B.:</title></bibl> Ausglattern. ſ. <bibl><author>Grimm).</author></bibl> — <bibl><author>Adelung</author>  <title>und</title></bibl> <bibl><author>Campe</author>  <title>führen nur die ſtarken Formen, doch findet ſich (ſ. die Belege, auch in den Zſſtzg.) auch bei unſern beſten Schriftſtellern die ſchwachen, worauf vielleicht</title></bibl> <bibl><biblScope>I.</biblScope> <title>G., namentl. Begleiten (ſ. d.) nicht ohne Einfluß geweſen, wie man wohl ſcherzhaft davon das Partic.:</title></bibl> Beglitten hört. — Im Allgm. gilt als Hilfszeitw. ſein von ſich fortbewegenden Sachen und unwillkürlich gleitenden (ſtrauchelnden) Perſonen, haben von abſichtlich ſich gleitend fortbewegenden Perſonen, alſo z. B.: Er hat Stunden lang auf dem Eiſe gealeitet, ohne zu fallen, während ich gleich im Anfang mehrmals gegleitet und gefallen bin ꝛc.; doch z. B.: Meine Tritte hätten beinahe geglitten. <bibl><author>Pſ.</author> <biblScope>73, 2.</biblScope></bibl></p>
        </note>
        <p type="compositions">
          <p type="introduction">Zſſtzg. (mit ſein), ſ. die von Glitſchen, z.B.: Áb-: ſich gleitend, an Etwas nicht haftend, davon entfernen: War über die Trümmrung abgeglitten ein Hügel von Schnee. Baggeſen 1, 219; Jeder Ihrer Angriffe auf den Inhalt ... gleitet ab. Fichte 8, 271; Wenn auch Tauſend a. zu ſeiner Rechten und Zehntauſend zu ſeiner Linken. Forſter B. 1, 397; Spiegelglatt . .. zu klettern hier, — ja ſelbſt der Gedanke gleitet ab. G. 12, 185; Nicht alle Verführungen waren ſo von ihm abgeglitten. Gutzkow R. 5, 203; 4, 46; Er glitt in das dunkle Waſſer | jähes Falls, wie wenn funkelnd ein Stern abgleitet vom Himmel. V. Th. 13, 50 ꝛc., ſ. Hinab-g. —</p>
          <entry type="sub"><comp>Āūf-:</comp> hinauf-g.; ſich unmerklich anſteigend heben (vgl. Leite): Das a–de flache Land. G. 19, 395. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Āūs-:</comp> ausrutſchen: Schlüpfrig . ., daß man faſt bei jedem Schritt ausgleitete. Forſter R. 1, 101; Ausglitt, daß er faſt herabgefallen wäre. L. 11, 97. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Be-:</comp> tr. (vgl. I.), gleitend beſchreiten: Die vielbeglittene Eisbahn. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Dahêr-:</comp> Eingedenk der Heimath gleitet | er im Wogenſturz daher. V. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Dahin-:</comp> Ein Haus, worin ſie auf Flüſſen ſicher dahinglitten. Sch. 691b; 75h; Wir gleiteten auf dem ſanften Strom einer leiſen Ahnung .. ſtill und ſorglos dahin. W. 23, 31 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Dúrch-:</comp> tr.: gleitend durchfahren, durchziehn: Kaum daß ein ſtilles Weh | durchgleitet das Gemüth. Meißner 94; Durchgleitet er des Äthers Fluthen. Pfeffel Po. 3, 106; Des Fiſchleins Spiele .. das .. ſonnige Fluthen durchglitt. V. 3, 38 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Eīn-:</comp> hin- ein-g.: Sanft e–der Honig. V. Il. 18, 109; Die Schmeichelei gleitet ſanft ein ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Ent-:</comp> gleitend entweichen, ausgleiten: Schwankenden Schrittes | entgleitet der Fuß. Chamiſſo 4, 195; Thürwärts zu ſchleichen, um in das Freie zu e. Immermann M. 2, 333; Nur entglitten dem Auge zuweilen falſche Seitenblicke. Seālsfield Leg. 2, 6 ꝛc. — Hêr-, Hín- ꝛc.: Und ruhig ſah ich her das Fahrzeug gleiten ꝛc. Chamiſſo 4, 159 ꝛc. — Das Alltägliche gleitete über ſie hin, wie der Schaum über die Welle. Alexis H. 2, 3, 101; Amtsgeſchäften, die bei ihm nur auf der Oberfläche hingleiteten. Fichte N. 98; Des Fluſſes, der im Sonnenlichte hingleitete. G. 22, 132; 2, 24; Die Geſtalt glitt ſpukhaft an den dunkeln Wänden hin. Lewald W. 4, 9 ꝛc. — Der .. gewandt am ergriffenen Tau herabglitt. V. Ov. 1, 192 ꝛc. Seltner tr.: Um Holz von einer Höhe herabzugleiten [h. zu laſſen]. Stalder 1, 453 ꝛc. — Nun gleitete der Kahn den Fluß hinab. G. 19, 183; Ihr Gefährte ſei von einer Felſenwand ins tiefe Thal hinabgegleitet. Muſäus M. 1, 112; 19 ꝛc. — Ein Boot, das den Fluß heraufglitt. Sealsſield Leg. 3, 6 ꝛc. — So gleiteten ſie ſacht an meinen Fingern hinauf. G. 20, 58 ꝛc. — Gleitete vom Dach herunter. Muſäus M. 3, 76. — Der Fluß .. gleitete ſo ſanft hinunter. G. 25, 148; Platen 4, 281 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Nāch-:</comp> ſich gleitend nachbewegen: Als die Schlange den Wanderern auf dem Lande nachgleitete. G. 19, 327; Die Leiter mußte dem Herabſteigenden nachgegleitet ſein. Rank Arm. 139. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Nīēder-:</comp> hinunter-g. — I. Uber-: tr.: gleitend überſchreiten: Die überglittene Eisbahn; Man übergleitet die Oberfläche allein. Sturz 1, 113. — II. Úber-: gleitend übergehn ꝛc.: Die Seele gleitet hier von der Jdee des Bleibens zur Idee des Weggehens gemach und ſtufenweife über. Engel 8, 287; Wie der äußerſte Myſticismus ... in Einzelnen zum direkten Gegentheile überglitt. Gervinus Lit. 5, 268; 340 ꝛc. — I.</entry>
        </p>
        <form type="lemma">
          <orth expand="um-gleiten" orig="Um-">Um-</orth>
          <pc>:</pc>
          <gramGrp><pos norm="verb">tr.:</pos><subc norm="transitive"/></gramGrp>
        </form>
        <sense>gleitend umgeben: Der Wurzel .. Fäſerchen tränkt ſie mit ſanft u–der Welle. <bibl><author>V.</author>  <title>Ov.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 358.</biblScope></bibl> — <bibl><biblScope>II.</biblScope></bibl></sense>
        <form type="lemma">
          <orth expand="Um-Gleiten" orig="Um-">Um-</orth>
          <pc>:</pc>
          <gramGrp>gleitend umſinken. — Umhêr-:</gramGrp>
        </form>
        <sense>Die Augen glitten überall umher. <bibl><author>Temme</author>  <title>SchM.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 25.</biblScope></bibl> — <comp>Ver-:</comp> gleitend verſchwinden, weg-g. [ſ. Gleiten I.): Fern von der tollen Menge Neid und Groll <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>... verglitt ihr Leben, ſchlichter Freuden voll.</title></bibl> <bibl><author>Koſegarten</author>  <title>Rh.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 82;</biblScope> <title>Po.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 394.</biblScope></bibl> — <comp>Vorǖber-:</comp> Als wenn die Schatten nur ſanft vorübergleiteten. <bibl><author>G.</author> <biblScope>21, 261;</biblScope></bibl> <bibl><author>Lewald</author>  <title>W.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 270 ꝛc.</biblScope></bibl> — <comp>Wég-:</comp> Unſre Geſpräche gleiteten weg, wie ein .. Gewäſſer. <bibl><author>Hölderlin</author>  <title>H.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 132.</biblScope></bibl> — <comp>Zū-:</comp> ſich gleitend einem Gegenſtande nähern: Dem Ziel z. — <comp>Zurück-:</comp> gleitend zurückſinken: Indem nun ein ſanftes Licht . . . über dem [l. den] ſanften Fluß und die rauſchenden Fälle, über Herden und Fiſcher zurückgleitet. <bibl><author>G.</author> <biblScope>31, 206;</biblScope></bibl> <bibl><author>Uhland</author> <biblScope>337 ꝛc.</biblScope></bibl></sense>
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