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        <title>Artikel „geistern“</title>
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          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „geistern“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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          <orth expand="geistern" orig="Gēīſtern">Gēīſtern</orth>
          <pc>,</pc>
          <gramGrp><pos norm="verb">tr.</pos><subc norm="transitive"/> und <pos norm="verb">intr.</pos><subc norm="intransitive"/> (haben):</gramGrp>
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        <sense>unüblich außer in Zſſtzg.</sense>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">Für die <bibl><biblScope>tr.</biblScope> <title>vgl. die Zſſtzg. von Geiſten; für die</title></bibl> <bibl><biblScope>intr.</biblScope> <title>die von Geiſterei.</title></bibl></p>
        </note>
        <p type="compositions">
          <p type="introduction">Zſſtzg.: Āūs-: (mundartl.) ſterben. Frommann 5, 433. —</p>
          <entry type="sub"><comp>Be-:</comp> tr.: ſ. begeiſten: Die Muſen, Amor, Bacchus, die Liebe, der Wein, der Ruhm, die Ehre, die Freiheit b. Eigen (zu Etwas); Des Helden Thaten b. den Dichter zu Geſängen; Vergebt, wenn ich mich ſelbſt begeiſtert fühle, | wie ein Verzückter weder Zeit, noch Ort, | noch, was ich ſage, wohl bedenken kann. G. 13, 122; Dieſe Übereinſtimmung ſelbſt, begeiſtert ſie nicht den Künſtler mit .. der Lieblichkeit, die er nachher in ſeine Werke legt? 31, 16; Waren für ihn enthuſiasmiert, ja begeiſtert. HHerz 244; Das wird Feuer in deine Adern blaſen, wenn dich ſonſt Nichts mehr begeiſtert. Sch. 107a; Von fanatiſcher Wuth begeiſtert. 832a ꝛc. — Er iſt begeiſtert [betrunken]. — Dazu: a) Zſſtzg. des Partic.: Ein gottbegeiſterter Seher; Die weinbegeiſterten Bacchanten ꝛc. — b) Der Begeiſterer. Merck’s B. 1, 35. — c) Begeiſterung, f.; –en: das Begeiſtern, das Begeiſtertſein, auch zuw. perſonif. (die Göttin der B.): Die B–en [E. T. A.] Hoffmann’s gleichen oft den Einbildungen, die ein unmäßiger Gebrauch des Opiums hervorbringt. G. 33, 197; In all den B–en unſerer Liebe. Hölderlin H. 2, 99; Von den B–en | des ſüßeſten Gefühls durchdrungen. Thümmel 1, 60; Die heiligen B–en funkeln | der Nachwelt erſt [die in B. hervorgebrachten Werke]. V. 3, 224; Sie, die droben ſchwebt, | mit Schwanenlaut und Adlerſchwung | die ſtürmiſche B. [perſonif.]. 4, 158 ꝛc. — Des Dichters B. weckt die Mit-B. und beide halten die Nach-B. wach. Pröhle 244; Und wer, euch nach, zu edlem Lob | der Ur-B. Fittig hob. V. 4, 155 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Eīn-:</comp> tr.: eingeiſten (ſ. d.), inſpirieren: Wenn wir ihnen ja noch einen Gedanken e. dürfen. W. 19, 165. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Ent-:</comp> tr.: der Lebensgeiſter berauben, entſeelen: Schreck, Angſt, Wolluſt, Entzücken e. Einen; Ein Gebiet des Lebens, das, von der Wiſſenſchaft abgeſondert, entgeiſtert und ohne Bedeutung daſteht. Börne 5, 5; Der Wolluſt ſüßer Traum entgeiſtert mein Geblüte. Canitz 146; Gift, | das Nattern tödten kann und Skorpion’ entgeiſtert. Lohenſtein Roſ. 111; Troſtlos und entgeiſtert. Pfeffel Pr. 3, 186; Jetzt zur Statüe entgeiſtert, | jetzt entkörpert ſteh ich da. Sch. 2b; Hatte ſein Herz zurückgelaſſen | bei Sonnemon und mit dem blaſſen | entgeiſterten Schatten lief ſein Roß, | wohin es wollte. W. 10, 180; Athemlos, entgeiſtert vor Entzücken. 20, 75; Von Lieb’ und Angſt entgeiſtert. 121; Schnell überraſcht, entgeiſtert ſie | des Zauberdegens Blitz [verwandelt ſie zu Statüen]. 12, 217; Von wieviel . . . Krankheiten liegt die Urſache in einem verwundeten, gepresten oder entgeiſterten Herzen! 9, 18; Erwacht aus einer langen Entgeiſterung. 15, 56; Eine gewiſſe Mattigkeit der Seele .., vollkommen das Widerſpiel von der Begeiſterung, worin wir ihn bisher geſehen haben . . Dieſe Entgeiſterung. 5, 118 ꝛc. — Wie .. der blöde Jüngling ſch’am- entgeiſtert ſteht. Grillparzer Sappho 15 ꝛc., vgl. be-g. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Frēī-:</comp> intr.: ein Freigeiſt ſein, ſich als ſolcher äußern: Uns Etwas daher zu f. [tr.]. Forſter B. 1,⏒679; Als ſündliche, f–de Hageſtolze leben. Tieck N. 2, 28; 5, 264; Früher hat er gefreigeiſtert und jetzt frömmelt er. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Schȫn-:</comp> intr.: vgl. frei-g.: Er ſchöngeiſterte im neueſten Modeton. V. Ant. 1, 357. – Über-: tr.: die Lebensgeiſter übermäßig aufregen: Alles Ü. iſt ein ſpiritualiſtiſches Paralyſieren ſeiner ſelbſt. Waldau N. 1, 245. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Ver-:</comp> tr.: 1) zu Geiſt, geiſtig machen, vergeiſtigen: Ich .. gerieth mit . . ſchönen Geiſtern in ein geiſtiges Verkehr .. | Auch mocht’ es in der That mich etwas mit v. B. 107a; Den übermenſchlichen, gleichſam vergeiſterten Körper des Gottes darſtellen. Burmeiſter gB. 1, 93; Lohenſtein Hy. 27 ꝛc. — 2) Einen zu einem Geiſt, d. h. gleichſam unkörperlich machen, ihn durch gewaltige Erregung, Schreck, Entzücken ꝛc. außer ſich bringen: Vergeiſtert flogen ihre Locken, | ſo wie ſie dunkle Worte ſang. Arndt Gd. 86; G. 34, 283; Ein todtenähnliches vergeiſtertes Ausſehen. Kurz Weihn. 128; Mit vergeiſterten Blicken. Tieck N. 7, 124; 4, 353; Er ſtand wie Einer, der nicht hörte und nicht ſah, | bezaubert und vergeiſtert da. W. 11, 162; Als Idris, hingeriſſen | von ſympathetiſcher Gewalt, | .. Zenide ſich zu Füßen | vergeiſtert wirft. 12, 308 u. ä. m.</entry>
        </p>
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