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        <title>Artikel „Geben“</title>
        <author ref="https://viaf.org/viaf/61594915/">
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            <surname>Sanders</surname>
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          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „Geben“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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          <orth expand="Geben" orig="Gêben">Gêben</orth>
          <pc>,</pc>
          <gramGrp>gab, gäbe; gegeben:</gramGrp>
        </form>
        <sense>giebſt, giebt; gieb; Gebe-: <bibl><biblScope>tr., refl., impers. —: tr.:</biblScope></bibl></sense>
        <sense n="1)">1) Einem Etwas g.: <sense n="a)">a) zur Annahme, zum Empfang darreichen, v. körperlichen Dingen: Dem Bettler Almoſen, Geld g.; Einem Geld auf ein Jahr g. [leihen]; Dem Bedienten Trinkgeld, Lohn, — Briefe zur Abgabe an den Herrn g.; Einem die Hand g., zum Willkomm, — als Gattin; Einem die Tochter zur Frau g.; Einem die Waare nicht g., eh er das Geld gegeben; Dem Vieh Futter g.; Dem Säugling die Bruſt g.; Den Gäſten Champagner zum Beſten (ſ. d.) g. ꝛc., ſ. <bibl><biblScope>1f.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="b)">b) auch in Bezug auf Unkörperliches, Einem Etwas zukommen, zu Theil werden laſſen, ertheilen ꝛc.: Einem Etwas an die Hand (ſ. d.), unter den Fuß g.; Gebt dem Kaiſer, was des Kaiſers iſt; Einem ſeine Ehre g.; Wem Gott ein Amt giebt, Dem giebt er auch den Verſtand; Warum willſt du ihm den Titel nicht g. [ihn dabei nennen], den ihm der König gegeben [verliehn]?; Gefährlich war’s, die Freiheit uns zu g. | „Genommen iſt die Freiheit, nicht gegeben.“ <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>333b;</biblScope> <title>Sie haben kluges Wort mir in den Mund gegeben [gelegt].</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>13, 57 ꝛc.</biblScope> <title>Nam. in vielen Redensarten, vgl.</title></bibl> <bibl><biblScope>d, e</biblScope> <title>u. die bezüglichen Obj., mit denen g. zuſammen oft ein Zeitwort umſchreibt, z. B.: Einem den Abſchied [ſ. verabſchieden]; die Anleitung, den Anſchlag, die Anweiſung zu Etwas; Antwort; Aufträge; eine Aufklärung über Etwas; den Befehl zum Vorrücken; ein Beiſpiel; Beſchäftigung; Beſcheid; Beſuche; ſeine Einwilligung; Erlaubnis; die Freiheit; einen Freibrief; eine Friſt; Geſetze; ſein Ia; gute Lehren; Licht in einer Sache; Die Macht zu Etwas; ein Muſter; Nachricht; einen Rath; Rechenſchaft; das Recht zu Etwas; ſeinen Segen; ſeine Stimme bei einer Wahl; die Verſichrung, Zuſichrung, daß ꝛc.; ein Verſprechen; einen Verweis; die Vollmacht zu Etwas; ein Vorrecht; den Vorzug; ſein Wort auf Etwas; gute, böſe Worte; Zeit; ſeine Zuſtimmung g. u. ä. m. (ſ. preis- 9)</title></bibl> — Einem gute Nacht g. [ſagen], wobei übertr. der Dat. auch eine zu verabſchiedende Sache ſein kann, vgl.: Einer Bitte, Hoffnung ꝛc., Raum g. (ſ. f). —</sense><sense n="c)">c) Einem Etwas beilegen, beimeſſen, zuſchreiben: Einem Recht, Unrecht, alle Schuld g.; Sich ein Air, ein Anſehn, das Anſehn eines Kenners g.; Du biſt <bibl><biblScope>20</biblScope> <title>Jahr alt? ich hätte dir höchſtens</title></bibl> <bibl><biblScope>18</biblScope> <title>gegeben [Gallicism]; Der Arzt giebt der Kranken nur noch</title></bibl> <bibl><biblScope>3</biblScope> <title>Tage zu leben [meint, daß ſie nur noch ſo lange leben kann]; Ich hätte dem Manne ſeinem Anſehen nach doch auch ein längeres Leben gegeben.</title></bibl> <bibl><author>L.</author> <biblScope>12, 340.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="d)">d) Einem etwas nicht Vorhandnes, ſondern erſt dadurch Werdendes zukommen laſſen: Einem Küſſe g. [ihn küſſen]; Einem Schläge, Prügel, Püffe, Ohrfeigen, Fußtritte ꝛc. g. [ihn ſchlagen], vgl.: Einem Eins mit der Fauſt in die Freſſe g.; Gleich runde <bibl><biblScope>20</biblScope> <title>[Prügel] geb’ ich dir.</title></bibl> <bibl><author>Prutz</author>  <title>Woch.</title></bibl> <bibl><biblScope>15;</biblScope> <title>Dem Kind Etwas mit der Ruthe,</title></bibl> — die Ruthe g.; Dem Pferd die Sporen g. ꝛc. Ahnlich auch: Er hat es ihm gut gegeben, von einem treffenden, ſchlagenden Wort, vgl. <bibl><biblScope>2d</biblScope> <title>u. das im Franz. vom Ballſpiel hergenommene:</title></bibl> <bibl><biblScope>ll la lui a donnée belle.</biblScope></bibl> — Einem Winke, Zeichen, freundliche Blicke, einen ſcharfen Seitenblick g. [winken, anblicken]; Einem Gehör, Audienz g.; Einem eine gute Erziehung, Unterricht im Franzöſiſchen, franzöſiſche Stunden, Franzöſiſch g. ꝛc. —</sense><sense n="e)">e) Etwas werden, ins Daſein treten laſſen, ſo daß es ihm zu Theil wird, es ihm erzeugen, verurſachen, ſchaffen, liefern ꝛc., oft mit unperſönl. Subj.: Die Kühe g. uns Milch, Das Geſchäft gab uns reichen Gewinn; Einem Anlaß zum Streit; Gelegenheit zum Spott; Stoff zum Lachen; die Überzeugung ſeines Unrechts; ein Beiſpiel, einen Beweis großer Mäßigung, ein Ärgernis g. ꝛc. (ſ. die Redensarten in b); ſo auch: Sich Mühe g.; ferner: Sich eine Blöße g. [zunächſt: eine ungeſchützte Stelle beim Fechten, vgl. <bibl><biblScope>2e:</biblScope> <title>ſich bloß-g.].</title></bibl> — Der Rhein, die Nachtviolen, <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>es gab mir Alles Traum.</title></bibl> <bibl><author>Freiligrath</author>  <title>Garb.</title></bibl> <bibl><biblScope>121;</biblScope> <title>Das gab mir den allerſchlimmſten Humor.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>20, 177;</biblScope> <title>Dem Volke . ., das mir lange Weile giebt.</title></bibl> <bibl><biblScope>8, 81;</biblScope> <title>Das Schauſpiel, das mir die von den Winden getriebnen Nebel gaben.</title></bibl> <bibl><author>Knebel</author> <biblScope>3, 129;</biblScope> <title>Noch gar nicht war das Heer. Erſchaffen erſt | muſſt’ es der Friedland; er em-</title></bibl> pfing es nicht, <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>er gab’s dem Kaiſer.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>334a.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="f)">f) bei <bibl><biblScope>e</biblScope> <title>oft ein unperſönl. Dat.: Helle Tapeten geben dem Zimmer ein freundliches Anſehn [bewirken es]; Den Buchſtaben eine runde Form g. [ſie rund formen]; Dem Haus eine große Tiefe g.; Das Schielen giebt dem Geſicht einen unangenehmen Ausdruck; Dieſe Wichſe giebt dem Leder Glanz und Weiche; Um dem ganzen Einhergange die größtmögliche Offenkundigkeit und feierlichſte Würde zu g.</title></bibl> <bibl><author>Immermann</author>  <title>M.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 328;</biblScope> <title>Seinen Gedanken freien Lauf g.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>22, 210;</biblScope> <title>Das giebt der zähen [Glocken-] Speiſe | erſt einen vollen Fluß.</title></bibl> <bibl><author>WMüller</author>  <title>Gd.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 395 ꝛc.</biblScope></bibl> — Ganz verſch., wenn Sachen perſonificiert als Empfänger bez. werden, z. B. zu <bibl><biblScope>a:</biblScope> <title>Gebt denn Harm und Grillenfang, | gebet ihn den Winden.</title></bibl> <bibl><author>Hölty</author> <biblScope>176 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="g)">g) das Obj. durch einen Infin. mit zu ausgedrückt (ſ. <bibl><biblScope>a</biblScope> <title>u. e): Einem zu eſſen und zu trinken [Speiſ’ u. Trank], zu leben [Lebensunterhalt] g.; Meines Lebens zu genießen [Lebensgenuß] | gab [gewährte] Apoll dem heitern Knaben.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>2, 19; 3, 74;</biblScope> <title>Gieb mir .., beſtändig Mädchen zu ſein [beſtändige Jungferſchaft].</title></bibl> <bibl><author>V.</author>  <title>Ov.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 39;</biblScope> <title>Ob auch vielleicht Zeus | geb’ Odyſſeus, zu treffen und Siegesruhm zu gewinnen.</title></bibl> <bibl><author>Derſ.</author>  <title>ꝛc. Zuw. auch ſo ein abhängiger Satz mit „daß“: Gieb mir [Gott], daß ich mit Treue | mich deinem Dienſte weihe (ſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>h</biblScope> <title>u. 2b) ꝛc.</title></bibl> — Den Leuten von ſich zu reden g. [ſie dazu veranlaſſen]; Er gab uns anzuhören, zu verſtehn, daß wir Unrecht hätten ꝛc., vgl. die Verbindung mit einem Ew.: Einem Etwas kund g. [thun, machen], ſ. <bibl><biblScope>2e.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="h)">h) Paſſiv: Es iſt mir Etwas gegeben: ich habe es, nam. als Gabe (ſ. d. 2) von oben, als Naturanlage ꝛc. <bibl><author>Matth.</author> <biblScope>13, 11 ff.; 19, 11;</biblScope></bibl> <bibl><author>Mark.</author> <biblScope>4, 11;</biblScope> <title>Wem’s nicht gegeben iſt, wird’s nicht erjagen.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>31, 35; 3;</biblScope> <title>Mir iſt es nicht gegeben [möglich], .. gleißneriſch zu ſchreiben.</title></bibl> <bibl><author>L.</author> <biblScope>13, 207.</biblScope></bibl> —</sense></sense>
        <sense n="2)">2) Etwas g., ohne perſönl. Dat. Dieſer bez. unmittelbare, — „an“ mittelbare Empfänger, vgl.: Er gab dem Bettler Geld, — Er giebt viel Geld an die Armen, das er unter ſie vertheilen läſſt; Er gab dem Verwalter den Zehnten, den er jährlich an den Gutsherrn zu g. hat ꝛc. — Oft aber bleibt der Empfänger unbezeichnet, theils, wo er aus dem Zuſammenhang klar iſt, theils aber u. nam., wo man mit Bezug auf eine ganze Klaſſe von Empfängern, auf Leute aus dem bezüglichen Publikum, dem Etwas zu Theil wird, ſpricht (vgl. <bibl><biblScope>1a —h),</biblScope> <title>z. B.: Wer hat [dir] die Anweiſung dazu gegeben? Gieb [mir] Antwort; Sie recket die Hand aus, der Gabe zu nahn, | Almoſen will er nicht g.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>1, 141;</biblScope> <title>Er giebt reichlich Almoſen [an die Armen]; Die höchſten Preiſe für eine Waare g. [den Verkäufern]; Gute Waare fürs Geld g. [den Käufern]; Er wird es ſchon billiger (näher) g. [von ſeinen Forderungen nachlaſſen] müſſen; Hohe Zinſen g. [den Gläubigern]; Großen Lohn g. [den Arbeitern]; Unterricht, Privatſtunden g. [an Schüler]; Der Wirth giebt gutes Eſſen, einen ausgezeichneten Wein bei Tiſch [den Gäſten]; Wir ſchmauſen, wie’s der Keſſel [uns] giebt</title></bibl> <bibl><biblScope>[1e];</biblScope> <title>Einen Schmaus, Ball, ein Feſt g. [den Theilnehmern überhaupt; werden Einzelne genannt, ſo ſind Dies die Hauptperſonen, denen zu Ehren das Feſt ꝛc. veranſtaltet wird: Er gab dem Freunde einen Abſchiedsſchmaus ꝛc.]; Ein Stück im Theater g. [den Zuſchauern darſtellen]: „Was wird heute gegeben?“ Die Räuber; ein Gaſt giebt die Rolle des Franz Moor,</title></bibl> — den Franz Moor; Gebt ihr ein Stück, ſo gebt es gleich in Stücken. <bibl><author>G.</author> <biblScope>11, 7 ꝛc.</biblScope></bibl> — Verordnungen g. [erlaſſen, für die Betheiligten, ſ. <bibl><biblScope>e].</biblScope> <title>Karten g. [ſie nach den Regeln des Spiels unter die Spieler vertheilen, ſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>3b].</biblScope></bibl> — Was die Geſchichte reicht, das Leben giebt [dem Beobachter ꝛc.], <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>ſein Buſen nimmt es gleich und willig auf.</title></bibl> <bibl><biblScope>13, 99;</biblScope> <title>Kam Thoas dir, als einer</title></bibl> Gottgegeb’nen [ihm von Gott gegebnen] <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>mit Ehrfurcht zu begegnen.</title></bibl> <bibl><biblScope>7;</biblScope> <title>Schon bin ich hingegeben | dieſer gottgegebnen Frauen.</title></bibl> <bibl><biblScope>11, 192</biblScope> <title>(vgl. Gottesgabe); Noch mehr gab eine junge Dame von fich zu reden [den Leuten].</title></bibl> <bibl><author>König</author>  <title>Jer.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 119;</biblScope> <title>Ich habe jetzt einige Beſuche zu g. [machen].</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>654b; 197b;</biblScope> <title>Der Anblick, den dieſe Stadt jetzt gab [darbot, den Schauenden].</title></bibl> <bibl><biblScope>843b;</biblScope> <title>Er gab rechts und links Ohrfeigen u. ä. m.</title></bibl> — Beſonders aber zu erwähnen bleibt noch: <sense n="a)">a) (ſ. 1e) Etwas hervortreten, hervorgehn, ſich aus dem Vorhandnen entwickeln laſſen ꝛc.; es zuTage fördern, liefern, — wobei das Paſſiv ugw. <bibl><biblScope>—:</biblScope> <title>Niſchen mit Muſcheln .. ausgeziert, gaben aus Tritonenmäulern reichliches Waſſer in marmornen Becken.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>20, 61;</biblScope> <title>Ich will die Jungen zuſammenpeitſchen, ſie ſollen Öl g.</title></bibl> <bibl><author>Rabener</author> <biblScope>3, 41;</biblScope> <title>Die Kühe g. dies Jahr viel Milch, die Bäume viel Obſt, die Felder einen reichen Ertrag; Wie viel die Garbe giebt.</title></bibl> <bibl><author>Günther</author> <biblScope>404;</biblScope> <title>Die Fundgrube giebt reiche Ausbeute; Dieſer Spaß giebt Stoff zum Lachen; Alsdann gab ein Wort das andre; das letzte gab gewöhnlich blaue Flecke.</title></bibl> <bibl><author>Hebel</author> <biblScope>3, 287;</biblScope> <title>Zwei aneinander geriebene Hölzer g. Feuer [vgl.</title></bibl> <bibl><biblScope>d];</biblScope> <title>Dieſe Bäume g. gute Bretter; Dieſer Wein giebt einen guten Eſſig; Die Reſte des Mittagsmahls g. noch ein Abendbrot; Rauhe Füllen g. [liefern, werden, daraus gehn hervor] glatte Pferde; Die raufigen Burſche g. die beſten Männer.</title></bibl> <bibl><author>vHorn</author>  <title>rhD.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 261;</biblScope> <title>So giebt ſie eine Bäurin, die ꝛc.</title></bibl> <bibl><author>Gotthelf</author>  <title>G.</title></bibl> <bibl><biblScope>239;</biblScope> <title>Sprach, er gebe einen beſſern Reuter als Biſchof.</title></bibl> <bibl><author>Hammer</author>  <title>RH.</title></bibl> <bibl><biblScope>227 ꝛc.;</biblScope> <title>ſeltner</title></bibl> — wegen nahe liegender Mißdeutung — mit Dat.: Du willſt mir eine Freundin g. [ſein]. <bibl><author>Miller</author>  <title>Siegw.</title></bibl> <bibl><biblScope>412,</biblScope> <title>und irrthümlich mit Nom. ſtatt des Obj. (wie bei ,,werden“ ꝛc.): Das giebt einmal ein rechter Bauer.</title></bibl> <bibl><author>Gotthelf</author>  <title>G.</title></bibl> <bibl><biblScope>58.</biblScope></bibl> — Ferner: Das giebt [ergiebt, zeigt] ſchon der Augenſchein, die geſunde Vernunft [daraus geht’s hervor]; So wenig es ihr Anſehn g. [zeigen] mag. <bibl><author>G.</author> <biblScope>6, 346 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="b)">b) von Gott ꝛc.: Etwas werden, geſchehn, eintreten laſſen (ſ. <bibl><biblScope>1e,</biblScope> <title>gu. h): Wenn ſie alle Tage, die Gott giebt [werden läſſt],</title></bibl> <bibl><biblScope>1000</biblScope> <title>Gulden .. abbezahlen wollte.</title></bibl> <bibl><author>Hebel</author> <biblScope>3, 372;</biblScope> <title>Der Himmel gab [fügte] es, daß mein Feind in meine Hand fiel ꝛc.</title></bibl> — Nam. oft als Wunſch im Jmper.: „Er wird glücklich werden“. Gott (der Himmel) geb’s; Gebe Gott, daß es nicht ſchlimmer wird! — Daran ſchließt ſich das mundartl.: Geb wer; geb wie ꝛc. <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>wer, wie auch immer, z. B.: Daß es ihr am nützlichſten ſei, Gott geb, wo die Andern ihr Brot erbetteln.</title></bibl> <bibl><author>Fiſchart</author>  <title>B.</title></bibl> <bibl><biblScope>51b;</biblScope> <title>Für ſo Was ſind die Leute geſcheit genug, geb wie dumm ſie ſonſt ſeien.</title></bibl> <bibl><author>Gotthelf</author>  <title>Sch.</title></bibl> <bibl><biblScope>154; 259;</biblScope> <title>G.</title></bibl> <bibl><biblScope>152; 180;</biblScope> <title>Es macht ſich am Ende Alles in der Welt, gäb wie [auf eine oder die andre Weiſe].</title></bibl> <bibl><biblScope>36;</biblScope> <title>Gäb was [was auch immer] ſie probiert hätte.</title></bibl> <bibl><biblScope>13 ꝛc.</biblScope> <title>Auch: Und. gäb [ob] ich dich wolle, iſt auch noch die Frage.</title></bibl> <bibl><biblScope>374;</biblScope> <title>Zu ſchnappeln, gäb man verſtehe es oder nicht. Sch.</title></bibl> <bibl><biblScope>47; 52 ꝛc.;</biblScope> <title>Gäb [ehe] ein Jahr um wäre.</title></bibl> <bibl><biblScope>113; 104; 246 ꝛc.,</biblScope> <title>ſ.</title></bibl> <bibl><author>Stalder</author> <biblScope>1, 433;</biblScope></bibl> <bibl><author>Schm.</author> <biblScope>2, 83 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="c)">c) das Partic. Gegeben <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>(der Wirklichkeit oder der Annahme nach) vorhanden, vorliegend: Man muß die gegebnen Verhältniſſe berückſichtigen; In dem gegebnen Fall; Einen gegebnen Winkel zu halbieren; Die Algebra lehrt aus gegebnen Größen die unbekannten finden; Gegeben iſt ein Achteck: es in ein Quadrat zu verwandeln ꝛc., vgl.</title></bibl> <bibl><biblScope>e.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="d)">d) in Küchen, Brauereien ꝛc.: Etwas in ein Behältnis hineinthun, gießen, nam. in das frühere zurück; Zuthaten an Etwas heranthun: Man läſſt die klare Würze in . . . den Unterſtock ablaufen. Sollte ſie trübe fließen, ſo giebt man ſie wieder zurück. <bibl><author>Karmarſch</author> <biblScope>1, 211 ꝛc.;</biblScope> <title>Noch etwas Salz, Gewürz an die Brühe g. ꝛc.</title></bibl> — Übertr.: Seinen Senf (ſ. d.) dazu g.; Hörten dieſen Schnack mit an und gaben ihr Wort auch mit dazu. <bibl><author>Muſäus</author>  <title>M.</title></bibl> <bibl><biblScope>5, 101 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="e)">e) Etwas in einer Sprache, mit Worten ausdrücken, darſtellen: Ich gebe nur den ungefähren Sinn ſeiner Rede; Wie giebt man dieſen Satz am beſten im Franzöſiſchen?; Gebt den Sinn recht kurz und bündig; Der Viel gelernt und es zu g. verſteht. <bibl><author>Mügge</author>  <title>Vogt</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 115,</biblScope> <title>vgl.</title></bibl> <bibl><biblScope>m,</biblScope> <title>wieder-g. und</title></bibl> <bibl><biblScope>1d.</biblScope></bibl> — Hieran (doch ſ. c) ſchließt ſich: Gegeben, bei Schriftſtücken, entſprechend dem lat. Datum (wofür oberd. auch ,,die Gabe“) zur Angabe des Orts und der Zeit der Ausfertigung, meiſt nur noch im Kanzleiſtil — bei gegebnen Verordnungen, Erlaſſen ꝛc. —</sense><sense n="f)">f) ineinigen umſchreibenden Redensarten (vgl. b) mit Obj.: Acht, Achtung g. auf Etwas [achten]. — Ferſengeld (ſ. d.), die Flucht, Reißaus g. [fliehn]. — Feuer g. [das Gewehr abfeuern, aus der Zeit, wo dies mit herangebrachten Lunten geſchah, — verſch. <bibl><biblScope>a].</biblScope></bibl> — Bello gab keine Ruhe [wurde nicht ruhig, kuſchte nicht], das Thier ſchien außer ſich. <bibl><author>Gutzkow</author>  <title>R.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 429.</biblScope></bibl> — Der Morgen kam, er gab ſo trüben Schein [ſchien trübe]. <bibl><author>Chamiſſo</author> <biblScope>4, 41;</biblScope> <title>Das gab ſo wunderklaren Schein, | alswie die liebe Sonne.</title></bibl> <bibl><author>Uhland</author> <biblScope>398.</biblScope></bibl> — Lachend gab ich meinen Willen <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>dazu [darein, willigte ein].</title></bibl> <bibl><author>Nicolai</author> <biblScope>2, 27;</biblScope></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>11, 171;</biblScope> <title>Ohne Jemanden in ſeinem eigenen Urtheile . . Maß g. [beſtimmen] zu wollen.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>32, 411.</biblScope> <title>Gw. nur im Infin. und nam. im Partic.: Mein Rath hierbei wäre ſonder alles unziemende Maß-g.</title></bibl> <bibl><author>Rabner</author> <biblScope>3, 21;</biblScope> <title>Ein maßg–des Urtheil; Das kann für dich nicht maß-g–d ſein, vgl. Maß-Gabe, -geblich ꝛc.</title></bibl> —</sense><sense n="g)">g) in Verbindung mit Ew.: Einen, Etwas, ſich bloß [eine Blöße <bibl><biblScope>1e]</biblScope> <title>g.</title></bibl> — Den Gefangnen los, frei g. [laſſen]; Einen Nachmittag in der Schule [den Schülern] frei g. — Der Nagel gab [ließ] los; Ich wußte wohl, daß du weich g. [nicht Stand halten] würdeſt. <bibl><author>Scherr</author>  <title>Nem.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 97;</biblScope> <title>Ich wette | hier meinen Kopf an ihr Philoſophem, | ſie giebt es näher [giebt nach, weicht ꝛc.].</title></bibl> <bibl><author>Weſt</author>  <title>Diana</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 1.</biblScope></bibl> — Ein Spiel [dem Gegner] gewonnen, es verloren g. [es dafür erklären]; Das helle Rad der Sonnen, <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>wie klar es immer iſt, giebt williglich gewonnen.</title></bibl> <bibl><author>Opitz</author> <biblScope>1, 14;</biblScope> <title>Verloren gab ich Alles.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>582b;</biblScope> <title>Sich überwunden, gefangen g.; Die Mutter gaben wir verloren [gaben wir auf], ſo elend wie ſie damals lag.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>11, 135.</biblScope></bibl> — Hört nur, was die Minute mir <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>die Jüdin .. für ganz gewiß gegeben [erzählt].</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>20, 278</biblScope> <title>(ſ. k).</title></bibl> — Mit abhängigen Präpoſ.:</sense><sense n="h)">h) Etwas ans Licht, an den Tag g. [erſcheinen laſſen] ꝛc.; Gewürz an die Sauce g. (ſ. d); Sein Leben an Etwas g. [an die Erreichung desſelben ſetzen, es darum hingeben]; Um Neues zu gewinnen, muß er Altes daran g. [aufgeben, fahren laſſen]. <bibl><author>FHJacobi</author> <biblScope>5, 132;</biblScope> <title>Da ſei ihm das Ding ſo bunt geworden, daß er es daran g. müſſen.</title></bibl> <bibl><author>Möſer</author>  <title>Ph.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 237;</biblScope> <title>Ich will mein bischen .. Geld in Gottes Namen dran g. [hin-g.].</title></bibl> <bibl><author>Spindler</author>  <title>Stadt</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 27;</biblScope></bibl> <bibl><author>Gervinus</author>  <title>Sh.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 285 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="i)">i) Briefe auf die Poſt g. [legen] ꝛc. — Etwas auf (zur) Probe g. — Etwas drauf g. [ſ. Draufgeld]. <bibl><author>Hebel</author> <biblScope>3, 129;</biblScope> <title>Etwas, Viel, Wenig, Nichts auf Etwas g.: Werth darauf legen, es hoch oder niedrig achten, taxieren (vielleicht hergenommen von dem G. und Leihen auf Pfänder, deren Werth dabei veranſchlagt wird, oder vom Kartenſpiel ꝛc., vgl.: Viel, große Stücke auf Einen halten): Er giebt Nichts, keinen Pfifferling auf meinen Rath; Sie giebt ſehr Viel auf anſtändige Behandlung; Dieſe Wellen g. nicht auf ſeine Stimme [achten ſie nicht].</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>540a.</biblScope></bibl> — k) Für Etwas viel, wenig Geld g., eig. u. übertr. (vgl. g): Für das Leben der königlichen Familie gebe ich keinen Groſchen. <bibl><author>Forſter</author>  <title>B.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 170;</biblScope> <title>Die Ärzte „gaben nicht mehr Viel“ für ſie [hatten ſie faſt aufgegeben].</title></bibl> <bibl><author>Gutzkow</author>  <title>Schr.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 213;</biblScope> <title>Dafür gebe ich keinen Dreier, keinen Heller, kein ausgeblaſenes Ei, nicht ein Haar aus dem Schwanz einer todten Kuh, keinen Pfifferling ꝛc.</title></bibl> — Ähnlich: Nicht einen Heller <bibl><author>(Luther</author> <biblScope>6, 232a),</biblScope> <title>nicht eine gelbe Oſterſuppe</title></bibl> <bibl><author>(Fiſchart</author>  <title>B. 46b) um Etwas g.</title></bibl> — Genauer in Bezug auf etwas dadurch zu Erlangendes: Den Finger meiner rechten Hand wollt’ ich drum geben, dürft’ ich ſagen, er iſt ein Lügner. <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>103b ꝛc.</biblScope></bibl> — Ferner (ſ. e): Er giebt [erklärt] ſein Luſtſpiel für Nichts als was es iſt, für eine Blüette, für einen Lückenbüßer ꝛc. (ſ. 3c). —</sense></sense>
        <sense n="1)">1) Ein Kind bei Einem in Penſion, in die Koſt, in die Lehre g., hin-g. [thun, hinſchicken ꝛc.]; Sonſt gab (ſ. d) ſie nur wenige Worte ins Geſpräch. <bibl><author>G.</author> <biblScope>20, 203.</biblScope></bibl> — m) Die Mutter wollte ihr Kind nicht von ſich g. [weg-, fort-g., ſich durch Entfernung desſelben von ihm trennen]; nam. auch: etwas Innres hervortreten laſſen (körperlich und geiſtig), z. B.: Gehorſam giebt das aufgethane Roß <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>die Krieger von ſich, die ſein Leib verſchloß.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>31b.</biblScope></bibl> — Die Speiſen wieder von ſich g. [ſich erbrechend]; Die .. an der Seekrankheit litt und bis aufs Blut von ſich gab. <bibl><author>Heinſe</author>  <title>A.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 158.</biblScope></bibl> — Drehte an ſeinem Leierkaſten, worauf dieſer widerwärtige Töne von ſich gab. <bibl><author>Immermann</author>  <title>M.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 12;</biblScope> <title>Er giebt keinen Laut, kein Lebenszeichen von ſich; Er kann ſeine Meinung nicht recht von ſich g. [äußern, ſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>e] ꝛc.</biblScope></bibl> — u) Er will zu der Sammlung für die Abgebrannten <bibl><biblScope>10</biblScope> <title>Thaler g., zu-g. [beiſteuern] ꝛc., vgl.</title></bibl> <bibl><biblScope>d.</biblScope></bibl> — 3) ohne Dativ und ohne Obj.: <sense n="a)">a) Er giebt gern [iſt freigebig, theilt gern Andern von dem Seinigen mit]; Nicht gern g. [ſchenken, — nach dem Volksſcherz: Nicht aus Schenkendorf, aus Gebenhauſen ſein ꝛc.]; G. iſt ſeliger als Nehmen ꝛc. —</sense><sense n="b)">b) im Kartenſp.: „Wer giebt?“ Sie g. [Karten], vgl. <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> — 4) <bibl><biblScope>refl.:</biblScope> <title>dem Tranſ. entſprechend, vgl.:</title></bibl></sense><sense n="a)">a) Etwas, — ſich zum Beſten g.: Sie geben ſich vor ſo viel werthen Gäſten <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>wohl ganz wie ſonſt aufs heiterſte zum Beſten.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>6, 367.</biblScope></bibl> — Einen, — ſich bloß, preis g. — Einen, — ſich in Jemandes Hände, Macht, Gewalt g. (liefern, vgl. be-g.): Wer ſich gerne in Gefahr begiebt, der verdirbt drinnen. <bibl><author>Sir.</author> <biblScope>3, 27;</biblScope> <title>Einen Mann zu wählen, der ſich vielleicht in die Hände eines Advokaten g. muß.</title></bibl> <bibl><author>Auerbach</author>  <title>Gv.</title></bibl> <bibl><biblScope>360 ꝛc.</biblScope></bibl> — Seine Perſon, ſein Herz, — ſich Einem zu eigen g., hin-g., er-g.; Die Laube, <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>woſich für’s Leben, | tief in Gedanken, | Liebende g.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>11, 60;</biblScope> <title>Ich trieb den Jüngling an, er gab ſich ganz (ſ. b); | wie ſchön, wie warm</title></bibl> ergab er ganz ſich mir! <bibl><biblScope>13, 159;</biblScope> <title>Mädchen und Burgen | müſſen ſich g.</title></bibl> <bibl><biblScope>11, 39;</biblScope> <title>Meine Hand giebt ſich nicht ſo [wird nicht ſo leicht ver-g.].</title></bibl> <bibl><author>Klinger</author>  <title>Th.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 62 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="b)">b) ſich als Etwas zeigen, darſtellen ꝛc., vgl.: Die Schauſpielerin gab hier keine Orſina, ſondern — ſich; Man nimmt in der Welt Jeden, wofür er ſich giebt; aber er muß ſich auch für Etwas g.; man erträgt die Unbequemen lieber, als man die Unbedeutenden duldet. <bibl><author>G.</author> <biblScope>15, 195; 9, 53;</biblScope> <title>Siegbert that Nichts als: ergab ſich ſelbſt.</title></bibl> <bibl><author>Gutzkow</author>  <title>R.</title></bibl> <bibl><biblScope>5, 260;</biblScope> <title>Pauline gab ſich ganz auf die großen Gefühle ihrer jungen Freundin geſtimmt.</title></bibl> <bibl><biblScope>6, 5;</biblScope> <title>Börne gab ſich nicht, er wollte genommen ſein. B.</title></bibl> <bibl><biblScope>XIII;</biblScope> <title>Sie gab ſich wieder geſprächig wie früher.</title></bibl> <bibl><author>König</author>  <title>Kl.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 332 ꝛc.</biblScope> <title>(ſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>c. d, e).</biblScope></bibl> —</sense><sense n="c)">c) erklären, daß man Etwas ſei ꝛc.: Sich gefangen, ſich überwunden g. (ſ. <bibl><biblScope>a</biblScope> <title>und g); Ich kann mich damit, darüber nicht zufrieden g.</title></bibl> — Er giebt ſich für nichts Andres als was er iſt; Dieſer fragt nach meinem Namen, <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>ich gebe michfür einen Elenden, | der ſeine Eltern nährt mit Laſtentragen.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>583a;</biblScope> <title>Der ſich juſt für keinen Heiligen gab.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>15, 33</biblScope> <title>(ſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>2k</biblScope> <title>und aus-g.).</title></bibl> —</sense><sense n="d)">d) Sich zu erkennen, ſich kund g.: ſich ſo zeigen, daß es zu erkennen iſt: Joſeph gab ſich ſeinen Brüdern zu erkennen; Erſtaunen gab ſich in Aller Mienen kund ꝛc. —</sense><sense n="e)">e) Daß hier Etwas fehlt, giebt [ergiebt, zeigt] ſich aus dem Zuſammenhang ꝛc. —</sense><sense n="f)">f) Sich an Etwas g. [be-g.], ſich daran machen, daran gehn: Jetzt giebt er ſich ans Suchen [fängt er an zu ſuchen]. <bibl><author>Immermann</author>  <title>M.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 93;</biblScope> <title>Ich ſelber, des vielen Umherlaufens müde, gab mich endlich ans Fliegen.</title></bibl> <bibl><author>Heine</author>  <title>B.</title></bibl> <bibl><biblScope>130;</biblScope> <title>Den fünften Nachmittag gab er ſich an den Bräutigam [fing er an, Dieſen zu porträtieren].</title></bibl> <bibl><author>Heinſe</author>  <title>A.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 104 ꝛc.</biblScope></bibl> — Ahnlich: Ich gab mich [ließ mich ein] mit ihnen ins Geſpräch. <bibl><author>Stahr</author>  <title>Par.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 65.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="g)">g) Sich g., ähnlich wie: ſich gefangen, überwunden g., vgl. ſich er-g., nach-g.: Hans hält . . um Liebkoſungen an, <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>wird aber . . abgewieſen .. Hans ſpricht: . . Du haſt recht wohl gethan, daß du dich nicht gegeben.</title></bibl> <bibl><author>Ramler</author>  <title>F.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 39;</biblScope> <title>Gieb dich!</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>8, 55;</biblScope> <title>Wollte Gott, ihr hättet euch eher drein gegeben.</title></bibl> <bibl><biblScope>9, 62 ꝛc.</biblScope></bibl> — Dazu auch von Sachen: Das Tuch giebt ſich [dehnt ſich], wenn man es reckt; Dann drückt man die Keulen des Puters auf beiden Seiten nieder, ſo daß die Bruſt ſich in die Höhe giebt [ſich ſchiebt]. <bibl><author>Scheibler</author>  <title>Kochb.</title></bibl> <bibl><biblScope>1 ꝛc.,</biblScope> <title>nam. aber, wie der Überwundne ſich zurückzieht, weicht: Der Schmerz hat ſich gegeben [nachgelaſſen]; Der Koller giebt ſich mit den Jahren.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>98b.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="h)">h) unperſ. (ſ. 5): Es giebt ſich nicht gut [Man kann nicht gut g.], wenn man Nichts hat, vgl. Sich. — Kraut und Rüben durcheinander, wie es ſich giebt [vorkommt] in einer Haushaltung. <bibl><author>Gotthelf</author>  <title>U.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 55;</biblScope> <title>Es gab [veralt. ſtatt begab] ſich auf ein ander Zeit.</title></bibl> <bibl><author>Theuerdank</author> <biblScope>55.</biblScope></bibl> — 5) <bibl><biblScope>impers.,</biblScope> <title>vgl.</title></bibl> <bibl><biblScope>2a</biblScope> <title>und</title></bibl> <bibl><biblScope>b</biblScope> <title>und</title></bibl> <bibl><author>Herrig</author> <biblScope>18, 127:</biblScope> <title>Es [d. h. eine unbekannte oder unbeſtimmte, nur in ihrer Wirkungerkennbare Kraft] giebt Etwas,</title></bibl> <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>dieſe Kraft erzeugt, bewirkt Etwas, läſſt es ins Daſein treten, entſtehn, vorhanden ſein, alſo</title></bibl> — wenn man nur auf die Wirkung Rückſicht nimmt <bibl><biblScope>—:</biblScope> <title>es entſteht Etwas, iſt Etwas vorhanden, findet ſich, wird Einem zu Theil, ſtößt Einem zu ꝛc., z. B.: Es giebt [Wir bekommen] heute noch Schnee; Es giebt bei dieſem Wirthe gutes Eſſen; Geſtern zu Mittag gab’s Kohl und heute giebt’s wieder welchen; Sei artig, ſonſt giebt’s Schläge,</title></bibl> — ſonſt giebt’s Etwas; Es giebt Streit und Lärm; Das gäbe Geſchichten! <bibl><author>G.</author> <biblScope>1, 164;</biblScope> <title>Da Herr, da gab es rechte Beute!</title></bibl> <bibl><author>Pfeffel;</author>  <title>Karmina gab’s die ſchwere Meng’ um den Hund .</title></bibl> <bibl><biblScope>.</biblScope> <title>Drauf gab’s ein Freſſen, das währte bis an den lichten Morgen.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>107b.</biblScope></bibl> — Es giebt [es finden ſich, ſind vorhanden] ſolche Menſchen; Es giebt eine Vergeltung im Leben: Da giebt’s Etwas zu lachen, zu verdienen ꝛc.; Was giebt’s Neues?; Es muß auch ſolche Käuze g. <bibl><author>G.</author> <biblScope>11, 152;</biblScope> <title>Es giebt im Menſchenleben Augenblicke, | wo er dem Weltgeiſt näher iſt als ſonſt.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>369a ꝛc.;</biblScope> <title>Es giebt nichts Lächerlicheres als ein verliebter Mann [iſt].</title></bibl> <bibl><author>Börne</author> <biblScope>2, 278;</biblScope> <title>Es giebt kein ſo hartherziges Geſchöpf wie ein Krämer [iſt].</title></bibl> <bibl><author>Heine</author>  <title>Lut.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 48 ꝛc.,</biblScope> <title>zumeiſt aber auch im vergleichenden Satz mit Accuſ.: Es giebt nichts Dümmres als ihn ꝛc.</title></bibl> — Aus dem Stück Leinwand giebt es [laſſen ſich machen, erhält man] <bibl><biblScope>12</biblScope> <title>Hemden; Meint er, aus einem Meitſchi, das dumm thue, gebe es [vgl. werde] eine Frau, die geſcheit thue.</title></bibl> <bibl><author>Gott-</author>  <title>helf G.</title></bibl> <bibl><biblScope>46;</biblScope> <title>Aus der Sache giebt es [wird] Nichts.</title></bibl> <bibl><biblScope>233 ꝛc.</biblScope> <title>Mundartl.: Ich dachte ſchon lange daran, zu dir zu kommen, aber es gab’s [es ging, machte ſich] nur nicht. Sch.</title></bibl> <bibl><biblScope>173,</biblScope></bibl> — oder mit perſ. Dat.: Daß, es mag ihm g. [zuſtoßen], was es will, es dort immer ein Heim findet. G. <bibl><biblScope>292;</biblScope> <title>Daß es Einem Wunder gäbe [Verwundrung erregte], wenn ſie ſich nicht auch zu unſern Zeiten repetierten.</title></bibl> <bibl><author>G.</author>  <title>Z.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 441.</biblScope> <title>ſ. ferner</title></bibl> <bibl><biblScope>4h.</biblScope></bibl></sense></sense>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">Goth. <bibl><biblScope>giban,</biblScope> <title>ahd.</title></bibl> <bibl><biblScope>gëban,</biblScope> <title>mhd.</title></bibl> <bibl><biblScope>gëben.</biblScope></bibl> — Es findet ſich die minder empfehlenswerthe Schreibweiſe und Ausſprache: Du gibſt, er gibt, gib! ſ. <bibl><author>Sanders</author>  <title>Orth.</title></bibl> <bibl><biblScope>47.</biblScope></bibl> — Über die heute unüblichen Dehnungen: Giebe ſt ꝛc. ebd. <bibl><biblScope>69,</biblScope> <title>z. B.: Keinen „Gott mit Euch!“ er ihnen giebet.</title></bibl> <bibl><author>Talvj</author> <biblScope>2, 246;</biblScope> <title>Wann es ſich ergiebet.</title></bibl> <bibl><author>Haller</author> <biblScope>213;</biblScope> <title>Ergiebe dich [ſpätre Lesart: Ergieb dich nur] in dein Geſchicke.</title></bibl> <bibl><biblScope>97.</biblScope></bibl> — Mundartl. Nbnf.: „Wo der Hochteutſche ſpricht: ich gebe .., ſagt der Frank: ich gieb.“ <bibl><author>Spate</author> <biblScope>2, 175;</biblScope></bibl> <bibl><author>Luther</author> <biblScope>1, 154a;</biblScope> <title>Darum gib ich einen beſſern Soldaten.</title></bibl> <bibl><author>Zinkgräf</author> <biblScope>2, 66;</biblScope></bibl> Giebt [Imperat. <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>gebt] ſie dem Teufel!</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 272,</biblScope> <title>und ſo auch in Zſſtzg.: Ich begib mich für einen großen Sünder. ~</title></bibl> <bibl><author>Zwingli</author> <biblScope>2, 1, 2 ꝛc.</biblScope></bibl> — Umgekehrt im Jmperat.: Gebe dich. <bibl><author>G.</author> <biblScope>8, 156;</biblScope> <title>So geb mir deine Hand drauf.</title></bibl> <bibl><author>FMüller</author>  <title>F.</title></bibl> <bibl><biblScope>142;</biblScope> <title>Ergebe dich dem Teufel.</title></bibl> <bibl><author>Börne</author> <biblScope>2, 452;</biblScope></bibl> <bibl><author>Brentano</author>  <title>Fr.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 230; 233 ꝛc.</biblScope></bibl> — Er hat ſie nicht darum [ge]geben. <bibl><author>Hebel</author> <biblScope>3, 66 ꝛc.</biblScope></bibl> — Ferner: Sein Frucht er geit [giebt] zu rechter Zeit. <bibl><author>Waldis</author>  <title>Pſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 2</biblScope> <title>u. o.</title></bibl> — Konjunkt. Impf.: Gäbte. <bibl><author>Gotthelf</author>  <title>G.</title></bibl> <bibl><biblScope>299; 326; 362</biblScope> <title>u. ä. m.</title></bibl> — S. auch Geber und Gebung, Gabe, Gift ꝛc.</p>
        </note>
        <p type="compositions">
          <entry type="sub">Zſſtzg. z. B.: Áb-: <sense n="1)">1) <bibl><biblScope>tr.:</biblScope></bibl> <sense n="a)">a) Etwas durch Vonſich-Geben einem Andern zukommen laſſen, — verſch.: fort-, weg-g., mit hauptſächlicher Rückſicht auf das Nicht-mehr-vorhanden- und -im-Beſitz-Sein, und überg., mit der auf den das Gegebne übernehmenden Empfänger: Ich übergab ihm das Geld, daß er es an dich a. ſollte, aber er hat es unterwegs zur Hälfte an Bettler weggegeben; Der Vater giebt das Regiment, den Hof (ſ. 2a) ab, indem er ſie dem Sohn übergiebt; Der Großhändler übergiebt dem Fuhrmann die Waaren, die er dem Kleinhändler abgiebt [von ſeinem großen Vorrath abläſſt] und die dieſer dann an ſeine Kunden fortgiebt [verkauft], und ſo oft a. in Bezug auf das Ganze, wovon Etwas genommen, und an Jemand, nam. als Dieſem zukommend, gegeben wird: Einem ein Stück Kuchen a.; Er muß von ſeinem Einkommen zwei Procent Vermögensſteuer a.; Das Geſchäft brächte einen hübſchen Gewinn, wenn man nicht ſo Viel a. müßte; Die Waare giebt viel ab (ſ. Abgabe 1). —</sense><sense n="b)">b) Ein Urtheil a., von ſich geben, fällen; Den Leibſchneider, der ſeine Meinung a. mußte, wie ein ſolcher Rock .. gefertigt werden könnte. <bibl><author>G.</author> <biblScope>16, 202.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="c)">c) Einem Eins, Etwas a. <bibl><biblScope>[1d],</biblScope> <title>ihm Eins verſetzen, thätlich oder gewöhnlicher mit ſchlagenden Worten: Sie haben’s euch aber auch brav abgegeben, ich dachte zuletzt, es würde Schläge ſetzen.</title></bibl> <bibl><biblScope>10, 193; 127; 16, 191; 22, 209;</biblScope></bibl> <bibl><author>W.</author>  <title>HB.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 192.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="d)">d) <bibl><biblScope>[2a]</biblScope> <title>Etwas vorſtellen; dazu verwendet werden, dazu dienen können: Riebenzahl giebet einen Bettler ab [ſpielt ihn, erſcheint als ſolcher], ſ.</title></bibl> <bibl><author>DMuſeum</author> <biblScope>1, 2, 276;</biblScope> <title>Ihr gäbt einen prächtigen Wirth ab.</title></bibl> <bibl><author>Benedir</author> <biblScope>10, 18;</biblScope> <title>Den Narren im Spiele a.</title></bibl> <bibl><author>Chamiſſo</author> <biblScope>4, 297;</biblScope> <title>Daß er ſich .. ihren Vorredner abzugeben entſchloß.</title></bibl> <bibl><author>Danzel</author> <biblScope>337;</biblScope> <title>Mußte ſich zuletzt entſchließen, den Begleiter abzugeben.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>18, 162;</biblScope> <title>Ihr hättet einen tüchtigen Schmied abgegeben, Hofſchulze.</title></bibl> <bibl><author>Immermann</author> <biblScope>1, 255;</biblScope> <title>Weil er keinen ſtummen, gleichgültigen Zuſchauer a. wollte.</title></bibl> <bibl><author>Tieck</author>  <title>N.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 17;</biblScope> <title>[Das] giebt eine neue Bekräftigung dieſer Bemerkung ab.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>4, 20; 7, 44;</biblScope> <title>Stelle dir vor, was für ein Modell zu einer Bildſäule des Erſtaunens ich abgegeben.</title></bibl> <bibl><biblScope>5, 22 ꝛc.</biblScope> <title>Früher nicht ſelten geradezu</title></bibl> <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>ſein, z. B.: Männern, die anſehnliche geiſtliche Ämter bekleiden und Seelſorger in chriſtlichen Gemeinden a.</title></bibl> <bibl><author>Weichmann</author> <biblScope>1, XXVI.</biblScope></bibl> — 2) mit ausgelaßnem Obj.:</sense><sense n="a)">a) Ließ ſich endlich der Vater bewegen, an Chriſtoph abzugeben [den Hof, als Austrägler, Altſitzer]. <bibl><author>Auerbach</author>  <title>D.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 5; 159; 166.</biblScope></bibl> — So auch: über-g. <bibl><author>Schm.</author> <biblScope>2, 12;</biblScope> <title>Ein übergebner Mann, Austrägler; und mundartl.: Ich kann vongeben, wann ich will und wann ich es ſag, muſſt du den Hof übernehmen.</title></bibl> <bibl><author>Hausblätter</author> <biblScope>(56) 1, 340; 333 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="b)">b) Das Pferd hat abgegeben [die Zähne] <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>geſchoben, die Fohlenzähne verloren.</title></bibl> —</sense><sense n="c)">c) <bibl><biblScope>[3b]</biblScope> <title>im Kartenſpiel: Wer angegeben [zuerſt Karten gegeben], muß wieder a. [zuletzt geben].</title></bibl> —</sense><sense n="d)">d) weidm.: Die Hunde geben ab, laſſen ab von der Verfolgung. — 3) <bibl><biblScope>impers. [5]:</biblScope> <title>Es giebt Etwas, z. B. Schläge, Regen, Unwetter, Gewinn ꝛc. ab</title></bibl> <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>es ſetzt Etwas ꝛc.; Das wird ein Viktoria a., Kerl, wenn ſie wieder ins Trockne kommen.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>107a ꝛc.</biblScope></bibl> — 4) <bibl><biblScope>refl.:</biblScope></bibl></sense><sense n="a)">a) Sich mit Etwas a., ſich damit nebenher — nicht als dem eigentlichen Beruf — beſchäftigen, befaſſen: Er iſt Tiſchler, giebt ſich aber auch mit Papparbeiten ab; Hab mich nie mit Kleinigkeiten abgegeben. <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>140a;</biblScope> <title>Ich werde mich nicht damit a., jede dumme Frage zu beantworten. Ungw. mit Infin. und zu ohne vorhergehendes „damit“.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>14, 99; 8, 61,</biblScope> <title>vgl. Gefallen</title></bibl> <bibl><biblScope>2c.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="b)">b) Sich mit Einem a., Verkehr und Umgang pflegen, den man nicht haben ſollte: Sich mit Straßenjungen, mit gemeinen Dirnen a. ꝛc. — Án-:</sense></sense><sense n="1)">1) <bibl><biblScope>tr.:</biblScope></bibl> <sense n="a)">a) machen, daß man Etwas anhat: Darum habe ich ihm ſchmutzige .. Kleider angegeben. <bibl><author>Merck’s</author>  <title>Br.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 378.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="b)">b) Etwas auf Abſchlag, als Angabe, Angeld, Anzahlung geben. —</sense><sense n="c)">c) bei einem Kauf: Waaren a., ſie als Anzurechnendes, von dem Werth des Gekauften Ab- <bibl><biblScope>⏑</biblScope> <title>gehndes dem Kaufmann geben: Neue ſilberne Leuchter kaufen, aber die alten dabei a.</title></bibl> —</sense><sense n="d)">d) eine Angabe (ſ. d. 1) machen; Perſonen, die über Etwas Auskunft erwarten oder fordern dürfen, dieſe als das von ihnen Anzunehmende durch eine Erklärung geben: Man muß hier a., ob man ſteuerbare Sachen hat; Den Inhalt einer zu verſteurenden Kiſte falſch a.; Der Baron .. gab zur Urſache an, daß . . Alles in großer Bewegung ſei. <bibl><author>G.</author> <biblScope>16, 183;</biblScope> <title>Die Menſchen ſind nicht ſo kurz zu nehmen, wie wir in einem policeilichen Signalement angegeben werden.</title></bibl> <bibl><author>Gutzkow</author>  <title>R.</title></bibl> <bibl><biblScope>6, 212;</biblScope> <title>Die Art ſeines Todes wird verſchiedentlich angegeben.</title></bibl> <bibl><author>L.</author> <biblScope>6, 285; 284</biblScope> <title>u. o. Unangegeben [unangemeldet].</title></bibl> <bibl><author>Schweinichen</author> <biblScope>1, 81 ꝛc.</biblScope> <title>Ungw. mit Infin. und zu: Seb gab an, bald wieder zu ſchreiben [ſchrieb, daß er bald wieder ſchreiben wollte].</title></bibl> <bibl><author>Auerbach</author>  <title>D.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 244,</biblScope> <title>ſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>f.</biblScope></bibl> — Mundartl.: Einem Etwas a., einreden, weiß machen. <bibl><author>Peſtalozzi</author> <biblScope>4, 56.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="e)">e) Einen a., ihn als Thäter einer ſtraffälligen Handlung bei der Behörde zur Beſtrafung anzeigen, denuncieren, — meiſt mit dem gehäſſigen Nebenbegriff des Heimlichen und der Abſicht zu ſchaden (vgl. dagegen: Einen anzeigen, anklagen). <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> <bibl><author>Sam.</author> <biblScope>19, 27 ꝛc.,</biblScope></bibl> — welcher Nebenbegriff beim <bibl><biblScope>refl.</biblScope> <title>verſchwindet: Der Mörder gab ſich ſelbſt an.</title></bibl> —</sense><sense n="f)">f) den Entwurf zu Etwas machen; die Art und Weiſe, wie Etwas ins Werk zu ſetzen iſt ꝛc., anordnen: Er wußte, was dazu gehörte, mit vielem Geſchmacke anzugeben. <bibl><author>G.</author> <biblScope>16, 203;</biblScope> <title>Warum, wozu das ungeheure Roß? | Wer gab es an?</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>30a;</biblScope> <title>Als ein welſcher Baumeiſter angab [rieth], etliche Mauern abzubrechen.</title></bibl> <bibl><author>Zinkgräf</author> <biblScope>1, 209</biblScope> <title>(ſ. d) ꝛc.</title></bibl> — Daher (Muſ.): Den Ton (ſ. h), den Takt a., damit ſich die Andern danach richten, übertr.: Er giebt den Ton in der Geſellſchaft an, nach ihm richtet ſich Alles; Neugebildete Wörter, die man erſt als Ketzer in Bann und Acht that, ſpäterhin für anrüchig hielt, allmählich in gute Geſellſchaft zog, wo ſie jetzt ton-a–d walten. <bibl><author>Jahn</author>  <title>V.</title></bibl> <bibl><biblScope>375.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="g)">g) viell. zu <bibl><biblScope>f</biblScope> <title>gehörig, doch ſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>h:</biblScope> <title>Späße, dummes Zeug, tolle Streiche, Unarten a. [treiben], ſo auch: Viel a., etwa: der Meiſter und Führer bei Späßen ꝛc. ſein: Es iſt zum Todtlachen, was für Späße der Till angiebt.</title></bibl> <bibl><author>Immermann</author>  <title>M.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 59;</biblScope></bibl> <bibl><author>Schm.</author> <biblScope>2, 11.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="h)">h) Etwas ans Licht, hervortreten laſſen: Ein junges Weibchen .. giebt einen klugen Einfall an. <bibl><author>B.</author> <biblScope>26a;</biblScope> <title>Ihr hättet nicht ſagen ſollen, daß ich Trumpf verleugnet . ., ſo ich doch Farbe angegeben habe.</title></bibl> <bibl><author>Hebel</author> <biblScope>3, 330;</biblScope> <title>Einen Ton auf dem Klavier a. [anſchlagen, ertönen laſſen]; In ſo kurzer Zeit giebt man vielerlei Themata an und führt keins aus.</title></bibl> <bibl><author>G.</author>  <title>Sch.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 227 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="i)">i) <bibl><biblScope>[2h]</biblScope> <title>veralt.</title></bibl> <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>dran-, auf-g.</title></bibl> — k) veralt., mund- artl.: in die Feder diktieren. <bibl><author>Fiſchart</author>  <title>Garg.</title></bibl> <bibl><biblScope>211b;</biblScope></bibl> <bibl><author>Stalder</author> <biblScope>1, 434.</biblScope></bibl> —</sense></sense><sense n="2)">2) mit zu ergänzendem Obj.: <sense n="a)">a) ſ. ab-g. <bibl><biblScope>2c.</biblScope></bibl> — Die Feder will nicht a. [die Tinte ans Papier g., einen Strich geben]; Einige Hämmer im Klavier wollen nicht a. [einen Ton]; Wehe mir, wenn die Saiten dieſes Inſtruments falſch a. <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>752b.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="b)">b) ſo nam. der ſubſt. Infin., z. B. zu <bibl><biblScope>1d:</biblScope> <title>Montan hatte mit dem größten Anſchein von Ehrlichkeit angegeben, jene Perſon ſei in die weite Ferne gezogen</title></bibl> <bibl><biblScope>...</biblScope> <title>So war denn doch für Montan’s A. ein Zeugnis zurückgeblieben.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>19, 176,</biblScope> <title>nam. aber zu</title></bibl> <bibl><biblScope>1f:</biblScope> <title>Auf ſein A.</title></bibl> <bibl><author>L.</author> <biblScope>7, 328;</biblScope></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>843a ꝛc.;</biblScope> <title>veralt.: Aus des Ptolemäus A.</title></bibl> <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> <bibl><author>Macc.</author> <biblScope>6, 8.</biblScope> <title>S. Angabe.</title></bibl> —</sense></sense><sense n="3)">3) <bibl><biblScope>refl.:</biblScope></bibl> <sense n="a)">a) (ſ. 1e) ſich melden, anzeigen: Sich für (als) Jemand, für Etwas a. [aus-g.]; Weil ſie ſich fälſchlich als Geliebte Jupiters angegeben. <bibl><author>G.</author> <biblScope>33, 44;</biblScope></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>6, 245;</biblScope> <title>Zwingt Dieſen, daß er ſich für ihren Vater a. muß. HorBr.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 57.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="b)">b) Sich zu Etwas a., erbieten; [So] giebt mein Mund ſich an zum Gärtner, daß er dieſer Blumen pflege. <bibl><author>Logau</author> <biblScope>3, 6, 14;</biblScope> <title>Veit giebt ſich an zu dienen.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 6, 88;</biblScope> <title>[Er] giebt aus frommer Reu ſich zum Huſaren an [wird Huſar].</title></bibl> <bibl><author>L.</author> <biblScope>1, 25;</biblScope></bibl> <bibl><author>Zinkgräf</author> <biblScope>2, 14 ꝛc.</biblScope></bibl> — <bibl><biblScope>tr.:</biblScope> <title>Einem Etwas a., es ihm anheimſtellen, die Verfügung darüber ſeinem Ermeſſen oder Belieben überlaſſen: Anheimgegeben deiner Willkür.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>13, 303;</biblScope> <title>Den Entſchluß dem Looſe a.</title></bibl> <bibl><biblScope>15, 11;</biblScope> <title>Der dem eigenen friedlichen Willen Anheimgegebene.</title></bibl> <bibl><biblScope>19, 411;</biblScope> <title>Ihre nunmehr der Gewalt des Mannes anheimgegebne Tochter.</title></bibl> <bibl><author>Waldau</author>  <title>N.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 215 ꝛc.</biblScope> <title>S. Heim-g.</title></bibl> — <bibl><biblScope>tr.:</biblScope></bibl></sense><comp>Anhēīm-:</comp> <comp>Āūf-:</comp></sense><sense n="1)">1) im Hohofen: Das A. der Gicht (ſ. d.). <bibl><author>Mitſcherlich</author> <biblScope>2, 2, 67; 213 =</biblScope> <title>ſie in den Ofen ſchütten, vgl. auf-laufen, -tragen.</title></bibl> —</sense><sense n="2)">2) Einen Brief a., auf die Poſt geben. —</sense><sense n="3)">3) Das Eſſen iſt aufgegeben, auf den Tiſch (aufgetragen) — oder auf die Teller (aufgefüllt). —</sense><sense n="4)">4) beim Schlagball: Den Ball a., aufſchenken, ihn in die Höhe werfen, um ihn mit dem Stock emporſchleudern zu laſſen. — Hierzu gehört vielleicht auch die häufige übertr. Bed.: Etwas a., es auffliegen, es fahren laſſen: Ein Amt, eine Stelle, einen Poſten, die Hoffnung, das Spiel, den Streit, das Streiten, ſeine Anſprüche a. ꝛc.; Noch gebe ich nicht auf, die Mitte .. herzuſtellen. <bibl><author>G.</author> <biblScope>33, 38 ꝛc.;</biblScope> <title>Den Geiſt, die Scele a., ſterben; Die Ärzte haben den Kranken aufgegeben, ſeinen Zuſtand für rettungslos erklärt; Sich auf dem von Allen ſchon aufgegebnen [für verloren gehaltnen] Poſten behaupten; Ich lag im Schiff, mit Stricken feſtgebunden, | wehrlos, ein aufgegebner Mann.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>540b ꝛc.</biblScope> <title>Veralt.: Sich [die belagerte Stadt] a.</title></bibl> <bibl><author>Weidner</author> <biblScope>68,</biblScope> <title>und mit perſönl. Dat.</title></bibl> <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>über-g.: Die Stadt dem Holoferni</title></bibl> <bibl><author>(Judith</author> <biblScope>7, 17),</biblScope> <title>dem Andern eine Lehre</title></bibl> <bibl><author>(Luther</author> <biblScope>1, 296b),</biblScope> <title>Gott den Geiſt</title></bibl> <bibl><author>(Ayrer</author> <biblScope>351a)</biblScope> <title>a. ꝛc., vgl.</title></bibl> <bibl><biblScope>5.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="5)">5) Einem Etwas a., zur Auflöſung geben, vorlegen, z. B.: ein Räthſel, Etwas zu rathen, eine Frage, ein Problem a., dann allgem.: Einem eine auszuführende Arbeit geben, etwas zu Leiſtendes auftragen: Den Schülern Aufſätze, ein beſtimmtes Penſum a.; Ihnen a., ſich zu präpärieren; Es wurde ihr aufgegeben, die Erbſen auszuleſen ꝛc. Auch: Sich Etwas a., ſich eine Aufgabe ſtellen. <bibl><author>G.</author> <biblScope>33, 166 ꝛc.,</biblScope> <title>und mit zu ergänzendem Dat., wobei man ſich vor Verwechslung mit</title></bibl> <bibl><biblScope>4</biblScope> <title>hüte: Eine Arbeit a.; Die aufgegebne Arbeit.</title></bibl> — Ubertr.: Einem (auch Nicht-Perſonen) Etwas zu rathen a., auch: Ihm Etwas auf zu rathen geben, ihm Etwas zu ſchaffen machen, womit er nicht leicht fertig werden kann: Das ſind ſie [die Finger] ſchon gewohnt, ſeit zehn Jahren habe ich ihnen ſchon Ander[e]s aufzurathen gegeben. <bibl><author>G.</author> <biblScope>29, 230;</biblScope> <title>Er gab der Regierung Etwas zu rathen auf.</title></bibl> <bibl><author>Gutzkow</author>  <title>R.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 177 ꝛc.</biblScope></bibl> — <comp>Aūs-:</comp></sense><sense n="1)">1) <bibl><biblScope>tr.:</biblScope> <title>ein Bühnenſtück zu Ende geben: Das Luſtſpiel konnte nicht ausgegeben (ausgeſpielt) werden.</title></bibl> —</sense><sense n="2)">2) <bibl><biblScope>tr.:</biblScope> <title>aus dem Innern eines umſchloßnen Raums hervor-, fortg., ſich nahe berührend mit heraus-g., nur daß im Allgem. Dies durch das „her“ den Bezug auf eine Perſon hervorhebt, die das zu Gebende von Einem, der es nur augenblicklich ohne Eigenthumsrecht im Beſitz hat, als ein ihr Zukommendes fordert oder fordern zu dürfen glaubt (ſ. jedoch c).</title></bibl> <sense n="a)">a) Geld ꝛc. a., aus dem Beutel, aus der Kaſſe fort-g.: Viel Geld a. [verbrauchen]; Sold u. Gaben a. <bibl><biblScope>1.</biblScope></bibl> <bibl><author>Macc.</author> <biblScope>3, 30;</biblScope> <title>Den Heller kehrt ſie zehnmal um, ehe ſie ihn ausgiebt.</title></bibl> <bibl><author>Auerbach</author>  <title>Dicht.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 220 ꝛc.;</biblScope> <title>Er gab einen falſchen Thaler aus und ließ ſich zwanzig Groſchen</title></bibl> heraus-g. [als ihm zukommend]; Er übernimmt die Erbſchaft, muß aber ſeinem Bruder <bibl><biblScope>2000</biblScope> <title>Thaler heraus-g.; Der Alte will Nichts mehr</title></bibl> heraus-g. [herausrücken, an den fordernden Sohn], weil ihm der Junge zu Viel ausgiebt. Ubertr.: Ich ward denn auch hitzig und gab’s ihm brav ’raus [ſchalt ihn tüchtig wieder]. <bibl><author>Miller</author>  <title>Siegw.</title></bibl> <bibl><biblScope>54;</biblScope> <title>Die Satire, die freilich ſo grob und ſtark als möglich iſt und der unpolierten Art, wie Hunold gegen Wernicke ſchrieb, Wenig herausgiebt [nachſteht, nur um Weniges minder unpoliert iſt].</title></bibl> <bibl><author>Gervinus</author>  <title>Lit.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 519 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="b)">b) Etwas a., aus-, vertheilen, z. B.: Der Ausgeber, die Ausgeberin in einer Wirthſchaft giebt aus, giebt täglich das Nöthige an das Geſinde aus; Beim Kartenſpiel werden zuerſt die Karten ausgegeben; Die Parole a.; Die Briefe werden auf der Poſt, die Zeitungen auf der Expedition ausgegeben (ſ. c), an die Empfänger; Der Poſtmeiſter wollte mir meinen Brief nicht heraus-g., weil es ſchon zu ſpät ſei und keine Briefe mehr ausgegeben würden ꝛc. —</sense><sense n="c)">c) in Bezug auf Druckwerke gilt nach heutigem Gebrauch her- ausg. von der Thätigkeit Deſſen, der das Manuſkript in der Anordnung, wie es erſcheinen ſoll, zum Druck liefert; a. dagegen (ſ. b) bez. das Verbreiten des gedruckten Werks unter das Publikum: Der Redakteur giebt eine Zeitſchrift heraus, die Expedition giebt ſie aus; Friedrich Nicolai’s Leben von Fichte wurde von A. W. Schlegel herausgegeben und von der Cotta’ſchen Buchhandlung ausgegeben; Hier dürfen Schriften nicht eher ausgegeben werden, als bis die Policei ein Exemplar erhalten; Möchten beide Verlagshandlungen ſich vereinigen, Tiſchbeins herrliche Kupfertafeln auszugeben. <bibl><author>V.</author>  <title>Ant.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 238 =</biblScope> <title>erſcheinen zu laſſen, gewöhnlicher: herauszugeben, weil noch die An- ordnung zu beſtimmen iſt. Hieraus erhellt auch, weßhalb man von einer neuen</title></bibl> Ausgabe eines Werks, inſofern ſie ans Publikum gelangt, aber von einem Herausgeber derſelben ſpricht, wofür freilich <bibl><author>H.</author> <biblScope>1, 176;</biblScope></bibl> <bibl><author>L.</author> <biblScope>10, 63</biblScope> <title>noch</title></bibl> Ausgeber ſagt, vgl.: Bei der letzten Ausgebung ihres Wörterbuchs. <bibl><author>Leibnitz</author></bibl> <bibl><author>(Wackernagel</author> <biblScope>3, 1, 1000</biblScope> <title>Z. 16).</title></bibl> —</sense><sense n="d)">d) Perſonen werden herausgegeben von Dem, der ſie widerrechtlich zurückhielt ꝛc., dagegen geben Eltern die Tochter aus [verheirathen ſie, z. B. <bibl><biblScope>1.</biblScope></bibl> <bibl><author>Moſ.</author> <biblScope>29, 26;</biblScope></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>20, 96 ꝛc.].</biblScope> <title>Ungw.: Bringt des Briſes roſige Tochter, | wenn er ſie nicht ausgäbe, ſo möcht’ ich ſelber ſie nehmen.</title></bibl> <bibl><author>V.</author>  <title>Il.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 324,</biblScope> <title>in ſpätern Ausg. ſprachüblicher: hergäbe, vgl.: Er giebt ja die Gefangnen noch nicht her, | als nur mit Klauſeln.</title></bibl> <bibl><author>Schlegel</author>  <title>Sh.</title></bibl> <bibl><biblScope>6, 28 ꝛc.;</biblScope> <title>Nimm das Geld zurück, das du gezahlet, | gieb heraus die Frauen, gieb heraus ſie!</title></bibl> <bibl><author>Echtermeyer</author> <biblScope>562</biblScope></bibl> <bibl><author>(Kopiſch)</author>  <title>ꝛc.</title></bibl> —</sense><sense n="e)">e) (veralt.) Worte, eine Rede a., von ſich geben, Etwas ſagen; erklären (ſ. 3); doch noch weidm.: Die Loſung a., von ſich geben; Der Meerſchaum giebt beim Erhitzen Waſſer aus. <bibl><author>Karmarſch</author> <biblScope>2, 626</biblScope> <title>u. ä. m. (ſ. 5).</title></bibl> —</sense></sense><sense n="3)">3) <bibl><biblScope>tr., refl.:</biblScope> <title>Etwas, Einen, ſich für Etwas a., vgl.</title></bibl> <bibl><biblScope>1a:</biblScope> <title>es dafür gelten laſſen wollen: Er gab die Münze für einen Louisd’or aus [irrthümlich oder abſichtlich]; Er giebt das Bild für einen Raphael aus [behauptet, es ſei ein Raphael]; Abraham gab Sara für ſeine Schweſter aus; Sich für einen Kenner a.; Maßregeln, die ſich .. für Heilungsmittel a.</title></bibl> <bibl><author>Tieck</author>  <title>A.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 19;</biblScope> <title>Dieſer giebt ſich keineswegs dafür aus, die Möglichkeit .. zu erklären.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>1169b ꝛc.</biblScope> <title>Zuw. ohne</title></bibl> für: Nur der Wahn .. habe den Einen durch ſeine Geburt zu Vorzügen beſtimmt a. können, die ꝛc. <bibl><author>Immermann</author>  <title>M.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 192.</biblScope> <title>Veralt., mundartl. (ſ. 2e): Er gab aus [vor, an], er wolle ſo lang .. bleiben.</title></bibl> <bibl><author>Zinkgräf</author> <biblScope>1, 261.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="4)">4) <bibl><biblScope>refl.:</biblScope></bibl> <sense n="a)">a) ſ. <bibl><biblScope>3.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="b)">b) vgl. <bibl><biblScope>2a:</biblScope> <title>ſein Geld vollſtändig ausgeben, ſich durch Ausgaben von Geld entblößen, ſich verſchießen.</title></bibl> <bibl><author>L.</author> <biblScope>1, 514;</biblScope></bibl> <bibl><author>Simrock</author>  <title>G.</title></bibl> <bibl><biblScope>327;</biblScope> <title>auch übertr. auf geiſtige Kapitalien.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>27, 371 ꝛc.,</biblScope> <title>vgl. Ver-g.</title></bibl> <bibl><biblScope>4b.</biblScope></bibl> —</sense></sense><sense n="5)">5) ohne Obj. z. B. (vgl.</sense><sense n="1)">1) beim Kartenſpiel <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>zu Ende geben, ferner (ſ. 2a): Der Reichſte, wenn er immer ausgiebt, ohne zu verdienen, wird bald arm ꝛc.; übertr.: Mehr empfänglicher als a–der Natur.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>22, 157;</biblScope> <title>Wer ausgiebt [Etwas austheilt, in Worten oder ſonſt Leuten Eins verſetzt], muß auch wieder einnehmen. (Sprchw.)</title></bibl> <bibl><author>Hebel</author> <biblScope>3, 66;</biblScope> <title>ferner weidm.: Der Hund, das Horn giebt aus [Töne von ſich], nam. aber: einen Ertrag liefern: Wie das Heu ausgiebt.</title></bibl> <bibl><author>Gotthelf</author>  <title>Sch.</title></bibl> <bibl><biblScope>159;</biblScope> <title>Wenn hier Alles ſo wohl ausgiebt [lohnt].</title></bibl> <bibl><biblScope>41,</biblScope> <title>zuw. mit Obj.: Die Schwertbohnen, weil ſie .. bei ihrer Größe Viel a.</title></bibl> <bibl><author>Rumohr</author>  <title>Kochk.</title></bibl> <bibl><biblScope>140;</biblScope> <title>Der Rocken giebt das zehnte Korn aus; Die Schuldenmaſſe giebt</title></bibl> <bibl><biblScope>50</biblScope> <title>Procent aus [die Gläubiger bekommen</title></bibl> <bibl><biblScope>50⁰] ꝛc.</biblScope></bibl> — <comp>Be-:</comp></sense><sense n="1)">1) <bibl><biblScope>refl.:</biblScope></bibl> <sense n="a)">a) <bibl><biblScope>[4a; 4f]</biblScope> <title>ſich wohin verfügen, hingehen; mit an und auf auch: ſich an Etwas machen, es antreten, beginnen: Sich an einen Ort, an Bord, an die Arbeit,</title></bibl> — aufs Schiff, Meer, Schloß, auf den Weg, die Reiſe, Fahrt, Wanderſchaft, Flucht, — aus der Stadt, dem Land, dem Bett, — in eine andre Stadt, in ein Land, ins Schiff, Schloß, Kloſter, Bett, in den Eheſtand, ins Elend, in Gefahr, in den Krieg, in <bibl><author>Jemandes</author>  <title>Dienſt, Schutz,</title></bibl> — nach einem Ort hin, nach Hauſe, Frankreich, Paris, nach dem Saal, <bibl><biblScope>—–</biblScope> <title>von einem Ort</title></bibl> fort, weg, — zur See, zu Schiff, zu Bett, zur Ruhe b. ꝛc.; Die Vorarbeiten, an die ich mich ſogleich begab. <bibl><author>G.</author> <biblScope>33, 37;</biblScope> <title>Von hier aus b. wir uns gern zu dem Raſtorte.</title></bibl> <bibl><biblScope>39;</biblScope> <title>Es verging faſt kein Tag, daß nicht mein Vater ſich</title></bibl> hin- ausbegab. <bibl><biblScope>20, 187;</biblScope> <title>Hat der alte Hexenmeiſter | ſich doch einmal</title></bibl> weg-b. <bibl><biblScope>1, 185;</biblScope> <title>Begieb dich zur Gelaſſenheit! [ungewöhnl.]</title></bibl> <bibl><biblScope>7, 323;</biblScope> <title>Ich kann dem lieben kleinen Narren wohl die Tändelei mit dem Bruder erlauben; Das wird ſich ſonach und nach</title></bibl> herüber b. [aufmich übergehn]. <bibl><biblScope>9, 378;</biblScope> <title>Begab ſich meine Mutter in ihre Staatskleidung. [ungw.]</title></bibl> <bibl><author>Keler</author>  <title>gH.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 81 ꝛc.</biblScope></bibl> — Früher auch von Nicht-Perſonen, z. B. von Flüſſen: Sich in einen andern Fluß, ins Meer b. [münden]. <bibl><author>Olearius</author>  <title>Roſenth.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 1; 7, 6 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="b)">b) <bibl><biblScope>[h</biblScope> <title>vgl. Begebenheit] meiſt unperſ. oder mit allgm. Subjekten: Es, die Sache, der Fall, ein Wunder begiebt ſich, ereignet ſich; Es begab ſich, daß ꝛc.</title></bibl> <bibl><biblScope>1.</biblScope></bibl> <bibl><author>Moſ.</author> <biblScope>4, 3; 27, 1; 35, 22</biblScope> <title>u. o.; Du weißt nicht, was heute ſich b. mag.</title></bibl> <bibl><author>Spr.</author> <biblScope>27, 1;</biblScope> <title>Vernehmt, | was mit dem guten Alten ſich b.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>6, 366;</biblScope> <title>Was ſich nie und nirgend hat b.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>52a;</biblScope> <title>Welches Wunder begiebt ſich?</title></bibl> <bibl><biblScope>83a ꝛc.</biblScope></bibl> — Seltner: Kein Gezänk hat ſich nimmer darüber b. <bibl><author>Immermann</author>  <title>M.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 260 ꝛc.</biblScope></bibl> — Im Partic. ohne „ſich“: Bei b–der Gelegenheit [veralt.]. <bibl><author>Zinkgräf</author> <biblScope>1, 138.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="c)">c) Sich einer Sache (Genit.) b., darauf verzichten, ſie aufgeben, fahren laſſen, ſ. <bibl><biblScope>2a:</biblScope> <title>Sich des Anrechts auf Etwas, jedes Einwandes, der Hoffnung b. ꝛc.; Hierdurch vergiebt er jenen hohen Vorzügen gar ſehr und am Ende begiebt er ſich ihrer gänzlich.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>22, 224;</biblScope> <title>Sie werden ſich des Streits b.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>531a;</biblScope> <title>Man müßte der Welt ſich b.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>15, 237.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="d)">d) Schiff.: ſich aus einander geben, aus den Fugen weichen. — 2) <bibl><biblScope>tr.:</biblScope> <title>fort-, weg-, hin-g., nur noch in einigen Anwendungen:</title></bibl></sense><sense n="a)">a) veralt., bibl.: Die Glieder, den Leib, (ſich) der Sünde, Gott, zum Dienſt der Gerechtigkeit, zum Opfer b., weihen, hin-g. <bibl><author>Römer</author> <biblScope>6, 13; 19; 12, 1;</biblScope> <title>Der ſein Herz [vgl.: ſich b.</title></bibl> <bibl><biblScope>1a]</biblScope> <title>begab zu ſuchen.</title></bibl> <bibl><author>Claudius</author> <biblScope>4, 95,</biblScope> <title>ſ.</title></bibl> <bibl><author>Pred.</author> <biblScope>1, 13.</biblScope></bibl> — Ferner: Die Hirten .. b. ihre Waffen <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>dem Hüter Iſraels.</title></bibl> <bibl><author>Scultetus,</author>  <title>und dazu: Einem Etwas b. hieß ſonſt: Einem Etwas abtreten, überlaſſen. Als ein Reciprokum brauchen wir b. mit dem Genitive der Sache noch in dieſem Verſtande [ſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>1c].</biblScope></bibl> <bibl><author>L.</author> <biblScope>8, 279.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="b)">b) kaufm.: Kaffe, Hamburger Banko, Londoner Wechſel waren am Platze zu dem und dem Preiſe zu b., zu verkaufen, an den Mann zu bringen (ſ. c). —</sense><sense n="c)">c) Ein Mädchen b., an den Mann bringen, verheirathen, vgl. aus-g. <bibl><biblScope>2d,</biblScope></bibl> — nam. noch in der Kanzleiſpr.: Die unbegebene [unverheirathete] N. N.</sense></sense></entry>
        </p>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">Veralt. Bed. und Fügungen z. B.: Ich begieb [erkläre, erkenne] mich für einen großen Sünder. <bibl><author>Zwingli</author> <biblScope>2, 1, 2.</biblScope></bibl> — Etwas b. <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>es auf-g., ſich Deſſen b., z. B.: Alle Luſt hab ich b.</title></bibl> <bibl><author>Abſchatz</author></bibl> <bibl><author>(WMüller</author>  <title>Bibl.</title></bibl> <bibl><biblScope>6, 169);</biblScope></bibl> <bibl><author>Logau</author> <biblScope>1, 5, 2;</biblScope></bibl> <bibl><author>Opitz</author> <biblScope>1, 185; 232</biblScope> <title>u. o.</title></bibl> — S. ferner <bibl><author>Benecke</author> <biblScope>1, 503;</biblScope></bibl> <bibl><author>Schm.</author> <biblScope>2, 11 ꝛc.</biblScope></bibl> Bēī-: <bibl><biblScope>tr.:</biblScope> <title>beilegen, beifügen, zugeſellen: Dem Pfarrer einen Gehilfen b.; Die Schlachter geben gern Knochen bei [ſie mit dem Fleiſch verkaufend]; Den Namen gab [legte] mir meine Mutter bei.</title></bibl> <bibl><author>Rückert</author>  <title>Roſt.</title></bibl> <bibl><biblScope>21a ꝛc.</biblScope></bibl> — Nam.: Klein b., im Kartenſpiel eine kleine Karte zugeben (ſ. d. <bibl><biblScope>2</biblScope> <title>und 3), und oft übertr. (od. viell. vom Bellen der Jagdhunde?): von ſeinen Anſprüchen ꝛc. kleinlaut abſtehn, ſich ohnmächtig fügend, zurückziehen: Nicht wahr? Er darf nicht klein b.</title></bibl> <bibl><author>Alexis</author>  <title>Dor.</title></bibl> <bibl><biblScope>1,</biblScope> <title>Kap.</title></bibl> <bibl><biblScope>9;</biblScope></bibl> <bibl><author>Droyſen</author>  <title>A.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 174;</biblScope> <title>Bis er klein beigab, zu winſeln begann.</title></bibl> <bibl><author>Immermann</author>  <title>M.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 288;</biblScope></bibl> <bibl><author>König</author>  <title>Jer.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 184;</biblScope> <title>Den hochmüthigen Mädchen, die nachher am leichteſten klein b.</title></bibl> <bibl><author>Lewald</author>  <title>Roth.</title></bibl> <bibl><biblScope>99 ꝛc.</biblScope></bibl> — Blōß- <bibl><biblScope>[2g].</biblScope></bibl> — <comp>Dahin-:</comp> hin-g., aufopfern. <bibl><author>JvMüler</author> <biblScope>1, 463.</biblScope></bibl> — <comp>Dār-:</comp> Etwas (ſich) d., hin-g., ſo daß es bereit, da iſt ꝛc.: Den Leib, Hals, die Seele d., hin-g., opſern. <bibl><author>Dan.</author> <biblScope>3, 28;</biblScope></bibl> <bibl><author>Röm.</author> <biblScope>16, 4;</biblScope></bibl> <bibl><author>Apoſtelg.</author> <biblScope>15, 26;</biblScope> <title>Giebt ſein beſtes Herzensblut dir jauchzend dar.</title></bibl> <bibl><author>H.</author> <biblScope>15, 125 ꝛc.;</biblScope> <title>Die Gott den Sterblichen als Muſter dargegeben.</title></bibl> <bibl><author>Haller</author> <biblScope>76; 1.</biblScope></bibl> <bibl><author>Tim.</author> <biblScope>6, 17</biblScope> <title>u. o.; Den zehen Jahr nicht haben d. [erkennen laſſen], Den verkundſchaftet der Wein.</title></bibl> <bibl><author>Franck</author>  <title>Laſt.</title></bibl> <bibl><biblScope>1</biblScope> <title>C</title></bibl> <bibl><biblScope>3b</biblScope> <title>(vgl. darthun ꝛc.).</title></bibl> — <comp>Eīn-:</comp> <bibl><biblScope>tr.:</biblScope></bibl> <sense n="1)">1) etwas Einzunehmendes (ſ. d.) geben: <sense n="a)">a) Einem Arznei, Gift e., auch ohne Obj.: Dem Kranken e. [Arznei], vgl. <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="b)">b) Etwas geben zum (dauernden oder — nach heutigem Gebrauch meiſt — vorübergehenden) Beſitz, darin zu ſein, ſich aufzuhalten ꝛc., einräumen: Aus deinem Erbe, das du uns haſt eingegeben. <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> <bibl><author>Chron.</author> <biblScope>20, 11;</biblScope> <title>Gab ihnen Weinberge und Dörflein ein.</title></bibl> <bibl><author>Jer.</author> <biblScope>39, 11;</biblScope> <title>Du haſt uns eingegeben Weſtindien.</title></bibl> <bibl><author>Opitz</author> <biblScope>2, 267 ꝛc.</biblScope></bibl> — So Einer wird im Himmelreich <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>kein Plätzchen eingegeben.</title></bibl> <bibl><author>Burger</author> <biblScope>49a;</biblScope> <title>Ward ihm ein weites Ehebette eingegeben.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>16, 280;</biblScope> <title>Ich halt’ ihn hier, | geb ihm ein Zimmer ein.</title></bibl> <bibl><biblScope>8, 47;</biblScope> <title>Wohnen Sie lieber auf dem Lande, ſo geb ich Ihnen mein Gartenhaus ein.</title></bibl> <bibl><author>L.</author> <biblScope>13, 130;</biblScope></bibl> <bibl><author>Tieck</author>  <title>N.</title></bibl> <bibl><biblScope>7, 181;</biblScope> <title>Gab ihnen ein der Heiden Länder.</title></bibl> <bibl><author>Mendelsſohn</author>  <title>Pſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>105, 44; 111, 6;</biblScope> <title>Einem eine Ehrenſtelle e.</title></bibl> <bibl><author>Zinkgräf</author> <biblScope>1, 287 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense></sense><sense n="2)">2) Einem etwas ſein Thun Beſtimmendes in den Sinn geben, vgl. <bibl><biblScope>1a:</biblScope> <title>Das hat dir Jemand, Gott, der Satan, deine Habſucht, dein Ehrgeiz eingegeben ꝛc.</title></bibl> <bibl><author>Eſra</author> <biblScope>8, 17; 7, 27; 2.</biblScope></bibl> <bibl><author>Tim.</author> <biblScope>3, 16; 1.</biblScope></bibl> <bibl><author>Chron.</author> <biblScope>22, 1;</biblScope></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>9, 63;</biblScope></bibl> <bibl><author>V.</author>  <title>Od.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 26 ꝛc.;</biblScope> <title>Das E. ſtellen ſich die meiſten Theologen ſo vor, als wie wenn ein Schüler dem andern den Spruch einbläſt.</title></bibl> <bibl><author>Danzel</author> <biblScope>93;</biblScope> <title>Aus E. und Hilfe des [Teufels].</title></bibl> <bibl><author>Luther</author> <biblScope>8, 13b;</biblScope></bibl> <bibl><author>Stumpf</author> <biblScope>179a</biblScope> <title>(ſ. Eingebung).</title></bibl> — 3) eine Eingabe (ſ. d.) machen, ein ſchriftliches Geſuch bei einer Behörde einreichen. — <comp>Er-:</comp></sense><sense n="1)">1) hingeben unter Jemandes Herrſchaft, Gewalt, Macht ꝛc.: <sense n="a)">a) <bibl><biblScope>tr.</biblScope> <title>(ver- alt.): Einen dem Gericht, den Verfolgern, dem Henker e.</title></bibl> <bibl><author>Apoſtelg.</author> <biblScope>2, 23; 25, 11</biblScope> <title>und</title></bibl> <bibl><biblScope>16;</biblScope> <title>Den Hals unter das Joch e.</title></bibl> <bibl><author>Sir.</author> <biblScope>51, 34;</biblScope> <title>Die Füße in die Feſſel e.</title></bibl> <bibl><biblScope>6, 25;</biblScope> <title>Die Sache Gottes gnädigem Willen e.</title></bibl> <bibl><author>Luther</author> <biblScope>5, 6b ꝛc.</biblScope></bibl> — Jetzt nur üblich als <bibl><biblScope>refl.</biblScope> <title>(ſ. überg.</title></bibl> <bibl><biblScope>II. 1):</biblScope></bibl></sense><sense n="b)">b) Sich e., mit und ohne Dat.: ſich Einem als Herrn ꝛc. in die Hände geben: Die Feſtung muß ſich (dem Belagerer) e., auf Gnade und lngnade e.; Er ergab ſich ohne Schwertſtreich; Ein Argument, das ich, wenn ich’s auch nicht zugeben, ich mich nicht e. kann, dennoch . . in Betrachtung ziehen will. <bibl><author>G.</author> <biblScope>15, 264;</biblScope> <title>E. Sie Sich nur in Gutem!</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>332b ꝛc.;</biblScope> <title>auch: Dies betrogne Volk ergab | ſich</title></bibl> unter euern Hirtenſtab. <bibl><author>Uz</author> <biblScope>2, 174.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="c)">c) Sich Einem, einer Sache e., ſich denſelben ganz hin, zu eigen geben, ſich ihnen widmen ꝛc.: Sich dem Herrn, dem Teufel, der Tugend, dem Laſter, den Wiſſenſchaften, der Faulheit, dem Geiz, der Wolluſt, dem Trunk, der Leidenſchaft, dem Kummer e.; In die Geheimniſſe des Rhea-Dienſtes bald eingeweiht, ergiebt er ſich ihnen. <bibl><author>G.</author> <biblScope>33, 44;</biblScope> <title>Es reißt ſich los, was erſt ſich uns ergab.</title></bibl> <bibl><biblScope>13, 167 ꝛc.</biblScope> <title>(ſ. e).</title></bibl> —</sense><sense n="d)">d) Sich in Etwas e., ſich darein fügen, es willig ertragen: Sich in ſein Schickſal, in die Nothwendigkeit, in Gottes Willen e.; Ließ er ſich’s zuletzt gefallen und ſchien ſich in Alles e. zu haben. <bibl><author>G.</author> <biblScope>15, 306 ꝛc.</biblScope> <title>Ungewöhnl. mit Dat. (ſ. b): Ergieb dich deinem Schickſal.</title></bibl> <bibl><author>Gutzkow</author>  <title>R.</title></bibl> <bibl><biblScope>5, 170.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="e)">e) das Partic. zu <bibl><biblScope>c</biblScope> <title>u.</title></bibl> <bibl><biblScope>d:</biblScope> <title>Einer Perſon, Sache, z. B.: dem Trunk, dem Spiel e. ſein; Ich bin dir treu, liebevoll e.; Dazu bedarf man der unbedingteſt E–en.</title></bibl> <bibl><author>Gutkow</author>  <title>R.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 187.</biblScope></bibl> — Oft in Höflichkeitswendungen: Ich bin Ihr e–ſter Diener; Ich verbleibe hochachtungsvoll e–ſt der Ihrige (Briefſchluß): Jch bitte e–ſt darum; Meine e–ſte Empfehlung an Ihren Herrn Vaterꝛc.; Sich gegen den Handelsſtand e. zu erweiſen. <bibl><author>G.</author> <biblScope>21, 46;</biblScope> <title>Die uns .. e–ſt hintergehn.</title></bibl> <bibl><author>Hagedorn</author> <biblScope>1, 60 ꝛc.;</biblScope> <title>Er trägt ſein Schickſal ſehr e. [mit vieler Ergebung, ſich geduldig und demüthig entſagend darin findend].</title></bibl> — Zſſtzg. z. B.: Zog in tiefer Demuth gott-e. [demüthig ſich Gottes Fügung unterwerfend] <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>jetzt der arme Heinrich nach der Heimath.</title></bibl> <bibl><author>Chamiſo</author> <biblScope>6, 258;</biblScope> <title>So pflicht-e. [pflichteifrig], aufmerkſam und fleißig.</title></bibl> <bibl><author>Tieck</author>  <title>Cymb.</title></bibl> <bibl><biblScope>5, 5 ꝛc.</biblScope></bibl> — S. Ergebenheit. — 2) Etwas aus dem Genannten Hervorgehendes hergeben, liefern:</sense><sense n="a)">a) <bibl><biblScope>tr.</biblScope> <title>eig.: Das Feld ergiebt eine reiche Ernte; Das Korn ergiebt nicht viel Mehl, od. ellipt.: ergiebt nicht [iſt nicht ergiebig, ſ. d.] ꝛc.</title></bibl> —</sense><sense n="b)">b) übertr.: Die Unterſuchung hat ſeine Unſchuld e., hat e., daß er unſchuldig iſt ꝛc. (ſ. Ergebnis u. c). —</sense><sense n="c)">c) <bibl><biblScope>refl.,</biblScope> <title>im Anſchluß an</title></bibl> <bibl><biblScope>b:</biblScope> <title>Aus der Unterſuchung ergab ſich</title></bibl> — ſeine Unſchuld, — daß er unſchuldig war; Ein Satz, der ſich unmittelbar aus dem frühern ergiebt [folgt] ꝛc. — Ferner <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>es zeigt ſich, ereignet ſich Etwas,</title></bibl> — inſofern das ſich Begebende als ein aus den Umſtänden Hervorgehendes, aus dem Vorliegenden ſich Entwickelndes erſcheint: Es ergiebt [zeigt] ſich, daß weit mehr tüchtige Männer hier ſind, als man je geahnt. <bibl><author>Auerbach</author>  <title>Gv.</title></bibl> <bibl><biblScope>449;</biblScope> <title>Ergeb’ [ereigne] ſich was da will!</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>22, 244;</biblScope> <title>Es ergab [fügte] ſich wie von ungefähr, daß meine Eltern jenem Frauenzimmer begegneten.</title></bibl> <bibl><biblScope>266;</biblScope> <title>Neuerlich aber ergiebt [zeigt] ſich eine größere Verſatilität.</title></bibl> <bibl><biblScope>33, 49 ꝛc.</biblScope></bibl></sense></sense></p>
        </note>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">Veralt. z. B.: Einen des Eides e. [entheben]. <bibl><author>Schm.</author> <biblScope>2, 11;</biblScope> <title>Sich aufs Meer e. [begeben].</title></bibl> <bibl><author>Schaidenreißer</author> <biblScope>57a ꝛc.,</biblScope> <title>ferner das zſgſtzte: Sich ein-e., z.B. bei</title></bibl> <bibl><author>Gottfr.</author></bibl> <bibl><author>Arnold</author> <biblScope>(1700):</biblScope></bibl> <bibl><author>Wackernagel</author> <biblScope>3, 1, 930</biblScope> <title>Z.</title></bibl> <bibl><biblScope>29; 941</biblScope> <title>Z.</title></bibl> <bibl><biblScope>18 ꝛc.</biblScope></bibl> Fórt-, <bibl><biblScope>tr.:</biblScope></bibl> <sense n="1)">1) weg-g., ſ. ab-g. <bibl><biblScope>1a.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="2)">2) weiterg., fortfahren zu geben: Wenn nicht ſein freier Wille ... mir dieſes Recht gegeben hat und fortgiebt. <bibl><author>Fichte</author> <biblScope>6, 114.</biblScope></bibl> — Hēīm-, <bibl><biblScope>tr.:</biblScope></bibl></sense><sense n="1)">1) heimzahlen, ſich durch Vergeltung rächen: Seinem Nebenbuhler den Spott auf die ſchönſte Art heimzugeben. <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>185b;</biblScope></bibl> <bibl><author>Hackländer</author>  <title>Sold.</title></bibl> <bibl><biblScope>155 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="2)">2) Einem Jeglichen h., ſich ſelbſt zu prüfen. <bibl><author>Luther</author> <biblScope>1, 170b,</biblScope> <title>vgl. Anheim-g.</title></bibl> — Hêr- ꝛc., <bibl><biblScope>tr.:</biblScope> <title>ſ. Aus-g.</title></bibl> <bibl><biblScope>2b:</biblScope> <title>Gebet her die Pauken.</title></bibl> <bibl><author>Pſ.</author> <biblScope>81, 3;</biblScope></bibl> <bibl><author>Matth.</author> <biblScope>14, 8;</biblScope> <title>Unter dreißig Louisd’ors hättet Ihr das alte [Pferd] nicht hergegeben [verkauft].</title></bibl> <bibl><author>Hebel</author> <biblScope>3, 410;</biblScope> <title>Der des H–s nicht ſatt wurde.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>7, 221;</biblScope> <title>Seinen Namen dazu h. [leihen].</title></bibl> <bibl><biblScope>10, 24 ꝛc.</biblScope></bibl> — Her- aus-g., ſ. Ausg. <bibl><biblScope>2</biblScope> <title>u. ä. m.</title></bibl> — Hín- ꝛc., <bibl><biblScope>tr.:</biblScope> <title>Einem Etwas h. [reichen]; Wir ſchwelgten in der Fülle des Hin- und Widergebens [der geiſtigen Mittheilung].</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>22, 220;</biblScope> <title>Den Schlafrock .. gab ich hin [weg].</title></bibl> <bibl><biblScope>5, 4;</biblScope> <title>Wofür ihr hingebt eure Lorbeerkrone.</title></bibl> <bibl><author>Hölderlin</author>  <title>H.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 49 ꝛc.</biblScope></bibl> — So nam. auch: Sich h.: ſich ganz er-g., ſo daß das eigne Sein dahin, aufgegeben iſt: Liebevoll, daß man ſich gern hingiebt. <bibl><author>G.</author> <biblScope>15, 10;</biblScope> <title>Das Alles traf wie eines Gottes Macht mein Weſen und ich gab mich hin.</title></bibl> <bibl><author>Hölderlin</author>  <title>H.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 86 ꝛc.</biblScope> <title>u. ohne „ſich“ (ſ. d.) im Infin. u. Partic.: Das H. an eine Jdee.</title></bibl> — Ohne all-h–de, allentzückte Theilnahme. <bibl><author>Gutzkow</author> <biblScope>3, 273.</biblScope></bibl> — Sie liebte wie ein Weib, ganz hin ſich opfernd, ſelbvergeſſen, hingegeben. <bibl><author>Chamiſſo</author> <biblScope>4, 270;</biblScope></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>11, 152;</biblScope> <title>Nur dem Walde und deſſen Geiſtergewalten fühlte er ſich hingegeben und verfehmt.</title></bibl> <bibl><author>Kinkel</author>  <title>E.</title></bibl> <bibl><biblScope>24.</biblScope> <title>S. Hingegebenheit, Hingebung.</title></bibl> — Einem Etwas hinab-, hinauf-, hineing. [reichen] ꝛc.: Sie haben ſchon manches gute Wort in unſer Geſpräch hineingegeben. <bibl><author>Gutzkow</author>  <title>R.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 163.</biblScope></bibl> — Kúnd- <bibl><biblScope>[1g; 4d].</biblScope></bibl> — Lōs- <bibl><biblScope>[2g].</biblScope></bibl> — Māß- <bibl><biblScope>[2f].</biblScope></bibl> — Mít-, <bibl><biblScope>tr.:</biblScope> <title>Einem einen Begleiter, Geld, einen Brief m. ꝛc.; Dem Gefangnen fünfundzwanzig m. [Prügel].</title></bibl> <bibl><author>Hebel</author> <biblScope>3, 264,</biblScope> <title>nam. auch: Seiner Tochter [bei der Verheirathung] Etwas m.</title></bibl> <bibl><author>Immermann</author>  <title>M.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 263,</biblScope> <title>vgl. Mit-Gabe, -Gift.</title></bibl> — Nāch-, <bibl><biblScope>tr.:</biblScope></bibl></sense><sense n="1)">1) Man gab eine Trilogie und ein Satyrſpiel nach <bibl><biblScope>[2,</biblScope> <title>hinterdrein].</title></bibl> — 2) nachträglich geben: Er hat mir erſt die eine Hälfte bezahlt, die andre muß er mir n. — 3) (ungewöhnl.): Einem Etwas n., nachſagen (ſ. d.): Wenn nicht Alles Verleumdung iſt, was die Meiſten ihm n. <bibl><author>Forſter</author>  <title>B.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 276</biblScope></bibl> <bibl><author>(Jacobi).</author></bibl> — 4) <bibl><biblScope>[2g]</biblScope> <title>los, locker, weich geben, nicht Stand halten:</title></bibl> <sense n="a)">a) Etwas giebt nach, weicht, z. B.: Der Moorboden, ein Stein, ein Nagel ꝛc. —</sense><sense n="b)">b) Man giebt nach, vermindert die Spannung z. B. eines gehaltnen Seils, Fadens, Stricks, — ſchraubt Etwas loſer ꝛc. —</sense><sense n="c)">c) Einer giebt nach, giebt einem Andern nach, weicht Deſſen Willen, indem er von dem Widerſtand dagegen nachläſſt: Der Klügſte giebt nach (Sprchw.). <bibl><author>Hebel</author> <biblScope>3, 245 ꝛc.;</biblScope> <title>Die Einwilligung des Vaters zu erlangen, der denn auch, obgleich ungläubig und ungern, nachgab.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>22, 246;</biblScope> <title>Wie wenig es mir hätte ziemen wollen, den widerſpenſtigen Bauern auch nur ein Haarbreit nachzugeben.</title></bibl> <bibl><biblScope>10, 181; 183 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="d)">d) das Partic. n–d <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>nachgiebig (ſ. d.), ſeinem Weſen nach keinen dauernden Widerſtand übend: Die ſtrenge und abſtrakte Regel wird ſchmiegſam und n–d, wenn ein Genie arbeitet.</title></bibl> <bibl><author>L.</author> <biblScope>6, 477;</biblScope> <title>Der n–dſte Anwalt.</title></bibl> —</sense><sense n="e)">e) Einem in Etwas Nichts (nicht) n., ihm darin nicht nachſtehen, nicht weichen, ihm gleichkommen. —</sense><sense n="f)">f) weidm.: Die Hunde geben nach, hören auf zu ſuchen. —</sense><sense n="g)">g) mundartl. <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>zll-g., zugeſtehn: Ich hab’, ich geb’ es nach, des Herren Bund gehöhnet.</title></bibl> <bibl><author>Gryphius.</author></bibl> — Prēīs-, <bibl><biblScope>tr.:</biblScope> <title>Etwas ſchutzlos jedem Angriff bloß geben, hin-g. (ſ. Preis): Wie kann man ſich nur öffentlich und perſönlich ſo p.?</title></bibl> <bibl><author>Auerbach</author>  <title>Gv.</title></bibl> <bibl><biblScope>358;</biblScope> <title>Damit du nicht dich und mich den Vorwürfen preisgiebſt.</title></bibl> <bibl><author>Forſter</author>  <title>Sak.</title></bibl> <bibl><biblScope>67;</biblScope> <title>Du wirſt deine Ruhe, deine Heiterkeit p.</title></bibl> <bibl><author>Gutzkow</author>  <title>R.</title></bibl> <bibl><biblScope>6, 39;</biblScope> <title>Einem Mörder ſeinen Rücken preiszugeben.</title></bibl> <bibl><author>Immermann</author>  <title>M.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 44;</biblScope> <title>Hat | der Mutter Ehrenweine preisgegeben.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>35la;</biblScope> <title>Der unwirthbaren See | in einer Tonne preisgegeben.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>12, 20.</biblScope> <title>Seltner: Den Namen öffentlich an Zweideuteleien p.</title></bibl> <bibl><author>Paalzow</author>  <title>Th.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 469 ꝛc.;</biblScope> <title>Das P. ſeiner zarteſten Gefühle ꝛc.</title></bibl> — in den nicht getrennten Formen zuw. dichteriſch ſt. zurückg. — <bibl><biblScope>I.</biblScope></bibl> Über-, <bibl><biblScope>tr.:</biblScope> <title>über Etwas hin geben, ſo daß Dies davon bedeckt, der Quere nach getroffen wird: Ich will dir einen Mantel ü. [z. B. über die Füße, vgl. um-g.</title></bibl> <bibl><biblScope>I.];</biblScope> <title>Er hat ihm Eins mit der Reitpeitſche übergegeben [ſchlagend] ꝛc.</title></bibl> — Ungewöhnl. ſt. <bibl><biblScope>II:</biblScope> <title>Daß ihn ein einziger grauſer Befehl aufwallenden Jachzorns | übergegeben der Macht des furchtbar waltenden Schickſals.</title></bibl> <bibl><author>Baggeſen</author> <biblScope>2, 336.</biblScope></bibl> — <bibl><biblScope>II.</biblScope></bibl> Über-: 1) <bibl><biblScope>tr., refl.:</biblScope> <title>Etwas, Einen, ſich</title></bibl> — Einem ü.: in die Hand, — dann auch in die Gewalt, Macht des Andern förmlich hingeben, überliefern: Der Bote hat ihm den Brief eigenhändig ü.; Dem Belagrer die Schlüſſel der Feſtung, — die Feſtung ü.; Die Gefangnen dem Kerkermeiſter, der Obhut des Kerkermeiſters, dem Henker ü.; Haus und Hof dem Käufer ü.; Und hätt’ er ſich auch nicht dem Teufel ü., <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>er müßte doch zu Grunde gehn.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>11, 75;</biblScope> <title>Wir wollen .. einem andern Herrn uns ü.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>490a ꝛc.</biblScope> <title>S. Ab-g.</title></bibl> <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> — Vgl. mit dem <bibl><biblScope>refl.:</biblScope> <title>Er-g.</title></bibl> <bibl><biblScope>1b ꝛc.,</biblScope> <title>das aber nicht den Ubergang aus dem Beſitz des Einen in den des Andern durch einen thätigen Akt der Ubergabe (ſ. d.) bezeichnet und deßhalb auch mit ſachl. Dativ vorkommt: Jemand ergiebt ſich dem Trunk, Spiel, Laſter ꝛc., leidentlich, indem er den Lockungen nicht genug Widerſtand leiſtet, aber: Jch übergab dem Tod mich in der Tiefe.</title></bibl> <bibl><author>Chamiſſo</author> <biblScope>4, 156;</biblScope> <title>Er übergiebt ſich dem Teufel, indem er einen Pakt mit dem böſen Geiſt ſchließt. Seltner: Sich Gott ü., weil man immer in Deſſen Gewalt iſt (ſ. Übergebung); Die Belagerten ergeben ſich, wenn ſie den Widerſtand aufgeben; ſie ü. ſich, erſt durch Auslieferung der Schlüſſel.</title></bibl> —</sense><comp>Rǘck-:</comp></sense><sense n="2)">2) <bibl><biblScope>refl. [2m]:</biblScope> <title>Sich ü., ſich erbrechen, ſich brechen (ſ. d. Anm.).</title></bibl> — Veralt. <bibl><biblScope>tr.:</biblScope> <title>Alles was ſie eingenommen, zu erbrechen und zu ü.</title></bibl> <bibl><author>Fiſchart</author>  <title>B.</title></bibl> <bibl><biblScope>270b.</biblScope></bibl> — <bibl><biblScope>I.</biblScope></bibl></sense></p>
        </note>
        <form type="lemma">
          <orth expand="um-geben" orig="Um-">Um-</orth>
          <pc>,</pc>
          <gramGrp><pos norm="verb">tr.:</pos><subc norm="transitive"/></gramGrp>
        </form>
        <sense>Einem Etwas, z. B. den Mantel, ein Umſchlagetuch u. [umhängen, vgl. über-g. <bibl><biblScope>I].</biblScope> <title>Seltner ohne Dat.: Etwas der Reihe nach herum-g. ꝛc.</title></bibl> — <bibl><biblScope>II.</biblScope></bibl></sense>
        <form type="lemma">
          <orth expand="um-geben" orig="Um-">Um-</orth>
          <pc>,</pc>
          <gramGrp><pos norm="verb">tr.:</pos><subc norm="transitive"/></gramGrp>
        </form>
        <sense>Etwas allſeitig einſchließen; auf allen Seiten um Etwas her- um ſein, ſein machen: Die Mauer, der Fluß umgiebt die Stadt rings u. faktitiv: Er umgab die Stadt rings mit einer Mauer; u. demgemäß paſſ.: Die Stadt iſt von dem Fluß, mit einer Mauer um-g., vgl. umkleiden <bibl><biblScope>2c ꝛc.:</biblScope> <title>Die Leibwache umgiebt den Fürſten,</title></bibl> — Er umgab ſich mit einer Leibwache; Es haben mich um-g. Leiden ohne Zahl. <bibl><author>Pſ.</author> <biblScope>40, 13;</biblScope> <title>Sitzend umgaben die Drei den . . Tiſch.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>5, 10;</biblScope> <title>Die Schicklichkeit umgiebt mit einer Mauer | das zarte .. Geſchlecht.</title></bibl> <bibl><biblScope>13, 132;</biblScope> <title>Den Frieden, der mich umgab, wenn es auch draußen noch ſo wild .. herging.</title></bibl> <bibl><biblScope>20, 167;</biblScope> <title>Den Buſen des</title></bibl> gefahr-umgebnen Weibes. <bibl><biblScope>13, 318;</biblScope> <title>Am Rande | des nacht-umgebnen Oceans. 312; Das</title></bibl> <bibl><biblScope>..</biblScope> <title>ſchmale</title></bibl> meer- umgebne Land. <bibl><biblScope>125; 39, 127;</biblScope> <title>Des Meers rings u–de Welle.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>491a;</biblScope> <title>Und wenn dich Drangſal um und um umgiebt.</title></bibl> <bibl><author>Tieck</author> <biblScope>2, 213.</biblScope></bibl> — <bibl><biblScope>I.</biblScope></bibl> Unter-, <bibl><biblScope>tr.:</biblScope></bibl></sense>
        <sense n="1)">1) Einem etwas Unterzulegendes geben (ſ. Über-g. I). — 2) beim Kartenſp.: eine niedrige Karte zu-g., vgl. Ggſtz.: übernehmen. — 3) ſ. <bibl><biblScope>II:</biblScope> <title>Der König gab ihm zwei Provinzen unter [ſetzte ihn darüber].</title></bibl> — 4) Mache keinen Verſuch, Ottilien ſonſt irgendwo unterzugeben [unterzubringen, in Penſion]. <bibl><author>G.</author> <biblScope>15, 129.</biblScope></bibl> — <bibl><biblScope>II.</biblScope></bibl> Unter-, <bibl><biblScope>tr.:</biblScope> <title>Einem Etwas u. (ſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>I 3),</biblScope> <title>ihn darüber ſetzen, damit er darüber walte; es für unter ihm ſtehend erklären ꝛc.: Einem Lehrer ſeine Kinder, ſich einem Herrn, Jemandes Willen unter-g.; Tauſende von Menſchen .. ſind ihm unter-g.</title></bibl> <bibl><author>Auerbach</author>  <title>Gv.</title></bibl> <bibl><biblScope>333;</biblScope> <title>Denke dir .. Ottilien .. fremden Menſchen unter-g.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>15, 127;</biblScope> <title>Baſedow untergab die Lehrer .. des Staates unmittelbarer Aufſicht.</title></bibl> <bibl><author>Gervinus</author>  <title>Lit.</title></bibl> <bibl><biblScope>5, 348;</biblScope> <title>Er muß ſein hochanſehnlich Leben | den Köchen nicht vertraun, nur Ärzten unter-g.</title></bibl> <bibl><author>Hagedorn</author> <biblScope>1, 31;</biblScope> <title>Ins Reich zu führen eine neue Macht, | die mir nicht unter-g. ſei.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>314a;</biblScope> <title>Sich jeder niedern Pflicht | der kleinen Wirthſchaft unter-g. [unterziehn].</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>20, 226.</biblScope> <title>Nam. im Partic.: Der U–e, im Ggſtz. des Vorgeſetzten, unter deſſen Befehl er ſteht. Die Gipsarbeit des Jſopi [des Meiſters] und ſeiner U–en.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>26, 78 ꝛc.</biblScope></bibl> — Kanzleiſpr.: Der u–e [vorliegende] Fall. — Ver-, <bibl><biblScope>tr.: 1)</biblScope> <title>falſch geben: Die Karten,</title></bibl> — <bibl><biblScope>refl..</biblScope> <title>Sich v.</title></bibl> — So auch <bibl><biblScope>refl.:</biblScope> <title>Etwas Andres geben, als man wollte: Sie bekam dadurch, daß er ſich vergab, einen Louisd’or ſtatt eines Viergroſchenſtücks.</title></bibl> — 2) Einen, ſich v., — mit Gift v., vergiften (ſ. d.): Der mir ihn jetzt mit Gift vergäbe, der mir ihn meuchelmörderiſch aus dem Wege räumte. <bibl><author>G.</author> <biblScope>9, 299;</biblScope></bibl> <bibl><author>L.</author> <biblScope>1, 308; 7, 133;</biblScope> <title>Gift zu kaufen, uns in .. Speis und Getränk damit zu v.</title></bibl> <bibl><author>Schaidenreißer</author> <biblScope>Sa.</biblScope></bibl> — Ahd. u. mhd. mit Dat. ſt. Obj.: (Einem etwas Verderbliches ein-g.), ſo noch veralt. u. mundartl. <bibl><author>Gotthelf</author>  <title>U.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 96;</biblScope></bibl> <bibl><author>Hammer</author>  <title>RH.</title></bibl> <bibl><biblScope>254;</biblScope></bibl> <bibl><author>Stumpf</author> <biblScope>463b;</biblScope></bibl> <bibl><author>Weidner</author> <biblScope>124 ꝛc.</biblScope></bibl> — 3) mundartl.: Eine Waare ꝛc. v., die Abgaben davon zahlen, ſie verſteuern. — 4) Etwas v. weg-g., ſo daß man es nicht mehr beſitzt, nicht mehr darüber verfügen kann ꝛc.: <sense n="a)">a) Stellen, Ämter, Stipendien an Unwürdige, nach Gunſt v.; Die Stelle iſt ſchon v.; Die Hand ſeiner Tochter, die Tochter v. —</sense><sense n="b)">b) verſchenken: Er behält Nichts für ſich, er vergiebt Alles (ſ. <bibl><biblScope>5;</biblScope> <title>6u. 7).</title></bibl> — Soauch <bibl><biblScope>refl.:</biblScope> <title>Sich (Acc.) v., durch zu große Freigebigkeit ſich in Noth bringen (vgl. Aus-g. 4b); daher Volkswitz über einen Geizigen (vgl. 2): Sei unbeſorgt für ſein Leben, er vergiebt ſich nicht.</title></bibl> — 5) (vgl. 4): Einem, ſich (Dat.) von ſeinem Rechte, von ſeiner Würde ꝛc. Etwas v., ihm (ſich) dadurch zu nahe treten, ihn (ſich) dadurch beeinträchtigen, daß man von ſeinem Recht, ſeiner Würde Etwas weggiebt, od. aufgiebt. Dann auch ohne perſönl. Dat. verſch. mit Accuſ.: Wer ſeinem Rechte (Etwas) vergiebt, ſchmälert es; wer ſein Recht vergiebt, giebt es ganz hin, behält Nichts davon; Der flinke König hüpfte auf und ab . ., <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>vergab die Würde.</title></bibl> <bibl><author>Schlegel</author>  <title>Sh.</title></bibl> <bibl><biblScope>6, 111;</biblScope> <title>Vergieb dir nur, dem Ort vergiebſt du Nichts [von ſeiner Würde ꝛc.].</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>13, 147;</biblScope> <title>Jeder Theil, der ſich ein Haar [breit] vergäbe, hätte Unrecht.</title></bibl> <bibl><biblScope>14, 252;</biblScope> <title>Hierdurch aber vergiebt er jenen hohen Vorzügen gar ſehr und am Ende begiebt er ſich ihrer gänzlich.</title></bibl> <bibl><biblScope>22, 224 ꝛc.</biblScope></bibl> — 6) (vgl. 4): Einem, ſich (Dat.) ein Unrecht ꝛc. v., verzeihen, ſchenken, erlaſſen, ſo daß in Bezug auf die Büßung es gleichſam fort iſt, als nicht begangen angeſehn wird, — ſchwächer als „vergeſſen“, vgl.: Es ſoll Alles vergeſſen und v. ſein; V. will ich es dir wohl, aber vergeſſen kann ich es nicht ꝛc.; dagegen ſich zu „verzeihen“ verhaltend ähnlich wie „vergeſſen“ zu v.: Jch hab ihm verziehn [esiſt nicht mehr davon die Rede], <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>aber nicht v. [im Innern habe ich ihm die Schuld nicht erlaſſen].</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>3, 99</biblScope> <title>ꝛe.</title></bibl> — Vergieb uns unſere Schulden, wie wir unſern Schuldigern v. <bibl><author>Matth.</author> <biblScope>6, 12;</biblScope> <title>Vergebet, ſo wird euch v.</title></bibl> <bibl><author>Luk.</author> <biblScope>6, 37;</biblScope> <title>Das kann ich mir (Dir) nie v., daß ꝛc.; Einem eine Beleidigung, eine Sünde, Miſſethat, ein Verbrechen v.; Begangene Frevel vergiebt ſich (Dat.) die Jugend ſehr bald.</title></bibl> <bibl><author>Gutzkow</author>  <title>R.</title></bibl> <bibl><biblScope>8, 39.</biblScope></bibl> — Auch <bibl><biblScope>refl.</biblScope> <title>in der dritten Perſon</title></bibl> <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>Paſſiv: Das Böſe, das der Mann, der mündige, | dem Manne zugefügt, . . vergiebt ſich undverſöhnt ſich ſchwer.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>492b</biblScope> <title>(ſ. Sich); Schwere Thaten ſind geſchehen, | die ſich nie v. und vergeſſen.</title></bibl> <bibl><biblScope>497b;</biblScope> <title>Der Siege göttlichſter iſt das V.</title></bibl> <bibl><biblScope>493a ꝛc.</biblScope></bibl> — Zuw. mit ſachlichem Dat.: V. Sie meiner Verlegenheit! <bibl><author>G.</author> <biblScope>16, 243</biblScope> <title>[V. Sie mir meine Verlegenheit,</title></bibl> — haben Sie Nachſicht damit]. — Als Höflichkeitsausdruck iſt „verzeihen“ üblicher, aber „Vergebung“: Verzeihen Sie, — (um Vergebung) wohnt hier wohlHerr N.? — 7) (vgl. 4) das Part.: v. als Ew. <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>dem gewöhnlicheren vergeblich (ſ. d. 2), eig.: verſchenkt, ſo daß man Nichts dafür hat, erfolglos, fruchtlos ꝛc.: Jahre v–en Kampfes.</title></bibl> <bibl><author>Auerbach</author>  <title>SchV.</title></bibl> <bibl><biblScope>7;</biblScope> <title>Vergebner Gram.</title></bibl> <bibl><author>B.</author> <biblScope>46b;</biblScope> <title>Vergebner Wunſch.</title></bibl> <bibl><author>Freiligrath</author>  <title>G.</title></bibl> <bibl><biblScope>115;</biblScope></bibl> <bibl><author>Lichtwer</author> <biblScope>159;</biblScope> <title>Das ſind zu viel vergebne Worte ſchon.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>13, 153; 307; 349; 6, 305; 34, 221; 10, 239; 8, 107;</biblScope> <title>Vergebnes Flehen.</title></bibl> <bibl><author>L.</author> <biblScope>3, 333; 6, 63; 8, 434;</biblScope> <title>V–e Mühe gemacht.</title></bibl> <bibl><author>Mendelsſohn</author> <biblScope>4, 1, 175;</biblScope></bibl> <bibl><author>Streckfuß</author>  <title>Rol.</title></bibl> <bibl><biblScope>8, 83 ꝛc.</biblScope></bibl> — Als prädikat. Ew. und als Adv. im Allgem. veralt.: V. war die Müh, die er ſich gab. <bibl><author>Rückert</author>  <title>Roſt.</title></bibl> <bibl><biblScope>90a;</biblScope> <title>Daß er ſich nit v. in heiliger Geſchrift übt.</title></bibl> <bibl><author>Zwingli</author> <biblScope>2, 3;</biblScope> <title>vgl.: V–er Ding.</title></bibl> <bibl><author>Schaiden-</author>  <title>reißer</title></bibl> <bibl><biblScope>8a,</biblScope> <title>und das jetzt gewöhnliche:</title></bibl> Vergebens <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>erfolg-, frucht-, nutzlos: Verlorne Müh! v–s war’s geſchehen.</title></bibl> <bibl><author>Chamiſſo</author> <biblScope>4, 33;</biblScope> <title>Allein ich ſinke nicht v–s, | wenn ſie mein letzter Ruf belehrt: | Ein ganzes Schiff voll jungen Lebens | iſt wohl ein altes Leben werth.</title></bibl> <bibl><author>Echtermeyer</author> <biblScope>431;</biblScope> <title>V–s, daß Vernunft und Tugend, Pflicht und alles Heilige ſich ihm in den Weg ſtellen.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>15, 275;</biblScope> <title>Mein Kind, genieß des frühen Lebens, | ſei nicht ſo ſchön für dich v–s, | ſei nicht ſo ſchön für uns zur Qual.</title></bibl> <bibl><author>Haller</author> <biblScope>99 ꝛc.</biblScope></bibl> — Veralt. auch in der Bed. unentgeltlich, vgl. das ſvwdte. „umſonſt“: Wollt uns .. Geld geben, aber wir . . wollten ihme v–s dienen. <bibl><author>Berlichingen</author> <biblScope>155;</biblScope></bibl> <bibl><author>Fiſchart</author>  <title>B.</title></bibl> <bibl><biblScope>44b;</biblScope></bibl> <bibl><author>Zinkgräf</author> <biblScope>1, 236; 244; 269</biblScope> <title>u. o.</title></bibl></sense></sense>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">Ugw. ſtatt vorgeben (ſ. d. 3): Sie v. — ich ſchäme mich faſt, es nachzureden — ſie könnten .. einbüßen. <bibl><author>Kotzebue</author>  <title>NSch.</title></bibl> <bibl><biblScope>10, 408.</biblScope></bibl> Vón-: ſ. Ab-g. <bibl><biblScope>2a.</biblScope></bibl> — <comp>Vōr-:</comp> <bibl><biblScope>tr.: 1)</biblScope> <title>ſ. nachg.</title></bibl> <bibl><biblScope>1:</biblScope> <title>Es wurde eine Poſſe vorgegeben [ging den andern Stücken voran].</title></bibl> — 2) Einem Etwas v., voraus geben, ihm einen Vorſprung gewähren: Einem ſchwächern Spieler beim Billard <bibl><biblScope>10</biblScope> <title>Points v.; Einem beim Wettlauf</title></bibl> <bibl><biblScope>20</biblScope> <title>Schritt v. ꝛc.</title></bibl> — 3) Einem Etwas v., ſo daß es ſich vor ihm befindet: Dem Kinde eine Serviette v., vorbinden; Dem Vieh Futter v., vorſchütten ꝛc. — Veralt. (übertr.): Das Geſetz, das ich ihnen vorgegeben [vorgelegt]. <bibl><author>Jerem.</author> <biblScope>9, 13;</biblScope> <title>Weiß künſtlich . .. zu machen, was man ihm vorgiebt.</title></bibl> <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> <bibl><author>Chr.</author> <biblScope>2, 13 ꝛc.</biblScope></bibl> — 3) Etwas v., Reden vorbringen, äußern. <bibl><author>Hiob</author> <biblScope>6, 30; 27, 12; 35, 16</biblScope></bibl> — jetzt nam. in Bezug auf Außrungen, woran man zu zweifeln Urſache hat: Theudas gab vor, er wäre Etwas. <bibl><author>Ap.</author> <biblScope>5, 36;</biblScope></bibl> <bibl><author>Weish.</author> <biblScope>2, 13; 15, 12;</biblScope> <title>Dieſe vorgegebnen [ſ. vorgeblich] Fabeln des ſchwäbiſchen Zeitalters.</title></bibl> <bibl><author>L.</author> <biblScope>10, 355;</biblScope> <title>Jetzt giebt er bei meiner Nichte Heirathens vor.</title></bibl> <bibl><author>Weiße</author>  <title>ꝛc. Zumal auch von einem Grunde, der Einem als Ablehnung für Etwas dient: Er erſchien nicht, indem er Krankheit vorgab,</title></bibl> — indem er vorgab, er ſei krank ꝛc., vgl. vorſchützen, vorwenden. — So auch der Infin. als ſächl. Hw.: Sein V. vor Gericht beweiſen. <bibl><author>Gentz</author> <biblScope>1, 96;</biblScope> <title>Ich werde ſeine V. [ungegründeten Angaben] widerlegen ꝛc.</title></bibl> — S. vorgeblich.</p>
        </note>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">Veralt.: Fur-, für-g. — Ugw. zu <bibl><biblScope>3:</biblScope> <title>Plätze, welche er ihm zuzugehören vorgab.</title></bibl> <bibl><author>Jacobi</author>  <title>Ir.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 224,</biblScope> <title>ſtatt: von welchen er vorgab, daß ſie ihm zugehörten; Nur ein Barbar kann ſolche Fragmente auf dem Boden der Literatur gewachſen zu ſein v.</title></bibl> <bibl><author>L.</author> <biblScope>11, 517; 6, 224</biblScope> <title>u. ö. bei</title></bibl> <bibl><author>L.,</author>  <title>der die Fügung des Accuſ. mit Infin. überhaupt in weitrem Umfange anwendet als gw.</title></bibl> Wég-: Fort-g., ſ. Ab-g.1a. — <comp>Wēīter-:</comp> <bibl><biblScope>tr.:</biblScope></bibl> <sense n="1)">1) zu geben fortfahren. —</sense><sense n="2)">2) durch Geben vorwärts bringen: Etwas von Hand zu Hand w. — <comp>Wī(ē)der-:</comp></sense><sense n="1)">1) wiederholt geben: Ein Stück, das man auf den deutſchen Theatern geben und wiedergeben könnte. <bibl><author>G.</author> <biblScope>32, 164.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="2)">2) zurück-g. (ſ. d.), dahin, von wo Etwas ausgegangen iſt, oder was doch als Ausgangspunkt angeſehn wird: In der Fülle des Hin- [ſ. d.] und Wiedergebens. <bibl><author>G.</author> <biblScope>22, 220.</biblScope></bibl> — Er hat mir das geliehene Geld noch nicht wiedergegeben [zurückerſtattet]; Ein ſchlauer Kopf, der mir meine Münzen wiederzugeben [mich mit meiner eignen Münze zu bezahlen, in meiner Weiſe zu behandeln] weiß. <bibl><author>Tieck</author> <biblScope>16, 108;</biblScope> <title>Meine Blindheit gieb mir wieder | und den kindlich dunkeln Sinn.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>61b; 263a.</biblScope></bibl> — Die Würze wieder in den Maiſchbottig geben <bibl><biblScope>[2b].</biblScope></bibl> — Ohne das Göze ihm die Beſuche wiedergab [erwiderte]. <bibl><author>Guhrauer</author>  <title>L.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 293;</biblScope> <title>Ein Spiegel, der deutlich unſer Bild widergiebt; Der Überſetzer ſucht das Original möglichſt treu wiederzugeben</title></bibl> <bibl><biblScope>[2e] ꝛc.</biblScope></bibl></sense></p>
        </note>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">Genau ſchreibt man <bibl><biblScope>1:</biblScope></bibl> wieder-, <bibl><biblScope>2:</biblScope> <title>„wider-g., ſ.</title></bibl> <bibl><author>Sanders</author>  <title>Orth.</title></bibl> <bibl><biblScope>46.</biblScope></bibl> Zū-: <bibl><biblScope>tr.:</biblScope></bibl> <sense n="1)">1) hinzu-g., hinzuthun, eine Zugabe beifügen ꝛc.: Der Schneider wird Futter z. [als Zuthat beſorgen]; Der Fleiſcher giebt dem Käufer eine Beilage zu [obenein]; Der Buchhändler giebt auf <bibl><biblScope>10</biblScope> <title>Exemplare eins zu ꝛc.; ſelten mit unperſ. Dat.: Ihrem Aufenthalt noch einige Tage zuzugeben [zuzulegen].</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>19, 327.</biblScope></bibl> — Bei fernerer Benutzung der Küpe muß .. etwas Kalk zugegeben <bibl><biblScope>[2d]</biblScope> <title>werden.</title></bibl> <bibl><author>Karmarſch</author> <biblScope>2, 304 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="2)">2) Kartenſp. <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>bei-g. (ſ. d.), eine niedrige Karte beiwerfen; ſo auch: Hören Sie, wie er klein zugiebt.</title></bibl> <bibl><author>Gotter</author> <biblScope>3, 171.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="3)">3) (Einem) Etwas z., ſchweigend zulaſſen, gelten laſſen, oder ausdrücklich zugeſtehn, einräumen, ſeine Einwilligung dazu geben: Einem Gegner eine Behauptung z.; Zugegeben, aber nicht zugeſtanden, daß dem ſo ſei, — ſo rechtfertigt es dein Benehmen doch nicht; Die Eltern wollten nicht z., daß er ſie heirathe, — wollten die Heirath nicht z.; Wenn ſie ihr Verſprechen zurücknähme oder zugäbe, daß es vereitelt würde. <bibl><author>G.</author> <biblScope>10, 198 ꝛc.</biblScope></bibl></sense></p>
        </note>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">Veralt.: Etliche geben [ſchreiben] ’s dem Waſſer zu. <bibl><author>Stumpf</author> <biblScope>637a ꝛc.</biblScope></bibl> Zurück-: wider-g. (ſ. d. 2): Einem geliehnes Geld, — <bibl><biblScope>4</biblScope> <title>Groſchen aus dem Thaler z.; Die Frage gebe ich zurück [ich richte dieſelbe an den Fragenden]; Der Wiederhall .. gab es zurück.</title></bibl> <bibl><author>Auerbach</author>  <title>Gv.</title></bibl> <bibl><biblScope>348;</biblScope> <title>Begrüßt von einem derben „Glück auf!“, welches ſie heiter zurückgaben.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>18, 321;</biblScope> <title>Gieb meine Jugend mir zurück.</title></bibl> <bibl><biblScope>11, 10;</biblScope> <title>Jch dächte, | ihr gäbt ihm Das zurück [antwortetet] als kluge Mädchen.</title></bibl> <bibl><biblScope>8, 46;</biblScope> <title>Jch gab ihm ſeine Küſſe zurück [erwiderte ſie].</title></bibl> <bibl><biblScope>19, 181;</biblScope> <title>Den Orkus zwing ich, Schatten zurückzugeben.</title></bibl> <bibl><author>Gotter</author> <biblScope>2, 343;</biblScope> <title>Wie die Sonne des Himmels ſich wiederfand im tauſendfachen Wechſel des Lichts, das ihr die Erde zurückgab.</title></bibl> <bibl><author>Hölderlin</author>  <title>H.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 33;</biblScope> <title>Da giebt er ſeufzend mir zurück [erwidert]: | Der Tage letzter iſt vorhanden ꝛc.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>32a ꝛc.</biblScope></bibl> — S. geben <bibl><biblScope>2d.</biblScope></bibl> — <comp>Zuſámmen-:</comp> <bibl><biblScope>tr.:</biblScope></bibl> <sense n="1)">1) gemeinſam geben. —</sense><sense n="2)">2) gebend zuſammenbringen, vereinigen, nam. <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>kopulieren: So daß wir uns . ., wenn ein Prieſter zugegen geweſen wäre, ohne vieles Bedenken auf der Stelle hätten z. laſſen.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>22, 263;</biblScope></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>377a ꝛc.</biblScope></bibl></sense></p>
        </note>
      </entry>
    </body>
  </text>
</TEI>
