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        <title>Artikel „Futter“</title>
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            <surname>Sanders</surname>
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            <surname>Göttel</surname>
            <forename>Sebastian</forename>
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            <surname>Wiegand</surname>
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          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „Futter“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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        <lbl>II.</lbl>
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          <orth expand="Futter" orig="Fútter">Fútter</orth>
          <pc>,</pc>
          <gramGrp><pos norm="noun">n.,</pos><gen norm="neuter"/> –s; uv.; Fütterchen, lein; -:</gramGrp>
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        <sense>eine Sache, die einer andern zur Bekleidung dient: 1) von außen. — Verſch. Futteral (ſ. d.), das ein ſteifwandiges Behältnis bez., wohinein etwas zur Verwahrung gethan wird. Veralt. iſt es daher, wenn es von einer Büchſe für Nadeln heißt: Das Fütterlein, darinnen fie die verwahren. <bibl><author>Garzoni</author> <biblScope>569a ꝛc.</biblScope></bibl> — Die Schachtel zur Aufbewahrung eines Huts iſt ein Hutfutteral, das biegſame Zeug (Wachstuch) aber, das über die Fahne gezogen wird, heißt: Fahnenfutter, ebenſo Schirm- futter (ſ. b); ſo heißt das Kugelpflaſter, das nachher mit Talg beſchmierte Stückchen Zeug oder Leder, womit die Kugeln zu den Büchſen umwickelt werden, Kugel- Futter, nicht -Futteral; ſo bei den Schuſtern Fütterchen das Leder über dem Spornträger u. ä. m. — Freilich findet man noch hie und da F. ſtatt Futteral, wie bei <bibl><author>Adelung:</author>  <title>Brillen-, Flöten-, Geigen-, Hut- (ſ. 2), Kamm-, Kelch-F. ꝛc., und noch allgm.:</title></bibl> Flaſchen-F. <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>Flaſchenkeller; Behältnis, Getränk in Flaſchen auf der Reiſe mit ſich zu führen, z. B.: Zog ſein Flaſchenfutter heraus und reichte Jedem ein paar kräftige Schlucke.</title></bibl> <bibl><author>Koſegarten</author>  <title>Rh.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 62;</biblScope></bibl> <bibl><author>Prutz</author>  <title>E.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 35 ꝛc.,</biblScope> <title>und ſo techniſch, wo Futteral unanwendbar wäre, weil nicht blos ein Behältnis zur Aufbewahrung bezeichnet werden ſoll, ſondern ein weſentlicher Theil eines Inſtruments oder Etwas, das zur Fertigung von Gegenſtänden dient:</title></bibl> <sense n="a)">a) Schriftg.: die hölzerne Schale über der eig. Gießform. <bibl><author>Karmarſch</author> <biblScope>3, 175.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="b)">b) bei der Drehbank: die Patronen, womit die nur an einem Ende zu befeſtigenden Arbeitsſtücke mit der Spindel verbunden werden. <bibl><biblScope>1, 556;</biblScope> <title>ſo auch: Klemm-F., z. B. der Knopfmacher zum Einſpannen der gegoßnen Knöpfe, um ſie kreisförmig abzudrehn.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 460.</biblScope></bibl> — Ferner die Holzformen, wodurch man aus Blechplatten mittels der Drückſtähle hohle Gegenſtände fertigt. <bibl><biblScope>1, 560 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="c)">c) hierher gehört auch die Bekleidung, Einfaſſung oder Fütterung (ſ. d.) einer Offnung ꝛc., ſo Fenſter-, Thür-F., der viereckige Bretterkaſten, der die Offnung des Fenſters, der Thür inwendig bekleidet. Auf Schiffen das F., die Fütterung (ſ. d.) eines Spills, die Umkleidung desſelben mit Latten von weichem Holz ꝛc., bei den Uhrmachern die Bekleidung der Zapfenlöcher mit Meſſing und die ſo bekleideten Zapfenlöcher ſelbſt ꝛc. Im Hohofen: Schacht-F., der innre Ausbau des Schachtes, Kernſchacht ꝛc. — 2) Schneider. ꝛc.: das Zeug, womit ein andres gefüttert, — das zur Verdopplung darunter geſetzt iſt, die Dopplung, oft auch: Das Unter-F., wie das darüber befindliche Oberzeug in Niederſachſen auch wohlOber-F. heißt: Seidnes, wollnes, leinenes F. zum Rock, unter den Ärmel; F. im Hut, in den Stiefeln ꝛc.; Ärmel-, Rock-, Taſchen-, Hut-F. ꝛc.; Pelz-, Fuchs-, Zobel-F. ꝛc.; Zeug, nicht weniger das nöthige Unter-F. <bibl><author>G.</author> <biblScope>21, 43;</biblScope> <title>Dann krempelte er den Frack um, häckelte das ſeidene Unter-F. los.</title></bibl> <bibl><author>Immermann</author>  <title>M.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 273;</biblScope> <title>übertr. (komiſch): Tugend und Andacht zum Zeuge, frommes Gemüth zum Unter-F. und dann noch mit Reue und Buße aufgeſchlagen.</title></bibl> <bibl><author>Tieck</author>  <title>Nov.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 112</biblScope> <title>und ſprchw. im Munde von Frauen: Manns Mutter</title></bibl> — des Teufels Unter-F., inſofern das Futter an Größe und Geſtalt Dem, was damit gefuttert iſt, gleich kommt.</sense></sense>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">Goth. <bibl><biblScope>födr,</biblScope> <title>ahd.</title></bibl> <bibl><biblScope>fuotar ꝛc. =</biblScope> <title>Scheide, Futteral, urſpr. wohl das Umfaſſende, ſ. faſſen, Anm., fangen vom Stamm</title></bibl> <bibl><biblScope>fa—,</biblScope> <title>vgl. it.</title></bibl> <bibl><biblScope>fodero ꝛc.</biblScope></bibl> <bibl><author>Diez</author> <biblScope>148.</biblScope></bibl></p>
        </note>
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