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      <titleStmt>
        <title>Artikel „für“</title>
        <author ref="https://viaf.org/viaf/61594915/">
          <persName>
            <surname>Sanders</surname>
            <forename>Daniel</forename>
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            <surname>Göttel</surname>
            <forename>Sebastian</forename>
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        </editor>
        <editor>
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            <surname>Wiegand</surname>
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          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „für“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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        <lbl>†</lbl>
        <form type="lemma">
          <orth expand="für" orig="Für">Für</orth>
          <pc>,</pc>
          <gramGrp><pos norm="adverb">adv.</pos> und präp. (mit Acc.), urſpr. = vor (ſ. d.) und erſt ſpät vollſtändig davon geſchieden, weßhalb ſich auch noch bei L., G., Sch. u. A. mehr oder minder häufige Abweichungen von dem heute im Allgm. feſtſtehenden Gebrauch finden, zuw. abſichtlich, z. B. in Sch. Tell II, 2:</gramGrp>
        </form>
        <sense>Wir ſtehn vor unſer Land, <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>wir ſtehn vor unſre Weiber, unſre Kinder,</title></bibl> — was der Herausg. <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>530a</biblScope> <title>mit dem das Schweizeriſche verwiſchenden „für“ vertauſcht. S. auch: Herfür.</title></bibl> —</sense>
        <sense n="1)">1) <bibl><biblScope>adv. =</biblScope> <title>fort, nur noch üblich in dem zeitl.: F. und f., fort [ſ. d.] und fort, immerfort (ſ. hin-f.):</title></bibl> <bibl><author>Pſ.</author> <biblScope>10, 6; 61, 7; 90, 1 ꝛc.;</biblScope> <title>Und wird dich ſchirmen jetzt und f. und f.</title></bibl> <bibl><author>Freiligrath</author>  <title>Garb.</title></bibl> <bibl><biblScope>77;</biblScope> <title>Den Braten dreht er f. und f.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>1, 89; 7, 202;</biblScope> <title>Das Mühlrad ... | umwälzt ſich f. und f.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>68a.</biblScope></bibl> — Veralt. z. B.: Als nun die Mahlzeit f. [fort, vorbei] war. <bibl><author>Schaidenraißer</author> <biblScope>2b ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense>
        <sense n="2)">2) <bibl><biblScope>präp.</biblScope> <title>mit der Hauptbed., daß Etwas an der Stelle von dem Genannten und als deſſen Erſatz gilt, womit zugleich oft verbunden iſt, daß das Stellvertretende das Jntereſſe des Vertretenen wahrnimmt, daß alſo Etwas zu Deſſen Nutzen, in Deſſen Intereſſe (Ggſtz.: gegen, wider) oder auch nur in Beziehung und nach Maßgabe Desſelben geſchieht,</title></bibl> — Bedeutungen, gegen welche oft die eben gedachte Hauptbed. ganz in den Hintergrund tritt. — Daher:</sense>
        <sense n="3)">3) als ſächl. Hw.: Das Für, das zu Gunſten von Etwas Sprechende: Jedenfalls legt die Thatſache ein gewichtiges F. ein zu Gunſten der Vermuthung. <bibl><author>Linck</author>  <title>Schl.</title></bibl> <bibl><biblScope>87 ꝛc.,</biblScope> <title>am häufigſten in Verbindung mit dem Ggſtz.: Als endlich ein Fall .. das F. und Wider für einige Stunden heftig hervorrief.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>19, 20;</biblScope> <title>Das F. und Wider verſchiedener Parteien durch Hin- und Widerreden kräftig auszuſprechen.</title></bibl> <bibl><biblScope>33, 4;</biblScope> <title>Weil es .. all den Reiz der F. und Wider verwiſcht.</title></bibl> <bibl><author>Waldau</author>  <title>N.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 64;</biblScope> <title>Das F. und Gegen.</title></bibl></sense>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">S. vor, fort, die Vorſ. ver ꝛc. und vgl. über mundartl. Formen und Fortbildungen <bibl><author>Schm.</author> <biblScope>1, 553</biblScope> <title>und</title></bibl> <bibl><author>Stalder</author> <biblScope>1, 404;</biblScope> <title>die Form ohne Umlaut fur bei</title></bibl> <bibl><author>Luther</author>  <title>z. B.</title></bibl> <bibl><biblScope>8, 43a</biblScope> <title>u. o.</title></bibl> — Wir erwähnen hier noch die Zuſammenziehungen: Fürs <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>für das, z. B.: Der Tod fürs Vaterland, zuw. auch:</title></bibl> Für’s [für des] Vaterlandes Wohl; ver- alt. aber, da für nicht mehr mit Dativ verbunden wird, ſtatt vor dem, z. B.: Auch fürm Tyrannen kann er ruhn. <bibl><author>H.</author> <biblScope>8, 369;</biblScope></bibl> Fürm Graun der Nacht. Rel. <bibl><biblScope>7, 27 ꝛc.</biblScope></bibl></p>
        </note>
        <p type="compositions">
          <p type="introduction">Zſſtzg.: Da- (veralt. darfür): ſ. da, Anm., z.B.: Ich verkaufe die Waaren für 12 Thaler, ich habe ſelbſt 10 Thaler dafür [für die Waaren] gegeben; Die Einen ſtimmten dafür, die Andern dagegen; Ich bin, ſtimme dafür, daß du abreiſeſt [für deine Abreiſe] ꝛc.; Er iſt dumm, ein Dummkopf; wenigſtens halte ich ihn dafür [für dumm, für einen Dummkopf]; Nach meinem Dafür-Halten; Dafür ſo [ſ. d.] will ich die gelben euch holen. Rückert 2, 204; Seine Braut iſt häßlich, aber dafür [für das Häßlichſein, als Erſatz] hat ſie auch viel Geld; Freilich iſt auch davor [nach heutigem Gebrauch: dafür = deßwegen] mehrere Tage Nichts gearbeitet worden. Sch. G. 1, 238; Und fuhr ihn (denn dafür war er ein reicher Mann) | .. gebietriſch an. Gellert 1, 162, ſein Reichthum berechtigte ihn, wenigſtens ſeiner Meinung nach, dazu, — gleichſam als Erſatz für die Grobheit in ſich tragende Eigenſchaft; Wir können [ſ. d.] Nichts dafür, ſind nicht Schuld daran; Was konnte ſeine Majeſtät dafür, wenn Chörilus kein Homer war? W. HBr. 2, 122, vgl.: Kann ich davor? G. 5, 165, — wie ſich umgekehrt auch dafür ſtatt davor oder nur durch leiſe Nüance davon verſchieden findet, Jenes mehr bei Ältern, z. B. Hiob 26, 9: Ich habe keine Ruhe dafur. Jeſ. 21, 4; Daß du dich dafur nicht darfſt fürchten. 43, 14 u. 0., Dies z. B.: Mir iſt aber dafür [in dieſer Beziehung, nicht ganz = davor] gar nicht bange. G. 6, 327; Dafür hat Jedermann Reſpekt [ſ. d. und vgl. Achtung 3; Ehrfurcht ꝛc.] | und ehret ihn. 12, 146, doch auch z. B.: Da ſei Gott für! 9, 333 = Das möge Gott verhüten und ſo auch: „Ich ſehe Euch wieder“. Mich wieder? Wir wollen dafür ſein [Das verhüten]. Margarete, wenn er kommt, weiſ’ ihn ab. 9, 56; 34, 56. — Ähnlich auch relativ: Wofür uns längſt gegraut. 6, 426. Über relatives dafür und das getrennte da — für ſ. da, Anm. —</p>
          <entry type="sub"><comp>Her-:</comp> veralt. und alterthümlich oder im Volkston = hervor, z. B.: Roſ’ge Mädchenwangen | lauſchen draus h. Roquette Waldn. 68; Der Abt herfürzog einen alten Brief. Sch. 529b; Daß ſolch ein .. Ungewitter | gählings herfürbrach aus des Gotthards Schlünden. 540b; Da drückt ſich durch die dichte Meng’ | ein feiner Knab’ h. Uhland 386 ꝛc.</entry>
        </p>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">S. auch her, nam. über die mundartl. und ver- alt. Formen: Erfür. <bibl><author>Luther</author> <biblScope>5, 2b; 536a</biblScope> <title>u. o.;</title></bibl> harfür. <bibl><author>Zwingli</author> <biblScope>2, 4 ꝛc.</biblScope></bibl> Hīēr- <bibl><biblScope>(⏑ –):</biblScope> <title>ſ. hier und dafür, wovon es ſich wie „Dies“ von „Jenes“ unterſcheidet: H. [für Dies] verlang’ ich</title></bibl> <bibl><biblScope>20,</biblScope> <title>dafür [für Jenes]</title></bibl> <bibl><biblScope>30</biblScope> <title>Thaler; H. kann ich nicht ꝛc.</title></bibl> — <comp>Hin-:</comp> veralt. <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>hinfort, wofür bei</title></bibl> <bibl><author>Luther</author> <biblScope>5, 4a; 8a</biblScope> <title>U. v. hinfürt, vgl. hinfürter.</title></bibl> <bibl><author>Eppendorf</author> <biblScope>9 ꝛc.,</biblScope></bibl> — dafür im Kurialſtil ꝛc. auch: Hinfüro, z. B.: Bläſt hinfüro doch mit Verſtand. <bibl><author>Eichendorf</author>  <title>Phil.</title></bibl> <bibl><biblScope>71 ꝛc.</biblScope> <title>und umgekehrt: Fürohin.</title></bibl> <bibl><author>Möſer</author>  <title>Ph.</title></bibl> <bibl><biblScope>2. 143; 207 ꝛc.,</biblScope> <title>ſ. Fürhin, vgl. auch: Hinfüran.</title></bibl> <bibl><author>Berlichingen</author> <biblScope>262</biblScope> <title>und ſ. fortan.</title></bibl> — Hinter- (mundartl.): verkehrt; eig. ſo, daß das Hinterſte nach vorn kommt. <bibl><author>Schm.</author> <biblScope>1, 553;</biblScope> <title>Wenn der Bauer mit Rumoren | Recht verlangt geht’s h. ſtets.</title></bibl> <bibl><author>Scheffel</author>  <title>Tr.</title></bibl> <bibl><biblScope>185.</biblScope></bibl> — <comp>Wo-:</comp> als Relativ und Fragewort dem dafür (ſ. d. und vgl. da, Anm. und wo) entſprechend <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>für was, für welchen ꝛc. (ſachlich): W. wollen Sie mir die Waare laſſen? Das iſt der äußerſte Preis, w. ich ſie laſſen kann; W. halten Sie mich?; W. wär’ ich denn ein reicher Mann, wenn mir Das nicht einmal freiſtände? [was nützte mir mein Reichthum]; Er ſtraft mich für Sachen, w. ich Nichts kann ꝛc.</title></bibl> — Vgl.: Für was muß ich dieſen Vorbericht nehmen? ꝛc.</p>
        </note>
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