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        <title>Artikel „Frage“</title>
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            <surname>Sanders</surname>
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            <surname>Göttel</surname>
            <forename>Sebastian</forename>
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        <editor>
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            <surname>Wiegand</surname>
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          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „Frage“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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        <form type="lemma">
          <orth expand="Frage" orig="Frāge">Frāge</orth>
          <pc>,</pc>
          <gramGrp><pos norm="noun">f.;</pos><gen norm="feminine"/> –n:</gramGrp>
        </form>
        <sense>die Worte eines Fragenden, die er an Jemand richtet um Antwort zu erhalten: dann auch: der Inhalt einer Frage; der Ggſtd., um den es ſich handelt, der Einen beſchäftigt und der Erledigung, der Entſcheidung bedarf; auch Etwas, worauf es noch einer beſtimmenden Antwort bedarf, etwas Fragliches, Ungewiſſes, Unausgemachtes: Die F. wird im Deutſchen durch die Stellung des Subjekts, oft auch nur durch den Ton bezeichnet; wenn nicht der ganze Satz, ſondern nur Satztheile in F. ſtehen, durch beſondre Fragewörter, wie: wer? was? wem? wo? wann? ꝛc.; Die F., wie es dir gehe; Die F. nach deinem Wohlſein (vgl. Nach-F.); Eine F. an das Schickſal; Auf die F. wo? regiert „an“ den Dativ; F–n thun, aufwerfen, vorlegen, an Einen richten, ſtellen ꝛc.; F–n beantworten; Schwierige F–n löſen; Eine F. zurückgeben; Grobe, impertinente, höfliche, beſcheidne, ſchüchterne F.; Auf ſolche F. gehört ſolche Antwort; Verzeihe mir die runde F.: Was willſt du hier? <bibl><author>Freitag</author>  <title>S.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 22;</biblScope> <title>Wer es ſei, | der Unrecht hat, iſt eine weite F., | die wohl zuvörderſt noch auf ſich beruht.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>13, 149;</biblScope> <title>Ich kann euch beweiſen, daß es einen Stein der Weiſen giebt. . . Ob ich denſelben aber bekommen werde, Das iſt eine andre F. [etwas Andres, fraglich].</title></bibl> <bibl><author>Stilling</author> <biblScope>1, 31;</biblScope> <title>Ihre Beſcheidenheit . . verwandelt in eine F., was Jhnen ſelbſt etwas Ausgemachtes iſt.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>19, 156;</biblScope> <title>Ob Hüon ſchuldlos ſei, war ihnen keine F., | ſie kannten ja der Sachen wahre Lage.</title></bibl> <bibl><biblScope>20, 322;</biblScope> <title>Ohne F. [ohne Zweifel].</title></bibl> <bibl><author>Burmeiſter</author>  <title>gB.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 73.</biblScope></bibl> — Es iſt die F. von Etwas [es handelt ſich darum]. <bibl><author>Engel</author> <biblScope>4, 230;</biblScope> <title>Vom Rechte, das mit uns geboren iſt, | von dem iſt leider! nie die F.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>11, 80; 12, 87; 13, 100;</biblScope> <title>Hier iſt nicht die F. mehr um Gut und Böſe.</title></bibl> <bibl><author>Platen</author> <biblScope>6, 48;</biblScope> <title>Ob es andem? iſt nicht in F.</title></bibl> <bibl><author>Lichtwer</author> <biblScope>142;</biblScope> <title>Das iſt nicht | in F. mehr.</title></bibl> <bibl><author>Müllner</author> <biblScope>4, 191;</biblScope> <title>Sein oder Nichtſein, Das iſt hier die F.: | ob’s edler ꝛc.</title></bibl> <bibl><author>Schlegel</author>  <title>Haml.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 1;</biblScope> <title>Hier ſei die F. nicht: gelobt oder getadelt zu werden, ſondern zu lernen.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>18, 288;</biblScope> <title>Die Sache in F. [worum es ſich handelt, wovon die Rede iſt].</title></bibl> — Der Erisapfel der orientaliſchen F. [Angelegenheit]. <bibl><author>Heine</author>  <title>Lut.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, XII;</biblScope> <title>Hier ſind die glühenden F–n des Tages.</title></bibl> <bibl><author>Auerbach</author>  <title>SchV.</title></bibl> <bibl><biblScope>387;</biblScope> <title>Eine brennende F. [die dringend Erledigung heiſcht]; Die F. [die zu ordnende Angelegenheit] der Arbeit und des Brodes.</title></bibl> <bibl><author>Kinkel</author>  <title>E.</title></bibl> <bibl><biblScope>433;</biblScope> <title>Bei den F–en, an deren Löſung Alle arbeiten.</title></bibl> <bibl><author>Ruge</author>  <title>Rev.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 68;</biblScope> <title>Die F–n unſres Jahrhunderts zu löſen.</title></bibl> <bibl><author>Gutzkow</author>  <title>B.</title></bibl> <bibl><biblScope>279; 208 ꝛc.</biblScope></bibl> — 2) Rechtsſprache: Peinliche F., Tortur; Die oft die ſtreng Frag nicht hat verrathen. <bibl><author>Franck</author>  <title>LaſtC.</title></bibl> <bibl><biblScope>3b.</biblScope></bibl> — 3) Kartenſp.: im L’hombre und Solo F., An-F., das niedrigſte Spiel: Eine F. in Karo haben ꝛc.</sense>
        <p type="compositions">
          <p type="introduction">Zſſtzg. z. B.: Arbeiter-F., die Angelegenheit der Arbeiter, inſofern man mit der Ordnung ihrer Verhältniſſe beſchäftigt iſt ꝛc.; Mit Ausſchließung aller Staats- und Religions-F–n. G. 39, 219, Fragen, die das ſtaatliche und religiöſe Gebiet berühren; Baſen-F. Immermann M. 3, 56, wie ſie Baſen, geſchwätzige Perſonen an Einen zu richten pflegen ꝛc.; Als er hernach die erſten Ehren-F–n an ihn gethan hatte: Woher des Landes ꝛc. Hebel 3, 345, wie ſie ehrenhalber gewöhnlich ſind; Übliche Geſundheits-F–n hervorgebrockt. Heine Reiſ. 3, 228, Erkundigungen nach Jemandes Geſundheit; Warum antwortet’ ich nicht ſeinen Liebes-F–n? Rückert Roſt. 113a, liebevolle Frage u. v. ä. Wir erwähnen nur noch beſonders: Án-: an Einen zur Erkundigung gerichtete Frage: Eine A. beißt Niemanden. Freitag S. 2, 101; Eine A. in der Zeitung. Gutzkow R. 3, 275 ꝛc., ſ. auch [3]. —</p>
          <entry type="sub"><comp>Aūs-:</comp> Ausfragung: Jch habe vielerlei Vermuthungen über den wahren Verfaſſer anhören, ſo vielerlei A–n desfalls aushalten müſſen. L. 12, 592. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Dóppel-:</comp> Ggſtz. der einfachen Frage, nam. Sprachl. die Verbindung zweier Fragen durch ,,oder“, z. B.: Weißt du’s oder nicht? —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Eīn-:</comp> eine Frage als Einrede, als Einwurf. Zſchokke 1, 265. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Gêgen-:</comp> Frage des Gefragten ſtatt der Antwort. w. HBr. 1, 117. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Hāūpt-:</comp> die Frage, worum es ſich hauptſächlich handelt: Die H. ins Enge bringen. G. 21, 7; Waldau N. 2, 310 ꝛc., ſ. Neben-, Unter-, Vor- F. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Herúm-:</comp> ſ. Um-F.: Erſt H. gehalten. Fichte 7, 50. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Krēūz-:</comp> ſ. Quer-F. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Nāch-:</comp> nachforſchende Erkundigung um Etwas: Als ich hierüber N. anſtellte. Fichte N. 89; Zinkgräf 1, 264 ꝛc., nam. auch in Bezug auf Waaren das in Fragen danach ſich kund gebende Begehr: Nach Weizen iſt viel N. (Frage), Weizen iſt geſucht, begehrt; Die größte N. oder allenfalls auch nur die ſchnellſte Abnahme haben. Kant Buchm. 17; Neues iſt allein in N. V. Sh. 2, 212. Vgl.: Alle Fragen haben, bei Krämern: alle Artikel, um die man bei ihrem Gewerbe zu fragen pflegt. Schm. 1, 606. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Nêben-:</comp> nebenſächliche im Ggſtz. der Haupt-F., untergeordnete. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Prēīs-:</comp> eine Frage, Aufgabe, auf deren beſte Beantwortung und Löſung ein Preis ausgeſetzt iſt. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Quêr-:</comp> die Einem unerwartet in den Weg tritt; Kreuz- und Quer-Fragen, die ohne Ordnung auf einander folgen. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Rück-:</comp> <sense n="1)">1) die man dem Fragenden zurückgiebt. — 2) wobei man ſich weiter zurück an die Quelle — von der eine Nachricht ausgegangen, oder von der eine zu ertheilende Erlaubnis einzuholen iſt — wendet. — <comp>Strēīt-:</comp> Gegenſtand eines Diſputs; Satz, wor- über geſtritten wird und der Diſput ſelbſt: Gegenſtand akademiſcher St–n. <bibl><author>W.</author> <biblScope>8, 256 ꝛc.</biblScope></bibl> — <comp>Um-:</comp></sense><sense n="1)">1) eine an einen Kreis von Perſonen gerichtete Frage, nam. Behufs der Einſammlung von Stimmen: Die Geſetze in U. bringen [darüber abſtimmen laſſen]. <bibl><author>JvMüller</author> <biblScope>1, 219;</biblScope> <title>U. halten.</title></bibl> <bibl><author>Muſäus</author>  <title>M.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 33 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="2)">2) ugw., mundartl.: eine umfragende Perſon: Voran der Vortänzer ..., ihm zur Seite die U–n, die . .. vorauseilen und anfragen, ob der Tanz aufgeführt werden dürfe. <bibl><author>Grube</author>  <title>Geogr.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 297</biblScope></bibl> <bibl><author>(Maaßmann).</author></bibl> — <comp>Unter-:</comp> der Haupt-F. untergeordnete: Ich löſte die .. Haupt-F. in ſechs U–n auf. <bibl><author>Immermann</author>  <title>M.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 201.</biblScope></bibl> — <comp>Vōr-:</comp> die der eigentlichen Haupt-F. vorangeht: Die perſönlichen V–n. <bibl><author>Danzel</author> <biblScope>403.</biblScope></bibl> — <comp>Zwíſchen-:</comp> zwiſchengeworfne: Den Redner durch Z–n unterbrechen.</sense></entry>
        </p>
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