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      <titleStmt>
        <title>Artikel „fertig“</title>
        <author ref="https://viaf.org/viaf/61594915/">
          <persName>
            <surname>Sanders</surname>
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        </author>
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            <surname>Göttel</surname>
            <forename>Sebastian</forename>
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            <surname>Wiegand</surname>
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          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
          <orgName role="hostingInstitution" xml:lang="en">Berlin-Brandenburg Academy of Sciences and Humanities (BBAW)</orgName>
          <orgName role="hostingInstitution" xml:lang="de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW)</orgName>
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             <addrLine>Jägerstr. 22/23, 10117 Berlin</addrLine>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „fertig“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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        <form type="lemma">
          <orth expand="fertig" orig="Fértig">Fértig</orth>
          <pc>,</pc>
          <gramGrp><pos norm="adjective">a.</pos></gramGrp>
        </form>
        <form type="lemma">
          <orth expand="Fertigkeit" orig="~keit">(~keit</orth>
          <pc>,</pc>
          <gramGrp><pos norm="noun">f.;</pos><gen norm="feminine"/> –en):</gramGrp>
        </form>
        <sense>von Fahrt (ſ. d. und fährtig), eig., wie es zur Fahrt (zur Fortbewegung ꝛc.) gehört, zur Reiſe gerüſtet; im Gang, ſo daß Nichts ſtockt ꝛc., oft verſtärkt durch alliterierendes fir (ſ. d.): 1) F. zu Etwas, vollſtändig gerüſtet, ſo daß dem Kön- nen Nichts im Wege ſteht, vgl. bereit (ſ. 4), welches bez., daß dem Willen Nichts im Wege ſteht, vgl.: Ich bin ... zum Sterben bereit [obgleich mit den Vorbereitungen noch nicht f.] und bitte nicht um mein Leben. <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>62a;</biblScope> <title>Zur Reiſe, zum Marſch ꝛc. f. ſein, ſich f. machen, ſich f. halten ꝛc.; Dazu ſind wir fix und f.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>10, 174;</biblScope> <title>Fix und f., um ſeinen Urlaubspaß zu holen.</title></bibl> <bibl><author>vHorn</author>  <title>Schmj.</title></bibl> <bibl><biblScope>107;</biblScope> <title>F.! [Kommando</title></bibl> <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>ſchußf.] heult’s von P’loton zu P’loton.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>7a;</biblScope> <title>Ich bin gern fir und f. [zum Schuß].</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>10, 210 ꝛc.</biblScope></bibl> — Mit Etwas f., zu Ende, ſo daß Nichts daran fehlt, es vollſtändig in Bereitſchaft iſt (ſ. 3): Der iſt kaum ihres Flehns gewärtig, <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>ſo hält er zum Vor- aus ſich mit der Ausflucht f.</title></bibl> <bibl><author>Hagedorn</author> <biblScope>2, 183;</biblScope> <title>auch ellipt.: Die Maurer ſind, werden morgen [mit der Arbeit] f.; Er kann nicht enden, kann nicht f. werden [mit dem Gedicht, es abſchließen].</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>13, 103;</biblScope> <title>„Obendarein hat mich der Schelm von Schneider noch ſitzen laſſen.“ Und doch fix und f.? [mit dem Anzug].</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>186a.</biblScope></bibl> — 2) auch übertr.: Mit Etwas, mit Einem <bibl><author>(Hebel</author> <biblScope>3, 245;</biblScope></bibl> <bibl><author>Rückert</author>  <title>Roſt. 47a) f. werden</title></bibl> <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>es, ihn überwinden; (Mit ſeinem Vermögen) f., fir und f. [ganz zu Ende] ſein; Er iſt f. [betrunken, auch von einem Kranken, mit dem es zu Ende geht</title></bibl> <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>geliefert ꝛc., vgl. berg-f.]; Wir ſind mit einander f., haben Nichts mehr mit einander zu ſchaffen ꝛc.</title></bibl> — Mundartl.: Nachdem man ihn eine Weile hat zappeln laſſen, macht man mit ihm f. [ein Ende] und wirft ihn übers Neſt hinaus. <bibl><author>Gotthelf</author>  <title>Sch.</title></bibl> <bibl><biblScope>19.</biblScope></bibl> — 3) ſo auch von den Ggſtdn., mit denen man f. iſt, übertr. auch von <bibl><biblScope>433</biblScope> <title>Perſonen</title></bibl> <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>beendet, vollendet, abgeſchloſſen ꝛc.: Ich bin mit der Arbeit</title></bibl> <bibl><biblScope>—,</biblScope> <title>die Arbeit iſt f., fix und f.; Das Eſſen iſt f. [gar]; Das Lied iſt f.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>2, 5;</biblScope> <title>Das Schaffen macht ihm keine Freude mehr, es ſoll ſchon Alles f. ſein.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>15, 109;</biblScope> <title>Als ein für allemal abgethan, abgemacht und f. erklärt.</title></bibl> <bibl><biblScope>39, 281;</biblScope> <title>Dem Erben ſei hier leider Alles zu f., er habe hier Nichts mehr zu thun.</title></bibl> <bibl><biblScope>18, 169;</biblScope> <title>„Zu</title></bibl> vollenden iſt nicht die Sache des Schülers; es iſt genug, wenn er ſich übt“ — Aber doch f. macht, ſo gut er kann. <bibl><biblScope>16, 35;</biblScope> <title>Wer f. iſt, Dem iſt Nichts recht zu machen, | ein Werdender wird immer dankbar ſein.</title></bibl> <bibl><biblScope>11, 10;</biblScope> <title>Hier trag ich’s fir und f. in der Taſche.</title></bibl> <bibl><author>HvKleiſt</author>  <title>Krug</title></bibl> <bibl><biblScope>45;</biblScope> <title>Wenn ſie den Fleiß .. ſo gekauft kriegen können, fir und f., wie die Semmel beim Bäcker.</title></bibl> <bibl><author>Prutz</author>  <title>Muſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 205;</biblScope> <title>Das</title></bibl> Halb-F–e des Gebäudes. <bibl><biblScope>1, 225;</biblScope> <title>Ein Gefäß .. neu-f., das Holz noch riechend vom Meißel.</title></bibl> <bibl><author>V.</author>  <title>Th.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 28;</biblScope> <title>Die Theorien, die ſie ſchon gemacht und f. in den philoſophiſchen Buden der Griechen liegen fanden.</title></bibl> <bibl><author>W.</author>  <title>HorBr.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 40.</biblScope></bibl> — Etwas f. machen, in verſch. Gewerben, z. B. bei den Schriftgießern die Lettern, ſie glatt ſchaben; auf dem Webſtuhl: Zum Schuß f. machen. <bibl><author>Hebel</author> <biblScope>3, 391 ꝛc.,</biblScope> <title>ſ. nam.: F.-Macher der Glashütte, Ggſtz. Anfänger.</title></bibl> — Übertr.: Das bekäme ich nicht f. [damit käme ich nicht zu Stande, Das könnte ich nicht]; Der Nierenſteiner brachte mich gleich f. [betrunken]. <bibl><author>Gutzkow</author>  <title>R.</title></bibl> <bibl><biblScope>6, 195;</biblScope> <title>Die Wuchrer kriegen ihn fix und f. [bringen ihn ums Vermögen] ꝛc.</title></bibl> — 4) in Etwas gewandt und geübt, im Stande es leicht und geſchwind, ohne Anſtoß und Stocken zu thun (ſ. 5), hurtig, behende, geläufig ꝛc.: F. [ohne Anſtoß] leſen, ſchreiben, Franzöſiſch ſprechen, Klavier ſpielen; Ein f–er Klavierſpieler; Ein f–er, fixer Rechner; Eine f–e Zunge haben; F. mit der Zunge [zungen-f.] ſein; Der Stammelnden Zunge wird f. reden. <bibl><author>Jeſ.</author> <biblScope>32, 4;</biblScope> <title>Gott mache euch f. in allen guten Werken, zu thun ſeinen Willen.</title></bibl> <bibl><author>Hebr.</author> <biblScope>13, 21;</biblScope> <title>Sie ſind aus der Maßen f., ihre Speiſe zu ereilen.</title></bibl> <bibl><author>Brockes</author> <biblScope>9, 278 ꝛc.</biblScope></bibl> — Jnſofern f. die Bedeutung hat: „leicht bei der Hand mit Etwas“ grenzt es zuw. ſehr nahe an bereit (ſ. 1), z. B.: „Sie ſind ſehr gütig.“ Und Sie ſehr f., mich zu quälen. <bibl><author>W.</author> <biblScope>15, 127.</biblScope> <title>Vgl.: Buß-,</title></bibl> Dienſt-f. ꝛc. — 5) F–keit, nam. zu <bibl><biblScope>4,</biblScope> <title>vgl. Fähigkeit</title></bibl> <bibl><biblScope>2:</biblScope> <title>Durch die Übung wird eine jede Fähigkeit in unſerer Seele zu einer F., eine F. beſteht in einem Vermögen, Etwas ſo geſchwind zu verrichten, daß wir uns nicht mehr alles Deſſen bewuſſt bleiben, was wir dabei vorgenommen.</title></bibl> <bibl><author>Mendelsſohn</author> <biblScope>4, 1, 41;</biblScope> <title>Unter einer angebornen F. verſteht man ein ungeübtes Vermögen, gewiſſe willkürliche Handlungen mit ſolcher Geſchwindigkeit zu verrichten, daß wir uns alles Deſſen, was dabei vorgenommen wird, nicht deutlich bewuſſt ſind.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 2, 195;</biblScope> <title>Dem Thiere ſind F–en angeboren, dem Menſchen Fähigkeiten, die er zur F. ausbilden ſoll; Wo angeborene F–en ſich mit Aufmerkſamkeit und Fleiß zuſammenfinden.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>26, 279;</biblScope> <title>Keine Fähigkeiten und keine F–en zeigen.</title></bibl> <bibl><biblScope>15, 14; 18, 344</biblScope> <title>u. o., mit einer Art Perſonifikation: Die F–en (fits) des Lichtes rege zu machen.</title></bibl> <bibl><biblScope>38, 9 ꝛc.</biblScope></bibl></sense>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">Ahd. <bibl><biblScope>fartic, fertîc,</biblScope> <title>von Fahrt (ſ. d.).</title></bibl> — Mundartl. <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>fernig (ſ. d.).</title></bibl> <bibl><author>Schmeller</author> <biblScope>1, 568.</biblScope></bibl> — In der Verb. fix und f., wenn ſie adj. iſt, erhält gw. nur das letzte Wort Flexion: Mit einem ſolchen fix und f–en Bewuſſtſein. <bibl><author>Keller</author>  <title>gH.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 8,</biblScope> <title>vgl.: Ein ſchwarz und goldnes Band ꝛc.</title></bibl></p>
        </note>
        <p type="compositions">
          <p type="introduction">Zſſtzg. vielfach, z. B.: Ábſtoß- [1]: Aus dem Mangel der gleichen A–keit beider Füße entſteht das lächerliche Bah-Laufen. Jahn Turnk. 139. — Áll- [1u. 4]: Ihn wegen ſeiner a–en [raſchen ꝛc.] Urtheile anzugreifen. Gervinus Lit. 5, 300; Die A–keit der Menſchen zu jeder Thätigkeit. EinlGſch. 167. — Állzeit- [4]: Der Teufel, der ſonſt a–e Zerſtörer. G. 23, 25. —</p>
          <entry type="sub"><comp>Bēīl-:</comp> (Schiff.) ein Schiff, wenn alles Holz daran und dafür fertig iſt, ſ. beilen Anm. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Bérg-:</comp> (bergm.) bergſüchtig d. h. lungenſüchtig, ſ. [2]. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Bōs-:</comp> übel-f. — Būß- [4]: zur Buße bereit, geneigt, reuig: Die Geſchichte des b–en Tobias. Sch. 104a; Nicolai 1, 184; Luther 1, 544a; Die un-b–en Böſewichter. 5, 533b; Un-b–lich bleiben. 8, 9a; Herzenshärtigkeit und Un-B–keit. Rückert Mak. 1, 81 ꝛc.; veralt. = bußfällig, vergl.: Zur Bußfertigung [Strafe] 10 Mark. Möſer Ph. 2, 303. — Dīēnſt- [4]: gern und leicht Dienſte erweiſend („,dienſtfärtig“ L. 7, 455): Ihre ruhige Aufmerkſamkeit blieb ſich immer gleich . .. Dieſe anſtändige D–keit. G. 15, 55 55; auch: Der Herr Vormund iſt ja die Leutſeligkeit und D–keit ſelbſt [ſ. d.]. Gellert 3, 30; So rennt Polonius über-d. in ſein Verderben. Tieck DrBl. 2, 85; Ich bin ſehr nachläſſig, aber nicht gleich un-d. L. 12, 403. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Drúck-:</comp> (Buchdr.) ſo beſchaffen, daß der Druck beginnen kann, nam. in Bezug auf die Korrektur. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Eīl-:</comp> Eile an den Tag legend, nur von Perſonen, während eilig — ſ. d. — auch von Sachen gilt: Eilige Briefe, Geſchäfte; Etwas eilig haben ꝛc., ferner: Wer eilig iſt, hat Eile; wer e. [eig.: auf eiliger Fahrt] iſt, an Dem bemerkt man Eile; vgl. haſtig: Das Gebieteriſche der Vornehmen als ein angebornes Recht unbefangen auszuüben verſtehen und nicht, gleich Emporkömmlingen, E–keit aus Furcht damit verbinden. Börne 1, 216; Sch. G. 2, 51; W. 3, 104; E. entriegelt er ſelber die Pforte. Langbein 2, 8 ꝛc., ſ. Eile. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Fēūer-:</comp> ſ. ſchuß-f.: Die preußiſche Infanterie war damals jeder andern an Diſciplin und F–keit überlegen. Pz 3, 464. — Fínger- [4]: die Finger raſch und geſchickt zu gebrauchen wiſſend: Die F–keit ſogenannter Überſetzer. Heine Verm. 1, 3; Der Virtuoſe iſt f., ſpielt aber ohne Ausdruck. — Frīēd- [4]: bereit und geneigt Frieden zu halten: F., ohne deßwegen ſchwach zu ſein. G. 14, 245; Jſt er ſtreitbereit oder f.? Gotthelf G. 37; Matth. 5, 9; vgl.: So hätteſt du auf beiden Seiten Friede gefertigt [geſtiftet]. Luther 5, 361a. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Gedánken-:</comp> vgl.: ſinn-, ſchlag-f.: Die gewandte, g–e Ausdrucksweiſe in Rede und Gegenrede. Stahr Par. 2, 26. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Gerécht-:</comp> (ver- alt.) gerecht: Daß ich nicht g. bin, will ich verkünden. Luther 1, 26a (Pſ. 38, 19) ꝛc., ſ. Recht-f. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Gúſs-:</comp> ſo im Stande, daß der Guß vor ſich gehn kann. Karmarſch 2, 113. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Hánd-:</comp> ſ. finger-f.: Der Zahn- arzt hat bedeutende H–keit, auch = ſchlagf.: Die h–e wehrhafte Frau. L. 7, 253. — Hílf- [4]: ſ. dienſt-f. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Hōf-:</comp> mit Allem ausgerüſtet, was zum Erſcheinen bei Hof gehört: Der ſeine eigene Equipage anſpannen laſſen kann und überhaupt völlig h. iſt. Niebuhr Nachgel. 75. — Kámpf- [1]. Rückert Roſt. 84b. — Kúnſt-[4]: kunſtgeübt: Kenner von k–em Sinn. Heinſe A. 1, 281; G. 33, 167. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Lēīcht-:</comp> veralt. leicht: Viel l–er tragen auf dem hintern Theil des Rückens wenn vornen. Ryff Th. 3; Die l–eſt .. Übung iſt, daß wir uns .. ſänftiglich erſpacieren. Sp. 23a ꝛc., ſ. ring-f. — jetzt gw.: ohne weſentlichen Gehalt und nam. ſittlich — ohne ernſten innern Halt, frivol, unbedachtſam, leichtſinnig, muthwillig, locker und loſe, liederlich, ſich aus ſchlimmen Streichen kein Gewiſſen machend: Dingete damit loſe, l–e Männer [zum Mord]. Richt. 9, 4; Schwören l. falſchen Eid. Weish. 14, 28; Sir. 23, 17; Wer bald glaubt, iſt l. 19, 4; Mich niemal zu l–er und unzüchtiger Geſellſchaft gehalten. Tob. 3, 18 ꝛc.; Des erſten Spiels l–e [muthwillige] Verworrenheit | mit günſt’gen Augen angeſehn. G. 6, 343; Durch die Unart und den Übermuth einiger l–en Geſellen vermehrte ſich die Unruhe und das Übel der Nacht, indem ſie ſich einander neckten ꝛc. 16, 189; Das l–e Mädchen [Philine]. 302; Eine ſehr luſtige, l–e Natur . . . Was aus dieſem loſen, lockern Weſen werden ſoll. 17, 295; Sonſt, da ich ohne Zweck und Plan leicht, ja l. lebte, kamen mir Freundſchaft ꝛc.- entgegen; jetzt, da es Ernſt wird ꝛc. 311; Die Veranlaſſung dieſer neuern L–keiten. 31, 253 [l. behandelten Ggſt.]; Das Beginnen, leichtſinnig unternommen, will ſich nicht l. abthun laſſen. Zelt. 5, 140; Mit L–keit iſt deutſcher Art nicht beizukommen. Immermann M. 1, 404; Wenn er wieder auf dieſe L–keiten des Tages hinblickte. König Jer. 2, 225; Ertragen ſollt’ ich die l–e Rede | des Unverſchämten: „Wenn der Bauer Brot | wollt’ eſſen, mög’ er ſelbſt am Pfluge ziehn?“ Sch. 522a; Wir wieſen verächtlich die Anerbietungen von l–en Omelettes und dgl. Luftigkeiten [ſtatt eines reellen Beafſteak] zurück. Stahr Par. 1, 31; Franzöſiſche L–keiten. Jahre 1, 239 ꝛc. — Márſch- [1]: Die Truppen ſind m. — Māūl-, Múnd-: Hebel 3, 350, ſ. zungen-f. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Nāch-:</comp> mundartl., nachläſſig. Schmel- ler. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Nácht-:</comp> Der n–e Konduktör. Hebel 3, 101, der an die Nachtreiſen gewöhnte. — Prǖgel- [1]. Goltz 1, 34. — Récht- [4]: geneigt zu rechten, zu ſtreiten, rechthaberiſch: Hiob 9, 2; So r. iſt der Menſch! Wenn er glaubt, etwas Übereiltes, Halbwahres geſagt zu haben, ſo hört er dir nicht auf, zu limitieren ꝛc. G. 14, 53; Wie r. er iſt! Bei aller ſeiner Bosheit will er immer noch Recht haben. Kurz Sonn. 210; (veralt.) = gerecht, recht ꝛc., z. B.: Es mag für deinen Augen nicht r. ſein Jemand, der da lebe. Luther 1, 42a = Pſ. 143, 2, ſ. Friſch 2, 97c u. Schmeller 3, 25, und ſo noch im Ton Hans Sachſens: Man nennt ſie thätig Ehrbarkeit, | ſonſt auch Großmuth, R–keit. G. 2, 118, ſ. Gerechtf. und rechtfertigen. — Rēīſe- [1]. Rückert Nal. 213. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Ríng-:</comp> <sense n="1)">1) veralt. mundartl., leicht, hurtig, ſ. leicht-f.: Sah .. ein Eichhorn .. hin u. her <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>r. durch die Gipfel ſtreichen.</title></bibl> <bibl><author>Lichtwer</author> <biblScope>98,</biblScope> <title>von (ge-) ring.</title></bibl> — 2) jetzt gw.: fertig zum Ringen, zum Ringkampf. — Schlāg- <bibl><biblScope>[1]:</biblScope> <title>Sch. liegt das Schiff.</title></bibl> <bibl><author>Chamiſo</author> <biblScope>4, 47;</biblScope> <title>So ſchlag-luſtig und fertig man geſtern auch geweſen.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>25, 63.</biblScope></bibl> — Schrēīb- <bibl><biblScope>[1</biblScope> <title>u.</title></bibl> <bibl><biblScope>4]:</biblScope> <title>Sch–e Sudler.</title></bibl> — Schúß- <bibl><biblScope>[1].</biblScope></bibl> <bibl><author>Chamiſſo</author> <biblScope>4, 128.</biblScope></bibl> — Sêgel- <bibl><biblScope>[1].</biblScope></bibl> <bibl><author>Droy-</author>  <title>ſen Y.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 32;</biblScope></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>20, 177.</biblScope></bibl> — <comp>Sínn-:</comp> ſ. gedanken-, ſchlag-f.: Kurze, ſ–e Spruchreden. <bibl><author>Zinkgräf</author> <biblScope>1, VI.</biblScope></bibl> — Sprúng- <bibl><biblScope>[1</biblScope> <title>u.</title></bibl> <bibl><biblScope>4]:</biblScope> <title>Wie den Luchſen die Sp–keit nährt.</title></bibl> <bibl><author>Tſchudi</author>  <title>Th.</title></bibl> <bibl><biblScope>315.</biblScope></bibl> — <comp>ūbel-:</comp> bereit u. geneigt zu Üblem: Der Schalk erweiſt ſich ü.; <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>ich fürchte, daß er ſich ergetzt, | wenn er die Sittlichkeit verletzt.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>12, 49.</biblScope></bibl> — Ún- <bibl><biblScope>[3]:</biblScope> <title>unvollendet: Da bricht es ab [das Gedicht]! . . . Unf. Ding, was fang ich mit dir an?</title></bibl> <bibl><author>Freiligrath</author>  <title>Garb.</title></bibl> <bibl><biblScope>111;</biblScope> <title>Ein ſou–er [träger, langſamer] Briefſteller.</title></bibl> <bibl><author>H.</author>  <title>Phil.</title></bibl> <bibl><biblScope>13, 226 ꝛc.</biblScope></bibl> — Auch (meiſt mundartl.) ungangbar; ungerecht, leichtfertig, ſ. <bibl><author>Friſch,</author></bibl> <bibl><author>Schmeller</author>  <title>ꝛc., z. B.: Durch ein u–es Betragen hatte ſich Günther das Glück verſcherzt.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>21, 60.</biblScope></bibl> — Wêg- (veralt., mundartl.): unterwegs, auf der Reiſe begriffen, reiſe-f. <bibl><author>Luther</author> <biblScope>1, 148b;</biblScope> <title>Alſo iſt es den W–en verdrießlich, ſo er .. aufgehalten wird.</title></bibl> <bibl><author>Schaidenraißer</author> <biblScope>63a (15, 72); 4a; 13a ꝛc.;</biblScope> <title>Ein leichtes, w–es Weibsbild, eine Zigeunerin.</title></bibl> <bibl><author>Hebel</author> <biblScope>3, 355.</biblScope></bibl> — Zúngen- <bibl><biblScope>[4]:</biblScope> <title>Nimm an, ſie muckt und redet nicht ein Wort: | dann preiſ’ ich ihre Z–keit.</title></bibl> <bibl><author>V.</author>  <title>Sh.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 371</biblScope> <title>u. ä. m.</title></bibl></sense></entry>
        </p>
      </entry>
    </body>
  </text>
</TEI>
