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        <title>Artikel „Fach“</title>
        <author ref="https://viaf.org/viaf/61594915/">
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            <surname>Sanders</surname>
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            <surname>Göttel</surname>
            <forename>Sebastian</forename>
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        <editor>
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            <surname>Wiegand</surname>
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          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „Fach“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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        <lbl>I.</lbl>
        <form type="lemma">
          <orth expand="Fach" orig="Fách">Fách</orth>
          <pc>,</pc>
          <gramGrp><pos norm="noun">n.,</pos><gen norm="neuter"/> –(e)s; Fächer, –e; Fächlein, elchen, Mz. auch Fächerchen; -:</gramGrp>
        </form>
        <sense>eine Etwas umſchließende oder umfaſſende Abtheilung:</sense>
        <sense n="1)">1) eig., allgem. z. B.: Kaſten mit vielen Fächern, wie z. B. die Schriftkaſten der Setzer; Buchſtaben-F.; Die gewöhnlichen Ausraff-Fächer für „n“ und „e“. <bibl><author>Franke</author>  <title>Buchdr.</title></bibl> <bibl><biblScope>24 ꝛc.;</biblScope></bibl> Schiebe- oder Schub-F., ein herausſchiebbares Fach, z. B.: Schubfächer mit geheimen Drückern. <bibl><author>Gutzkow</author>  <title>R.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 18 ꝛc.</biblScope></bibl> — Auch übertr.: Wann öffnen wir .. unſres Herzens <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>geheimſte Fächer?</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>13, 268 ꝛc.</biblScope></bibl> — Vielfach in techniſchen Anwendungen, nam.:</sense>
        <sense n="2)">2) Bauk.: <sense n="a)">a) die durch die Verbindung der Säulenbänder und Riegel entſtehenden, auszumauernden oder auszukleibenden leeren Räume in einer Wand, Feld: Die Fache nicht ausgemauert. <bibl><author>G.</author> <biblScope>26, 232;</biblScope> <title>Ein Gebäude kommt zu F.</title></bibl> <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>wird gerichtet,</title></bibl> — auch übertr.: Noch heute Nachmittag kommt’s ganze Ding zu F. [zu Stande]. <bibl><author>Müllner</author> <biblScope>5, 148.</biblScope></bibl> — So auch: Dach [ſ. d. <bibl><biblScope>5]</biblScope> <title>und F.</title></bibl> —</sense><sense n="b)">b) eine Abtheilung des Hauſes, nam. in Bauerhäuſern die für ein Stück Vieh: Ein Haus von fünf F. <bibl><author>Schütze</author>  <title>Holſt.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 307</biblScope> <title>(verſch. c);</title></bibl> Feuer-F., den Herd enthaltende Abtheilung eines Bauerhauſes; Kammer-F., die die Wohnſtube, Kammer ꝛc. enthaltende (verſch. 14); die Offnung in der Mauer für die Fenſter: Ein Haus mit <bibl><biblScope>20</biblScope> <title>F. Fenſter in der Fronte, zum Unterſchied von den einzelnen Fenſterſcheiben (verſch. 10).</title></bibl> —</sense><sense n="c)">c) der Zwiſchenraum zw. den Dachſparren: Ein Haus von ſechs F. (verſch. b). —</sense></sense>
        <sense n="3)">3) Bergb.: Don-F., die Weite zw. zwei Donhölzern (ſ. Dohne, Anm.) u. ä. m. —</sense>
        <sense n="4)">4) Bot.: der für den Samen beſtimmte Raum einer Fruchtkapſel zw. der Scheidewand und der Klappe, vgl. fächerig. — 5) Deichb.: der Antheil, den Jemand an einem Deich hat und für deſſen Erhaltung er ſorgen muß, vgl. <bibl><author>Schmeler</author> <biblScope>1, 507.</biblScope></bibl> — 6) Fiſch.: ein umzäunter Platz im Waſſer, um Fiſche darin zu fangen (vgl. Fachreuſe): Iſt das Waſſer verfachet und mit Hürden verzäunet darin werden aus der Maßen viel Fiſch gefangen. Jährlich .. fangt man in den Fachen kleiner weißer Fiſchen .. wunderviel. <bibl><author>Stumpf</author> <biblScope>476a.</biblScope></bibl> — 7) Hutmach.: F–e, die Abtheilungen der Haare, welche durch das Fachen (ſ. d.) zum Filz verbunden werden, ſ. <bibl><author>Karmarſch</author> <biblScope>2, 280 ff.;</biblScope> <title>Während des Walkens werden die zu dünnen Stellen [des Filzes] durch Auflegen von beſonderen dünnen, kleinen F–en</title></bibl> (Buß-F–en) verſtärkt. <bibl><biblScope>281.</biblScope></bibl> — 8) Landwirthſch.: Banſe in der Scheune: Vorrath in Boden und F. Feldfrucht und Viehfutter. <bibl><author>V.</author> <biblScope>1, 200; 2, 17 ꝛc.;</biblScope></bibl> Mit-F., Raum über der Tenne. — 9) Schiff.: Zwiſchenräume zwiſchen den Spanten: Fächer, und gewöhnl. niederd.: Facken. — 10) Tiſchler.: Feld, Abtheilung, z. B.: Fenſter-F., Fenſterflügel (verſch. 2c). — 11) Waſſerb.: <sense n="a)">a) (vgl. 2a) bei hölzernen Wehren die mit Steinen ausgeſetzten Räume zwiſchen dem Holzwerk. —</sense><sense n="b)">b) Waſſerſchwelle in Flüſſen ꝛc., von wo das Waſſer herabfällt, ſ. Fachbaum. — 12) Weber.: der Zwiſchenraum, der entſteht, wenn ein Theil der Kettenfaden durch den Fußtritt in die Höhe gezogen und wodurch der Einſchlagfaden eingeſchoſſen wird, und die dadurch in den Fäden der Kette entſtehnden Abtheilungen: Das obere oder Ober-F., das untere oder Unter-F.; Der Arbeiter bringt dieſe Schütze zwiſchen die beiden F–e der Kette. <bibl><author>Karmarſch</author> <biblScope>2, 220;</biblScope> <title>Schießt den Einſchlag durch das F.</title></bibl> <bibl><author>Koſegarten</author>  <title>Rh.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 97,</biblScope> <title>vgl. ſchwzr.: Mit einem F., Facht [Reihe zuſammengenommener Fäden] ſtricken.</title></bibl> <bibl><author>Stalder.</author></bibl> — 13) an das Vorſtehnde reihen ſich einige veralt. mundartl. Übertragungen, z. B.:</sense><sense n="a)">a) Penſum, Tagewerk. <bibl><author>Stalder;</author>  <title>„Facht“.</title></bibl> <bibl><author>Pictorius.</author></bibl> —</sense><sense n="b)">b) (ſ. <bibl><biblScope>2a; 11a)</biblScope> <title>Loch, Lücke:</title></bibl> <bibl><author>Brem.</author></bibl> <bibl><author>Wörterb</author> <biblScope>1, 333;</biblScope> <title>Furchte der Teufel, ſein Reich würde ein F. gewinnen, daß er nicht leicht wieder könne zuſtopfen.</title></bibl> <bibl><author>Luther</author></bibl> <bibl><author>(Friſch).</author></bibl> — 14) namentl. aber oft übertr.: ein nach einem Eintheilungsgrunde abgegrenztes, eine beſt. Klaſſe von Gegenſtänden umfaſſendes Feld eines Ganzen, Branche: Seine Papiere nach Fächern abzutheilen. <bibl><author>G.</author> <biblScope>15, 33 ꝛc.,</biblScope> <title>namentl. das Feld einer Thätigkeit, dem man ſich beſonders widmet, z. B.: Das</title></bibl> Rollen-F. eines Schauſpielers. <bibl><author>Düringer</author> <biblScope>942;</biblScope> <title>Er fragte einen Jeden nach ſeinem F–e und äußerte ..., daß man ſtreng auf Fächer halten müſſte.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>16, 174;</biblScope> <title>Das treu verdiente Paar im F. der Alten.</title></bibl> <bibl><biblScope>6, 366;</biblScope> <title>Wie in Frankreich der Reſpekt aus dem</title></bibl> Väter-F–e eine Onkelei gemacht hat, ſo wird die allgemeine Militärpflichtigkeit der deutſchen Jugend aus dem Liebhaber-F–e eine Offiziererei machen. <bibl><author>Müllner</author> <biblScope>7, 278 ꝛc.</biblScope></bibl> — So auch: Der Redakteur eines die ganze Literatur und Kunſt umfaſſenden periodiſchen Werks muß ... in jedem beſondern F–e höher ſtehen als irgend einer ſeiner Zeitgenoſſen Er muß die größten Meiſter der Fächer überſehen ꝛc. <bibl><author>Fichte</author>  <title>Nic.</title></bibl> <bibl><biblScope>16;</biblScope> <title>Sich geſchwinde in ein F. hineinwerfen.</title></bibl> <bibl><author>Lichtenberg</author> <biblScope>1, 241;</biblScope> <title>Der die Verführungskunſt zu ſeinem einz’gen F–e gemacht.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>12, 55;</biblScope> <title>Ein Mann von F. [Ggſtz. Dilettant]; Sich dem</title></bibl> Bau-, Kammer-F. (ſ. Kameralia, verſch. 2b) widmen ꝛc.</sense></sense>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">Ahd. <bibl><biblScope>fah,</biblScope> <title>mhd.</title></bibl> <bibl><biblScope>vach,</biblScope> <title>wohl von fahen (ſ. d.)</title></bibl> <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>fangen, als das Etwas Umfangende, Faſſende, Umſchließende.</title></bibl> — Mz. gewöhnl. „Fächer“, daneben zumal in techniſcher Anwendung (ſ. <bibl><biblScope>2— 12)</biblScope> <title>„Fache“ (ſ. Ge-F.) und, wo es als Maßbeſtimmung ſteht, bei Zahlen uv.:</title></bibl> <bibl><biblScope>5</biblScope> <title>F. Fenſter, ſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>II.</biblScope> <title>Vgl. Fächel</title></bibl> <bibl><biblScope>3.</biblScope></bibl></p>
        </note>
        <p type="compositions">
          <p type="introduction">Zſſtzg. ſ. o., z. B.: Ausraff- [1]; Bau- [14]; Deich- [5]; Don-[3]; Fenſter-[2c; 10]; Feuer-[2b]; Kammer- [2b; 14]; Liebhaber- [14]; Mit- [8]; Ober- [12]; Rollen-[14]; Schiebe-, Schub-[1]; Unter-[12]; Vater-[14], wonach leicht andre zu bilden und zu verſtehn ſind. Außerdem namentl.: Ge- [1]: In ein G. der Bibliothek geſtellt. Forſter Br. 1, 407; Ins oberſte G. König Jer. 1, 102; Lagen in den G–en umſchnürte Packete. Immermann 12, 176. —</p>
          <entry type="sub"><comp>Tāūſend-:</comp> der dritte Magen der Wiederkäuer, wegen ſeiner vielen Falten auch „Blätter- oder Faltenmagen, Mannigfalt, Fächer, Buch, Pſalter“, ſ. II.</entry>
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