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      <titleStmt>
        <title>Artikel „Der“</title>
        <author ref="https://viaf.org/viaf/61594915/">
          <persName>
            <surname>Sanders</surname>
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        </author>
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            <surname>Göttel</surname>
            <forename>Sebastian</forename>
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        </editor>
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          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „Der“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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        <lbl>†</lbl>
        <form type="lemma">
          <orth expand="Der" orig="Dêr">Dêr</orth>
          <orth expand="der)" orig="dér">(dér</orth>
          <pc>):</pc>
          <gramGrp>ſ. Das ꝛc. 1) beſt. Artikel mit folgender Abwandlung:</gramGrp>
        </form>
        <sense>Ez. <bibl><biblScope>m. f. n.</biblScope> <title>Mz.</title></bibl> <bibl><biblScope>Nom.</biblScope> <title>der die das die</title></bibl> <bibl><biblScope>Gen.</biblScope> <title>des der des der</title></bibl> <bibl><biblScope>Dat.</biblScope> <title>dem der dem den</title></bibl> <bibl><biblScope>Acc.</biblScope> <title>den die das die.</title></bibl> <sense n="a)">a) Wenn von einem ſchon im Vorhergehnden genannten Hw. mit beſtimmtem Artikel andre Hw. im Gen. oder mit Präpoſ. abhängen, ſo kann das Hw. fortbleiben, z. B.: Hier iſt meine Stube, daneben die meines Bruders; Ich ſehe die Fehler meiner Arbeit und die Vorzüge der meines Freundes; Die Hoffnung auf Gewinn in der Lotterie war trüglich, möge es die auf Erbſchaft nicht auch ſein; Der Brief an deinen Vater iſt ausführlicher als der an mich ꝛc. (vgl.: „Hier iſt ein Brief an dich und einer an mich“ ꝛc.). „Statt deſſen auch: „derjenige“ (ſ. d.), weßhalb Manche „der“ hier als Fw. bezeichnen, doch unterſcheidet es ſich von dem Artikel durch Nichts als die ſtärkre Betonung. — 2) hinzeigendes Fw., zu einem Hw. gehörig oder — alleinſtehnd (ſubſtant.), dann mit dem Gen.: Deſſ(en), Deren, Deſſ(en); Mz. Deren, zuweilen Derer (ſ. Anm.) und Dat. der Mz.: Denen. —</sense><sense n="a)">a) die ſvw. dieſer, jener (ſ. d.) deuten zugleich noch eine nähere oder fernere Beziehung des bezeichneten Gegenſtandes an; d. kann Beide erſetzen, ſo daß man z. B. für die Verbindung dieſer und jener ſowohl: dieſer und d., als d. und jener hat. Dieſe Verbindungen bezeichnen, genau genommen, mehrere aus der Klaſſe der genannten (oder gedachten) Gegenſtände. — Dieſer oder jener und dafür: Der oder jener, und: Dieſer oder der bezeichnen einen aus der Klaſſe, doch gleichgültig, welchen. — Davon unterſcheidet ſich dann noch der und der, wie der beſtimmte vom unbeſtimmten Artikel. Dies giebt nämlich an, daß man einen Gegenſtand entweder, weil er bekannt iſt, oder, weil man ihn nicht nennen will oder kann, nicht näher bezeichnet, von dem ſvwdt. „ein gewiſſer“ dadurch verſchieden, daß dies nicht ein Bekanntſein des Verſchwiegnen oder auch Genannten bezeichnet. — Zunächſt Bſp. zur Beſtätigung des Geſagten: Dieſer ſchaute Jenen, Der Dieſen ſchweigenden Blicks an. <bibl><author>Hebel</author> <biblScope>2, 1;</biblScope> <title>Die [die Eine] ſpinnt, die Andre zwirnt, Die [Dieſe] wirkt und Jene ſticken.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>10, 70;</biblScope> <title>Jenes [das Erſte] ..., Dieſes [das Zweite] ... und Das [das Dritte, Letzte].</title></bibl> <bibl><author>L.</author> <biblScope>11, 498.</biblScope></bibl> — Die Delikateſſe, da man den und jenen Gram allein behalten will. <bibl><author>Claudius</author> <biblScope>4, 8;</biblScope> <title>Jch liebe Dieſen[Beſtimmten] und nicht etwa Den und Jenen [irgend andre Männer].</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>4, 37;</biblScope> <title>Laſſet den und jenen großen Gelehrten [irgendwelche aus der Zahl] in einem andern Jahrhundert geboren werden; benehmet ihm die und jene Hilfsmittel.</title></bibl> <bibl><author>L.</author> <biblScope>11, 22;</biblScope> <title>Wenn ſie [die Sammlung] nach Dem oder Jenem [irgend Einem, es ſei geweſen, wer es wolle] wäre benannt worden, welcher ihr zuerſt eine beſſere Form gegeben ...: wie hätte ſie da geheißen? ... Das Evangelium Deß und Deß, der ſich dieſes Verdienſt um ſie gemacht hätte.</title></bibl> <bibl><biblScope>498;</biblScope> <title>Mich den und den Tag, zu der und der Stunde, in der und der Straße, bei einem gewiſſen Herrn - - - (welchen ich nicht im geringſten die Ehre hatte, zu kennen) einzufinden.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 211;</biblScope> <title>Dies und das [Allerlei] zu thun beſchäftigt.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>20, 226</biblScope></bibl> <bibl><author>(G.</author> <biblScope>3, 135;</biblScope></bibl> <bibl><author>Platen</author> <biblScope>2, 39);</biblScope> <title>Von Dieſem und Dem, | was in ihr vorging, ſich Rechenſchaft zu geben.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>15, 23 ꝛc.</biblScope> <title>So ſelbſt mit Artikel: In unſerm Mangel ſelbſt am Dies und Das.</title></bibl> <bibl><author>Baggeſen</author> <biblScope>5, 31,</biblScope> <title>und ſo iſt vielleicht auch „am“ ſtatt „an“ zu leſen bei</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>4, 45:</biblScope> <title>Dem fehlt’s an [am] Dies, Dem fehlt’s an [am] Das ꝛc.; „Doch hat ſie .. Dem und Jenem Nichts abgeſchlagen“. Wer iſt denn der Der und der Jener denn.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>2, 231.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="b)">b) Dieſer und Jener ꝛc. (ſ. a), als euphemiſtiſche Verſchweigung eines Scheltworts, ſ. ,,Teufel“: Hol dich Dieſer und Der! <bibl><author>Weidner</author> <biblScope>116;</biblScope> <title>Du langer Reckel, du ꝛc. Dieſer und Der!</title></bibl> <bibl><author>Zinkgräf</author> <biblScope>2, 48;</biblScope> <title>Du Säufer, du Der und Jener, du Knicker!</title></bibl> <bibl><author>Hebel</author> <biblScope>3, 138 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="c)">c) D. mit nachfolgendem und (ſ. d.) in Ausrufen, zur Bezeichnung, daß die Verbindung eines beſtimmten Subj. mit etwas davon Ausgeſagtem undenkbar ſei: Die und <bibl><biblScope>3000</biblScope> <title>Thaler!</title></bibl> <bibl><author>Gutzkow</author>  <title>R.</title></bibl> <bibl><biblScope>7, 322;</biblScope></bibl> <bibl><author>Voigts</author>  <title>H.</title></bibl> <bibl><biblScope>76 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="d)">d) D. auf einen zur nähern Beſtimmung beigefügten Relativſatz hindeutend, doch nicht, wie das ſvwdt. derjenige, nur auf einen folgenden: Wer ſich der Einſamkeit ergiebt, <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>ach, D. iſt bald allein.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>1, 131;</biblScope> <title>Den ich ſo gern hätt’, | D. iſt ſo weite weg | und den ich gar nicht mag, | Den ſeh ich alle Tag ꝛc. (ſ. 3b); Der (oder derjenige) Mann, der nicht Muſik hat in ihm ſelbſt; Der Wille Deß (Deſſen, Desjenigen), der mich geſandt hat.</title></bibl> <bibl><author>Joh.</author> <biblScope>6, 40;</biblScope> <title>Jch entſinne mich alles Deß (Deſſen, Desjenigen, n.), was ꝛc.; Trotz Deſſen, was ꝛc.</title></bibl> — Es ſei denn, daß ſie das, das, das Evangelium annehmen, welches ich mein Evangelium heiße. <bibl><author>Luther</author> <biblScope>6, 359b,</biblScope> <title>vgl.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 67,</biblScope> <title>wonach in dem Satz: „Das iſt mein Leib“ das a ſtark und lang lautet, als wäre es geſchrieben alſo: „dahas“ (jetzt gilt dagegen die Ausſprache däs).</title></bibl> — 3) bezügliches Fw. wie „welcher“ (ſ. d. und vgl. ſo und derſelbe), mit der Abwandlung wie <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> — Nur „welcher“, nicht d., ſteht als adjektives Fw. neben einem Hw.: Er ſagte: Guten Tag, welchen Gruß ſie freundlich erwiderte ꝛc. In allen andern Fällen iſt d. anwendbar, in einigen ſogar allein, oder doch hauptſächlich üblich. So:</sense><sense n="a)">a) im Gen. — Ganz unüblich iſt dieſer jetzt von welcher in der männl. und ſächl. Ez., da er formell mit dem Nom. der ſächl. Ez. zuſammenfiele; in der Mz. und in der weibl. Ez. findet er ſich zuweilen, nur nicht im ſogen. ſächl. Gen., d. h. abhängig von einem Hw. und dieſem vorangehnd: Der Fleiß (das gute Betragen), deſſen du dich rühmſt; Der Garten (das Haus), deſſen <bibl><biblScope>—,</biblScope> <title>die Stube (die Häuſer), deren</title></bibl> — Beſitzer ich kenne; Die Verbrechen, deren (zuweilen auch: welcher) du dich ſchuldig gemacht haſt; Die Metamorphoſe, in Folge welcher [häufiger: deren] die Zahl der Körperringe zunahm. <bibl><author>Burmeiſter</author>  <title>gB.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 168;</biblScope> <title>Das Zeichen, ungeachtet welches [gewöhnl. deſſenungeachtet] Werther ihn küßte.</title></bibl> <bibl><author>Immermann</author>  <title>M.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 260 ꝛc.</biblScope></bibl> — Dagegen ganz veralt.: Zinkgreff, welches [ſtatt deſſen] Fußſtapfen ich nachgefolget. <bibl><author>Weidner</author> <biblScope>5 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="b)">b) nur d. (nicht welcher, wie z. B. <bibl><biblScope>3.</biblScope></bibl> <bibl><author>Moſ.</author> <biblScope>18, 29)</biblScope> <title>ſteht heute bei erſt nachfolgendem (ſ. 2d) oder ganzfortbleibendem Wort der Beziehung, z. B.: Die nicht er ſchaut, die Sonne vollbringet ihren Lauf.</title></bibl> <bibl><author>Chamiſſo</author> <biblScope>3, 319;</biblScope> <title>Der ins Verborgne ſieht, Gott ꝛc.</title></bibl> — Nam. gehört hierher: D. <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>Der(jenige), d. (ſ. 2d): Ach, d. mich liebt und kennt, | iſt in der Weite.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>1, 129 ꝛc.,,</biblScope> <title>vgl. das ähnliche ,wer“, das aber nicht ein beſtimmtes Individuum, ſondern vielmehr eine Gattung bez.: Nur wer die Sehnſucht kennt, | weiß was ich leide.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>1, 129 ꝛc.</biblScope> <title>Von ſolchen Zuſammenziehungen oder Verſchmelzungen entſpricht dem bald einem: Der, dem, bald einem: Dem, dem ꝛc., z. B.: Noch verlor | ſich in dem Haufen [Der], dem es galt zu rechten.</title></bibl> <bibl><author>Chamiſo</author> <biblScope>4, 65;</biblScope> <title>[Dem,] dem ich gelebet, ſterb’ ich.</title></bibl> <bibl><biblScope>49;</biblScope> <title>Denn wem [Der, dem] die Liebe bettet, ruhet gut.</title></bibl> <bibl><biblScope>6, 277 ꝛc.;</biblScope> <title>ſo auch im Accuſ.: Nur mächtig iſt [Der,] den ſeine Völker lieben.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 13;</biblScope> <title>Wer kann heraufbeſchwören [Den,] | den ſchon der finſtre Schlund hinunterſchlang.</title></bibl> <bibl><biblScope>6, 281;</biblScope> <title>Die [Diejenigen, welche] Hügel ſchon umnachten, | ſie ſtrebten ſo wie ihr.</title></bibl> <bibl><author>Werner</author>  <title>Kr.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 8 ꝛc.</biblScope></bibl> — Im Genit.: Deſſen Fahne Donnerſtürme wallte, <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>deſſen Ohren Mordgebrüll umhallte, | Berge bebten unter deſſen Donnergang [gw.: unter deſſen Donnergang Berge bebten] | [Der] ſchläft hier.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>8.</biblScope></bibl> — Selten abhängig von Präp.: Daß die Zollbeſchwerde <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>gerecht für, wen ſie trifft, für dich ergiebig werde.</title></bibl> <bibl><author>HLNicolai</author> <biblScope>1, 58,</biblScope> <title>was</title></bibl> <bibl><author>Ramler</author>  <title>F. ändert: Gerecht für Jeden und für dich ꝛc. Vgl.: Klage nicht um [Das], was dir Gott entzieht.</title></bibl> <bibl><author>Rückert</author>  <title>Mak.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 8 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="c)">c) gw. nur d., nicht welcher, im Anſchluß an die perſönl. Fw. der <bibl><biblScope>1.</biblScope> <title>und</title></bibl> <bibl><biblScope>2.</biblScope> <title>Perſon, die als Subj. nach d. gw. wiederholt werden, doch auch hier</title></bibl> — wie immer in den übrigen Kaſus — zuw. nach franz. Weiſe fortbleiben:, Mütterlich ernähret mich die Erde, <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>den nicht der Zorn ob Unbill mehr beſchleicht.</title></bibl> <bibl><author>Chamiſſo</author> <biblScope>4, 67;</biblScope> <title>paſſiv: Der ich nicht mehr vom Zorn beſchlichen werde; Ihr, mit denen wir vereint gekämpft; Ihr, die ihr vereint mit uns gekämpft; Vater unſer, der du biſt ꝛc.</title></bibl> — Doch z. B. auch: Fein zu ſein mit mir, der [ich] es nun ſchlechthin nicht bin. <bibl><author>Chamiſſo</author> <biblScope>5, 81;</biblScope> <title>Du, die [du] ſonſt nur | dem Mäuschen glichſt.</title></bibl> <bibl><author>Thümmel</author> <biblScope>8, 68 ꝛc.</biblScope> <title>(ſ. du Anm.), zuw. auch wohl mit dem Zeitw. in der</title></bibl> <bibl><biblScope>3.</biblScope> <title>Perſon: Was kann ich thun, der ſelber hilflos iſt? [der ich h. bin]. Vgl. Fälle, wo das bezügl. Fw. von der</title></bibl> <bibl><biblScope>1.</biblScope> <title>oder</title></bibl> <bibl><biblScope>2.</biblScope> <title>Perſon auf die</title></bibl> <bibl><biblScope>3.</biblScope> <title>überleitet, z. B.: Denkt nicht ſchlimmer von mir, | den ihr ſonſt weiſe nanntet, | großes Übel betrifft ihn.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>4, 33 ꝛc.</biblScope> <title>(vgl.: Der ich euch ſonſt weiſe hieß; großes Übel betrifft mich); ferner Fälle, wo die Form über die Perſon nicht entſcheidet: Er hatte mich zurückgeſtoßen, mich, die ihn liebte.</title></bibl> <bibl><author>Gutzkow</author>  <title>R.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 33;</biblScope> <title>ferner: Ihnen, die [der Sie] .. .Blößen . .. nicht mißgedeutet haben.</title></bibl> <bibl><author>Arndt</author>  <title>Ber.</title></bibl> <bibl><biblScope>6 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="d)">d) in Bezug auf die perſönl. Fw. der <bibl><biblScope>3.</biblScope> <title>Perſon findet ſich häufiger, doch nicht ausſchließlich d.: Sie, welche die liebendſte Mutter geweſen wäre, blieb kinderlos.</title></bibl> <bibl><author>HHerz</author> <biblScope>46 ꝛc.,</biblScope> <title>ausnahmsweiſe ſogar ſelbſt bei dem Sie der Anrede: Und Das ſagen Sie, welche mit der Literatur ſo vertraut iſt?</title></bibl> <bibl><author>Laube</author>  <title>DrW.</title></bibl> <bibl><biblScope>5, 12,</biblScope> <title>für das gw.: Sie, der Sie ... ſo vertraut ſind.</title></bibl> —</sense><sense n="e)">e) ungw. iſt „welcher“ in Bezug auf das fragende (ausrufende) welcher und wer, z. B.: Welcher Mann, (Wer,) der Dies ſähe, bliebe ungerührt! — Bei: wieviele, wiewenige ꝛc. iſt d. wenigſtens gewöhnlichex: Wie Viele giebt es, die (welche) ſich ein Urtheil anmaßen und wie Wenige, die (welche) es zu fällen im Stande ſind! ꝛc. Ähnliches gilt überhaupt von den ſubſt. Fw.: Einer, Keiner, Jemand, Niemand, Mancher ꝛc. —</sense><sense n="f)">f) gw. nur d. mit einer Verneinung, nicht welcher, ſteht nach verneinten oder fragenden Sätzen mit ſo, ſolch, dergeſtalt ꝛc., einem Satz mit daß entſprechend: Es iſt keine Frau ſo ruchlos, die [daß ſie] nicht einen kleinen Winkel des Paradieſes in ihrem Herzen trüge. <bibl><author>Börne</author> <biblScope>2, 277;</biblScope> <title>Wer iſt ſo grob . . ., d. von ihm ſelbs nit merken kann, daß ꝛc.</title></bibl> <bibl><author>Fiſchart</author>  <title>B.</title></bibl> <bibl><biblScope>55a;</biblScope> <title>Daß ... kein dergeſtalt durchſichtiger Körper ſich befinde, der nicht einige Dunkelheit mit ſich führe.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>39, 160;</biblScope></bibl> <bibl><author>Rückert</author>  <title>Roſt.</title></bibl> <bibl><biblScope>114 a;</biblScope></bibl> <bibl><author>Tieck</author>  <title>Cymb.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 2;</biblScope></bibl> <bibl><author>Schaidenraißer</author> <biblScope>51a</biblScope> <title>(Od.</title></bibl> <bibl><biblScope>12, 98);</biblScope></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>11, 180 ꝛc.</biblScope></bibl></sense></sense>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">In Bezug auf die Form gelten — trotz einzelner Abweichungen — heute die im Obigen angegebnen Regeln, wozu für den Genit. der alleinſtehnden Fw. noch Folgendes zu bemerken: Deß iſt als bezügl. Fw. (3) ſeltner und mehr der gehobnen, dichteriſchen Sprache eigen: z. B.: Dem, deß Feind er war. <bibl><author>Langbein</author> <biblScope>1, 3;</biblScope> <title>Das unentdeckte Land, von deß Bezirk | kein Wandrer wiederkehrt.</title></bibl> <bibl><author>Schlegel</author>  <title>Haml.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 1 ꝛc.,</biblScope> <title>dagegen häufig als hinzeigendes Fw. (2), außer im ſächſ. Gen.: Ich kenne den Mann und</title></bibl> Deſſen [nicht: „Deß“] Verhältniſſe ꝛc. Dagegen ſteht Deß [nicht Deſſen] als Genit. von Der und Jener, wie: Der und Der ꝛc. (ſ. 2a). — Als ſächſ. Genit. heißt es in der Mz. wie in der weibl. Ez. Deren: Die Frau (Leute) und Deren [ihre] Kinder; Die Frau, deren Kinder hier waren; Die dieſe Greuel thun, Deren Seelen ſollen ausgerottet werden; Es erſetzt ihn Deren Keiner, die ich kenne ꝛc. — Wo deſſen, deren beſitzanzeigend <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>ſein, ihr iſt, kann der Genit. im Allgem. nicht auf das regierende Hw. folgen, ſondern muß nachſtehnd durch „derſelbe“ (ſ. d.) erſetzt werden, ungw. z. B.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>25, 72:</biblScope> <title>König und Familie waren gefangen, die Abſetzung Deſſen [desſelben] ſchon zur Sprache gekommen ꝛc.</title></bibl> — Von dem bezüglichhindeutenden „der“ aber (2d), wenn es auf Perſonen ſich bezieht, heißt es (außer wenn der ſächſ. Genit. unmittelbar — d. h. ohne dazwiſchengeſchobnen Relativſatz — vor dem regierenden Hw. ſteht) „Derer“, z. B.: Ich entſinne mich Derer ſehr wohl, die mit mir die Schule beſucht; Die Seelen Derer, die dieſe Greuel thun; Keiner Derer, die ich kenne; Doch Derer, die ich kenn, erſetzt ihn Keiner. <bibl><author>Rückert;</author>  <title>Derer, die ſie haſſen, | fern erworbner ſchöner Ruhm.</title></bibl> <bibl><author>H.</author>  <title>Cid</title></bibl> <bibl><biblScope>46;</biblScope> <title>Jene allgemeine Speiſe Derer, die es beſitzen.</title></bibl> <bibl><author>IvMüler</author> <biblScope>1, 25 ꝛc.,</biblScope> <title>dagegen ungw.: Schwäche</title></bibl> Deren, die ſich ſelbſt vergeſſen haben. <bibl><biblScope>3;</biblScope> <title>Dem läſtigen Tadel Deren, die ꝛc.</title></bibl> <bibl><biblScope>355</biblScope> <title>u. o., ſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>4.</biblScope></bibl> <bibl><author>Moſ.</author> <biblScope>14, 23.</biblScope></bibl> — Vgl. ſächlich: Bei dem Studieren der Wiſſenſchaften, beſonders deren, welche die Natur behandeln. <bibl><author>G.</author> <biblScope>19, 163</biblScope> <title>[„Derer“ würde auf Perſ. deuten]. Weil dies „Derer“ für die Mz. gilt, vermeidet man hier im Allgem. den Genit. der weibl. Ez.: Weiber klatſchen gern; doch wiſſe! | die zu dir von Andern ſchlecht ſpricht, | Deren Zunge ſchont auch dich nicht; Die Zunge der Frau [ungw.: Derer], die von Andern ſchlecht ſpricht, ſchont auch dich nicht; Das Schickſal Deren, die ihn trug.</title></bibl> <bibl><author>Auerbach</author>  <title>Dorf.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 61 ꝛc.</biblScope></bibl> — Sonſt gilt im Allgem. überall die Form „deren“: Nimm die Blumen nur, ich hab deren noch genug ꝛc.; doch mit der Nebenf. „der“ für den weibl. Genit. des bezügl. Fw., wenn dieſer nicht von einem Hw. abhängt, z. B.: Die Krone, der mein Fürſt mich würdig achtet. <bibl><author>G.</author> <biblScope>13, 144;</biblScope> <title>Linderungskraft, der wir ſo ſtündlich bedürfen.</title></bibl> <bibl><biblScope>14, 111;</biblScope> <title>Die Schönheiten der Sprache, der ſie . .. noch nicht mächtig geworden ſind.</title></bibl> <bibl><author>Nicolai</author></bibl> <bibl><author>(Danzel</author> <biblScope>270).</biblScope></bibl> — Beachtung verdient das zuw. vorkommende derem gleichſam als Dat. eines deklinierbaren Ew.: Vor derem bettleriſchen Anhauch ich erſt die Naſe gedreht. <bibl><author>FrMüller</author>  <title>F.</title></bibl> <bibl><biblScope>142 ꝛc.</biblScope></bibl> — Einzelne Abweichungen, als theilweiſe Überbleibſel frühern Gebrauchs, finden ſich natürlich (vgl. Ihren), z. B.: Der[en] giebt es nicht Viele. <bibl><author>Claudius</author> <biblScope>3, 17;</biblScope> <title>Die Beſchuldigungen, derer [deren] ich angeklagt worden.</title></bibl> <bibl><biblScope>5, 61;</biblScope> <title>Keine Raupe kriecht,</title></bibl> der[en] Namen er nicht kennt. <bibl><author>L.</author> <biblScope>1, 178ꝛc.</biblScope></bibl> — Deren [Der] Menſchen Einer, die ſtammen aus deinem Blute. <bibl><author>Stolberg</author>  <title>Jl.,</title></bibl> <bibl><biblScope>19, 111;</biblScope> <title>ſ. deren als weibl. Dat.</title></bibl> <bibl><author>Zinkgräf</author> <biblScope>1, 164; 213; 313 ꝛc.;</biblScope> <title>Mit denen [den] unendlich vielen . . . Klauen, die ꝛc.</title></bibl> <bibl><author>IP.</author> <biblScope>2, 56</biblScope> <title>u. ä. m., wie abſichtlich alterthümelnd: Und er ſingt die neue Weiſe, | einmal, zweimal, dreimal leiſe |</title></bibl> denen Reitersleuten vor. <bibl><author>Freiligrath</author> <biblScope>1, 66.</biblScope></bibl> — Umgekehrt noch: Verkündigte Den[en] draußen. <bibl><author>Freitag</author>  <title>Soll</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 125,</biblScope> <title>vgl.: Was mir und Den[en] beſchieden.</title></bibl> <bibl><author>Gellert</author> <biblScope>1, 336,</biblScope> <title>wozu er</title></bibl> <bibl><biblScope>343</biblScope> <title>bemerkt: „Denen, Dieſen, undeutſch ꝛc.“</title></bibl> — S. auch dero; ferner über das eingeſchobne t in derenthalb ꝛc. (neben deßhalb): „halb“.</p>
        </note>
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</TEI>
