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        <title>Artikel „dehnen“</title>
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            <surname>Sanders</surname>
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            <surname>Göttel</surname>
            <forename>Sebastian</forename>
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        </editor>
        <editor>
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            <surname>Wiegand</surname>
            <forename>Frank</forename>
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          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
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          <orgName role="hostingInstitution" xml:lang="de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW)</orgName>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „dehnen“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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        <form type="lemma">
          <orth expand="dehnen" orig="Dêhnen">Dêhnen</orth>
          <pc>,</pc>
          <gramGrp><pos norm="verb">tr.:</pos><subc norm="transitive"/></gramGrp>
        </form>
        <sense>durch Auseinandertreiben machen, daß Etwas einen größern Raum einnimmt und <bibl><biblScope>refl.:</biblScope> <title>dadurch einen größern Raum einnehmen.</title></bibl></sense>
        <sense n="1)">1) Es kann ſich auf jede der drei Dimenſionen beziehen, nicht nur, wie die ſinnvwdt. „recken“ und „ſtrecken“ (ſ. d.) auf die Länge, das Letztere dabei auf das Strack- oder Grademachen: Die Wärme dehnt die Körper, dehnt ſie aus; in der Wärme d. ſich die Körper (aus); Eine Blaſe dehnt ſich, wird gedehnt, wenn man Luft hineinbläſt ꝛc.; aber z. B.: Leder wird gedehnt, gereckt und geſtreckt, wenn man es durch Ziehen (ſ. d.) verlängert; Handſchuhe d. und recken ſich nach der Hand, aber ſie ſtrecken ſich nicht danach, da ſie ſich vielmehr der krummen Fläche der Hand anſchmiegen; Früher wurden Verbrecher auf der Folter oder Reck- bank gedehnt ꝛc.; Und als die Schote nun allgemach <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>ſich dehnt’ in die Breit’ und die Länge.</title></bibl> <bibl><author>B.</author> <biblScope>61a;</biblScope> <title>Jhre glatte prallgedehnte Hülle.</title></bibl> <bibl><author>Burmeiſter</author>  <title>gB.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 78;</biblScope> <title>Laß eine Zeit noch .. | ſich dehnen und entkräften den Koloſſen [Rußland].</title></bibl> <bibl><author>Chamiſſo</author> <biblScope>4, 57;</biblScope> <title>Der .. ſeine langen feingeſtalten Glieder | ekſtatiſch faul nach allen Seiten dehnt.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>2, 31;</biblScope> <title>Wenn ihr ,. entwaffnet euch auf euer Bette ſtreckt und euch nach dem Schlafe dehnt.</title></bibl> <bibl><biblScope>9, 13;</biblScope> <title>Kann je das kranke Herz [des Gefangnen] vergeſſen, | daß draußen er [der Himmel] ſich endlos dehnt?</title></bibl> <bibl><author>Gottſchall</author>  <title>G.</title></bibl> <bibl><biblScope>45;</biblScope> <title>In meiner Bruſt ..., | die ſchon verlernt ohn’ einen herrſchenden | Wunſch aller Wünſche ſich zu d.</title></bibl> <bibl><author>L.</author>  <title>Nath.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 1;</biblScope> <title>Die Räume wachſen, es dehnt ſich das Haus.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>78a;</biblScope> <title>Es dehnte mit allmächt’gem Streben | die enge Bruſt ein kreiſend All, | herauszutreten in das Leben.</title></bibl> <bibl><biblScope>48b;</biblScope> <title>Wilde Phantaſien haben .. mein ganzes Weſen krampfig um meine Empfindung gewälzt, ich muß mich im Offnen d. (er macht die Glasthüre auf).</title></bibl> <bibl><biblScope>162a;</biblScope> <title>Der arme Menſch verdreht mit D. und mit</title></bibl> Recken <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>ſich Hals und Fuß.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>11, 222;</biblScope> <title>Selten frommt’s, ſein Recht, ſo weit man kann, zu d.</title></bibl> <bibl><biblScope>197;</biblScope> <title>[Der Ring] wird ſich d. oder ſchmiegen, | wie’s [nach dem Finger] nöthig iſt.</title></bibl> <bibl><biblScope>20, 66 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense>
        <sense n="2)">2) übertr. vom Raum auf die Zeit: Unermeßlich wollte die Sekunde <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>ſich d., da wir ſtarrend wechſelſeitig | uns anſahn.</title></bibl> <bibl><author>Chamiſſo</author> <biblScope>4, 22;</biblScope> <title>Wie lange wird ſich dieſe Marter d.!</title></bibl> <bibl><biblScope>31;</biblScope> <title>Der Weg dehnt ſich [will kein Ende nehmen] ꝛe.</title></bibl> — Ahnlich auch: Einen Laut, Vokal, ein Wort, die Wörter d., in der Ausſprache lang ziehn: Hm! hm! ſagte er d–d. <bibl><author>Gutzkow</author>  <title>R.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 106.</biblScope></bibl> —</sense>
        <sense n="3)">3) dazu z. B.: Die Dehner [der Gedanken] .. verhalten ſich zu den Dünnern, wie die Drahtzieher zu den Goldſchlägern. <bibl><author>Tieck</author>  <title>GſNov.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 125 ꝛc.</biblScope> <title>und oft:</title></bibl> Dehnung, <bibl><biblScope>f.;</biblScope> <title>–en: Die Dehnung des Golds läſſt ſich ſehr weit treiben; Die Dehnung der Vokale wird mehrfach bezeichnet, z. B. iſt „h“ ein Dehnungszeichen e.; Durch die ganze D. des Weltſyſtems.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>144a</biblScope> <title>[Aus-D.].</title></bibl></sense>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">Gath. <bibl><biblScope>thanjan,</biblScope> <title>ahd.</title></bibl> <bibl><biblScope>denjan,</biblScope> <title>mhd.</title></bibl> <bibl><biblScope>denen,</biblScope> <title>urvwdt. ſkr.</title></bibl> <bibl><biblScope>tan,</biblScope> <title>gr.</title></bibl> τείνω, lat. <bibl><biblScope>tendo ꝛc.</biblScope> <title>Dazu gehören: dünn, Düne, Dune oder Daune, dunſen, Dunſt (ſ. auch Dohne) ꝛc.</title></bibl></p>
        </note>
        <p type="compositions">
          <p type="introduction">Zſſtzg. z. B.: Āūs-: ſ. o. und vgl. breiten und ausbreiten: Der den Himmel ausdehnt wie ein dünn Fell. Jeſ. 40, 22; Es treibt und dehnt ſich aus. Chamiſſo 3, 47; Wie er ſie [die Formen] ausdehnt, ehe er ſie ſprengt. Danzel 118; Die Wurzeln dehnen ſich aus, das Gefäß wird zernichtet. G. 16, 295; Des wechſelweiſen A–s und Zuſammenziehens. 36, 43; 39, 15; Ich fühle ſchon | den langen ausgedehnten Schmerz der Tage, wenn | ich nun entbehren ſoll, was mich erfreute. 13, 165; Zu meinen Füßen lag ein ausgedehntes Land. Haller 137; So wird die Sprache .. zu einem mannigfaltiger ſich darſtellenden Sinne ausgedehnt. WHumboldt 3, 15; Es liegen .. ſchon Dreißig ausgedehnt [hingeſtreckt]. LHNicolai 4, 277; Sich aus dem Schlaf a. zum Handeln. IP. HV. 113; Herz-a–de Augenblicke. W. 9, 20; Ich athme .. die herzausdehnende Luft. (Mercks Br.2, 127); Dehne dich nicht ſo ſehr aus, faſſe dich kürzer; Die Lehre Muhamed’s dehnte ſich ſchnell über Aſien aus; Dieſe Regel läſſt ſich auf ähnliche Verhältniſſe a. ꝛc. — Ausdehnung: Die A. der Körper durch Wärme; Dies Geſchäft gewinnt täglich an A.; Die drei Dimenſionen oder A–en eines Körpers heißen Länge, Breite und Dicke ꝛc. = Er-, refl. (ſelten): Soweit ſich erdehnet [ausdehnt, erſtreckt] der Kreis. Basgeſen 2, 352. — Hêr-, Hín- ꝛc.: Mächtig dehnt es [d. Gebirge] ſich hin. Waldau Nat. 2, 16. — Als die Unterſuchung ſich .. endlos hindehnte [hinzog]. Prutz Eng. 1, 327; Die Heermacht Turan’s dort, den Berg hinabgedehnt. Rückert Roſt. 85b; Wie ein alter Kater .. den hohen Buckel hinauf- dehnt. Tieck Nov. 5, 252 ꝛc. —</p>
          <entry type="sub"><comp>Ver-:</comp> Seine Zeit ver-d., in Trägheit, ſich dehnend und ſtreckend, verbringen. Geibel Rod. 171; Mein halbes Leben ſtürmt’ ich fort, | verdehnt’ die Hälft’ in Ruh. G. 1, 77; Herwegh 1, 10 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Zer-:</comp> durch übermäßiges Dehnen zerſprengen, zernichten ꝛc.: Der Himmelsliebe Sehnen | will ihm die Bruſt z. Kinkel 27; Dichter, der ſich das Gehirn mit weltweiten Schöpfungsplänen zerdehnte. Kühne Char. 1, 133 ꝛc. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Zū-:</comp> Sie dehnte ſich von der Seite ihres Ehemanns dem Indianer zu. Sealsſield Leg. 1, 7 u. v. ä.</entry>
        </p>
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