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        <title>Artikel „Bill“</title>
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            <surname>Sanders</surname>
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            <surname>Wiegand</surname>
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          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „Bill“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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          <gramGrp><pos norm="noun">f.;</pos><gen norm="feminine"/> –en; <pos norm="noun">m.,</pos><gen norm="masculine"/> <pos norm="noun">n.,</pos><gen norm="neuter"/> –(e)s; –e:</gramGrp>
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        <sense>Geſetz-Vorſchlag, -Entwurf, wie er dem „engliſchen Parlament“ zur Berathung und Annahme vorgelegt wird: Eine B. wird eingebracht, darüber abgeſtimmt, ſie wird angenommen, abgelehntꝛc.; Das gefühlte Bedürfnis giebt Fug zur B.; denn B., das Stammwort von billig und Billigkeit, iſt nichts Anders als, was Jemand fühlt, daß es als Vorſchrift und Richtſchnur gelten müſſe. <bibl><author>Jahn</author>  <title>M.</title></bibl> <bibl><biblScope>127;</biblScope> <title>Handhabe du Geſetz und B.</title></bibl> <bibl><author>V.</author> <biblScope>4, 50.</biblScope></bibl></sense>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">Häufiger der Ggſtz. Un-B. in allen drei Geſchlechtern, vgl.: Unbild <bibl><biblScope>3</biblScope> <title>und z. B.: Zum Zeugen des</title></bibl> Ungleichen, ſo ihm widerfahren. <bibl><author>Weidner</author> <biblScope>31;</biblScope> <title>ferner</title></bibl> <bibl><author>Benecke,</author>  <title>der freilich jeden Vergleich mit engl.</title></bibl> <bibl><biblScope>bill</biblScope> <title>ablehnt, das aber nicht blos Zettel, Urkunde heißt, ſondern auch Rechnung, ſ. Beil (Anm.), das vielleicht ſelbſt mit Bild etymol. zuſammenhängt, und Bille.</title></bibl></p>
        </note>
        <p type="compositions">
          <entry type="sub">Zſſtzg. Un-: wechſelnden Geſchlechts; Mz. gewöhnl. von Unbilde, ſ. d.: verletzende Handlung mit Bezug auf Den, dem ſie widerfährt, verſch. von Unrecht, das mehr den Bezug auf den Ausübenden hervorhebt: U., Unbilden des Wetters, des Klimas ꝛc. Oft ohne Artikel: Mit Hohn und U. Bodenſtedt 2, 94; U. an Ehr’ und Leibe verzeiht nur der Schwache. 180; Schmach für U. ſchaffteſt du. Chamiſſo 3, 258; Ein Herz, das Unrecht haſſet und U. G. 5, 35; Daß drin ein König U. pflog. Rückert Morg. 1, 21 ꝛc. Zumeiſt fem.: Rache nehmen für die erlittene U. Auerbach D. 4, 191; Daß die U. geſühnt ſei, die Schmach gerächt. Freiligrath 2, 105; An dem die Menſchheit ſo große U. ver- übt. Gotthelf Sch. 232; Durch die U. alter Zeit mistrauiſch gegen alle Welt. Gutzkow Bl. 1, 264; Ausgleichung fremder U. R. 2, 262; Zur Abwehr fernerer U. Kühne Fr. 70; Lewald W. 1, 281; Müllner 2, 12; Scheſſel 155; Tochterchen, laß gut ſein! mir entfuhr in der Hitze die U. V. 1, 126, mit der Anm. (vgl. Unbild): „Haller braucht die ebenfalls alte Form: der U. nach Frank’s Sprichw.: Der U. wird mit Billigkeit geſtillt.“ So m. ferner: Jhr laſſt den U., der mir widerfuhr, | nicht ungeſtraft. Geibel Rod. 152; Kühne Fr. 67; Einen U. zu rügen. Muſäus M. 3, 40 ꝛc. Aber auch n.: Wenn Dieſer das U. bemerkt und rügt, womit man vor einigen Jahren in Deutſchland Molièren verletzte. G. 33, 106; L. 11, 620 und, wo es unentſchieden bleibt, ob mn. oder n.: Wenn ich dann vom U. dieſer Welt | Nichts mehr zu fürchten habe. G. 13, 342 ꝛc.</entry>
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