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      <titleStmt>
        <title>Artikel „Bein“</title>
        <author ref="https://viaf.org/viaf/61594915/">
          <persName>
            <surname>Sanders</surname>
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          <email>edition-sanders@bbaw.de</email>
          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
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          <orgName role="hostingInstitution" xml:lang="de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW)</orgName>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „Bein“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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        <form type="lemma">
          <orth expand="Bein" orig="Bēīn">Bēīn</orth>
          <pc>,</pc>
          <gramGrp><pos norm="noun">n.,</pos><gen norm="neuter"/> –(e)s; –e; –chen, lein; -:</gramGrp>
        </form>
        <sense>1) Knochen, z. B.: <sense n="a)">a) Das iſt ... B. von meinem B. und Fleiſch von meinem Fleiſch. <bibl><author>Bibel;</author>  <title>Ein Geiſt hat nicht Fleiſch und Bein. ebd.; Geiſter auch von Fleiſch und Bein.</title></bibl> <bibl><author>WMüller</author> <biblScope>1, 104</biblScope> <title>[d. h. keine Geiſter, ſondern leibhafte Menſchen]; Es zittert ihm Fleiſch u. B.</title></bibl> <bibl><author>Schwab</author>  <title>ꝛc.</title></bibl> — Das Wort Gottes.. durchdringt .. Mark und B., die Knochen bis in das Innerſte, ſ. Mark; Es geht, rieſelt, ſchauert, brauſt Einem, erſchüttert Einen, durch Mark und Bein ꝛc. — Stein und B. werden als Bezeichnung des Härteſten zuſammengeſtellt, z. B.: Stein und B. frieren [ſo daß es backt, daß Alles ſteinhart wird]; ſchwören [die härteſten Flüche auf ſich herab oder Ahnliches] ꝛc. — Er iſt Nichts als Haut [ſ. d. <bibl><biblScope>1c]</biblScope> <title>u. Bein [ſehr mager]; Ihre Haut hängt an den B–en.</title></bibl> <bibl><author>Bibel;</author>  <title>Ich möchte alle meine B–e zählen.</title></bibl> <bibl><author>ebd.;</author>  <title>Sein ausgefleiſchtes Weib, den alten Sack voll B–e.</title></bibl> <bibl><author>Logau</author>  <title>ꝛc.</title></bibl> —</sense><sense n="b)">b) Außer in ſolchen mehr od. minder ſprichw. und formelhaften Verbindungen, wo der Sinn gegen Verwechslung mit <bibl><biblScope>2</biblScope> <title>geſichert iſt, kommt das Wort jetzt meiſt nur noch in Zſſtzg. (ſ. c), und ſonſt, wo keine Verwechslung möglich iſt, vor, z. B.: Friß, lieber Wolf, friß, daß dir bald ein B. quer im Halſe bleibe.</title></bibl> <bibl><author>Luther;</author>  <title>Zwei Hund an einem B. kauen ſelten klein; Ein Hund, der an einem B. nagt, kennt keinen Freund ꝛc., zumal in dem Sinne v. Todten-B., Knochen der Verſtorbenen, z. B.: Mein Schweſterlein klein | hub auf die B.</title></bibl> <bibl><author>G.;</author>  <title>Einen Todten, eines Menſchen B. oder Grab.</title></bibl> <bibl><author>Bibel</author>  <title>ꝛc., vgl.: Beinhaus, und z. B.: Roſtverſehrt | hält ihre Beinhand noch das Schwert.</title></bibl> <bibl><author>Freiligrath</author>  <title>ꝛc. Hierzu wohl auch die häufige Wendung: Es ſoll kein Bein zurück nach Rom und ſagen, | wie hier die Kräh’n ſie hackten.</title></bibl> <bibl><author>Schlegel,</author> <biblScope>=</biblScope> <title>kein Einziger, kein Menſch, obgleich auch ſonſt</title></bibl> — ohne den Nebenbegriff des Tödtens — in Zſſtzg., die dann gewöhnlich <bibl><biblScope>masc.</biblScope> <title>ſind, oft B. (ſ. 2) die Perſon bezeichnet, z. B.: Dick-, Dünn-, Kurz-, Lang-, Krumm-, Klapper-, Säbel-, Stelz-, Wackel-B., eine Perſon oder allgemeiner ein Weſen mit dicken, dünnen ꝛc. Beinen, vgl. auch</title></bibl> <bibl><author>Laurenberg</author> <biblScope>123,</biblScope> <title>welche plattdeutſche Stelle überſetzt lautet: Herr Bräut’gam, werther Freund, euch ward zu eurem Segen | ein B. [ſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>a],</biblScope> <title>das auf zwei Bein’ [ſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>2]</biblScope> <title>euch hegen wird und pflegen ꝛc., ſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>2c.</biblScope></bibl> — Seltner dagegen ſind heute Sätze wie: Paternoſter von Holz, Augſtein, Korallen und B–en. <bibl><author>Fiſchart;</author>  <title>Stein, B., Glas und Federn.</title></bibl> <bibl><author>Logau;</author>  <title>Daß es mit dem Gehörn die B. [d. h. ſogar Knochen] durchſchneidet.</title></bibl> <bibl><author>Ryf</author>  <title>Th.</title></bibl> <bibl><biblScope>3</biblScope> <title>u. ä. m.</title></bibl> —</sense><sense n="c)">c) Von den Zſſtzg. (ſ. b) bezeichnen nur wenige die Knochen beſtimmter Thiere, nämlich: Elfenbein und Fiſchbein (ſ. d.); dagegen faſt unerſchöpflich iſt die Zahl derer, welche beſtimmte Knochen des menſchlichen oder thieriſchen Körpers bezeichnen und theils nach ihrer Stelle im Körper benannt ſind, theils nach beſondern Merkmalen, zumal der Geſtalt (ſ. Zſſtzg.). Wir erwähnen hier nur: Das heilige Bein, <bibl><biblScope>os sacrum,</biblScope> <title>nach ſeiner Lage unter den heiligen, d. i. unverletzlichen Geſchlechtstheilen benannt; Die ungenannten Beine, die das Becken bildenden; Das dreieckige B., am Ellbogenbein befindlich; Das runde B., an der Handwurzel</title></bibl> <bibl><biblScope>(os pisiforme);</biblScope> <title>Das große und kleine vieleckige B. u. die drei keilförmigen B–e, ſämmtlich am Kahnbein liegend ꝛc.</title></bibl> —</sense><sense n="d)">d) Endlich führen noch mehrere aus Knochen gefertigte Geräthſchaften den Namen des Beins, meiſt mit einem näher beſtimmenden Zuſatz, z. B.: In der Polierkammer den Gebrauch der Feile und des Boſſierbeins. <bibl><author>Paalzow;</author>  <title>[Die Bücher] ſind mir [dem Buchbinder] ... unterm Falzbein geweſen.</title></bibl> <bibl><author>Immermann</author>  <title>M.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 88;</biblScope> <title>Glätt-B., Pelz-B. ꝛc.; Des Beinleins ſpielen.</title></bibl> <bibl><author>Lohenſtein</author>  <title>A.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 86 =</biblScope> <title>würfeln, knöcheln.</title></bibl> — 2)</sense><sense n="a)">a) Zumal aber heißen Beine die großen, den Körper tragenden Knochen, die in dem Fuß endigen und zwar mit Einſchluß der fleiſchigen Theile, ſo daß Fuß (ſ. d.) im ausgedehntern Sinn und B. oft gleichbedeutend gebraucht werden. Namentlich bezeichnet aber dies, wie: Das dicke, od. Dick-B. den obern Theil des Fußes bis zum Knie (Schenkel, Lende), ohne Zuſatz gewöhnlich den untern Theil vom Knie bis zur Ferſe, meiſt ohne den Plattfuß, weßhalb denn auch übertragen der untre Theil eines Körpers, worauf er ruht, gewöhnlich Fuß heißt, und Bein nur, wenn er lang und dünn iſt, zumal ohne ſich unten zu verbreitern, z. B.: Ein Tiſch mit <bibl><biblScope>4</biblScope> <title>Beinen od. Füßen, aber: Ein Tiſch, der auf einem Fuß ruht. Schemel-, Bank-B.; B–e eines Sägebocks ꝛc., aber: Fuß eines Glaſes, Berges ꝛc. Und ſo heißen gewöhnlich Vögel und Menſchen zweibeinig, die Säugethiere aber im Allgemeinen vierfüßig, obgleich natürlich auch umgekehrt von den Füßen eines Menſchen oder Vogels und von den Beinen eines Pferdes, Hirſches ꝛc. geſprochen wird: Das ... gehet auf vier Füßen und nicht mit zwei Beinen hüpfet.</title></bibl> <bibl><author>Bibl.</author>  <title>ꝛc.</title></bibl> —</sense><sense n="b)">b) In dieſem Sinn werden oft Arm und Bein (vgl. Hand und Fuß) entgegengeſetzt und verbunden: Einem Arm und B. brechen, entzwei-, zerſchlagen u. ä. m., zuw. auch: Bricht man dir Hals und B. <bibl><author>B.</author>  <title>ꝛc.; Zittern mir Arm und B–e.</title></bibl> <bibl><author>G.;</author>  <title>Und ficht mit Arm und B.</title></bibl> <bibl><author>W.</author></bibl> —</sense><sense n="c)">c) In einigen Wendungen ſteht Beine zur Bezeichnung des damit verſehnen Weſens (ſ. <bibl><biblScope>1b</biblScope> <title>und unter den dann richtig auch als</title></bibl> <bibl><biblScope>m.</biblScope> <title>geltenden Zſſtzg. namentlich die mit Zahlwörtern, wie Ein-, Zwei-, Drei-B. ꝛc., vgl.: Blauauge als masc.), z. B.: Junge, jüngre B–e haben</title></bibl> <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>jung, jünger ſein, mit Bezug auf das Raſcher-gehn-können ꝛc.; Weil er damals noch auf bürgerlichen B–n ſtand.</title></bibl> <bibl><author>Hebel</author> <biblScope>3, 211</biblScope> <title>[ein Bürgerlicher, im Bürgerſtand, noch nicht geadelt war]; Es müſſen ſtarke B–e ſein, die gute Tage ertragen. Sprichw. [ein ſtarker Menſch, der einen feſten Halt in ſich hat], u. ä. m. Sehr gewöhnlich die Redensart: Von Kindesbeinen an</title></bibl> <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>von früheſter Kindheit her, vgl.: Die Kinderſchuhe vertragen haben</title></bibl> <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>kein Kind mehr ſein ꝛc.</title></bibl> — Seltner: Von Kindesgebeinen an, wie <bibl><author>Voigt’s</author>  <title>H.</title></bibl> <bibl><biblScope>165,</biblScope> <title>wonach die Wendung zu</title></bibl> <bibl><biblScope>1</biblScope> <title>gehören würde.</title></bibl> —</sense><sense n="d)">d) B. als Objekt, z. B.: Mit kreuzweis übereinander geſchlagenen B–en. <bibl><author>Forſter;</author>  <title>ſo: Die B–e bewegen, biegen, falten, heben, auf-, erheben, krümmen, lähmen, regen, rühren, ſpreizen, ſtrecken, ſtauchen, verſtauchen, verrenken u. v. a. Namentl.: Was B–e hat [gehn, laufen kann], das trollt ſich fort.</title></bibl> <bibl><author>Heine;</author>  <title>Was leichte B–e hatte, war ausgeflogen.</title></bibl> <bibl><author>Sch.;</author>  <title>Flinke, raſche, ſchnelle (junge ſ. c) B–e haben</title></bibl> <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>flink auf den B–en ſein, raſch gehn können.</title></bibl> — Einem B–e machen, Einen in Bewegung ſetzen, raſch gehn, laufen machen; Deine langen Fortſchritts-B–e <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>heb ſie auf zu neuem Lauf.</title></bibl> <bibl><author>Heine</author>  <title>Rom</title></bibl> <bibl><biblScope>150 ꝛc.;</biblScope> <title>Die B–e in die Hände nehmen, ſich auf den Weg machen, gehn; Sich die B–e ablaufen nach Etwas; nach, hinter Einem, ſehr dahinter her ſein, ſich darum bemühen ꝛc.; Einem [Laufenden] ein B. vorhalten (wor- über er fallen muß); ähnlich: Einem ein B. ſtellen, zunächſt von Ringenden, dagegen bei</title></bibl> <bibl><author>Spate:</author>  <title>Einem ein B. halten, ihn ſtützen ꝛc.; Die B–e über ſich kehren</title></bibl> <bibl><author>(Weidner</author> <biblScope>54) =</biblScope> <title>fallen, ſterben; Da ſollte mir Einer ... ein Bein aufheben [ſich rühren, muckſen], Den wollte ich ꝛc.</title></bibl> <bibl><author>Gotthelf</author>  <title>Sch.</title></bibl> <bibl><biblScope>221.</biblScope></bibl> — Dem Teufel ein B. abſchwören, heftig, bei geringen Anläſſen ſchwören. — Das Zögern wird mir gefährlich, es iſt Zeit, daß man dem Teufel ein Bein breche. <bibl><author>Mörike</author>  <title>N.</title></bibl> <bibl><biblScope>139</biblScope> <title>[ihn, das Böſe nicht weiter vorrücken laſſe]; Aber man ſteckt die B–e doch unter fremder Leute Tiſch.</title></bibl> <bibl><author>Benedir</author> <biblScope>10, 8</biblScope> <title>[iſſt bei Fremden, hat keinen eignen Herd] u. ä. m.</title></bibl> —</sense><sense n="e)">e) Abhängig von Präp.: Ans B. Etwas kriegen. <bibl><author>G.</author> <biblScope>35, 42,</biblScope> <title>einen Schlag ꝛc.; Es geht ihm an die B–e.</title></bibl> <bibl><author>Gotthelf</author>  <title>G.</title></bibl> <bibl><biblScope>25;</biblScope></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>246 =</biblScope> <title>ein Schlag trifft ihn ꝛc.; Trinkt ſich ... eine große Zeche ans B.</title></bibl> <bibl><author>Auerbach</author>  <title>Leb.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 65,</biblScope> <title>an der er zu ſchleppen hat.</title></bibl> — Etwas ans B. binden, ſtreichen, es nicht beſonders beachten, einen Verluſt verſchmerzen ꝛc. — Sich eine ... Prinzeſſin ans linke B. [komiſch ſtatt: an die linke Hand] antrauen laſſen. <bibl><author>Heine</author>  <title>Reiſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 189 ꝛc.</biblScope></bibl> — Auf den B–en ſein <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>auf ſein (im Ggſtz. von liegen), wohlauf ſein, im Gange ſein.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>20, 21;</biblScope> <title>Gut auf den B–en ſein, gut marſchieren können.</title></bibl> <bibl><biblScope>207 ꝛc.;</biblScope> <title>Auf die B–e ſpringen (von einem Liegenden).</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>140b;</biblScope> <title>Wieder auf die B–e kommen, in Gang kommen, geneſen ꝛc.; Den armen Teufel auf die B–e zu bringen, ihm aufhelfen, ihn in Gang bringen.</title></bibl> <bibl><author>Gotthelf</author>  <title>Sch.</title></bibl> <bibl><biblScope>381;</biblScope> <title>Einem auf die B–e helfen; Soldaten auf die B–e bringen, ausheben, zum Marſchieren; Sich auf die B–e machen, ſich in Bewegung ſetzen, marſchieren; Die Sache ſteht auf ſchwachen B–en (kann leicht umſchlagen, mißglücken). Der Storch ſteht auf einem B. Auf einem B. iſt nicht gut ſtehn (Aufforderung, ein zweites Glas zu trinken,</title></bibl> <bibl><author>L.</author> <biblScope>1, 511);</biblScope> <title>Er kann auf keinem B. mehr ſtehn, vor Müdigkeit, vor Trunkenheit.</title></bibl> <bibl><author>Lichtenberg</author> <biblScope>3, 74,</biblScope> <title>ſiehe auch</title></bibl> <bibl><biblScope>c.</biblScope></bibl> — Über ſeine eignen B–e ſtolpern. <bibl><author>Prutz;</author>  <title>von einem Linkiſchen.</title></bibl> — Verleumdung aber wirft die Unſchuld übers B. <bibl><author>Lohenſtein;</author>  <title>ſtürzt ſie hinterrücks, ſtellt ihr ein B.</title></bibl> — Zwiſchen die B–e nehmen, z. B.: den Schwanz, von einem Hunde ꝛc., den Weg <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>ſich auf den Weg machen; Einem den Kopf zwiſchen die B–e legen, vor die Füße legen, abhauen u. ä. m.</title></bibl></sense></sense>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">Mundartl. findet ſich auch die veralt. Form der Mz. Beiner. <bibl><author>SClara</author>  <title>Jud.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 124;</biblScope></bibl> <bibl><author>Reißner</author>  <title>Jer.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 103b; 2, 98b;</biblScope> <title>Die Beiner benagen.</title></bibl> <bibl><author>Leutner</author>  <title>Tyr. Baur.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 66,</biblScope> <title>woran ſich die gewöhnl. Form des Ew. „beinern“ ſchließt, für welche Einzelne „beinen“ brauchen.</title></bibl> — Die Fliege hat <bibl><biblScope>6</biblScope> <title>Beinichen.</title></bibl> <bibl><author>Immermann</author>  <title>M.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 271,</biblScope> <title>ſ. †chen u. vgl. Beinling.</title></bibl> — Die Herſtammung iſt unſicher, ſchwerlich v. d. <bibl><biblScope>Zνω (baino)</biblScope> <title>gehen, da die Bed.</title></bibl> <bibl><biblScope>1</biblScope> <title>die ältre iſt.</title></bibl></p>
        </note>
        <p type="compositions">
          <p type="introduction">Zſſtzg. ſ. 1b, c u. d, ferner 2c, u. vgl. beinig u. die Zſſtzg.; ferner die Zſſtzg. v. Knochen, z. B.: Áchſel- [1c]: Schulterblatt oder Arm-B., zuw. auch Schlüſſel-B. —</p>
          <entry type="sub"><comp>Ápfel-:</comp> Backen-B., das apfelrund unter dem Auge hervorragt, vielleicht auch durch Mißverſtändnis des lat. Namens os malae entſtanden. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Árm-:</comp> Armröhre vom Schulter bis zum Ellbogen, bei den Pferden der Kegel. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Bácken-:</comp> Apfel-B.: So drück’ ich dir aufs B. | hübſch friſchen, derben Kuß. FMüler 1, 287. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Bánk-:</comp> <sense n="1)">1) <bibl><biblScope>[2a].</biblScope></bibl> —</sense><sense n="2)">2) <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>Bankert, ſ. d., Anm.</title></bibl> — Bócks- <bibl><biblScope>[2a]:</biblScope> <title>aber</title></bibl> <bibl><biblScope>masc.</biblScope> <title>ſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>[1b]</biblScope> <title>auch eine Perſon mit Bocksfüßen.</title></bibl> — Boſſīēr- <bibl><biblScope>[1d].</biblScope></bibl> — <comp>Brúſt-:</comp> im vordern Theil der Bruſt ein flacher unten in den ſchwertförmigen Knochenfortſatz endender Knochen, woran die Rippen befeſtigt ſind u. in welchen oben das Schlüſſel-B. eingelenkt iſt. — <comp>Dáchs-:</comp> das Bein eines Dachſes od. Teckels; ein ähnliches krummes B., und <bibl><biblScope>masc.</biblScope> <title>ein Menſch mit ſolchen Beinen.</title></bibl> — <comp>Dárm-:</comp> der untre Theil des Hüftbeins (ſ. d.), woran der krumme Darm liegt. — <comp>Díck-:</comp></sense><sense n="1)">1) <bibl><biblScope>[2a]:</biblScope> <title>vgl. Diech.</title></bibl> — 2) <bibl><biblScope>[1b</biblScope> <title>u.</title></bibl> <bibl><biblScope>2c] n.</biblScope> <title>u.</title></bibl> <bibl><biblScope>m.:</biblScope> <title>eine Perſon mit dickem Bein.</title></bibl> — Drēī- <bibl><biblScope>[1b</biblScope> <title>u.</title></bibl> <bibl><biblScope>2c] m.</biblScope> <title>u.</title></bibl> <bibl><biblScope>n.:</biblScope> <title>was</title></bibl> <bibl><biblScope>3</biblScope> <title>Beine hat, namentl. ein Schemel: Fuhr der alte Herr ab ſeinem D. herab.</title></bibl> <bibl><author>Gotthelf</author>  <title>Sch.</title></bibl> <bibl><biblScope>273;</biblScope> <title>Er war Schuhmacher; als aber ſein Vater vom D. . . ... avancierte.</title></bibl> <bibl><author>Gutzkow</author> <biblScope>3, 89;</biblScope> <title>Schuſter-D. R.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 107;</biblScope> <title>auch</title></bibl> <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>Galgen. Bl.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 26 ꝛc.</biblScope></bibl> — Ein bekanntes Volksräthſel: Zweibein [ein Menſch] ſaß auf D. [dem Schemel], da kam Vierbein [der Hund] und nahm ihm Einbein [einen Knochen] ꝛc. — <comp>Dróſſel-:</comp> Schlüſſel-B. — Dünn- <bibl><biblScope>[2c]: m.</biblScope> <title>u.</title></bibl> <bibl><biblScope>n.:</biblScope> <title>auch ein Vogel, eine Art von Regenpfeifer, Riemen- B. u. Fuß.</title></bibl> <bibl><biblScope>Himantopus ꝛc.,</biblScope> <title>vgl. Dick-B.</title></bibl> — Dürr- <bibl><biblScope>[1c]: m.</biblScope> <title>u.</title></bibl> <bibl><biblScope>n.:</biblScope> <title>ein Menſch mit dürren Beinen, aber auch eine Art Blätterſchwamm,</title></bibl> <bibl><biblScope>Agaricus caryophyllus.</biblScope></bibl> — <comp>Eīn-:</comp> <bibl><biblScope>m.</biblScope> <title>u.</title></bibl> <bibl><biblScope>n.:</biblScope> <title>ſ. Drei-B.; eine Perſon mit nur einem Bein.</title></bibl> — <comp>Eīs-:</comp> ſ. Hüft- u. Schlüſſel-B.; das holländ. <bibl><biblScope>Isch-been</biblScope> <title>deutet auf Zuſammenhang mit dem griech.</title></bibl> <bibl><biblScope>êoν,</biblScope> <title>Hüfte.</title></bibl> — <comp>Elfen-:</comp></sense><sense n="1)">1) <bibl><biblScope>[1c]</biblScope> <title>die vielfach verarbeitete weiße und harte Subſtanz der Stoßzähne des Elephanten</title></bibl> — ſ. d. — <bibl><author>Platen</author> <biblScope>4, 319;</biblScope> <title>auch auf ähnliche harte und dichte knochenartige Körper ausgedehnt, z. B. auf die übrigen Zähne des Elephanten, die Stoßzähne des Flußpferds, Ebers, Walroſſes, den Zahn des Narwals ꝛc., z. B.: Das Walroßelfenbein wird zu künſtlichen Zähnen gebraucht.</title></bibl> <bibl><author>Karmarſch.</author>  <title>Das daraus Gearbeitete, z. B. das Plektrum: Die Cither ruht in ſeiner Linken | die Rechte hält das E.</title></bibl> <bibl><author>AWSchlegel</author> <biblScope>1,175;</biblScope> <title>bei Altern auch Helfenbein.</title></bibl> <bibl><author>Fiſchart</author> <biblScope>B.38,</biblScope></bibl> <bibl><author>L.</author> <biblScope>6,492 ꝛc.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="2)">2) das Bein einer Elfe. — Fálz- <bibl><biblScope>[1d]. ―</biblScope></bibl> Félſen-: Stein-B., das harte Schläfen-B., zumal der die Gehörwerkzeuge einſchließende Theil. — <comp>Férſen-:</comp> Mit dem Sprung-B. beginnt der Fuß in oberſter Reihe; darunter liegt nach außen und hinten das mit einem ſtarken Höcker vorragende Ferſen- oder Hacken-B. und vor ihm nach innen zu das kleinere ausgehöhlte Schiff- oder Kahn-B. Dieſe <bibl><biblScope>3</biblScope> <title>Knochen tragen zuſammen den Fuß und zwar ſo, daß ſich an die vorwärts gewendeten freien Enden vom Kahn- u. Hacken-B.</title></bibl> <bibl><biblScope>4</biblScope> <title>andere Knochen legen; an das Hacken-B. das Würfel-B. und an das Kahn-B. die</title></bibl> <bibl><biblScope>3</biblScope> <title>kleinen Keilbeine. Damit endet die ſogen. Fußwurzel.</title></bibl> <bibl><author>Burmeiſter.</author></bibl> — <comp>Féſſel-:</comp> ſ. Feſſel <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> — Fíſch- <bibl><biblScope>[1c]:</biblScope></bibl></sense><sense n="1)">1) die in Stäbe geriſſnen biegſamen Walfiſchbarten: Von F. und engem Geſchnür war keine Spur [in ihrem Anzug]. <bibl><author>Gutzkow.</author></bibl> —</sense><sense n="2)">2) Das ſogen. weiße F., das zu Zahnpulver, zum Polieren und Ausradieren benutzte, ſehr leichte, lockre und zerreibliche Bruſtbein des Tintenfiſches. — <comp>Flǖgel-:</comp> Flügelknochen; aber auch gewiſſe flügelförmige Fortſätze des Kopfkeilbeins. — <comp>Gāūmen-:</comp> zwiſchen dem obern Kinnbacken und Keilbein. — <comp>Ge-:</comp> die Geſammtheit der Knochen eines Körpers — ſ. <bibl><biblScope>†</biblScope> <title>Ge</title></bibl> — oft <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>Bein</title></bibl> <bibl><biblScope>1,</biblScope> <title>z. B.:</title></bibl> <bibl><biblScope>4.</biblScope></bibl> <bibl><author>Moſ.</author> <biblScope>24, 8; 2.</biblScope></bibl> <bibl><author>Chron.</author> <biblScope>34, 5;</biblScope></bibl> <bibl><author>Hiob</author> <biblScope>19, 20;</biblScope> <title>Ein Schädel ſtiert ein morſch G. | mich an.</title></bibl> <bibl><author>Chamiſſo;</author>  <title>Der ertrunknen Schiffer G.</title></bibl> <bibl><author>Freiligrath;</author>  <title>Doch mit G. und Glied und Kopf | blieb er ein halber Klumpen.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>4, 8; 13, 295; 342;</biblScope> <title>Der tolle [Hund] fällt ihm ins G. [beißt ihn ins Bein].</title></bibl> <bibl><author>H.</author> <biblScope>15, 324;</biblScope> <title>Mir flog es kalt durch alle G–e.</title></bibl> <bibl><author>Hölderlin;</author>  <title>Unſerm ſchlummernden G., | v. dem Tod umdüſtert.</title></bibl> <bibl><author>Hölty;</author>  <title>Ich weiß aber nicht, wohin ich meine G–e [Beine] thun ſoll.</title></bibl> <bibl><author>Jfland</author> <biblScope>5, 3, 136;</biblScope> <title>Eiskalte Angſt durchlief die zitternden G–e.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>29b; 55b; 75b;</biblScope></bibl> <bibl><author>Werner</author>  <title>Febr.</title></bibl> <bibl><biblScope>53 ꝛc.</biblScope> <title>Auch verkl.: Daß ... auch kein Gebeinchen [Knöchelchen von der Gans] übrig bleibt.</title></bibl> <bibl><author>Cieck</author>  <title>Nov.</title></bibl> <bibl><biblScope>5, 68;</biblScope> <title>Gebeinlein.</title></bibl> <bibl><author>Schubart</author> <biblScope>3, 103,</biblScope> <title>auch in Zſſtzg., z. B.: Kindes- (ſ. Bein 2c), Rieſen-</title></bibl> <bibl><author>(Jacobs</author>  <title>Phik. 11), Todten-</title></bibl> <bibl><author>(Rückert</author>  <title>Mak.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 81)</biblScope> <title>Gebeine u. ä. m.</title></bibl> — <comp>Gedä́chtnis-:</comp> <bibl><biblScope>Os occipitis,</biblScope> <title>im Hinterhaupt.</title></bibl> — Gélb- <bibl><biblScope>[2c]: m.</biblScope> <title>u.</title></bibl> <bibl><biblScope>n.:</biblScope> <title>ein Weſen mit gelben Beinen, namentl. eine Art Strandläufer, auch Schmiering, Gelbfuß, Gelbfüßel genannt.</title></bibl> — <comp>Gelénk-:</comp></sense><sense n="1)">1) bei Einigen <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>Handwurzel.</title></bibl> —</sense><sense n="2)">2) Das wie eine halbe Rolle geſtaltete G.- oder Sprung-B. <bibl><author>Burmeiſter</author>  <title>gB.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 76,</biblScope> <title>vgl.: Ferſen-B.</title></bibl> — <comp>Geſǟß-:</comp> Steiß-B. — <comp>Gewérbe-:</comp> Wirbel. — Glätt- <bibl><biblScope>[1d].</biblScope></bibl> — <comp>Glēīch-:</comp> Gelenk-B. — Grǟtſch- <bibl><biblScope>[2c]: m.</biblScope> <title>u.</title></bibl> <bibl><biblScope>n.:</biblScope> <title>der mit den Beinen grätſcht.</title></bibl> <bibl><author>Spate.</author></bibl> — Grínd- <bibl><biblScope>[2c]: m.</biblScope> <title>u.</title></bibl> <bibl><biblScope>n.:</biblScope> <title>deſſen Beine grindig ſind.</title></bibl> <bibl><author>Friſch.</author></bibl> — <comp>Grǖn-:</comp> vgl. Gelb-B., eine Art Strandläufer. — <comp>Grúnd-:</comp> ſ. Keil-B. — <comp>Hácken-:</comp> Ferſen-B. — <comp>Hāhnen-:</comp> eine Art Schwaden, <bibl><biblScope>Panicum crus galli,</biblScope> <title>ſ. Hahnenfuß.</title></bibl> — <comp>Háls-:</comp></sense><sense n="1)">1) Nacken, Halswirbel. — 2) Joch. <bibl><author>Spate.</author></bibl> — <comp>Hámme-:</comp> Schinken, ſ. Hamme. — Háſpel- <bibl><biblScope>[2c]: m.</biblScope> <title>u.</title></bibl> <bibl><biblScope>n.:</biblScope> <title>der mit den Beinen haſpelt, ſchlenkert.</title></bibl> — Hēīlig- <bibl><biblScope>[1c].</biblScope></bibl> — <comp>Hélfen-:</comp> ſ. Elfen-B. — <comp>Hérz-:</comp> Bruſt- B. — Hínke- <bibl><biblScope>[2c]: m.</biblScope> <title>u.</title></bibl> <bibl><biblScope>n.:</biblScope> <title>ein Hinkender.</title></bibl> — <comp>Hínter-:</comp> Ggſtz. der Vorderbeine (ſ. d.): Auf die H–e treten; ſich auf die H–e ſetzen, zur Wehr ſetzen, auch: ſich zurückziehn, ſein Wort zurücknehmen. — <comp>Hínterhaupt-:</comp> der größte Schädelknochen. — <comp>Hólz-:</comp></sense><sense n="1)">1) <bibl><biblScope>n.:</biblScope> <title>ein hölzernes Bein.</title></bibl> — 2) <bibl><biblScope>[2c] m.</biblScope> <title>u.</title></bibl> <bibl><biblScope>n.:</biblScope> <title>ein Menſch mit einem ſolchen, Stelzfuß ꝛc.</title></bibl> — <comp>Hūf-:</comp></sense><sense n="1)">1) ein mit dem Kronbein zuſammenhängender vom Huf umſchloſſner Knochen des Pferdefußes. — 2) Hüft-B. <bibl><author>Spate.</author></bibl> — <comp>Hüft-:</comp> das ungenannte B., Eis-B., Hüftblatt, Hüftknochen, zu beiden Seiten des heiligen Beins, beſtehnd aus dem Steißbein, Darmbein und Schambein, von denen die beiden erſtern auch im engern Sinne Hüftbeine heißen. — Hüpfe- <bibl><biblScope>[2c]: m.</biblScope> <title>u.</title></bibl> <bibl><biblScope>n.:</biblScope> <title>ein Hüpfender.</title></bibl> <bibl><author>Spate.</author></bibl> — <comp>Joch-:</comp> Wangen-, Backen-B. — <comp>Kāhn-:</comp> ſ. Ferſen-B. — <comp>Kanōnen-:</comp> Einen bei den Wiederkäuern in der Jugend zweitheiligen Mittelfußknochen, das ſogen. K. <bibl><author>Burmeiſter</author>  <title>gB.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 98.</biblScope></bibl> — Kárſch-, Knóspel-: veralt. Knorpel. <bibl><author>Spate.</author></bibl> — <comp>Kēīl-:</comp> ſ. Ferſen-B.; auch das ſogen. Kopfkeilbein oder Grundbein der Hirnſchale in der Vorderhälfte des Grunds der Hirnſchale. — <comp>Kīēfer-:</comp> <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>Kiefer, Kinnbacke.</title></bibl> — Kíndes- <bibl><biblScope>[2c].</biblScope></bibl> — Klápper- <bibl><biblScope>[1c]: m.</biblScope> <title>u.</title></bibl> <bibl><biblScope>n.:</biblScope> <title>Einer, der mit den Beinen klappert, klapperdürr iſt, der Tod.</title></bibl> — <comp>Kníck(er)-:</comp></sense><sense n="1)">1) <bibl><biblScope>[2c]: m.</biblScope> <title>u.</title></bibl> <bibl><biblScope>n.:</biblScope> <title>Einer, deſſen Beine knicken, der die Kniee nicht ſteif halten kann.</title></bibl> —</sense><sense n="2)">2) <bibl><biblScope>n.: =</biblScope> <title>Kratzfuß.</title></bibl> <bibl><author>V.</author>  <title>Sh.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 500.</biblScope></bibl> — <comp>Krēūz-:</comp> zwiſchen den Lendenwirbeln u. dem Steißbein liegend, mit dem Becken verwachſen. — <comp>Krōn-:</comp> ſ. Huf-B. — <comp>Krópf-:</comp> Kehlkopf. — Krüppel-, Krȫpel-:</sense><sense n="1)">1) verkrüppeltes Bein: Daß die Kröpelbeine der Möbel ſchier knackten. <bibl><author>Willkomm</author>  <title>Sag.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 238.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="2)">2) <bibl><biblScope>[2c] m.</biblScope> <title>u.</title></bibl> <bibl><biblScope>n.:</biblScope> <title>ein Menſch mit ſolchen Krüppelbeinen.</title></bibl> — Krúmm- <bibl><biblScope>[1c]: m.</biblScope> <title>u.</title></bibl> <bibl><biblScope>n.:</biblScope> <title>Menſch mit krummen Beinen, z. B.:</title></bibl> <bibl><author>Rückert</author>  <title>Morg.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 182.</biblScope></bibl> — Kúrz- <bibl><biblScope>[2c]: m.</biblScope> <title>u.</title></bibl> <bibl><biblScope>n.:</biblScope> <title>Menſch mit kurzen oder zu kurzen Beinen; auch ein viperähnliches Thier,</title></bibl> <bibl><biblScope>Seps.</biblScope></bibl> — Lāhm- <bibl><biblScope>[2c]: m.</biblScope> <title>u.</title></bibl> <bibl><biblScope>n.:</biblScope> <title>Menſch mit lahmen Beinen.</title></bibl> — Láng- <bibl><biblScope>[2c]: m.</biblScope> <title>u.</title></bibl> <bibl><biblScope>n.:</biblScope> <title>Menſch mit langen Beinen; auch der Storch, Haſe, z. B.:</title></bibl> <bibl><author>Gotthelf</author> <biblScope>6, 113 ꝛc.</biblScope></bibl> — Látſch- <bibl><biblScope>[2c]: m.</biblScope> <title>u.</title></bibl> <bibl><biblScope>n.:</biblScope> <title>Menſch mit latſchigem Gang.</title></bibl> — <comp>Mǟgde-:</comp> an Schöps-, Kalbs- Keulen ꝛc. der ſehnige Theil, den gewöhnl. die Dienſtboten erhalten, auch Flegelkappe, ſ. Häkſe. — Mēīſen- <bibl><biblScope>[1d]:</biblScope> <title>beinerne Lockpfeife zum Meiſenfang: Wer Meiſen fahen will, muß ein M. pfeifen.</title></bibl> <bibl><author>Luther</author> <biblScope>8,240b.</biblScope></bibl> — <comp>Mücken-:</comp> das Bein einer Mücke, ein ihm ähnliches; <bibl><biblScope>[2c]</biblScope> <title>als</title></bibl> <bibl><biblScope>n.</biblScope> <title>oder</title></bibl> <bibl><biblScope>m.</biblScope> <title>auch eine Perſon mit ſolchen Beinen; ferner der ſogen. Halbrechthafer, Rauch- oder Purrhafer.</title></bibl> — <comp>Nāgel-:</comp> Thränen-B. — <comp>Nāſ(en)-:</comp> Naſenknochen. — <comp>Nêben-:</comp> Ober-, Überbein. — <comp>Núß-:</comp> Kahn-B. — <comp>Ober-:</comp> Über-B. — Öhne- <bibl><biblScope>[2c]: m.</biblScope> <title>u.</title></bibl> <bibl><biblScope>n.:</biblScope> <title>der keine Beine hat.</title></bibl> — <comp>Papīēr-:</comp> ein die Seitentheile des Siebbeins ſchließender Knochen, dünn wie Papier. — <comp>Pāūken-:</comp> in der Trommelhöhle, ſ. Pauke. — <comp>Pélz-:</comp> Belz-B. <bibl><biblScope>[1d]:</biblScope> <title>ein beim Pelzen benutztes beinernes Werkzeug der Gärtner.</title></bibl> — <comp>Pflūgſchar-:</comp> Knochen des obern Kinnbackens, in der Mitte der Naſenhöhle, dieſe in <bibl><biblScope>2</biblScope> <title>Theile theilend.</title></bibl> — <comp>Quadrāt-:</comp> ſ. Zitzen-B. — <comp>Réck-:</comp> Streck-B. — <comp>Rēh-:</comp> Bedienter .. mit ſogen. R–en, d. h. rehfarbnen Kamaſchen unter ſchwarzmancheſternen Kniehoſen. <bibl><author>D</author></bibl> <bibl><author>Muſeum</author> <biblScope>1, 2, 641.</biblScope></bibl> — <comp>Rīēch-:</comp> Sieb-B. — <comp>Rīēmen-:</comp> ſ. Dünn-B. — <comp>Rōth-:</comp> das Rothbeinlein, <bibl><biblScope>Tringa gambetta,</biblScope> <title>eine Art Strandläufer.</title></bibl> — <comp>Rücken-:</comp> Auch durch des Rückenbeins Mark. <bibl><author>Luther</author> <biblScope>8, 14a.</biblScope></bibl> — <comp>Rúſt-:</comp> veralt. Fußſohle. <bibl><author>Spate.</author></bibl> — <comp>Sǟbel-:</comp></sense><sense n="1)">1) ein ſäbelförmig gebognes Bein. — 2) <bibl><biblScope>[2c] m.</biblScope> <title>u.</title></bibl> <bibl><biblScope>n.:</biblScope> <title>Jemand mit ſolchem Bein.</title></bibl> — <comp>Schām-:</comp> ſ. Hüft-B. — <comp>Schátten-:</comp> Wie mit langen Sch–en <bibl><biblScope>..</biblScope> <title>geſchritten.</title></bibl> <bibl><author>Heine</author>  <title>Rom.</title></bibl> <bibl><biblScope>211.</biblScope></bibl> — <comp>Schāūfel-:</comp> mit ſchaufelförmiger Höhlung, ſo bei den Bienen das dritte Paar Beine wegen der Höhlung für das Blumenmehl darin; auch ein verſteinertes Hüftbein. — <comp>Schēītel-:</comp> an beiden Seiten des Schädels den Scheitel bildend. — <comp>Schélm(en)-:</comp> Ein Sch. im Rücken haben, ſprichw. <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>faul, träge ſein, ſich nicht bücken mögen; ſcherzh. auch die beinernen Würfel.</title></bibl> <bibl><author>Spate.</author></bibl> — Schêmel- <bibl><biblScope>[2a].</biblScope></bibl> — <comp>Schénkel-:</comp> Im Oberſchenkel hat der Menſch nur einen einzigen Knochen, das Sch. <bibl><author>Burmeiſter</author>  <title>gB.</title></bibl> <bibl><biblScope>175;</biblScope> <title>Ihr Bein wird auch darin wiederkäuerartig, daß der Unterſchenkelknochen viel länger iſt als das Oberſchenkelbein.</title></bibl> <bibl><biblScope>230.</biblScope></bibl> — <comp>Schêren-:</comp> <bibl><biblScope>[2c] m.</biblScope> <title>u.</title></bibl> <bibl><biblScope>n.:</biblScope> <title>Mit dem Spitznamen Meiſter Sch., den ſie ihm wegen ſeiner kreuzweis gewachſenen Unterthanen anhängten.</title></bibl> <bibl><author>Kinkel</author>  <title>Erz.</title></bibl> <bibl><biblScope>80.</biblScope></bibl> — <comp>Schīēn-:</comp> Das Sch., der eine ſtärkere Knochen des Unterſchenkels, mit welchem ſeitwärts nach außen das dünnere, ſchwächere Wadenbein, als zweiter Knochen des Unterſchenkels verbunden iſt. Sch. und Schenkelbein bilden alſo miteinander das Kniegelenk. <bibl><author>Burmeiſter;</author>  <title>Viel näher das Knie wie das Sch.</title></bibl> <bibl><author>V.</author>  <title>Th.</title></bibl> <bibl><biblScope>16, 18</biblScope> <title>[das Hemde näher als der Rock].</title></bibl> — <comp>Schíff-:</comp> Kahn-B. — Schlāf-, Schlǟfen-: zu beiden Seiten des Schädels, die Schläfen bildend, ſ. Felſen-B. — <comp>Schlǟgel-:</comp> veralt. Knorren, Enkel. — Schlénker-, Schlótter-:</sense><sense n="1)">1) <bibl><biblScope>n.:</biblScope> <title>ein ſchlenkerndes, ſchlotterndes Bein.</title></bibl> — 2) <bibl><biblScope>[2c] m.</biblScope> <title>u.</title></bibl> <bibl><biblScope>n.:</biblScope> <title>ein Menſch mit ſolchen Beinen.</title></bibl> — Schlóß-, Schlúß-: das Hüftbein, zumal beim weiblichen Geſchlecht, wo es ſich bei einer Geburt auseinander giebt und wieder ſchließt; die Theile heißen auch Eisbeine. — <comp>Schlüſſel-:</comp> ſ. Bruſt-B. und Droſſel-B. — <comp>Schwánz-:</comp> die Beine des verlängerten Rückgrads bei den geſchwänzten Vierfüßern, zuw. auch <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>Steißbein.</title></bibl> — <comp>Sīēb-:</comp> der Schädelknochen zw. Stirn- und Keilbein, aus vielen dünnen feinlöchrigen Knochenplatten zuſammengeſetzt. — Spíndel- <bibl><biblScope>[2c]: m.</biblScope> <title>u.</title></bibl> <bibl><biblScope>n.:</biblScope> <title>eine Perſon mit dünnen, ſpitzen Beinen.</title></bibl> — <comp>Spínnen-:</comp></sense><sense n="1)">1) So könnte man die Handſchrift ... „Spinnenbeine“ benamſen, ſie ähnelt nämlich den hagerdünnen und ſchattenartig langen Beinen der ſogen. Schneiderſpinne. <bibl><author>Heine</author>  <title>Lut.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 7.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="2)">2) <bibl><biblScope>[2c] m.</biblScope> <title>u.</title></bibl> <bibl><biblScope>n.:</biblScope> <title>ein Menſch mit ſolchen Beinen.</title></bibl> — <comp>Sprúng-:</comp> Gelenk-B. — <comp>Stēīn-:</comp> Felſen-B. — <comp>Stēīß-:</comp> aus vier verwachſenen Wirbeln beſtehnd, ans Kreuzbein ſich anſchließend. — Stélz- <bibl><biblScope>[2c]: m.</biblScope> <title>u.</title></bibl> <bibl><biblScope>n.:</biblScope> <title>Holzbein, Stelzfuß, auch Einer mit langen ſtelzenähnlichen Beinen.</title></bibl> — <comp>Stírn-:</comp> der die Stirn und obre Decke der Augenhöhlen bildende Knochen. — <comp>Stréck(e)-:</comp></sense><sense n="1)">1) Jener Storch .. mit dem langen St. <bibl><author>Heine.</author></bibl> — 2) <bibl><biblScope>[2c] m.</biblScope> <title>u.</title></bibl> <bibl><biblScope>n.:</biblScope> <title>eine Perſon mit langem Bein ſowohl, als auch (imperativiſch) der die Beine der Menſchen hinſtreckende Tod: Er wehre von euch ab den langen Streckebein.</title></bibl> <bibl><author>Laurenberg.</author></bibl> — Stūhl- <bibl><biblScope>[2a].</biblScope></bibl> — <comp>Tāūſend-:</comp> <bibl><biblScope>m.</biblScope> <title>u.</title></bibl> <bibl><biblScope>n.:</biblScope> <title>ein Weſen mit tauſend oder eigentlicher mit vielen Beinen, wie der Vielfuß,</title></bibl> <bibl><biblScope>Scolopendron</biblScope> <title>(ſ. Kellereſel);</title></bibl> <bibl><biblScope>Julus;</biblScope> <title>eine Art Flügelſchnecken,</title></bibl> <bibl><biblScope>Strombus millipeda;</biblScope> <title>und auf den Schiffen der Bugſprietwuhlingsbock, ein aus</title></bibl> <bibl><biblScope>8—10</biblScope> <title>Scheiben zuſammengeſetzter Block, von ähnlicher Geſtalt wie der Kellerwurm; geſpickte Platting ähnlich den geſpickten Matten.</title></bibl> — <comp>Thrǟnen-:</comp> zwei hinter den Stirnfortſätzen des Oberkiefers liegende ſehr dünne Beine. — Tíſch- <bibl><biblScope>[2a].</biblScope></bibl> — Tōdten- <bibl><biblScope>[1b]:</biblScope> <title>Statt der lebendigen Natur ... umgiebt</title></bibl> <bibl><biblScope>...</biblScope> <title>dich Thiergeripp u. T.</title></bibl> <bibl><author>G.,</author>  <title>u. o. auch: Als wenn alle Todtenköpfe und Todtengebeine darin lebendig werden wollten.</title></bibl> <bibl><author>Hebel</author> <biblScope>3, 2.</biblScope></bibl> — <comp>Über-:</comp> krankhafte Erhöhung, verhärteter Ausbruch an Sehnen oder Knochen von Händen und Füßen, Wehne, Beingewächs, Knirzel ꝛc., vgl. Spath. — Vīēr- <bibl><biblScope>[2c]: m.</biblScope> <title>u.</title></bibl> <bibl><biblScope>n.:</biblScope> <title>ſ. Drei-B.: Der arme zappelnde V. [Froſch].</title></bibl> <bibl><author>Kohl</author>  <title>Südr.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 176;</biblScope> <title>Mancher V. zum hinkenden Dreifuße verkrüppelt.</title></bibl> <bibl><biblScope>196.</biblScope></bibl> — <comp>Vórder-:</comp> ſ. Hinter-B., z. B.: eines Stuhls, eines Pferds ꝛc. — Wáckel- <bibl><biblScope>[2c]: m.</biblScope> <title>u.</title></bibl> <bibl><biblScope>n.:</biblScope> <title>Knicker-B.</title></bibl> <bibl><author>Kinkel</author>  <title>Erz.</title></bibl> <bibl><biblScope>80.</biblScope></bibl> — <comp>Wāden-:</comp> ſ. Schien-B. — <comp>Wángen-:</comp> Backen- B. — <comp>Wēīch-:</comp> Darm-B. — <comp>Wélk-:</comp> Keil-B. <bibl><author>Spate.</author></bibl> — <comp>Wírbel-:</comp> In und über einander nach verſchiedenen Richtungen bewegliche Knochen, z. B.: die das Rückgrat bildenden. — <comp>Würfel-:</comp> ſ. Felſen-B., zuw. auch <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>Würfel, vgl.:</title></bibl> <bibl><biblScope>[1d].</biblScope></bibl> — Záppel- <bibl><biblScope>[1c]: m.</biblScope> <title>u.</title></bibl> <bibl><biblScope>n.:</biblScope> <title>ein zappelndes Bein; eine Perſon mit ſolchen Beinen: Zappelbeinleutchen [Gehängte].</title></bibl> <bibl><author>Heine</author>  <title>Lied.</title></bibl> <bibl><biblScope>21.</biblScope></bibl> — <comp>Zārt-:</comp> veralt.: Knorpel. <bibl><author>Spate.</author></bibl> — Zīēgen- <bibl><biblScope>[2c]:</biblScope> <title>auch</title></bibl> <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>Kornblume.</title></bibl> — <comp>Zítzen-:</comp> Jede Hälfte [des Unterkiefers der Schlangen] iſt ... 3fach gegliedert und in den eigentlichen Kiefer, ein vermittelndes Quadratbein und das Z. zerfällt. <bibl><author>Linck.</author></bibl> — <comp>Zúngen-:</comp> aus <bibl><biblScope>5</biblScope> <title>Stücken beſtehnd, am mittlern Theil des Halſes liegend.</title></bibl> — Zwēī- <bibl><biblScope>[2c]: m.</biblScope> <title>u.</title></bibl> <bibl><biblScope>n.:</biblScope> <title>ſ. Dreibein: Sie unterſcheiden wenig ... | das Z. von dem Vierbein, die Vernunft | vom Sinneninſtinkt.</title></bibl> <bibl><author>Baggeſen</author> <biblScope>3, 27;</biblScope> <title>Daß er uns vernünftige Zweibeine längſt ſatt hat und ſich mit den unvernünftigen Thieren unterhält.</title></bibl> <bibl><author>Gutzkow</author>  <title>R.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 22</biblScope> <title>u. a. m.</title></bibl></sense></entry>
        </p>
      </entry>
    </body>
  </text>
</TEI>
