<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<?xml-model href="http://www.tei-c.org/release/xml/tei/custom/schema/relaxng/tei_all.rng" type="application/xml" schematypens="http://relaxng.org/ns/structure/1.0"?>
<?xml-model href="http://www.tei-c.org/release/xml/tei/custom/schema/relaxng/tei_all.rng" type="application/xml" schematypens="http://purl.oclc.org/dsdl/schematron"?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">  <teiHeader>
    <fileDesc>
      <titleStmt>
        <title>Artikel „Bauer“</title>
        <author ref="https://viaf.org/viaf/61594915/">
          <persName>
            <surname>Sanders</surname>
            <forename>Daniel</forename>
          </persName>
        </author>
        <editor>
          <persName>
            <surname>Göttel</surname>
            <forename>Sebastian</forename>
          </persName>
        </editor>
        <editor>
          <persName>
            <surname>Wiegand</surname>
            <forename>Frank</forename>
          </persName>
        </editor>
      </titleStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>
          <email>edition-sanders@bbaw.de</email>
          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
          <orgName role="hostingInstitution" xml:lang="en">Berlin-Brandenburg Academy of Sciences and Humanities (BBAW)</orgName>
          <orgName role="hostingInstitution" xml:lang="de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW)</orgName>
          <address>
             <addrLine>Jägerstr. 22/23, 10117 Berlin</addrLine>
             <country>Germany</country>
          </address>
        </publisher>
        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
        <availability>
          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/">
            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
          </licence>
        </availability>
      </publicationStmt>
      <sourceDesc>
        <bibl>Daniel Sanders: „Bauer“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
  </teiHeader>

  <facsimile>
    <surface ulx="14" uly="1849" lrx="1016" lry="4024">
      <graphic url="DE-20__Sanders_Band-1__0104__0096__1"/>
    </surface>
    <surface ulx="13" uly="283" lrx="1027" lry="4028">
      <graphic url="DE-20__Sanders_Band-1__0104__0096__2"/>
    </surface>
    <surface ulx="24" uly="254" lrx="1028" lry="3971">
      <graphic url="DE-20__Sanders_Band-1__0105__0097__0"/>
    </surface>
    <surface ulx="20" uly="258" lrx="1021" lry="491">
      <graphic url="DE-20__Sanders_Band-1__0105__0097__1"/>
    </surface>
  </facsimile>
  <text>
    <body>
      <entry type="main" xml:lang="de">
        <lbl>III.</lbl>
        <form type="lemma">
          <orth expand="Bauer" orig="Bāūer">Bāūer</orth>
          <pc>,</pc>
          <gramGrp><pos norm="noun">m.,</pos><gen norm="masculine"/> –n (–s); –n; Bäuerchen, lein; –s, –n-:</gramGrp>
        </form>
        <sense>Einer, der baut, aber in dem beſtimmten Sinne des Landbauers, mit dem <bibl><biblScope>fem.</biblScope> <title>Bäuerin (ſ. Anm. und</title></bibl> <bibl><biblScope>II.</biblScope> <title>Bauer, Anm., vgl. Bauersfrau).</title></bibl> —</sense>
        <sense n="1)">1) in der weiteſten Bed. jeder Landbewohner im Ggſtz. des Stadtbewohners, Bürgers, ſo daß darunter einerſeits ſowohl die Landedelleute (ſammtne Bauern in Schwaben, vgl. Bauernadel), als auch andrerſeits die ländlichen Tagelöhner, die Einlieger, Häusler ꝛc. mit umfaſſt werden (ſ. 3); ſo namentl. auch die, Landesprodukte zum Verkauf in die Stadt führenden Landleute (ſ. Holz-, Kohlen-, Waſſer-B. ꝛc.): Bürger und B. ſcheidet Nichts als die [die Stadt einſchließende] Mauer. Sprchw. — Alle ſprechen von B–n, als der unterſten Klaſſe der Menſchen, vermiſchen unter dieſem Namen Alles, was einen ſchatzbaren Acker bauet, unterſcheiden weder Freie noch Leibeigene und wenn ſie ja recht genau gehen wollen, ſo ſetzen ſie Vollerbe, Halberbe und Kötter von einander, ohne zu unterſuchen, ob Einer ſein eigen Erbgut oder einen fremden Acker baue, oder unter welchen Bedingungen er einen Hof bewohne. Und dann iſt es bei ihnen keinem Zweifel unterworfen, daß nicht der Bürger den Rang vor dem beſten — — (leider hat unſre verräthriſche Sprache kein Wort mehr, den <bibl><biblScope>ruricolam</biblScope> <title>von</title></bibl> <bibl><biblScope>colono</biblScope> <title>zu unterſcheiden) den Vorzug habe ꝛc.</title></bibl> <bibl><author>Möſer</author>  <title>Ph.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 154.</biblScope></bibl> — Alle Klaſſen der Perſonen, welche weder ritterbürtig noch durch die Stadtrechte in ein anderes beſtimmtes Verhältnis zu dem Landesherrn geſetzt waren, ſtanden ſich .. in ſo manchen Verhältniſſen gleich, daß ſie .. als ein Stand betrachtet wurden, den man ſeit dem <bibl><biblScope>13.</biblScope> <title>Jahrh. unter dem Namen des Bauerſtandes bezeichnete.</title></bibl> <bibl><author>Eichhorn</author>  <title>Deutſch. Privatr.</title></bibl> <bibl><biblScope>157.</biblScope></bibl> — Ein Trupp, der aufgeſtandnen B–n. — — „Ja, der Landleute, denen der Geduldsfaden riß.“ <bibl><author>G.</author> <biblScope>34, 114 ff.;</biblScope></bibl> <bibl><author>Kretzſchmer</author>  <title>Volksl.</title></bibl> <bibl><biblScope>540—544;</biblScope> <title>B. hat hier [in der Schweiz, ſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>2]</biblScope> <title>mehr die Bed. von Landbewohner, während wir uns dabei gleich einen der Nachkommen der ehemaligen Leibeigenen vorſtellen.</title></bibl> <bibl><author>Kohl</author>  <title>A.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 149;</biblScope> <title>vgl.: Wenn nach Dem was ich eben ſagte, Dorf hier ſoviel als</title></bibl> <bibl><biblScope>urbs</biblScope> <title>oder</title></bibl> <bibl><biblScope>civitas</biblScope> <title>bedeutet, ſo heißt „B.“ dann ſoviel als Bürger.</title></bibl> <bibl><biblScope>343</biblScope> <title>u. ä. m. (ſ.</title></bibl> <bibl><author>Benecke).</author></bibl> —</sense>
        <sense n="2)">2) in engrer Bed. ein dem Bauernſtande (ſ. 1) angehöriger Beſitzer eines Bauernguts (ſ. d.): B., Landeigenthümer, Einer, der ein eigenes Landgut, Hof u. ſ. w. beſitzt, im Ggſtz. eines Tagwers, Tauners. <bibl><author>Stalder;</author>  <title>Unter den Landleuten ſelbſt wird in der Regel nur der Beſitzer eines ganzen, halben oder viertel Hofs, nicht aber der eines geringern Anweſens ein Baur genannt. Von minder Begüterten, Dienſtboten, Taglöhnern ꝛc. wird daher das einfache Baur und Bäurin gegen die Beſitzer eines ſolchen Gutes als eine Art Ehrenbenennung, ohngefähr wie Meiſter, Meiſterin gebraucht.</title></bibl> <bibl><author>Schmeller;</author>  <title>Das Sprichwort: „Es giebt keine Scheere, die ſchärfer ſchiert, | als wenn der Bettler zum B–n wird.</title></bibl> <bibl><author>Gotthelf</author>  <title>U.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 356</biblScope> <title>u. ä. m.</title></bibl> —</sense>
        <sense n="3)">3) Der B. gilt einerſeits als treu, bieder und zuverläſſig (Falſchen Städtern ... und treuen B–n. <bibl><author>Hagedorn</author> <biblScope>1,32;</biblScope> <title>Halten Sie wie ein B., was Sie wie ein Edelmann verſprochen haben.</title></bibl> <bibl><author>Merck’s</author>  <title>Br.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 74),</biblScope></bibl> — andrerſeits als grob, ungeſchliffen, roh und niedrig: Elf Ochſen u. ein B. ſind <bibl><biblScope>13</biblScope> <title>Stück Rindvieh.</title></bibl> <bibl><author>Auerbach</author> <biblScope>D.4,103;</biblScope> <title>Grob wie Bauernvolk.</title></bibl> <bibl><author>Gutzkow;</author>  <title>Wenn Jemand .. den Hut allein auf dem Kopf behält ...: ſeid Ihr der König oder der B.?</title></bibl> <bibl><author>Hebel;</author>  <title>Setzt den Bauern auf den Edelmann, vom Pferd zum Eſel.</title></bibl> <bibl><author>Fiſchart;</author>  <title>Es hat manchmal auch ein Baur ein gut Wort geredt.</title></bibl> <bibl><author>Zinkgräf</author>  <title>u. ä. m.</title></bibl> — Daher als Beſtimmungswort zuweilen das Schlechtre, Unechte (ſ. auch Bauernſchwager). —</sense>
        <sense n="4)">4) <sense n="a)">a) ein plumpes Reitpferd. —</sense><sense n="b)">b) Bube, im Kartenſpiel: B–n, beſten B–n ſpielen, wobei der Pikbube als höchſte Karte gilt; Baurund Bäurin ſpielen (nach <bibl><author>Schmeller)</author>  <title>eine Art Glückſpiel.</title></bibl> —</sense><sense n="c)">c) beim Schachſpiel die beim Beginn in erſter Reihe ſtehnden acht Steine (veralt. auch Elephant, Fant, Knabe): Matt iſt er durch den B. <bibl><author>Alxinger</author>  <title>D.</title></bibl> <bibl><biblScope>352;</biblScope> <title>Sie ſpielten Schach -.., warf der Biſchof einen Bauern herunter.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>9, 42.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="d)">d) Schiff.: ein Knie- oder Krummholz, das einen ſpitzen Winkel macht; — die unterſte Wrange oder Worpe des Schiffsſpiegels. <bibl><author>Bobrick.</author></bibl> —</sense><sense n="e)">e) eine Art Kegelſchnecke, <bibl><biblScope>Conus cinereus.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="f)">f) Name der unter dem Namen „Argusfalter“ bekannten, eine Unterabtheilung der „Plebejer“ bildenden Schmetterlinge; ferner mehrerer andrer Jnſekten, in der lat. Kunſtſpr. mit dem Beinamen <bibl><biblScope>rusticus,</biblScope> <title>z. B.</title></bibl> <bibl><biblScope>Cerambyx rust., Locusta rust., Nepa rust., Sphinx rust.</biblScope> <title>u. ä. m.</title></bibl></sense></sense>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">Veralt. Bed.: Einwohner wie in Nachbaur (ſ. d. und Nachbar), Bauerſprache ꝛc. — In Ez. ſchwache u. ſtarke Formen neben einander. Zahlreiche Belege für die verſchiedenen Formen zuſammengeſtellt von <bibl><author>Gortzitza</author>  <title>bei</title></bibl> <bibl><author>Herrig</author> <biblScope>16, 410 ff.,</biblScope> <title>namentlich Genit.:</title></bibl> des Bauern, Bauren, Bauers; Dat. und Accuſ.: Dem, den Bauern, Bauren, Bauer. Mz.: Bauern und Bauren, z. B.: dieſe Form <bibl><author>(Lichtwer</author> <biblScope>86),</biblScope> <title>wo</title></bibl> <bibl><author>Ramler</author>  <title>Lichtw.</title></bibl> <bibl><biblScope>78</biblScope> <title>jene hat ꝛc. Sehr ſelten die Mz. Bauer (ſ. II.), wofür</title></bibl> <bibl><author>Gortzitza</author>  <title>als Beleg</title></bibl> <bibl><author>LSchefer</author>  <title>Gräf. Uhlfeld (1834)</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 27</biblScope> <title>anführt.</title></bibl> — Als Bſtw. (ſ. auch Bäuerin), am gewöhnl. Bauern- (vgl. Baurenſchwarm <bibl><author>Stilling</author> <biblScope>1, 51 ꝛc.),</biblScope> <title>daneben aber auch</title></bibl> Bauer-, welches Letztere mehr den Vergleich mit einem Bauern (ſo grob, plump, niedrig ꝛc.) ausdrückt. Danach wäre z. B. Bauernlümmel ein Lümmel von einem Bauern, während Bauerlümmel auch einen Städter bezeichnet, der grob wie ein Bauer iſt; Bauernhaus, das Haus eines Bauern, Bauerhaus, auch ein einfach gebautes, ſchlechtes Haus eines Städters: Es herrſcht hier auf dem Lande mehr Wohlhabenheit als in den Städten; die Bauernhäuſer ſind alle groß und ſchön wie Herrenhäuſer, während in den Städten die Wohnungen der meiſten Bürger wahre Bauerhäuſer ſind ꝛc. Doch finden ſich viele Ungenauigkeiten z. B.: des freien Bauerſtandes. <bibl><author>Stahr</author>  <title>Jt.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 344 ꝛc.</biblScope> <title>Die Form</title></bibl> Bauers- bezeichnet, obgleich auch das Verhältnis des Genit., mehr das der Appoſition: Starb Grolms ein Bauersmann [ein Mann, der ein Bauer war]. <bibl><author>Lichtwer</author> <biblScope>86;</biblScope></bibl> Bauers- Leute. <bibl><author>G.</author> <biblScope>25, 111;</biblScope> <title>-Frau.</title></bibl> <bibl><biblScope>27, 189;</biblScope> <title>-Volk.</title></bibl> <bibl><author>Opitz</author> <biblScope>2, 262,</biblScope> <title>vgl.:</title></bibl> Bauersfrauen und Bauernmädchen. <bibl><author>Kinkel</author>  <title>E.</title></bibl> <bibl><biblScope>386;</biblScope></bibl> Bauersſohn. <bibl><author>Rabener</author> <biblScope>1, 133;</biblScope></bibl> Bauernſohn. <bibl><author>Hagedorn</author> <biblScope>1, 65:</biblScope></bibl> Baurenſohn. <bibl><author>Gotthelf</author>  <title>U.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 278;</biblScope></bibl> Baurenleute. <bibl><biblScope>207;</biblScope></bibl> Bauernvolk. <bibl><author>Hagedorn</author> <biblScope>3, 11</biblScope> <title>u. o.</title></bibl> — Veralt.: Gebauer, dazu: Gebauersvolk. <bibl><author>Stumpf</author> <biblScope>311a; 312b;</biblScope> <title>Gepauersmann.</title></bibl> <bibl><biblScope>526b ꝛc.</biblScope></bibl> — Verkl. ſelten ohne Uml. Baurlein. <bibl><author>Zinkgräf</author> <biblScope>1, 268.</biblScope></bibl></p>
        </note>
        <p type="compositions">
          <p type="introduction">Zſſtzg. ſ. die von II., namentlich in der Schweiz vielfach mit den Namen der Höfe, z. B. der Boden-B. [auf dem ſogen. Bodenhof]. Gotthelf U. 2, 340 ꝛc., ferner z. B.: Ácker-: Die Klaſſe der Ackerbauern. Kohl Engl. 2, 22; gewöhnlich in der Mz. uv. ſ. II. —</p>
          <entry type="sub"><comp>Ämts-:</comp> im Amtsgebiet wohnender. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Aūszugs-:</comp> = Altentheiler. Waldau Nat. 3, 195. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Bēī-:</comp> der nicht volles Recht wie die übrigen Bauern hat. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Bérg-:</comp> in der Schweiz, Ggſtz. der auf flachem, ebnen Land wohnenden Landbauern. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Béſte-:</comp> der reichſte im Dorf. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Bránd-:</comp> die den Bernſtein an den preußiſchen Küſten fiſchen. SElara EfA. 2, 5. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Dríttel-:</comp> ſ. Dritteler. — Erbpacht-. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Féſte-:</comp> in Schleswig Lehen-B. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Frácht-:</comp> ländlicher Frachtfuhrmann. Kerner Bild. 224, vgl. Kohlen-B. —</entry>
          <entry type="sub"><comp>Frēī-:</comp> <sense n="1)">1) der Beſitzer eines Freiguts (ſ. d.) im Ggſtz. von Frohnbauer. <bibl><author>Gutzkow</author>  <title>R.</title></bibl> <bibl><biblScope>5, 110;</biblScope></bibl> <bibl><author>V.</author> <biblScope>2, 189.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="2)">2) früher auch Bauer in einem freien Reichsdorf. — <comp>Frēībank-:</comp> ſ. Freibank. <bibl><author>Immermann</author>  <title>M.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 414.</biblScope></bibl> — <comp>Frōhn-:</comp> der Frohndienſte leiſten muß. — <comp>Gánz-:</comp> ſ. Voll-B. — <comp>Ge-:</comp> ſ. Anm. — <comp>Gēēſt-:</comp> auf dem Geeſtland wohnend, im Ggſtz. des Marſchbauern. — <comp>Gehöft-:</comp> ſ. Hof-B. <bibl><author>Gutzkow</author>  <title>R.</title></bibl> <bibl><biblScope>8, 3.</biblScope></bibl> — <comp>Getrēīde-:</comp> ſ. B. <bibl><biblScope>II.</biblScope> <title>Im Innviertel, wo die Getreidebauern wohnen.</title></bibl> <bibl><author>Meißner</author>  <title>Stein</title></bibl> <bibl><biblScope>173,</biblScope> <title>Bauern, die ſehr viel Getreide bauen.</title></bibl> — <comp>Grōß-:</comp> der zur Bewirthſchaftung ſeines Landes Pferde hält, Pferde-B., ſ. Pferdner, Anſpänner ꝛc. Der G. iſt der Graf des Dorfes, wie der Erbſcholzeſein Fürſt. <bibl><author>Waldau</author>  <title>Nat.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 145.</biblScope></bibl> — <comp>Gült-:</comp> ſ. Zins-B. — <comp>Hálb-:</comp></sense><sense n="1)">1) der nur eine halbe Hufe beſitzt, im Gegenſatz des Vollbauern, <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>Halbſpänner, -Meier, -Hübner.</title></bibl> —</sense><sense n="2)">2) in einigen Gegenden auch ein Pächter, der ein Grundſtück in Halbpacht hat, d. h. dem Eigenthümer ſtatt der Pacht die Hälfte des Ertrags zahlt. — <comp>Hōf-:</comp></sense><sense n="1)">1) der Beſitzer eines Bauerhofs: War er nicht der künftige Hofbauer? <bibl><author>Auerbach</author>  <title>D.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 60.</biblScope></bibl> —</sense><sense n="2)">2) ein zu einem adligen Gut als Leibeigner gehörender Bauer: Einen Grafen, den man mit ſeinem Hofebauer vermengen würde. <bibl><author>L.</author> <biblScope>3, 279,</biblScope> <title>vgl. Hof.</title></bibl> — <comp>Hólz-:</comp> der nah an einem Gehölz wohnt, zumal ſich hauptſächlich durch Fuhren von Brennholz nach der Stadt nährt. <bibl><author>Auerbach</author>  <title>Leb.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 236.</biblScope></bibl> — <comp>Jágd-:</comp> der bei Jagden Frohndienſte leiſten muß. <bibl><author>Döbel</author> <biblScope>2, 48a.</biblScope></bibl> — <comp>Kírch-:</comp> der nahe der Kirche wohnt. <bibl><author>Auerbach</author>  <title>Leb.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 271.</biblScope></bibl> — <comp>Klēīn-:</comp> Hinterſaß, Koſſathe, vgl. Groß-B.: Die armen K–n und Häusler. <bibl><author>Auerbach</author>  <title>D.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 57.</biblScope></bibl> — <comp>Kōhl(en)-:</comp> der Kohlen nach den Städten u. Schmelzhütten fährt. <bibl><author>Waldau</author>  <title>Nat.</title></bibl> <bibl><biblScope>2,262;</biblScope></bibl> <bibl><author>Kretzſchmer</author>  <title>Volksl.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 538.</biblScope></bibl> — <comp>Kórn-:</comp> ſ. Getreide- B. — <comp>Kūh-:</comp> Da kamen zu unterſt die Kühbauern, die von ihren Zugthieren auch noch Milch und Kälber ziehen müſſen; dann kamen die Ochſenbauern, deren Zugthiere man doch noch mäſten und ſchlachten kann. Zuoberſt aber ſtanden die Pferdebauern, deren Zugthiere weder Milch noch Fleiſch geben und die doch das beſte Futter freſſen und oft am meiſten gelten. <bibl><author>Auerbach</author>  <title>D.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 8;</biblScope></bibl> <bibl><author>Grube</author>  <title>Geogr.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 44.</biblScope></bibl> — <comp>Lánd-:</comp> Berg-B., doch z.B. auch (ſ. II): Die Geſammtheit derLandbauern. <bibl><author>Jacobs</author>  <title>Phil.</title></bibl> <bibl><biblScope>17. =</biblScope> <title>der Landbau Treibenden; Dem ſchmutzigen Loos eines deutſchen Landbauern.</title></bibl> <bibl><author>Spindler</author>  <title>Stadt</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 13.</biblScope></bibl> — <comp>Lêhn-:</comp> der ein Bauergut zum Lehen hat. — <comp>Márſch-:</comp> der in der Marſchgegend wohnt, Ggſtz. von Geeſt-B. — <comp>Mít-:</comp> Mitbewohner, Dorfgenoſſe ꝛc., ſ. <bibl><biblScope>II.</biblScope> <title>und vgl. Nach-B.: An die Eigenheiten ihres neuen Mitbauers gewöhnt.</title></bibl> <bibl><author>EWillkomm</author>  <title>Wald.</title></bibl> <bibl><biblScope>18.</biblScope></bibl> — <comp>Nāch-:</comp> der einem Andern nahe baut, d. h. wohnt, jetzt veralt. und übergegangen in Nachbar (ſ. d.). Das urſprüngliche Wort z. B. <bibl><author>Schaidenreißer</author> <biblScope>35b;</biblScope></bibl> <bibl><author>Stumpf</author> <biblScope>396a; 608a;</biblScope></bibl> <bibl><author>Zinkgräf</author> <biblScope>1, 291, 275; 2, 5; 60;</biblScope> <title>und das</title></bibl> <bibl><biblScope>fem.:</biblScope> <title>Ihre Nachbaurin.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 75,</biblScope> <title>vgl. Bauer</title></bibl> <bibl><biblScope>II.,</biblScope> <title>und frieſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>umbibur,</biblScope> <title>Umwohner, Nachbar.</title></bibl> — <comp>Nēū-:</comp> ſ. Bauer <bibl><biblScope>II.</biblScope> <title>Sind entweder Kötter, Erpächter oder N–n.</title></bibl> <bibl><author>Grube</author>  <title>Geogr.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 77,</biblScope> <title>vgl.: Können ſie es zu einer Erbpacht oder gar zu einer</title></bibl> Neubauerei bringen. <bibl><biblScope>82.</biblScope></bibl> — Öber-, <bibl><biblScope>[4c]:</biblScope> <title>im deutſchen Kartenſpiel der Eichel-Ober.</title></bibl> — <comp>Ochſen-:</comp> ſ. Kuh-B. — <comp>Pácht-:</comp></sense><sense n="1)">1) der ein Bauergut in Pacht hat, — vgl. Zeit-B. — 2) auch Einer, der ein gepachtetes Grundſtück — wenn es auch kein Bauergut iſt — bewirthſchaftet und baut. <bibl><author>V.</author>  <title>Ant.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 176;</biblScope> <title>Jemandes P. ſein, ſprichwörtl., in abhängigen Verhältniſſen leben, ſich von ihm Allerlei aufbürden laſſen müſſen.</title></bibl> — <comp>Pfāhl-:</comp> vgl. Pfahlbürger; ſchutzverwandter, als innerhalb der Grenzpfähle des Dorfs wohnend angeſehner Bauer. — Beſchaffenheit des osnabrückiſchen Pf.-Rechts. <bibl><author>Berghof.</author></bibl> — <comp>Pfêrde-:</comp> ſ. Kuh- B. und Groß-B. — <comp>Rēīchs-:</comp> ſ. Frei-B. <bibl><biblScope>2.</biblScope></bibl> — <comp>Schúlden-:</comp> verſchuldeter Bauer: Erlebniſſe eines Sch–s. <bibl><author>Gotthelf.</author></bibl> — <comp>Vóll-:</comp> vgl. Halb-B. — <comp>Wáld-:</comp> ſ. Holz-B. <bibl><author>G.</author> <biblScope>15, 67.</biblScope></bibl> — <comp>Wáſſer-:</comp> Die ſogen. W–n, welche auf ihren Wägen das Waſſer aus benachbarten Quellen in Fäſſern nach der Stadt führen und eimerweiſe verkaufen. <bibl><author>Zſchokke</author> <biblScope>8, 279.</biblScope></bibl> — Wēīn- (ſ. II.): Wenn gleich der W. nichts erübrigt ... die Herabwürdigung der Sittlichkeit dieſes Bauers. <bibl><author>Forſter</author>  <title>Anſ.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 15;</biblScope> <title>Die Weinbauern.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>23, 39.</biblScope></bibl> — <comp>Zēīt-:</comp> der einen Bauerhof nicht in Erb-, ſondern nur in Zeitpacht (ſ. d.) hat. — <comp>Zíns-:</comp> der dem Grundherrn Zins für den Genuß ſeines Grundſtücks entrichten muß u. ä. m.</sense></entry>
        </p>
      </entry>
    </body>
  </text>
</TEI>
