<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<?xml-model href="http://www.tei-c.org/release/xml/tei/custom/schema/relaxng/tei_all.rng" type="application/xml" schematypens="http://relaxng.org/ns/structure/1.0"?>
<?xml-model href="http://www.tei-c.org/release/xml/tei/custom/schema/relaxng/tei_all.rng" type="application/xml" schematypens="http://purl.oclc.org/dsdl/schematron"?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">  <teiHeader>
    <fileDesc>
      <titleStmt>
        <title>Artikel „außern“</title>
        <author ref="https://viaf.org/viaf/61594915/">
          <persName>
            <surname>Sanders</surname>
            <forename>Daniel</forename>
          </persName>
        </author>
        <editor>
          <persName>
            <surname>Göttel</surname>
            <forename>Sebastian</forename>
          </persName>
        </editor>
        <editor>
          <persName>
            <surname>Wiegand</surname>
            <forename>Frank</forename>
          </persName>
        </editor>
      </titleStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>
          <email>edition-sanders@bbaw.de</email>
          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
          <orgName role="hostingInstitution" xml:lang="en">Berlin-Brandenburg Academy of Sciences and Humanities (BBAW)</orgName>
          <orgName role="hostingInstitution" xml:lang="de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW)</orgName>
          <address>
             <addrLine>Jägerstr. 22/23, 10117 Berlin</addrLine>
             <country>Germany</country>
          </address>
        </publisher>
        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
        <availability>
          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/">
            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
          </licence>
        </availability>
      </publicationStmt>
      <sourceDesc>
        <bibl>Daniel Sanders: „außern“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
  </teiHeader>

  <facsimile>
    <surface ulx="22" uly="3395" lrx="1020" lry="4014">
      <graphic url="DE-20__Sanders_Band-1__0070__0062__1"/>
    </surface>
    <surface ulx="25" uly="280" lrx="1019" lry="3690">
      <graphic url="DE-20__Sanders_Band-1__0070__0062__2"/>
    </surface>
  </facsimile>
  <text>
    <body>
      <entry type="main" xml:lang="de">
        <form type="lemma">
          <orth expand="außern" orig="Āūßern">Āūßern</orth>
          <pc>,</pc>
          <gramGrp>1) <pos norm="verb">tr.:</pos><subc norm="transitive"/></gramGrp>
        </form>
        <sense>Etwas nach außen hervortreten laſſen, ſo daß es ſich zeigt; es kund geben, nam. in Worten ausſprechen ꝛc.: Furcht ä.; Seine Freude in Worten ä.; Er äußerte [ſprach ſich dahin aus], daß du Unrecht habeſt; Eine Hypotheſe ä. <bibl><author>Fichte</author>  <title>N.</title></bibl> <bibl><biblScope>58;</biblScope> <title>Sein Mißfallen ä.</title></bibl> <bibl><biblScope>60;</biblScope> <title>Der Nord- und der Oſtwind ä. ihre meiſte Kraft erſt auf der entgegengeſetzten Seite.</title></bibl> <bibl><author>Forſter</author>  <title>A.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 7;</biblScope> <title>Weit entfernt, daran die erwünſchte Theilnahme zu ä.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>22, 13;</biblScope> <title>Daß ein Kind vor dem erſten Vierteljahr weder Weinen noch Lachen ä.</title></bibl> <bibl><author>Kant</author>  <title>Anthr.</title></bibl> <bibl><biblScope>4;</biblScope> <title>Wohl hab ich mein Bedenken ihm geäußert.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>357b ꝛc.,</biblScope> <title>ſeltner: Ungebühr ä. [ſich ungebührlich betragen ꝛc.]</title></bibl> <bibl><author>V.</author>  <title>Od.</title></bibl> <bibl><biblScope>20, 309.</biblScope></bibl> — Noch einen Wunſch, den wir nicht ungeäußert laſſen können. <bibl><author>Guhrauer</author>  <title>L.</title></bibl> <bibl><biblScope>2,</biblScope> <title>Beil.</title></bibl> <bibl><biblScope>3.</biblScope></bibl> — 2) <bibl><biblScope>refl.</biblScope> <title>zu</title></bibl> <bibl><biblScope>1:</biblScope> <title>ſich zeigen, kundgeben, ſich ausſprechen: Dem ſichtbar erſcheinenden und im bürgerlichen Leben ſich ä–den Wahnſinne.</title></bibl> <bibl><author>Fichte</author>  <title>N.</title></bibl> <bibl><biblScope>61;</biblScope> <title>Wie Jacobiübermich auch je ſich ä. und ich nöthig finden möchte, dieſen Äußerungen zu begegnen.</title></bibl> <bibl><biblScope>40;</biblScope> <title>Die übeln Einflüſſe haben ſich in der Poeſie durch die Schilderungsſucht geäußert.</title></bibl> <bibl><author>L.</author> <biblScope>11, 140;</biblScope> <title>Ä. ſich andere Bedenklichkeiten.</title></bibl> <bibl><biblScope>12, 176;</biblScope> <title>Werden ſich noch Schwierigkeiten dabei ä.</title></bibl> <bibl><biblScope>381;</biblScope> <title>Sobald ſich Gelegenheit dazu äußert [zeigt].</title></bibl> <bibl><author>Stiling</author> <biblScope>2, 43;</biblScope> <title>Die Schlaffheit des Geiſtes, die ſich in ſeiner Kleidung, ſeinem Gang .. äußerte.</title></bibl> <bibl><author>W.</author>  <title>HB.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 14;</biblScope> <title>Sich ä., daß ꝛc.</title></bibl> — Jm ſubſt. Infin. ohne ſich (ſ. d. und 1): Ohne weitres A. noch Erinnern. <bibl><author>G.</author> <biblScope>18, 51.</biblScope></bibl> — Ungewöhnl.: Wenn er ſich Deſſen [darüber] äußerte. <bibl><author>Kant</author>  <title>Rechtsl.</title></bibl> <bibl><biblScope>201.</biblScope></bibl> — 3) <bibl><biblScope>tr.,</biblScope></bibl> Rechtsſpr.: Einen Leibeigenen ä., ihn aus dem Gut ſetzen. <bibl><author>Adelung,</author>  <title>gewöhnl.: Ab-ä., dem „Abmeiern“ (ſ. d.) bei Freien entſprechend: Daß der freie Erbpächter, wo der Leibeigene desfalls der Abäußerung unterworfen iſt, die Abmeierung leiden ſoll.</title></bibl> <bibl><author>Möſer</author>  <title>Ph.</title></bibl> <bibl><biblScope>4, 325</biblScope> <title>u. o.; Ein Grundſtück ä.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 99;</biblScope> <title>Äußer-Proceß. ebd. ꝛc. S.</title></bibl> <bibl><author>Glück</author>  <title>Pand.</title></bibl> <bibl><biblScope>2, 151; 8, 554.</biblScope></bibl> — 4) <bibl><biblScope>refl.:</biblScope> <title>nur noch bibl.: ſich aus ſeiner Weſenheit herausſetzen, ſein Weſen aufgeben: Chriſtus äußerte [,,entäußerte“ Eß.] ſich ſelbſt und nahm Knechtes Geſtalt an.</title></bibl> <bibl><author>Phil.</author> <biblScope>27;</biblScope> <title>[Chriſtus hat] fich ge- äußert ſeiner Gottheit.</title></bibl> <bibl><author>Sachs</author> <biblScope>2, 1, 56d;</biblScope></bibl> <bibl><author>Luther</author> <biblScope>8, 3a</biblScope> <title>und ſo in der ältern Spr. oftm. Genit.</title></bibl> <bibl><biblScope>=</biblScope> <title>ſich einer Sache begeben, enthalten: Sich der Ehre und Ruhms ä.</title></bibl> <bibl><author>Luther</author> <biblScope>1, 489a;</biblScope> <title>Wie ihr euch des Werks geäußert habt.</title></bibl> <bibl><biblScope>372a;</biblScope> <title>Mord zu ſtiften, ob er gleich eine Zeitlang ſich Deß äußert und friedſam ſtellet.</title></bibl> <bibl><biblScope>5, 491b</biblScope> <title>u. 0., zuw. auch mit Jnfin.: Nun kann Apollo ſich nicht ä. [umhin] .. dir zu winden einen Kranz.</title></bibl> <bibl><author>Mühlpforth</author>  <title>Gl.</title></bibl> <bibl><biblScope>8.</biblScope></bibl></sense>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">Veralt., mundartl.: Eine Perſon ä.: ihren Umgang ꝛc. vermeiden. <bibl><author>Simpliciſſimus</author> <biblScope>2, 145;</biblScope> <title>Der</title></bibl> Äußerer, die Äußerin. <bibl><author>Spate:</author>  <title>eine die menſchliche Geſellſchaft meidende Perſon.</title></bibl> — Schleſ.: Sich ä. vor Etwas: darüber vor Schreck außer ſich gerathen. <bibl><author>Weinhold</author> <biblScope>7b.</biblScope></bibl></p>
        </note>
        <p type="compositions">
          <entry type="sub">Zſſtzg.: Áb- [3]. — Ent-, tr,: Etwas e. und häufiger refl.: Sich Desſelben e., ſich Desſelben begeben: Weſſen ich mich entäußre, Das bleibt nicht mein; was ich oeräußre, wird der Beſitz eines Andern. 1) tr.: Die Schönheitsgöttin kann aber doch ihren Gürtel e. Sch. 1108 b; Durch Milton’s Nachfolger wurden die Teufel ihrer heroiſchen Geſtalt entäußert. V. 2, 219; Von jedem Übel entäußert [befreit]. Derſ. — 2) refl.: Sich ihres angebornen Rechts e. G. 13, 78; Froh, auf 10 Jahre ſich dieſes unveräußerlichen Rechtes entäußert zu haben. Lewald Ferd. 2, 178; Die ſich ihres Beſitzes entäußerte, um die Schulden ihres Gatten zu tilgen. W. 4, 313 u. o. — Mundartl.: Die im Krieg ſich entäußert [ſich desſelben enthalten, dem Kriegsdienſt entzogen] oder die Waffen weggeworfen. JvMüller 1, 76. — 3) Dazu: Dieſe faſt gänzliche Entäußerung der Leidenſchaft [objekt. Genit.]. G. 23, 193; Eine Entäußerung der Beſitzungen. Gutzkow R. 9, 31; Die Lehren der Entſagung und Selbſtentäußerung. Lewald W. 2, 194 ꝛc.; Mit der Hingebung und Entäußerung des Naturforſchers [ſubjekt. Genit.]. Immermann 12, 291. — Ver-, tr.: ſich eines Beſitzes ent-ä. (ſ. d.), ſo daß er einem Andern zu Theil wird, vgl.: Verkaufen, auch in Bezug auf Nichtbeſitzer und auf Ggſt., die von vornherein nicht zu dauerndem Beſitz beſtimmt ſind, z. B.: Ein Kaufmann verkauft Waaren, ein Gutsherr veräußert ſein Gut durch einen Anwalt, der es verkauft ꝛc.; Veräußert ſein Kanonikat. Forſter B. 1, 441; Seine Weine friſch von der Kelter zu v. A. 1, 15; Neben ſovielen Rechten, welche die Menſchen v. und übertragen konnten, giebt es auch andere, welche ihrer Natur nach unveräußerlich ſind. 346; Ein Beſitz, der wohl entwerthet, aber nicht ganz veräußert werden kann. Gutzkow R. 2, 113; Die Städte verpfänden und dem Reich v. Sch. 526a ꝛc. — Die Veräußerung eines Grundſtücks, eines Rechts ꝛc.; Sein natürliches angeborenes unzuveräußerndes Eigenthumsrecht. Fichte 8, 233.</entry>
        </p>
      </entry>
    </body>
  </text>
</TEI>
