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        <title>Artikel „als“</title>
        <author ref="https://viaf.org/viaf/61594915/">
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            <surname>Sanders</surname>
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            <surname>Göttel</surname>
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            <surname>Wiegand</surname>
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          <orgName role="projekt">Forschung Daniel Sanders</orgName>
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        <pubPlace>Berlin</pubPlace>
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            <p>Distributed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0)</p>
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        <bibl>Daniel Sanders: „als“. In: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1860–1865.</bibl>
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        <lbl>†</lbl>
        <form type="lemma" n="I.">
          <orth expand="als" orig="Als">Als</orth>
          <pc>,</pc>
          <gramGrp>I. <pos norm="adverb">adv.:</pos></gramGrp>
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        <sense>Zuſammenziehung von Alles, <bibl><biblScope>4 Ⅰ</biblScope> <title>übergegangen in den Sinn von immer, meiſt, gewöhnlich und dann wie halt(er) zum bedeutungsloſen Flickw. geworden: An [ohn’] a. Arges.</title></bibl> <bibl><author>HSachs</author> <biblScope>1, 494 d;</biblScope> <title>Wenn er, der Henker weiß was a.? [,, Alles“</title></bibl> <bibl><biblScope>181b]</biblScope> <title>gelöſt hat.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>2, 324;</biblScope> <title>Sollteſt nur die wunderhübſchen Billetter auch leſen, die der gnädige Herr an deine Tochter a.</title></bibl> <bibl><biblScope>[181 b;</biblScope> <title>„alle“] ſchreiben thut. ebd.; Wo a. [, Wo“</title></bibl> <bibl><biblScope>117b]</biblScope> <title>Einer dem Andern die Knöpfe von den Hoſen ſtiehlt.</title></bibl> <bibl><biblScope>66;</biblScope></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>23, 103;</biblScope></bibl> <bibl><author>L.</author> <biblScope>12, 15 ꝛc.</biblScope></bibl> — <bibl><biblScope>II. conj.</biblScope> <title>entſteht aus alſo, d. i. verſtärktes ſo, ganz ſo.</title></bibl></sense>
        <sense n="1)">1) veralt. ſt. ſo im Nachſatz: Nachdem unſer Feldherr .. ſich bewegen laſſen, noch bei der Armee zu verbleiben ..; a. verpflichten wir uns. <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>351 a;</biblScope> <title>und in Relativſätzen ſt. des einen hohen Grad hervorhebenden ſo: Jch habe ſeinen Tod empfunden, a. [wie, ſoſehr] man nur immer einen ſolchen Zufall empfinden kann.</title></bibl> <bibl><author>L.</author> <biblScope>12, 159;</biblScope> <title>Erleichterte ihnen ihr Elend, a. nach Kräften er konnte.</title></bibl> <bibl><author>Hebel</author> <biblScope>3, 399 ꝛc.;</biblScope> <title>auch: So komm, a. lang ihr deſſen harrt, | kein Meſſer über meinen Bart.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>11, 60</biblScope> <title>[alterthümelnd]. So auch a. [ſt. ſo] bald, fern ꝛc., relativ.</title></bibl></sense>
        <sense n="2)">2) Identificierendes a.: Urſprüngl. vergleichend, ging a., dem verſtärkenden Sinn des all gemäß, zum Unterſch. von wie, aus der Bed. der Gleichheit allmählich in die der Einerleiheit über. Das vergleichende wie fügt ein Zweites bei, dem das Erſte nur in ein oder dem andern Punkt gleichgeſetzt wird; a. dagegen das Zweite nicht als ein Andres, vom Erſten Verſchiedenes, ſondern als Dasſelbige, in einer beſondern Beziehung aufgefaſſt, wodurch es ſich von der bloßen Appoſition unterſch.: Dieſe Thiere haben Borſten wie Schweine [es ſind aber keine Schweine]; Die von der Circe verwandelten Gefährten des Ulyß hatten a. Schweine [ſie waren Schweine geworden] auch Borſten. Der Redner ſprach, ein zweiter Cicero [vollſtändige Identificierung ohne Hervorhebung einer beſondern Beziehung: der Redner iſt ein zweiter C.]; Der Schauſpieler ſprach a. Cicero [in der Rolle des C.] mit Würde ꝛc. — Svw. zu, das ſich aber von a., wie werden von ſein unterſch.: Der Wein wird zu Eſſig; dann wird er als Eſſig verkauft; Er war a. Krüppel, — zum Dichter geboren; Wir waren ſchon a. Knaben <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>zu Tapfern eingeweiht.</title></bibl> <bibl><author>Ausw.</author></bibl> <bibl><author>d.</author></bibl> <bibl><author>L.</author> <biblScope>20 ꝛc.;</biblScope> <title>ferner für, das aber nicht Einerleiheit, ſondern nur ein Gleichgelten bez., ſo daß ein Andie-Stelle-treten möglich iſt: Dies Goldſtück kannſt du a. Louisd’or [es iſt ein L.],</title></bibl> <bibl><biblScope>5</biblScope> <title>Thaler</title></bibl> <bibl><biblScope>12</biblScope> <title>gr. für einen L. annehmen; Jch habe ihn für mein verſtorbnes Kind a. Sohn angenommen ꝛc. Zuw. tritt der Unterſch. wenig hervor und der Gebrauch hat eins von beiden Worten als das gewöhnl. angenommen.</title></bibl> — Fernere Beiſp. dieſes a.: Am Sonnabende, a. am ſiebenten .., weil er den achten, a. den Sonntag verreiſen müſſe. <bibl><author>L.</author> <biblScope>12, 446 ꝛc.;</biblScope> <title>Die gewöhnlichen ritterlichen Übungen a. [nämlich ꝛc.]: Jagen, Pferde- Kaufen, -Tauſchen, -Bereiten und -Einfahren.</title></bibl> <bibl><author>G.</author> <biblScope>15, 29;</biblScope> <title>Was ſie darauf geſtickt, a.: Sonne, Mond und Sterne.</title></bibl> <bibl><author>W.</author> <biblScope>10, 70;</biblScope> <title>A. zum Exempel ꝛc. Ferner vor Relativſätzen, eine beſondre Beziehung derſelben zum Hauptſatz bezeichnend: Die Lorbeerbäume, welche in England nicht gedeihn, wachſen häufig in Südeuropa; [Thomſon hat] die Lorbeerbäume weggelaſſen, a. welche [inſofern, weil ſie ꝛc.] ſich nicht zur Themſe ſchicken.</title></bibl> <bibl><author>Mendelsſohn</author> <biblScope>4, 1, 392 ꝛc.</biblScope></bibl></sense>
        <sense n="3)">3) Vergleichendes a., im Allgm. durch wie verdrängt, außer wo durch vorhergehndes ſo, ſolch ꝛc. jede Verwechslung mit dem identificierenden a. (2) beſeitigt iſt. Sonſt bez. wie einen bloßen Vergleich, a. ein Darüberhinausgehn, d. h. Jenes ſteht nach dem Poſitiv, Dies nach dem Komparativ und den dieſem Steigrungsgrad entſprechenden Verhältniſſen, ſo nach anders, ein Andrer, nach Verneinungen und fragenden Fw. in denen ein anders ꝛc. liegt, im Sinn von außer, vgl.: So werden auch unſere Dörfer mehr wie die Städte [ſtadtähnlich]. <bibl><author>Kohl</author>  <title>A.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 292;</biblScope></bibl> — mehr a. die Städte [übertreffen dieſe]. — Wer könnte Das wie Sie [ſo gut]? <bibl><author>König</author>  <title>Kl.</title></bibl> <bibl><biblScope>3, 250;</biblScope> <title>a. Sie [außer Ihnen].</title></bibl> — Sie liebte Nichts wie mich [ſo ſehr]. <bibl><author>W.</author> <biblScope>12, 241;</biblScope></bibl> — a. mich [außer mir] ꝛc. — So auch: Wie wenn m. Indik., zum Vergleich mit etwas wirklich Eriſtierendem oder als eriſtierend Betrachtetem (bei voraufgehndem ſo auch: als wenn: Kein Frühling weiß ſo traut und wohl zu klingen, <bibl><biblScope>|</biblScope> <title>a. wenn zum Herzen Freundesworte dringen; | ſo tönt kein Lied in kummervollen Stunden, | wie wenn der Freund das rechte Wort gefunden.</title></bibl> <bibl><author>Lenau</author>  <title>A.</title></bibl> <bibl><biblScope>186 ꝛc.),</biblScope> <title>dagegen bei einem Vergleichungsſatz im Konjunkt. des Impf., der anzeigt, daß es ſich nicht ſo, ſondern anders verhält, ſteht eben dieſes Andersſeins halber: a. wenn oder a. ob [ſ. ob]: Er ſchreit, a. wenn, a. ob er toll wäre ꝛc., oder m. der Stellung des Frageſatzes: Er ſchreit, a. wäre er toll [zuw. auch: ob er toll wäre].</title></bibl> — Ferner: Er iſt zu reich, a. daß der Verluſt ihm ſchaden könnte ꝛc. — Statt a. nach dem Komp. finden ſich auch wie und denn [ſ. d. <bibl><biblScope>2],</biblScope> <title>nam. zur Vermeidung zweier a.: Lieber frei ſterben, denn a. Sklaven leben.</title></bibl> <bibl><author>Vogt</author>  <title>Oc.</title></bibl> <bibl><biblScope>1, 30;</biblScope> <title>Leichter iſt es, wie a. Held zu kämpfen.</title></bibl> <bibl><author>Talvj</author> <biblScope>1, 179 ꝛc.,</biblScope> <title>aber auch ſonſt namentl. bei</title></bibl> <bibl><author>V.;</author>  <title>ferner veralt. und mundartl. weder</title></bibl> <bibl><author>(Spr.</author> <biblScope>3, 14),</biblScope> <title>wann, wenn. S. auch vor. Nicht ſelten a. pleonaſtiſch vor wie. 4) Zeitliches a., urſprüngl. wohl elliptiſch (vgl.: ſobald a.; ſofort, ſogleich a. ꝛc.) immer in Bezug auf Vergangenheit, alſo mit Impf. und Plusquampf. oder dem ſog. hiſtoriſchen Präſens, auch außerdem als rein zeitlich von dem grundangebenden da [ſ. d.</title></bibl> <bibl><biblScope>4]</biblScope> <title>verſch., weßhalb genau dem a. ein da, dem da ein ſo im Nachſatz entſpricht, obgleich, ſich auch: Als .. ſo und Da .. da findet: Als (da) er Dies erfuhr (erfahren hatte), da (ſo) gab er ſich zufrieden; aber nur: Da er es weiß, ſo wird er ſich zufrieden geben ꝛc.</title></bibl> — Einſt, a.; Geſtern, a.; In demſelben Augenblick, a. (zuw. auch: während [der Zeit] a.); Einige Zeit vorher (nachher), a.; Eben (grade, veralt. gleich), a. ꝛc., oder: A. ich einſt, geſtern, vor einiger Zeit, eben, grade dort war ꝛc. — S. auch wie, das aber immer einen unmittelbaren Anſchluß der Zeitfolge nach ausdrückt: Wie er Das gehört hatte, lief er fort; Einige Minuten nachher, a. er Das gehört ꝛc. — A. eröffnet auch den logiſchen Nachſatz, zumal nach kaum, ſchon ꝛc. (vgl.: Nicht ſobald ..: a.): Allein er ſchlummert kaum, a. ihn ein ſtark Geräuſch erweckt. <bibl><author>Lichtwer</author> <biblScope>30;</biblScope> <title>Schon ſeh ich ſeinen Rachen gähnen, | es haut nach mir mit grimmen Zähnen, | a. meine Hunde wuthentbrannt, | an ſeinen Bauch mit grimm’gen Biſſen | ſich warfen.</title></bibl> <bibl><author>Sch.</author> <biblScope>66 b;</biblScope> <title>Er war eben erſt gekommen, a. er ſchon wieder fortwollte ꝛc.</title></bibl></sense>
        <note type="remark">
          <note type="label">Anm.</note>
          <p type="note">S. die ausführlichere Entwicklung <bibl><author>Herrig</author>  <title>A.</title></bibl> <bibl><biblScope>20, 60—82.</biblScope></bibl></p>
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